Kombi-Variante: Polestar erweitert die erfolgreiche Modellreihe – neuer Polestar 4 SUV ab dem 2. September bestellbar - Bildnachweis: Polestar
Architektonische Evolution auf der Geely-Plattform
Der Mut zum Extremen gehört seit jeher zur Identität der schwedischen Elektro-Performance-Marke Polestar. Als das Unternehmen das Polestar 4 Coupé präsentierte, rieben sich Experten und Kunden gleichermaßen die Augen, denn das Fahrzeug verzichtete konsequent auf eine klassische Heckscheibe. Stattdessen vertrauten die Entwickler vollständig auf ein digitales Kamerasystem, um den Blick nach hinten zu gewährleisten. Dieser radikale Designansatz stieß jedoch nicht überall auf ungeteilte Gegenliebe, da vor allem pragmatische Architektonische Evolution auf der Geely-Plattform
Autofahrer den klassischen Rundumblick und die gewohnte Alltagstauglichkeit vermissten. Nun folgt die Korrektur oder besser gesagt die logische Erweiterung einer Modellreihe, die das Fundament für das künftige Wachstum der Marke legen soll. Ab dem 2. September 2026 lässt sich in Deutschland eine neue Karosserievariante bestellen, die den Spagat zwischen dem lifestyle-orientierten Coupé und einem hochgradig praktischen Kombi-Konzept wagt. Offiziell wird der Neuzugang unter dem Namen Polestar 4 SUV vermarktet, doch hinter der Nomenklatur verbirgt sich eine Karosserieform, die in ihrer Silhouette stark an einen klassischen, eleganten Shooting Brake erinnert. Mit diesem Schritt reagieren die Verantwortlichen in Göteborg auf die veränderten Dynamiken im globalen Automobilmarkt, wo reiner Premium-Anspruch ohne echten Nutzwert zunehmend einen schweren Stand hat. Der neue Polestar 4 SUV nutzt die bewährte technologische Basis des Geschwistermodells, krempelt aber das gesamte Heckkonzept gründlich um. Damit adressiert der Hersteller eine Zielgruppe, die zwar ein progressives Design schätzt, im automobilen Alltag jedoch Transporteigenschaften, Übersichtlichkeit und Komfort für die Familie einfordert. Es ist eine strategische Weichenstellung in einer Phase, in der das Unternehmen unter der Leitung des Vorstandsvorsitzenden Michael Lohscheller die größte Modelloffensive seiner Geschichte vorantreibt.
Die optische Verwandtschaft zum bekannten Coupé bleibt bis zur B-Säule vollständig unangetastet. Die Frontpartie zeigt das typische, scharf gezeichnete Markengesicht mit den markanten Leuchteinheiten und einer tief heruntergezogenen Fronthaube, die für eine hervorragende Aerodynamik sorgt. Aber ab der Fahrzeugmitte ändert sich die Linienführung grundlegend. Das Dach fällt beim neuen SUV-Modell deutlich flacher und weniger steil nach hinten ab, was in einem wesentlich bulligeren und traditionelleren Heckabschluss mündet. Das wichtigste Detail für viele potenzielle Käufer ist dabei die Rückkehr der konventionellen Heckverglasung. Polestar bringt das klassische Fenster zurück und beendet damit das solitäre Experiment der totalen Kameraabhängigkeit in dieser Baureihe. Deshalb verändert sich nicht nur die optische Wahrnehmung des Fahrzeugs, sondern auch das grundlegende Raumgefühl im Passagierabteil. Während das Coupé durch das geschlossene Heck eine fast höhlenartige, wenn auch gemütliche Intimität im Fond erzeugte, strömt durch die neue Heckscheibe spürbar mehr Licht in den Innenraum. Die angehobene Dachlinie bringt zudem einen handfesten ergonomischen Vorteil mit sich, da Passagiere in der zweiten Reihe von einer verbesserten Kopffreiheit profitieren. Der Einstieg gelingt komfortabeler, und die Übersicht nach hinten beim Spurwechsel oder Rangieren erfordert keine Umgewöhnung mehr auf rein digitale Displays. Der markeninterne Tenor besagt, dass der Polestar 4 sich schnell zu einem echten Kundenliebling entwickelt hat, weshalb man nun mit der praktischen Variante gezielt jene Autofahrer abholen möchte, die Flexibilität ohne Designkompromisse suchen. Michael Lohscheller betonte in diesem Zusammenhang, dass der Charakter des Fahrzeugs trotz des massiven Zugewinns an Variabilität vollständig erhalten bleibt.

