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24 Stunden im Salzwasser: Chery setzt den Tiggo 9 CSH unter Hochspannung

Die Batterie des Chery Tiggo 9 CSH wird in den Salzwassertank abgesenkt - Bildnachweis: Chery Auto Deutschland

Unterwasser im Salzwasser: Wie Chery das Sicherheitskonzept des Tiggo 9 CSH auf die Zerreißprobe stellt

Ein tonnenschweres Hochvoltbatteriepaket schwebt an dicken Stahlseilen über einem speziell präparierten Wassertank, bevor es langsam in der trüben Flüssigkeit versinkt. Das Szenario wirkt auf den ersten Blick wie ein Albtraum für jeden Elektrotechnik-Ingenieur, denn Wasser und Hochspannung gelten in der Automobilwelt traditionell als eine brandgefährliche Kombination. Was geschieht, wenn Feuchtigkeit in die versiegelten Gehäuse vordringt, lässt sich bei Überschwemmungskatastrophen regelmäßig beobachten: verheerende Kurzschlüsse, unkontrollierbare chemische Reaktionen und schwer zu löschende Fahrzeugbrände. Genau dieses Extremszenario hat der chinesische Automobilkonzern Chery bei seiner Erstauflage der sogenannten Black Sea Safety Challenge im rumänischen Constanta inszeniert. Vom 22. bis 24. September 2026 wählte der Hersteller bewusst das salzhaltige Wasser des Schwarzen Meers, um den Energiespeicher seines neuen Flaggschiffs Tiggo 9 CSH über eine Dauer von 24 Stunden unter Wasser zu setzen. Die Demonstration ist keineswegs zufällig gewählt, denn der chinesische Riese bereitet akribisch seinen großflächigen Markteintritt in Deutschland vor.

Aber hinter dem spektakulären Medien-Event steht die Kernfrage aller skepstischen Autokäufer: Wie viel reale Sicherheit bietet das aufwendige Konstrukt im harten Alltag, wenn aus Schlaglöchern, Überschwemmungen und winterlichem Streusalz eine echte Belastung für die Mechanik wird? Chery möchte mit handfesten Daten beweisen, dass die Bedenken gegenüber chinesischer Hochvolttechnik unbegründet sind. Der Tiggo 9 CSH muss deshalb zeigen, dass sein hybrides Herzstück selbst unter extremsten Umweltbedingungen voll funktionsfähig bleibt.

Der 24-Stunden-Tauchgang im Schwarzen Meer und seine Tücken

Bei dem Immersionstest in der stationären Testanlage in Constanta wurde das komplette Batteriepaket des Tiggo 9 CSH etwa 1 Meter tief unter die Wasseroberfläche abgesenkt. Dabei handelte es sich keineswegs um gewöhnliches Leitungswasser, sondern um echtes Meerwasser aus dem Schwarzen Meer. Der feine Unterschied liegt in der chemischen Zusammensetzung: Das im Meerwasser gelöste Salz erhöht die elektrische Leitfähigkeit um ein Vielfaches und wirkt gleichzeitig als aggressiver Beschleuniger für Korrosionsprozesse an Aluminiumgehäusen, Dichtungen und Steckverbindungen.

Deshalb überprüften die Ingenieure im Anschluss an das 24-stündige Wasserbad nicht nur die reine Dichtigkeit, sondern die gesamte elektrische und mechanische Integrität des Systems. Nach Ablauf der Versenkung barg das Testteam die Batterie, reinigte die Außenhülle sorgfältig von verbliebenen Salzrückständen und unterzog das Bauteil einer gründlichen Trocknung. In der anschließenden technischen Inspektion standen die Gehäusedichtigkeit, die strukturelle Integrität des Rahmens sowie der Isolationswiderstand des Hochvoltsystems im Fokus. Die Messungen zeigten nach Herstellerangaben keinerlei Eindringen von Feuchtigkeit und keine Degradation der elektrischen Isolation.

