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BYD ist der Meister der vertikalen Integration: Eigenes Tablet für den Tai 7

BYD zeigt ein Tablet-System aus einer Inhouse-Entwicklung für sein kommendes Elektroauto Tai 7 - Bildnachweis: BYD

Tablet ist komplette Inhouse-Entwicklung

BYD hat mit der Entwicklung eines eigenen Tablets für seinen neuen Plug-in-Hybrid-SUV Fang Cheng Bao Tai 7 einen bemerkenswerten Schritt in Richtung tieferer Vertikalintegration unternommen. Das Tablet, das vollständig im eigenen Haus entwickelt wurde, soll als zentrales Infotainment-System im Tai 7 eingesetzt werden, der gegen Ende dieses Jahres in China auf den Markt kommt. Für den europäischen Markt ist eine Einführung des Modells unter der Marke Denza geplant, voraussichtlich ebenfalls noch 2025. Diese Entwicklung zeigt BYDs Strategie, sich nicht nur als Autohersteller, sondern auch als Anbieter vernetzter Unterhaltungselektronik zu positionieren.

Im Detail handelt es sich bei dem Tai 7 um ein mittelgroßes, familienfreundliches SUV mit fünf Sitzen, das die Reihe der Fang Cheng Bao Fahrzeuge um ein weiteres Modell ergänzt. Mit einer Länge von knapp fünf Metern, einer Breite von rund zwei Metern und einer Höhe von etwa 1,87 Metern bewegt es sich zwischen den bereits bekannten Modellen Bao 5 und Bao 8. Die Fahrzeugbasis verfügt über verschiedene Motorvarianten, darunter ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 115 kW (154 PS) in Kombination mit ein oder zwei Elektromotoren, die zusammen eine Systemleistung von bis zu 483 PS erreichen. Die Batteriekapazität ist in Versionen von 26,6 bis 35,6 kWh verfügbar, was eine rein elektrische Reichweite von bis zu 180 Kilometern nach chinesischem CLTC-Messverfahren ermöglicht. Dank dieser Ausstattung können mit vollem Tank und vollständiger Batterieaufladung bei kombinierter Nutzung Reichweiten von über 1.300 Kilometern erzielt werden. Das Leergewicht variiert zwischen 2.230 und 2.480 Kilogramm, was für ein Fahrzeug dieser Klasse typisch ist.

Das eigens entwickelte Tablet von BYD ist als eine Schnittstelle zwischen Fahrzeug und Fahrer konzipiert und soll sich nahtlos in das Fahrzeugbetriebssystem integrieren. Es unterstützt Multi-Screen-Kollaboration, was bedeutet, dass es die Zusammenarbeit zwischen dem Tablet und anderen Displays im Fahrzeug ermöglicht, um das Nutzererlebnis zu verbessern. Die technische Ausstattung des Tablets ist bisher nicht detailliert bekannt, doch lässt sich erwarten, dass BYD, gestützt auf seine exzellente Stellung als einer der größten Elektronikfertiger Chinas und wichtiger Zulieferer von Komponenten etwa für Apple, Hard- und Software optimal aufeinander abstimmen kann.

Damit tritt BYD in Wettbewerb mit anderen chinesischen Elektronik- und Automobilherstellern, die auf vernetzte Infotainmentsysteme setzen. Unternehmen wie Xiaomi und Huawei sind hier etablierte Player, die ihr Elektronik-Know-how zunehmend in Fahrzeuge einfließen lassen. Auch Konkurrenten wie Nio haben versucht, durch eigene Smartphones die Nutzerbindung zu stärken, mussten Projekte jedoch aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten teilweise einstellen. In diesem Umfeld ist BYDs Vorstoß als solide strategische Erweiterung zu sehen, die sowohl technologischen Vorsprung sichern als auch die wirtschaftliche Wertschöpfungstiefe erhöhen könnte. Analysten betonen, dass der Markt für sogenannte Smart Vehicles in den kommenden Jahren stark wachsen wird, mit einem erwarteten jährlichen Umsatz von mehreren hundert Milliarden US-Dollar bis 2030.

In Deutschland und Europa stärkt BYD mit seiner Premiummarke Denza aktuell seine Position auf dem Markt für elektrische und hybride Fahrzeuge. Obwohl das Tablet vorerst nicht separat auf den Markt kommen soll, unterstreicht das Projekt BYDs Innovationsbereitschaft und den Anspruch, durch eigene technische Lösungen die Fahrzeug-Konnektivität zu verbessern. Durch die eigene Entwicklung kann BYD sowohl Hardware als auch Software nach eigenen Standards gestalten und so eine enge Verzahnung zwischen Fahrzeug und Infotainment-System schaffen. Dieser Ansatz dürfte sich auch auf den europäischen Markt positiv auswirken, wo intelligente und vernetzte Fahrzeuge zunehmend an Bedeutung gewinnen.

BYD zeigt ein Tablet-System aus einer Inhouse-Entwicklung für sein kommendes Elektroauto Tai 7 – Bildnachweis: BYD

Preislich wird der Tai 7 in China mit rund 300.000 Yuan (umgerechnet etwa 41.780 US-Dollar) in der Premiumklasse positioniert. Konkrete Preise für den europäischen Markt liegen noch nicht vor, jedoch ist davon auszugehen, dass das Modell in der Denza-Produktpalette preislich vergleichbar eingeordnet wird. Die Erwartungen gehen dahin, dass BYD den europäischen Markt mit seinen technologisch gut ausgestatteten und preislich attraktiven Fahrzeugen, die durch neuartige Technologien wie das eigene Tablet ergänzt werden, zunehmend herausfordert.

Insgesamt zeigt BYDs Entwicklung und Integration eines eigenen Tablets in den Fang Cheng Bao Tai 7, wie Autofahren und digitale Vernetzung künftig noch stärker verschmelzen können. Neben der reinen Fahrzeugtechnik gewinnt die Nutzererfahrung durch verbesserte Konnektivität, größtmögliche Kontrolle über digitale Funktionen und flexible Bedienmöglichkeiten an Gewicht. Hier könnte BYD eine Vorreiterrolle einnehmen – wobei die tatsächlichen Vorteile für den Kunden noch abzuwarten sind. Kritisch bleibt zu beobachten, ob und wie sich solche neuartigen Infotainment-Systeme im Vergleich zu bewährten Lösungen wie Apple CarPlay oder Android Automotive durchsetzen und welches Benutzererlebnis sie tatsächlich liefern.

BYD erweitert Technologiekompetenz mit Tablet für den Tai 7 – Innovationsschub im Premium-SUV-Segment

Dieses neuartige Tablet ist also keineswegs eine bloße Spielerei, sondern ein strategisches Element in BYDs umfassender Vertikalstrategie, die den Hersteller in der Schnittstelle zwischen Fahrzeug- und Unterhaltungselektronik positioniert. Damit stärkt BYD seine Unabhängigkeit und Innovationskraft besonders in einem hart umkämpften Markt, in dem technologische Alleinstellungsmerkmale zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.