Das Spannungsfeld der Ladetechnik und Batteriechemie
Unter dem skandinavisch kühlen Blechkleid des 4,84 Meter langen Fahrzeugs steckt die hochmoderne SEA-Plattform des Mutterkonzerns Geely. Diese Basis garantiert eine hohe strukturelle Steifigkeit und bildet das Fundament für die dynamischen Ansprüche der Marke. Bei der Antriebsarchitektur setzt Polestar jedoch weiterhin auf eine bewährte 400-Volt-Systemspannung. An dieser Stelle erlauben wir uns durchaus einen kritischen Zweifel, ob das im Jahr 2026 noch dem absoluten Premium-Standard entspricht. Angesichts von Wettbewerbern wie dem Porsche Macan oder dem Audi Q6 e-tron, die mit einer modernen 800-Volt-Technologie antreten und dadurch extrem kurze Ladezeiten realisieren, wirkt die Entscheidung für 400 Volt wie ein konservativer Kompromiss. Dennoch sind die reinen Leistungswerte auf dem Papier zweifellos erhaben. Das Herzstück der Energieversorgung bildet eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer üppigen Bruttokapazität von 100 kWh, die sich aus hocheffizienten Nickel-Mangan-Cobalt-Zellen zusammensetzt. Geladen wird der Akku an einer entsprechenden Schnellladestation mit einer maximalen Leistung von bis zu 200 kW. Damit lässt sich der Energiespeicher unter optimalen Bedingungen in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent seiner Kapazität füllen. Das ist ein solider Wert für den Alltag, bricht jedoch keine Rekorde im direkten Konkurrenzumfeld. Für das AC-Laden in der heimischen Garage steht serienmäßig ein dreiphasiger On-Board-Lader zur Verfügung, der mit bis zu 22 kW operiert und die Standzeiten über Nacht angenehm verkürzt. Ein intelligentes Thermomanagement sorgt zudem dafür, dass die Batterie vor dem Erreichen der Ladestation optimal konditioniert wird, um eine möglichst flache und stabile Ladekurve zu gewährleisten.
Differenzierte Leistungsstufen für unterschiedliche Ansprüche
Das Portfolio der neuen Modellvariante teilt sich in zwei klar voneinander abgegrenzte Leistungsstufen auf, um unterschiedliche Kundenbedürfnisse zu bedienen. Den Einstieg markiert die Variante mit dem sogenannten Rear Motor. Hier arbeitet ein Permanentmagnet-Synchromotor an der Hinterachse, der eine Leistung von genau 200 kW mobilisiert, was klassischen 272 PS entspricht. Mit einem maximalen Drehmoment von 343 Nm sprintet der heckgetriebene Schwede in gemessenen 7,1 Sekunden aus dem Stand auf eine Geschwindigkeit von 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei soliden 200 km/h elektronisch abgeregelt. Diese Version glänzt vor allem beim Thema Effizienz, denn die maximale Reichwete liegt nach dem offiziellen WLTP-Prüfzyklus bei beeindruckenden 630 Kilometern, was sie zum geborenen Langstreckenläufer qualifiziert. Wer einen deutlich sportlicheren Vorwärtsdrang präferiert, greift zu den Dual Motor Modellen. Durch den zusätzlichen Elektromotor an der Vorderachse verwandelt sich das Fahrzeug in einen permanenten Allradler, der eine Systemleistung von imposanten 400 kW generiert, was stolzen 544 PS entspricht. Das maximale Drehmoment steigt auf gewaltige 686 Nm an. Wenn beide Aggregate im Zusammenspiel ihre volle Leistung entfalten, katapultiert sich der Crossover in nur 3,8 Sekunden auf Landstraßentempo. Das ist ein farszinierend brutaler Wert, der das Fahrzeug in die Riege echter Sportwagen hebt. Allerdings fordert die Performance ihren Tribut bei der Reichweite, die aufgrund des höheren Systemgewichts und des gestiegenen Verbrauchs etwas geringer ausfällt als beim Hecktriebler, sich aber immer noch in einem absolut alltagstauglichen Rahmen von rund 580 Kilometern bewegt. Ein cleveres Detail ist die integrierte Trennkupplung an der Vorderachse, die den vorderen Motor im Teillastbereich komplett abkoppelt, um mechanische Schleppverluste zu minimieren und die Effizienz im städtischen Pendelverkehr zu maximieren.