Deshalb wagte der Hersteller den entscheidenden Schritt der Validierung auf Fahrzeugebene. Die zuvor untergetauchte Batterie wurde direkt wieder in das Testfahrzeug Tiggo 9 CSH eingebaut. Das Plug-in-Hybrid-SUV startete beim ersten Knopfdruck fehlerfrei und absolvierte die darauffolgenden Funktionsfahrten ohne Auffälligkeiten in der Leistungsentfaltung oder Fehlermeldungen im Cockpit. Damit bewies das System rechnerisch die Einhaltung der anspruchsvollen Schutzklasse IP68.

Aber ein stationärer 24-Stunden-Test bei gleichbleibender Wassertemperatur bildet nicht sämtliche Alterungsprozesse ab, denen ein Fahrzeug im Laufe eines langen Autolebens ausgesetzt ist. Ein verbleibendes Stirnrunzeln hinterlässt die Frage, wie sich Mikrohaarrisse im Dichtungsmaterial nach jahrelanger thermischer Wechselbelastung zwischen minus 30 Grad im Winter und sengender Sommerhitze unter anhaltendem Streusalzeinfluss verhalten. Chery verweist hierbei auf umfangreiche Vorprüfungen in tropisch-feuchten Märkten Südostasiens, bringt mit der Black Sea Safety Challenge das Testprogramm nun aber erstmals auf europäischen Boden.

Unterbodenschock: Wenn die Karosserie auf den Randstein trifft

Neben dem Tauchversuch schickte Chery den Tiggo 9 CSH in einen zweiten, mechanisch mindestens ebenso anspruchsvollen Versuchsteil: den Unterbodenschleiftest. Auf einer Teststrecke fuhr das vollbeladene Fahrzeug von einer 250 Millimeter hohen Stufe mit abgerundeter Bordsteinkante herunter. Ziel dieses Aufsetztests war es, den harten Kontakt des Fahrzeugunterbodens mit Hindernissen wie hohen Bordsteinen, tiefen Schlaglöchern oder Tempo-Schwellen im alltäglichen Fahrbetrieb realistisch nachzubilden.

Deshalb ist die Platzierung des Stromspeichers von fundamentaler Bedeutung. Bei modernen Plug-in-Hybriden liegt die Batterie flach im Unterboden auf Höhe der Achsen, was sie anfällig für mechanische Beschädigungen durch Steinfragmente oder Bodenkontakt macht. Wenn das tonnenschwere Fahrzeug aus einem Viertelmeter Höhe abkippt, wirken gewaltige Punktkräfte auf die Schutzabdeckungen und die Trägerstruktur des Chassiselements.

Der Tiggo 9 CSH überstand die mechanische Feindberührung ohne kritische Deformationen des Batteriegehäuses. Die Unterboden-Panzerung fing die Stoßenergie ab und verhinderte eine Verformung der innenliegenden Lithium-Ionen-Zellen. Dies ist für die Einstufung bei europäischen Kfz-Versicherern von zentraler Bedeutung, da Beschädigungen am Hochvoltgehäuse nach leichtem Bodenkontakt bei vielen Konkurrenzmodellen schnell zu wirtschaftlichen Totalschäden führen.

Aber auch hier erfordert die Objektivität eine differenzierte Betrachtung der Rahmenbedingungen. Eine abgerundete Bordsteinkante verteilt die kinetische Energie gleichmäßiger als ein spitzer Wählstein oder eine herausstehende Stahlarmierung auf einer Baustelle. Der Test beweist eine solide Grundfestigkeit des Chassisschutzes, bleibt jedoch primär eine kontrollierte Versuchsbedingung unter den Augen der eingeladenen Fachpresse.

Antrieb und Super-Hybrid: Die CSH-Technik auf dem Prüfstand

Unter der markant gezeichneten Motorhaube des 4,81 Meter langen, 1,93 Meter breiten und 1,74 Meter hohen SUV-Flaggschiffs arbeitet Cherys neu entwickelte CSH-Technologie, was für Chery Super Hybrid steht. Als Verbrennungsmotor dient ein 1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner der 5. Generation, der als dezidierter Hybridmotor auf einen besonders hohen thermischen Wirkungsgrad hin optimiert wurde. Der Verbrenner leistet 143 PS beziehungsweise 105 kW und stellt ein maximales Drehmoment von 220 Newtonmetern bereit.

