Neue Klasse: BMW iX3 - IAA 2025 München - Bildnachweis: BMW / Fabian Kirchbauer
Aufbruch in eine neue Ära – alle Bilder alle Infos
Mit der Weltpremiere des neuen BMW iX3 auf der Internationalen Automobil-Ausstellung in München markiert der Münchner Konzern einen Einschnitt in seiner Unternehmensgeschichte. Das Fahrzeug ist das erste Serienmodell der sogenannten Neuen Klasse, einer Plattform, mit der BMW seine Elektromobilität neu aufstellt und gleichzeitig Design, Digitalisierung und Nachhaltigkeit neu definiert. Für die Marke BMW das wichtigste Modell seit langem. Für BMW ist die Präsentation auf deutschem Boden zugleich ein Heimspiel und ein Signal: Die Elektromobilität soll aus der Nische heraus und ins Zentrum des Massenmarktes treten. Und die Attribute sind beeindruckend: 800 Volt-Architektur, bis zu 805 km Reichweite mit bis zu 400 kW Ladepower im Peak. Und im Exterieur wie aber auch Interieur wirklich viele grundlegend neue Lösungen. Zum Beispiel ein neues Vierspeichenlenkrad.

Elektromobilität mit Reichweite bis 805 Kilometer
Der iX3 ist dabei weit mehr als ein Nachfolger seines Namensvetters. Er wird zum Aushängeschild für eine völlig neue Architektur, die bis 2027 auf über 40 Modelle ausgeweitet werden soll. Damit stellt BMW die Weichen für die kommenden Jahre – in einem Marktumfeld, in dem Herstelller wie Tesla, Mercedes oder Audi zunehmend Druck auf die Münchner ausüben.
Design: Reduziert und doch unverkennbar BMW
Das äußere Erscheinungsbild des iX3 unterscheidet sich deutlich vom Vorgänger. Die neue Designsprache setzt auf klare Linien, eine aufrechte Front und einen Luftwiderstandsbeiwert von lediglich 0,24, was für ein SUV dieser Größe beachtlich ist. Auffällig ist die vertikal ausgerichtete Doppelniere, die an die Tradition der BMW-Modelle der 60er-Jahre anknüpft, zugleich aber eine moderne Lichtsignatur integriert.

Mit einer Länge von 4,78 Metern, knapp 1,90 Metern Breite und einer Höhe von 1,63 Metern bewegt sich der iX3 größenmäßig in etwa auf dem Niveau eines BMW X3, bietet aber deutlich optimierte Aerodynamik. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 520 und 1.750 Litern, ergänzt um ein 58 Liter großes Staufach unter der Fronthaube. Praktisch für Familien: Die optionale Anhängevorrichtung erlaubt bis zu zwei Tonnen Zuglast.

Innenraum: Digitale Bühne für Fahrer und Passagiere
Der Innenraum des iX3 soll laut BMW ein „moderner Erlebnisraum“ sein. Neutral betrachtet fällt auf, dass fast alle klassischen Schalter verschwunden sind. Das neue Panoramic iDrive erstreckt sich über die gesamte Breite der Windschutzscheibe und projiziert Informationen von A-Säule zu A-Säule. Zusätzlich gibt es ein Head-up-Display mit 3D-Darstellung. Der Fahrer bleibt dabei weiterhin im Zentrum, Bedienung über Sprache und das Multifunktionslenkrad ergänzen den Touchscreen.

Die Sitze sind schlanker, bieten aber weiterhin Langstreckenkomfort. Materialien wie recyceltes PET, maritime Kunststoffe oder Aluminium-Sekundärrohstoffe unterstreichen den Nachhaltigkeitsanspruch. Unüblich für BMW: Statt Leder werden zunehmend vegane Alternativen wie „Veganza“ oder „M PerformTex“ angeboten. Gegen Aufpreis bleibt aber auch hochwertiges Merinoleder verfügbar.

Antrieb und Reichweite: Technologische Sprünge
Der iX3 ist das erste Modell mit BMWs eDrive-Technologie in der sechsten Generation. Kernpunkte sind neu entwickelte Hochvoltbatterien mit Rundzellen, 800-Volt-Technologie und verbesserte Elektromotoren.

In der Startversion iX3 50 xDrive arbeiten zwei Motoren zusammen, ein Synchronmotor an der Hinterachse und ein Asynchronmotor an der Vorderachse. Die Systemleistung beträgt 345 kW beziehungsweise 469 PS bei 645 Newtonmeter Drehmoment. Damit erreicht das SUV 100 km/h in 4,9 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 210 km/h.
Die nutzbare Batteriekapazität beträgt 108,7 kWh. Nach WLTP sind Reichweiten von 679 bis 805 Kilometern möglich – ein Wert, der die bisherigen Grenzen von Elektro-SUVs nach oben verschiebt und in die Nähe von klassischen Verbrennern rückt.