Fahrwerksdynamik und die Neukalibrierung des Fahrgefühls
Ein wesentlicher technischer Aspekt, den Polestar im Zuge der Vorstellung des SUV-Modells verkündet hat, betrifft eine umfassende Überarbeitung der Fahrwerkskomponenten. Diese Modifikationen kommen erfreicherweise nicht nur der neuen praktischen Variante zugute, sondern werden zeitgleich auch in das aktuelle Polestar 4 Coupé integriert. Die Ingenieure haben die Dämpferraten, die Federabstimmung sowie die gesamte Software der adaptiven Fahrwerksregelung neu kalibriert, um ein noch raffinierteres und harmonischeres Fahrerlebnis zu gewährleisten. Das Ziel war es, den Spagat zwischen sportlicher Härte und gediegenem Abrollkomfort auf schlechten Straßen besser zu meistern. Das Fahrzeug soll sich dadurch in schnell gefahrenen Kurven spürbar agiler anfühlen, ohne dass die Insassen auf langen Autobahnetappen mit einer unnötigen Unruhe im Aufbau konfrontiert werden. Die Dual-Motor-Versionen verfügen zudem über ein semi-aktives Fahrwerk, das sich in verschiedenen Stufen von komfortabel bis extrem sportlich konfiguieren lässt. Dank einer breiten Spur von über zwei Metern ohne Außenspiegel liegt der Wagen extrem satt auf der Straße und vermittelt ein hohes Maß an Fahrsicherheit. Die Lenkung arbeitet elektro-mechanisch und wurde für die europäische Straßenbeschaffenheit spezifisch abgestimmt, um eine präzise Rückmeldung von der Vorderachse zu liefern, was vor allem ambitionierten Fahrern entgegenkommen dürfte.
Der handfeste Nutzwert des neuen Raumkonzepts
Der eigentliche Kaufgrund für den Polestar 4 SUV liegt jedoch zweifellos hinter den Rücksitzen. Während das Coupé mit einem nominellen Kofferraumvolumen von 526 Litern zwar auf dem Papier ordentlich dastand, limitierten die flache Heckklappe und eine störend hohe Ladekante den Nutzen beim Transport sperriger Gegenstände massiv. Der neue Kombi-Ansatz räumt mit diesen Schwachstellen gründlich auf. Durch das steilere Heck wächst nicht nur das effektive Stauvolumen bis unter das Dach spürbar an, sondern die gesamte Beladbarkeit wird erheblich nutzerfreundlicher. Eine breitere Öffnung und ein variabler Ladeboden erleichtern das Einladen von Kinderwagen, Reisegepäck oder Sportutensilien ungemein. Selbst an die Hundebesitzer wurde gedacht, für die das fensterlose Coupé aufgrund mangelnden Lichteinfalls und schlechter Belüftung ohnehin kaum infrage kam. Wer die Rücksitzlehnen im Verhältnis 60 zu 40 komplett umklappt, generiert eine nahezu ebene Ladefläche, die ein maximales Stauvolumen von deutlich über 1.500 Litern freigibt. Ergänzt wird dieses durchdachte Raumkonzept durch den sogenannten Frunk unter der vorderen Haube. Dieses kleine Zusatzfach bietet ein Fassungsvermögen von 15 Litern und eignet sich perfekt, um das Ladekabel oder schmutziges Werkzeug separat zu verstauen, ohne den Hauptkofferraum entleeren zu müssen. Im Innenraum selbst setzt sich die skandinavische Wohlfühlatmosphäre fort, wobei ein Schwerpunkt auf nachhaltigen Materialien wie recyceltem PET und bio-basierten Kunststoffen liegt, ohne dass dabei der Premium-Eindruck verloren geht.
Marktstrategie und Preisgefüge auf dem deutschen Markt
Der offizielle Bestellstart für den deutschen Markt ist auf den 2. September 2026 terminiert, wobei die ersten Kundenauslieferungen für das finale Quartal desselben Jahres vorgesehen sind. Preislich orientiert sich die neue Karosserieform eng am bekannten Coupé, das in Deutschland aktuell ab einem Basispreis von knapp 61.900 Euro in den Preislisten geführt wird. Für den funktionalen Mehrwert des SUV-Kombis verlangt der Hersteller einen branchenüblichen, moderaten Aufschlag. Der Einstiegspreis für den Polestar 4 SUV mit Heckantrieb wird sich schätzungsweise bei rund 63.500 Euro einpendeln. Wer sich für die hochperformante Dual Motor Variante mit Allradantrieb entscheidet, muss mit einem deutlichen finanziellen Sprung rechnen. Hier wird die Basisnotierung die Marke von 70.000 Euro spürbar durchbrechen, wobei durch die Kombination verschiedener Ausstattungspakete wie dem Performance-Paket, dem Plus-Paket oder dem Pro-Paket auch finale Preise von weit über 80.000 Euro realisierbar sind. Zu den wichtigsten Optionen gehören hochentwickelte Assistenzsysteme für das teilautomatisierte Fahren, ein Premium-Audiosystem von Harman Kardon sowie hochauflösende Matrix-LED-Scheinwerfer. Das ist eine selbstbewusste Ansage, allerdings positioniert Polestar das Fahrzeug damit punktgenau im direkten Wettbewerb mit den etablierten deutschen Premium-Herstellern und bietet im Vergleich oft eine umfangreichere Serienausstattung.
