Borgward BX 7 – Comeback mit einem SUV im Midsize-Format

16. September 2015 20:54 Autor:
Borgward BX7

Auf der IAA präsentiert Borgward den B7X im Midsize-Format. Weitere Modelle sollen folgen.

Borgward ist zurück auf der automobilen Weltbühne

Auf der IAA in Frankfurt präsentiert das neue Unternehmen mit dem legendären Markennamen das erste neue Auto seit über 50 Jahren. „Wir haben das Ziel, Borgward wieder zu dem international bedeutenden Automobilhersteller zu machen, der Borgward bereits in seinen Blütezeiten war“, sagte Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender Borgward Group AG, in Frankfurt am Main. Die Fahrzeuge aus Bremen waren bis in die 60er Jahre das Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders.

Front mit Octagon-Kühlergrill und Borgward-Rhombus

Aber statt Limousine oder Coupé zeigt Borgward in Frankfurt ein Midsize-SUV. Kein Wunder, denn es ist das aktuell weltweit am Stärksten wachsende Segment. Und statt Retro-Design überrascht Borgward mit einem modern anmutenden SUV der allerdings auf den ersten flüchtigen Blick unwillkürlich gewisse Assiziationen an Porsche Macan und Audi Q5 aufkommen läßt.

Borgward BX7 IAA 2015
Auf der IAA in Frankfurt präsentiert das neue Unternehmen mit dem legendären Markennamen das erste neue Auto seit über 50 Jahren. "Wir haben das Ziel, Borgward wieder zu dem international bedeutenden Automobilhersteller zu machen, der Borgward bereits in seinen Blütezeiten war“, sagte Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender Borgward Group AG, in Frankfurt am Main.
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Seriennaher Prototyp BX 7 AWD macht den Anfang

Die Markenrechte an dem untergegangen aber traditionsreichen Autohersteller Borgward haben sich chinesische Investoren gesichert und hoffen mit dem German Engineering vor allem in Asien punkten zu können. Der neue Hauptsitz befindet sich statt in Bremen zukünftig in Stuttgart. Der Deutschlandsitz zeichnet sich vor allem für Design und Entwicklung verantwortlich. Die Montage soll dagegen günstig und nah am Zielmarkt im fernen China stattfinden.

Trotz gewisser Ähnlichkeiten, der 4,71 Meter lange BX7 baut sich wesentlich größer auf als ein Audi Q5. Den Antrieb übernimmt ein 2,0-Liter-Turbo-Direkteinspritzer mit 224 PS. Ergänzend soll es auch einen PlugIn-Hybrid geben. Die technischen Daten mit einer Systemleistung von 401 PS Systemleistung und 55 Kilometern rein elektrischer Reichweite und ein kombinierter Normverbrauchg von 2,26 l/100 km lesen sich erstmal gut. Weitere Antriebsversionen sind in Planung. Ein direkteinspritzender 2.0-Liter-Vierzylinder Turbo treibt über ein siebenstufiges Doppelkupplungsgetriebe die Vorderachse an. An der Hinterachse wirkt ein Elektromotor, der über die komplexe Systemsteuerung mit dem Frontantrieb gekoppelt ist. Diese intelligente Allradeinheit mobilisiert über eine“„virtuelle Kardanwelle“ immer dann Antriebsmoment an der elektrischen Hinterachse, wenn es Energie-Effizienz, Fahrdynamik oder Fahrsicherheit erfordern. Insgesamt neun Plug-in-Hybrid-Betriebsmodi stehen dem Fahrer zur Verfügung. Diese werden entweder automatisch oder über den Dreh-/Drücksteller in der Mittelkonsole aktiviert und im zentralen 12,3 Zoll-Media-Touchscreen sowie im Cockpit-Display visualisiert. Neben den PIH-üblichen Modi wie Rekuperation, rein elektrischem Fahren oder Boosten gibt es auch ein Offroad-Programm zur Steigerung des Durchsetzungsvermögens abseits befestigter Wege.

Vernetztes Infotainment

Ein Schwerpunkt haben die Entwickler im Bereich Infotainment und Konnektivität gelegt. Der BX 7 verfügt über einen einen riesigen Touchscreen im 12,3 Zoll-Format. Dazu gesellt sich ein WLAN-Hotspot und Apps die den Fahrer auch remote via Internet über den Tankstand, Reichweite und Reifendruck informieren. Außerdem lässt sich das Fahrzeug orten, öffnen oder schließen. Serviceseitig plant Borgward einen kostenlosen Concierge-Service. Innerhalb des „Multiple Interaction“-Systems lassen sich Android- wie Apple-Smartphones umfassend mit dem Fahrzeug vernetzen. Der Fahrer hat somit ungehinderten Zugang zu allen Smartphone-Funktionen – kann Kontaktlisten sehen, Musik abspielen und unterschiedlichste Apps nutzen, SMS vorlesen lassen oder auf dem Mobiltelefon gespeicherte Bilder und Videos auf dem großen zentralen Touchscreen anschauen. Durch den fahrzeugintegrierten WLAN-Hotspot können sich die Insassen außerdem mit Endgeräten wie Smartphones, Tablets oder Netbooks ins Internet einloggen und einen schnellen, stabilen Datentransfer über die leistungsstarke Dachantenne genießen.

Die traditionsreiche Marke Borgward wurde reanimiert

Anfang nächsten Jahres soll der BX7 bereits in den Verkauf gehen. Allerdings vorerst nur im chinesischen Heimatmarkt bzw. Asien. Wenn die Qualität stabil und erste Anlaufschwierigkeiten beseitigt sind, sei in ungefähr zwei Jahren auch an einen Export in andere Märkte wie Europa und Deutschland gedacht. Die Stutgarter kündigen auf der IAA ambitionierte Ziele an. Bereits mittelfristig sei ein weltweiter Absatz von mehr als 500.000 Fahrzeug-Einheiten beabsichtigt. Respekt! Den Grundpreis positioniert der Hersteller bei sehr wettbewerbsfähigen 26.000 Euro. Ob dieser in der Tat niedrige Basispreis sich als wirklich wettbewerbsfähig darstellt, müssen dann erste Fahrberichte klären. Insgesamt wird es spannend zu beobachten sein, ob das Experiment der Reanimation von Borgward von einem nachhaltigen Erfolg gekrönt sein wird. Die vielbeachtete und vielversprechende Anlauf der Marke Quoros – ebenfalls mit viel deutscher Unterstützung und Expertise – scheiterte „vorerst“. Und zwar nicht beim Export aus China in die Welt, sondern bereits im Heimatmarkt China. Dies zeigt deutlich, wie anspruchsvoll chinesische Kunden sind und die Wiederbelebung von Borgward auch auf dem chinesischen Markt kein Selbstläufer werden wird.

Borgward BX7

Auf der IAA in Frankfurt präsentiert das neue Unternehmen mit dem legendären Markennamen das erste neue Auto seit über 50 Jahren. "Wir haben das Ziel, Borgward wieder zu dem international bedeutenden Automobilhersteller zu machen, der Borgward bereits in seinen Blütezeiten war“, sagte Ulrich Walker, Vorstandsvorsitzender Borgward Group AG, in Frankfurt am Main. Die Fahrzeuge aus Bremen waren bis in die 60er Jahre das Sinnbild des deutschen Wirtschaftswunders.

 

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