Auf letzten Abnahmefahrten mit dem neuen VW Touareg

1. März 2018 23:21 Autor:
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Die Neuauflage des VW Touareg auf letzten Abnahmefahrten – Bildnachweis: Volkswagen

 

17 Wochen bleiben noch bis zur Markteinführung

Der Tourareg, das große SUV von VW, schlug seinerzeit unter der Ägide von Ferdinand Piëch ein neues Kapitel auf. Viel nachhaltiger als es der Phaeton vermochte. Es gab ihn zwischenzeitlich als bärenstarken Zehnzylinder-TDI und als Zwölfzylinder-Benziner. Nun steht bereits die zweite Generation kurz vor der Ablösung. Die Neuauflage absolviert gerade ihre letzten Abnahemfahrten: Schlechte Straßen, unwegsames Gelände, kaum jemand unterwegs. Die Gegend rund um das spanische Saragossa wirkt auf den ersten Blick nicht allzu einladend. Mit anderen Worten: Das perfekte Umfeld für ausgiebige Testfahrten in einem Auto, das noch geheim ist. Und das noch niemand fotografieren soll.

 

VW Touareg 2018
VW Touareg 2018
VW Touareg 2018 auf letzten Abnahmefahrten - Bildnachweis: Volkswagen
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Allzu viel Aufwand fürs Abkleben mussten die Ingenieure und Tester daher gar nicht betreiben. Unter der wenigen Tarnung lässt sich der neue Touareg also recht gut erkennen. In vier Monaten rollt diese dritte Modellgeneration zu den deutschen Händlern. In der Provinz Aragonien absolviert das SUV-Flaggschiff die letzten Testfahrten, im Fachjargon heißt das: Abnahmefahrt. Auf den zahlreichen Kilometern, die die leitenden Ingenieure seit Wochen zurücklegen, finden sie viele Möglichkeiten, die Stärken des Touareg zu verfeinern und selbst kleinste Schwächen auszubügeln.

Damit stellen sie sicher, dass später alles perfekt funktioniert. Schon zuvor waren die Vorserienfahrzeuge in kalten und heißen Regionen unterwegs. Mehr als drei Millionen Kilometer werden sie am Ende absolviert haben. Dann ist das SUV bereit für die Kunden.

Durch enge Kurven wie ein Golf

Von den Qualitäten des Fahrzeugs sind alle Beteiligten überzeugt: „Lass laufen, der kann das“, ermutigt Karsten Schebsdat, Leiter Fahrdynamik, vom Beifahrersitz aus den Testfahrer. Bei aller Sachlichkeit und ruhiger Ausstrahlung ist er erkennbar stolz auf das, was „sein“ Touareg leisten kann. Zum Beispiel, sich fast so handlich wie ein Golf durch enge Kurven lenken zu lassen.

Unterwegs fordert Schebsdat den Fahrer immer wieder auf, die unterschiedlichen Fahrmodi auszuprobieren, um die enorme Spreizung des Fahrwerks zu erleben. Über holprige Abschnitte geht es mal im Komfort- und mal im Sportmodus. „Sie spüren nichts von der schlechten Straße, oder?“

Nein, ich spüre tatsächlich nichts, jedenfalls viel weniger als ich erwartet hatte. Das liegt auch an den neuen, verstellbaren Stabilisatoren an Vorder- und Hinterachse. Im Unterschied zu herkömmlichen Stahl-Stabilisatoren können die geteilten Stabilisa­toren aktiv verstellt oder auch entkoppelt werden und damit die Seitenneigung des Fahrzeugs fast auf null reduzieren. Zusätzlich verbessert dies den Fahrkomfort bei Geradeausfahrt.

Neben dem neuen Stabilisierungssystem ist erstmals auch eine Hinterachslenkung an Bord. Bei höherem Tempo verleiht sie dem Wagen in Kurven mehr Agilität und beim Geradeauslauf mehr Stabilität. Bei langsamerer Fahrt als 37 km/h schlagen die Hinterräder entgegengesetzt zu den Vorderrädern ein und erleichtern das Rangieren. Dass dadurch auch der Wendekreis im Vergleich zum Vorgänger von 12,2 Meter auf 11,1 Meter sinkt, mag hier in freier Wildbahn wenig ins Gewicht fallen. Die Touareg-Kunden werden den Fortschritt aber sicher beim ersten Parkhausbesuch spüren.

Testfahrt-Marathon

17 Wochen bleiben noch bis zur Markteinführung – genügend Zeit für letzte Feinjustierungen, die sich unter der spanischen Wintersonne nicht allein auf Fahrwerk und Lenkung beschränken. Vor allem der hohe Vernetzungsgrad stellt Tester und Entwickler immer wieder vor Herausforderungen. Jede Änderung kann Auswirkungen auf andere Systeme haben: Manches lässt sich per Software-Update in den Griff kriegen, doch das führt dann an anderen Stellen wieder zu Änderungsbedarf. Seit der ersten Erprobung wurden auf diese Weise Funktionen erprobt und etwaige Fehler abgestellt.

Dieser Aufwand ist absolut notwendig: „Das Fahrzeug hat sich direkt ab Markteinführung im Jahr 2002 als Premium-SUV etabliert“, erläutert Modellreihenleiter Jochen Brüning. Diese Stellung soll das neue Modell festigen – und ausbauen. Andreas Reckewerth aus der Gesamtfahrzeugentwicklung war dazu immer wieder auf Testfahrten unterwegs, mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten.

Es hat zum Beispiel länger gedauert, bis die Entwickler das neue Digital-Cockpit so programmiert hatten, dass die Bedienung perfekt war. Jetzt läuft es rund: eine elegante Schaltzentrale, aus zwei 12 und 15 Zoll großen Bildschirmen. Sie versorgt den Fahrer mit Informationen und bietet zusätzlich einen Blick auf Infotainment, Navigation und Klimasteuerung. Die zwei Glasflächen sind in den Armaturenträger integriert und wirken wie eine Ebene. Die Digitalanzeigen unterstreichen den technisch-kühlen Look, den der Touareg vermittelt.

Alternativ, und auch das ist neu, bieten Echthölzer und Aluminium-Applikationen klassischen Luxus. Analog bleibt in jedem Fall der Lautstärkeregler aus Metall.

 

 

 

 

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