Ergänzt wird das Aggregat durch zwei leistungsstarke Elektromotoren. An der Vorderachse arbeitet eine E-Maschine mit 75 kW beziehungsweise 102 PS und 170 Newtonmetern Drehmoment. An der Hinterachse installiert Chery ein zweites Elektroaggregat mit 175 kW beziehungsweise 238 PS und 310 Newtonmetern, das dem Tiggo 9 CSH einen vollvariablen, elektrischen Allradantrieb beschert.

Daraus resultiert eine Systemleistung von 428 PS beziehungsweise 315 kW und ein Systemdrehmoment von 580 Newtonmetern. In internationalen Topspezifikationen werden zwar auch Systemleistungen von bis zu 618 PS genannt, für den deutschen Markt konzentriert sich das Angebot jedoch auf die ausgewogene 428-PS-Allradvariante. Die Kraftübertragung erfolgt über ein spezielles 3-Gang-DHT-Getriebe, das verzugsfreie Wechsel zwischen rein elektrischem Fahren, seriellem Hybridmodus und direktem Verbrennerantrieb ermöglicht.

Deshalb beschleunigt das fahrfertig rund 2.308 Kilogramm schwere Fahrzeug in nur 5,4 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei elektronisch abgeregelten 180 km/h erreicht, während globale Ausführungen bis zu 205 km/h erreichen können.

Als Energiespeicher dient ein im Unterboden integriertes Lithium-Ionen-Batteriepaket mit einer Bruttokapazität von 32,4 kWh. Nach dem WLTP-Prüfverfahren ermöglicht diese Akkugröße eine rein elektrische Reichweite von bis zu 144 Kilometern. In Kombination mit dem 70 Liter fassenden Kraftstofftank gibt Chery eine Gesamtreichweite von über 1.050 Kilometern an.

Bei der Ladeleistung bietet das chinesische Modell solide Werte. Am DC-Schnelllader nimmt der Tiggo 9 CSH bis zu 71 kW entgegen, wodurch der Stromspeicher in etwa 20 Minuten von 30 auf 80 Prozent geladen werden kann. An der heimischen Wallbox lädt der Akku über den integrierten AC-Lader mit 6,6 kW auf. Der offizielle WLTP-Kombiverbrauch wird bei voller Batterie mit nur 1,7 Litern Superbenzin auf 100 Kilometer beziffert, während die CO2-Emissionen bei 32 Gramm pro Kilometer liegen. Ist die Batterie leergefahren und der Ladezustand sinkt unter 30 Prozent, pendelt sich der Verbrauch des 1,5-Liter-Motors im Hybridsystem bei etwa 5,2 bis 5,5 Litern ein.

Hochvolt-Architektur und Crash-Sicherheit im Rohbau

Das Sicherheitskonzept des Tiggo 9 CSH stützt sich keineswegs allein auf das versiegelte Batteriegehäuse. Die Rohkarosserie des Fahrzeugs besteht zu 85 Prozent aus hochfestem und warmumgeformtem Stahl. An der Frontpartie sitzt ein 140 Millimeter hoher Aufprallträger aus hochfestem Aluminium, der etwa 85 Prozent der gesamten Fahrzeugbreite abdeckt. Diese Konstruktion soll bei einem Versatzcrash die Anprallenergie effektiv auf die seitlichen Längsträger verteilen und ein Eindringen von Bauteilen in den Fahrgastraum verhindern.

Im Innenraum schützen bis zu 10 Airbags die Insassen. Neben den üblichen Front-, Seiten- und durchgehenden Vorhangairbags verbaut Chery serienmäßig einen Mittenairbag zwischen den Vordersitzen. Dieser entfaltet sich bei einem Seitencrash zwischen Fahrer und Beifahrer, um das gefährliche Zusammenstoßen der Köpfe der Passagiere zu verhindern.

Auf der Ebene der Hochvoltsicherheit greift eine mehrstufige Steuerungselektronik. Bei einer Sensormeldung über einen schweren Aufprall klinkt die Pyrosicherung die Hochvoltverbindung zur Batterie innerhalb von nur 2 Millisekunden mechanisch aus. Dadurch wird das gesamte Bordnetz im Bruchteil einer Sekunde spannungsfrei geschaltet. Chery gibt zudem an, dass das Batteriesystem für einen verlässlichen Betrieb im extremen Temperaturbereich von minus 35 Grad bis plus 60 Grad Celsius ausgelegt ist und im Vorfeld über 100 herstellereigene Zuverlässigkeitstests durchlaufen hat.