Globale Produktion als Antwort auf geopolitische Hürden
Ein bemerkenswerter Aspekt, der in der aktuellen wirtschaftspolitischen Landschaft eine entscheidende Rolle spielt, betrifft den Produktionsstandort des neuen Modells. Der Polestar 4 SUV wird im südkoreanischen Busan vom Band laufen. Mit dieser geografischen Entscheidung umschifft der Geely-Konzern extrem clever die drohenden europäischen Strafzölle, die auf Elektrofahrzeuge erhoben werden, welche direkt in China produziert werden. Die Fertigung erfolgt in Kooperation mit bewährten Partnern vor Ort, was ein konstant hohes Verarbeitungsniveau garantieren soll. Das sichert dem Unternehmen verlässliche Margen und sorgt für eine stabile Preispolitik auf dem europäischen Kontinent, während man gleichzeitig die Produktionskapazitäten global diversifiziert. Diese Flexibilität bei den Produktionsstandorten erweist sich in Zeiten globaler Handelskonflikte zunehmend als logistischer und finanzieller Wettbewerbsvorteil, da Lieferketten verkürzt und politische Risiken minimiert werden können.
Einordnung in die langfristige schwedische Modelloffensive
Betrachtet man die langfristige Roadmap der Schweden, bildet diese neue Variante einen zentralen Baustein der kommenden Jahre. Das aktuelle Produktportfolio besteht aus dem kompakten Polestar 2, dem größeren Luxus-SUV Polestar 3, dem zweigeteilten Polestar 4 sowie dem luxuriösen Grand Tourer Polestar 5, dessen erste Auslieferungen ebenfalls für das Jahr 2026 erwartet werden. Für die nahe Zukunft sind bereits der offizielle Nachfolger des Polestar 2 für das Frühjahr 2027, das Kompakt-SUV Polestar 7 für das Jahr 2028 sowie der faszinierende Roadster Polestar 6 fest eingeplant. Bemerkenswert ist zudem das ambitionierte Nachhaltigkeitsziel des Unternehmens, die Treibhausgasemissionen pro verkauftem Fahrzeug bis zum Jahr 2030 zu halbieren und bis 2040 eine vollständige Klimaneutralität über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg zu erreichen. Der neue Polestar 4 SUV leistet hierzu seinen Beitrag, indem er einen hohen Anteil an kreislauffähigen Materialien nutzt und in einer Fabrik gefertigt wird, die schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt wird. Das Management verdeutlicht damit, dass nachhaltiges Handeln und wirtschaftlicher Erfolg im Premium-Segment kein Widerspruch sein müssen.
Konsequente Weiterentwicklung
Mit der Einführung des Polestar 4 SUV beweist die Marke, dass sie bereit ist, aus den Reaktionen des Marktes zu lernen, ohne ihre Design-DNA komplett zu verleugnen. Die Rückkehr zur klassischen Heckscheibe mag von Puristen als Zugeständnis an den Konservatismus gewertet werden, doch im automobilen Alltag ist sie schlicht ein enormer Gewinn an Sicherheit, Übersichtlichkeit und Komfort. Das Fahrzeug kombiniert die überzeugenden Fahrleistungen und die dynamische Kurvenwilligkeit des Coupés mit den handfesten Transportvorteilen eines gehobenen Kombis. Kritikpunkte bleiben neben der etwas veralteten 400-Volt-Architektur vor allem die selbstbewusste Preisgestaltung, die das Auto definitiv aus den Wunschzetteln des klassischen Massenmarktes heraushält. Aber für technikaffine Ästheten, die ein hochmodernes Elektrofahrzeug mit skandinavischem Premium-Anspruch und echtem familiären Nutzwert suchen, stellt der ab September bestellbare Crossover abseits des etablierten deutschen Trios eine äußerst reizvolle und nun endlich rundum durchdachte Alternative dar.

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