Laden: Von null auf 80 Prozent in gut 20 Minuten
Ein zentrales Versprechen der Neuen Klasse sind deutlich verkürzte Ladezeiten. Der neue iX3 kann an geeigneten 800-Volt-Schnellladesäulen mit maximal 400 kW laden. In nur zehn Minuten sollen dabei bis zu 372 Kilometer Reichweite nachgeladen werden. Von 10 auf 80 Prozent geht es in rund 21 Minuten.
Auch bidirektionales Laden gehört zum Konzept, also die Möglichkeit, Strom wieder ins Hausnetz (Vehicle-to-Home) oder ins öffentliche Netz (V2G) einzuspeisen. Damit schließt BMW zu Wettbewerbern wie Hyundai oder BYD auf, die solche Technik bereits früher eingeführt haben.
Elektronik-Architektur: Vier „Superbrains“ als Nervensystem
Der iX3 verfügt über eine neue, komplett vernetzte Elektronik-Architektur mit vier Hochleistungsrechnern. Sie übernehmen unter anderem die Steuerung von Fahrdynamik, automatisiertem Fahren, Infotainment sowie Grundfunktionen. BMW verspricht dadurch eine deutlich gesteigerte Rechenleistung und zukünftige Updates über Software.
Das „Heart of Joy“ steuert Antrieb und Rekuperation und soll dabei 98 Prozent aller Bremsvorgänge rein über Energierückgewinnung abwickeln. Damit wird nicht nur Effizienz gesteigert, sondern auch Verschleiss reduziert. Im Zusammenspiel mit dem weiterentwickelten Autobahn- und Cityassistenten erreicht das Fahrzeug eine neue Stufe des teilautomatisierten Fahrens.
Produktion und Märkte
Der iX3 läuft ab Herbst 2025 im neuen Werk im ungarischen Debrecen vom Band. Europa erhält die ersten Fahrzeuge ab Frühjahr 2026, die USA folgen im Sommer. Für China wird eine separate Variante im dortigen Werk Shenyang produziert, ebenfalls ab Sommer 2026. Ziel ist es, den iX3 weltweit als Volumenmodell im oberen Mittelklassesegment zu etablieren.
Preise und Ausstattung
BMW positioniert den iX3 im oberen Segment, knapp oberhalb des bisherigen iX3 und auf Augenhöhe mit dem Tesla Model Y Long Range oder einem Mercedes EQE SUV. Die genauen Preise für Deutschland liegen noch nicht endgültig fest, doch Branchenexperten gehen von einem Einstieg knapp unterhalb 70.000 Euro aus. Die voll ausgestattete Version mit M-Sportpaket und allen Technikfeatures dürfte die 90.000 Euro überschreiten.
Zur Serienausstattung gehören Klimaanlage, Panoramadach, zahlreiche Assistenzsysteme sowie das neue Operating System X. Optional lassen sich M-Sportsitze, erweiterte Audiopaketlösungen oder Lichtinszenierungen bestellen.
Nachhaltigkeit als Verkaufsargument
BMW betont die Nachhaltigkeit des iX3. Tatsächlich wird der CO2-Fußabdruck über den gesamten Lebenszyklus um etwa ein Drittel gegenüber dem Vorgängermodell reduziert. Ein Drittel der verwendeten Materialien stammt aus Sekundärrohstoffen. Die Produktion im Werk Debrecen soll ohne fossile Energieträger auskommen. Für Kunden bedeutet das: Bereits nach rund 17.500 bis 21.500 gefahrenen Kilometern erzeugt der iX3 weniger Emissionen als ein vergleichbarer Verbrenner.
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Einordnung und Ausblick
Mit dem iX3 startet BMW tatsächlich eine neue Epoche. Das Fahrzeug steht nicht nur für ein Modell, sondern für den technologischen und kulturellen Umbau des Unternehmens. Besonders die Reichweite, die Ladezeiten und die neue Softwarestruktur markieren große Fortschritte. Gleichzeitig bleibt abzuwarten, wie sich die angekündigten Werte im Alltag und unter realen Bedingungen bewähren. Konkurrenten wie Mercedes oder Tesla werden genau hinsehen, ob BMW die Erwartungen in punkto Effizienz, Softwarequalität und Preis-Leistungs-Verhältnis einhalten kann.
Für die Kunden in Deutschland bietet der iX3 eine interessante Mischung: Die vertraute Marke, ein modernes technisches Konzept und im Alltag nutzbare Reichweiten. Damit könnte er zu einem wichtigen Faktor im Wettbewerb um die Elektromobilität der nächsten Jahre werden.
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