Aaron Zheng, Executive Deputy General Manager bei Chery, unterstrich beim Event in Rumänien, dass Sicherheit von Beginn an tief in der Fahrzeugentwicklung verankert sein müsse. Es reiche nicht aus, Sicherheitsversprechen zu formulieren, sondern diese müssten durch unnachgiebige Tests unter anspruchsvollsten Bedingungen belegt und auf Fahrzeugebene verifiziert werden.

Aber in der Praxis entscheidet nicht nur die passive Crashfestigkeit über das reale Sicherheitsniveau, sondern vor allem das funktionale Zusammenspiel der aktiven Fahrerassistenzsysteme. Der Tiggo 9 CSH bringt ab Werk ein umfangreiches Fahrassistenzpaket mit. Dazu gehören ein intelligenter Notbremsassistent mit Erkennung von Fußgängern und Radfahrern, ein aktiver Spurhalteassistent, eine Totwinkelüberwachung, eine Ausstiegswarnung sowie ein adaptiver Tempomat mit Staufolgefunktion.

Software, Assistenzsysteme und europäische Fahrwerksabstimmung

So überzeugend die Vorführung im Salzwassertank auch wirken mag, im automobilen Alltag deutscher Autofahrer zählen vor allem Ausgereiftheit und Fahrkultur. Bei Tests von Schwestermodellen wie dem Omoda 5 zeigten sich in der Vergangenheit deutliche Kritikpunkte an der elektronischen Abstimmung.

Deshalb muss Chery bei der Fahrzeugsicherhiet und Assistenzabstimmung akribisch nachbessern. Die elektronischen Fahrassistenten chinsesischer Hersteller neigen auf europäischen Straßen mitunter zu Überempfindlichkeit. Der Aufmerksamkeitsassistent löst oft bereits nach einem kurzen Blick auf die Navigation akustische Warnmeldungen aus, während der Spurhalteassistent auf schmalen Landstraßen mit recht abrupten Lenkeingriffen reagiert. Auch die Verkehrszeichenerkennung neigt gelegentlich zu Fehlauslösungen und schlägt unbegründete Verzögerungen vor.

Deshalb unterhält Chery in Raunheim nahe Frankfurt am Main ein eigenes europäisches Entwicklungszentrum. Dort arbeiten Ingenieure intensiv daran, die Software-Applikationen der Assistenzsysteme und die Abstimmung des Fahrwerks an die spezifischen europäischen Fahrgewohnheiten anzupassen.

Das Fahrwerk des Tiggo 9 CSH setzt auf Einzelradaufhängung mit MacPherson-Federbeinen vorn und einer Mehrlenkerachse hinten. Die Abstimmung ist primär auf hohen Schwingungskomfort ausgelegt. Lange Bodenwellen bügelt die Dämpfung wirkungsvoll glatt, doch bei schneller Kurvenfahrt macht sich eine spürbare Karosserieneigung bemerkbar. Hier müssen die Entwickler den passenden Kompromiss finden, um den knapp 2,3 Tonnen schweren Allradler auch auf kurvigen Etappen stabil zu halten.

Ein weiteres Augenmerk gilt dem digitalen Infotainment im Innenraum. Das frei stehende Zentraldisplay misst 15,6 Zoll in der Diagonale und wird durch ein 10,25 Zoll großes digitales Kombiinstrument hinter dem Lenkrad ergänzt. Die Rechenleistung ist hoch und die Grafiken sind gestochen scharf. Allerdings wirken manche Menüebenen noch leicht verschachtelt, und in früheren Softwareversionen waren vereinzelt unvollständige Übersetzungstexte zu finden. Für einen erfolgreichen Markteintritt in der europäischen Oberklasse ist eine tadellose Softwarelokalisierung unerlässlich.

Marktstart in Deutschland: Preise, Händlernetz und Serviceversprechen

Chery plant den offiziellen Verkaufsstart seiner Kernmarke in Deutschland für das erste Halbjahr 2027. Nach dem schrittweisen Aufbau der Submarken Omoda und Jaecoo übernimmt der Tiggo 9 CSH die Rolle des technologischen Aushängeschilds im Modellprogramm.

