36 Bahncontainer mit 100 SUVs via Seidenstraße von Chongqing nach Bremerhaven

 

 

Drei Wochen Zeitersparnis

 

Der internationale Transportlogistiker CFR Rinkens hat erstmals einen westgehenden Ganzzug via Seidenstraße von China nach Deutschland für die Autobeförderung genutzt. 36 Bahncontainer mit 100 SUVs des chinesischen Herstellers Dongfeng wurden am 15. April 2020 vom westchinesischen Chongqing auf die 10.000 Kilometer lange Reise geschickt. Ankunft: 6. Mai in Bremerhaven. In Corona-Zeiten wegen kritischer Infrastruktur der Logistikhubs und Restriktionen eine außergewöhnliche Herausforderung. Der Betrieb in den CFR-Lagern und Büros in den USA, Europa und China konnte während der Pandemie aufrechterhalten werden. „Wir haben bewiesen, dass der westwärts gehende Autotransport via Bahncontainer selbst unter erschwerten Bedingungen eine Alternative zum langen Seeweg ist“, so CFR-CEO Christoph Seitz . Der Transport der 100 SUV Fengon Glory erfolgte explizit unter Anwendung des CFR-Spezialequipments, bei dem nur Reifen festgezurrt werden.

Auf Holzpaletten wird verzichtet


Dongfeng-Importeur Indimo transportierte die Fahrzeuge nach Schwallungen (Thüringen) zur Pre-Delivery Inspection. Drei Wochen Zeitersparnis – weniger Kapitalbindung Malte Waldow , Geschäftsführer der Rinkens-Tochter CFR Carshippers (Bremerhaven): „Die Feuertaufe ist gelungen. Dongfeng will künftig einen Ganzzug pro Monat mit je drei SUVs pro 40-Fuß-High-Cube-Container verladen.“ Allen Beteiligten der Lieferkette komme der enorme Zeitvorteil zugute: „Der Gesamttransit ab Westchina über Kasachstan, Russland, Weißrussland, Polen bis Norddeutschland dauert rund 18 Tage. 30 bis 35 Tage sind für den Seeweg mit RoRo-Schiffen zu veranschlagen. Ergebnis: drei Wochen Zeitersparnis, weniger Kapitalbindung. Fracht lässt sich früher vermarkten. „Wir konnten belegen, dass Zugverladung im Vergleich zu RoRo keine höhere Schadensquote aufweist“, betont Malte Waldow. Entscheidend war die Erfahrung, die CFR als Marktführer der Containerisierung von Autos hat: Über 400.000 Fahrzeuge in Seecontainern hat CFR mit dem „R-Rak“-Regalsystem weltweit transportiert, darunter für Tesla 120.000 Autos.

Für OEMs wie VW und Audi wurden Container in Bremerhaven für den Schienentransport nach China befüllt. Drehscheibe Bremerhaven – Chongqing Bremerhaven und Chongqingpositionieren sich als primäre Drehscheiben für den Containertransport von Fahrzeugen via Seidenstraße. Der chinesische Bahnbetreiber Yuxinou Logistics will Bahncontainer möglichst in beide Richtungen auslasten. CFR hat darum in beiden Städten Niederlassungen eingerichtet.

Christoph Seitz: „Die Lieferkette von Ausgang Fabrik bis Auslieferung an Händler ist mit erheblichen Unterbrechungen konfrontiert, etwa Ungleichgewichte im Fahrzeugbestand sowie Reduzierung und Neuausrichtung der Transportkapazitäten. Container bieten eine höhere Flexibilität als traditionelle Transportmittel wie RoRo-Schiffe und mehrstöckige Eisenbahnwaggons. Rund um den Globus zeichnen sich zahlreiche Möglichkeiten ab.“