Der voraussichtliche Kaufpreis für den voll ausgestatteten Tiggo 9 CSH Allrad-Hybrid wird in Deutschland bei rund 50.000 Euro liegen. Angesichts der gebotenen Systemleistung von 428 PS, der reichhaltigen Serienausstattung mit belüfteten Ledersitzen, Massagetechnik, Sony-Soundsystem und Panoramadach sowie der hohen elektrischen Reichweite von 144 Kilometern stellt dieser Preis eine Ansage an die etablierte Konkurrenz dar.

Aber Chery verzichtet bewusst auf einen reinen Online-Direktvertrieb. Der Hersteller setzt in Deutschland auf ein klassisches, flächendeckendes Händlernetz. Zum Marktstart sollen etwa 50 Vertragshändler bereitstehen, deren Zahl bis Ende des darauffolgenden Jahres auf rund 100 Standorte anwachsen wird. Damit möchte der Konzern Kunden eine kompetente Beratung und reibungslose Serviceabwicklungen vor Ort bieten.

Um Bedenken hinsichtlich der Ersatzteilversorgung auszuräumen, kooperiert Chery mit dem Logistikkonzern Kühne+Nagel beim Aufbau eines zentralen Teilelagers. Das Versprechen lautet, dass mehr als 90 Prozent aller benötigten Komponenten innerhalb von 24 Stunden beim örtlichen Händler eintreffen sollen.

Ergänzt wird das Marktangebot durch umfangreiche Garantiegarantien. Chery gewährt auf das Fahrzeug eine Herstellergarantie von 7 Jahren beziehungsweise bis zu einer Gesamtlaufleistung von 150.000 Kilometern. Für das Hochvoltbatteriepaket gilt eine Garantie von 8 Jahren bis maximal 160.000 Kilometer. Dieses Schutzpaket soll Kunden eventuelle Vorbehalte hinsichtlich der Langzeithaltbarkeit nehmen.

Deshalb stimmen auch die praktischen Nutzenwerte des großen SUV. Der Radstand von 2.800 Millimetern ermöglicht ein großzügiges Raumangebot mit bis zu 7 Sitzplätzen. Das Ladevolumen des Kofferraums beträgt bei umgeklappter zweiter und dritter Sitzreihe bis zu 2.065 Liter, während bei aufgestellter zweiter Sitzreihe noch 819 Liter zur Verfügung stehen. Die maximale Anhängelast liegt bei 1.500 Kilogramm gebremst und 750 Kilogramm ungebremst, was den Tiggo 9 CSH auch als Zugfahrzeug für Anhänger qualifiziert. Die Zuladung ist mit 578 Kilogramm praxistauglich bemessen.

Fazit

Die Demonstration im Rahmen der Black Sea Safety Challenge hat gezeigt, dass Chery beim Schutz der Hochvoltbatterie einen erheblichen Konstruktionsaufwand betreibt. Das erfolgreiche Überstehen des 24-stündigen Meerwasserbads und das reibungslose Starten des Tiggo 9 CSH nach der Bergung belegen eine leistungsfähige Gehäusedichtung und ein wirksames Schutzkonzept gegen Feuchtigkeit und Kurzschlüsse.

Aber der spektakuläre Stresstest im Salzwasser deckt nur einen Teil der Anforderungen ab, denen sich ein Fahrzeug im Alltag stellen muss. Die Dauerhaltbarkeit von Dichtungen unter jahrelanger Witterungseinwirkung und mechanischer Verwindung lässt sich in einem eintägigen Tauchversuch nur bedingt simulieren.

Deshalb bleibt der Markteintritt im ersten Halbjahr 2027 eine spannende Reifeprüfung für den chinesischen Konzern. Wenn es dem Entwicklungszetrum in Raunheim gelingt, die Assistenzsysteme europäisch abzustimmen und dem Fahrwerk den feinen Schliff zu verleihen, bringt der Tiggo 9 CSH mit seinem starken Super-Hybrid-Antrieb, der hohen E-Reichweite und der fairen Preisgestaltung hervorragende Voraussetzungen mit, um im Markt der großen Plug-in-SUVs Akzente zu setzen.