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CES 2020: ZF zeigt Wege zum automatisierten Fahren

Asiatischer Pkw-Hersteller verbaut das Level 2+ System ab Ende 2020 in Serienfahrzeugen - Bildnachweis: ZF

Erster Großauftrag für ZF coASSIST

Level 2+ und Level 4

Automatisiertes und autonomes Fahren versprechen den Verkehr der Zukunft sicherer, effizienter und komfortabler zu machen. Je nach Anwendung fordert der Markt unterschiedliche Lösungen: Beim Pkw haben vorerst intelligente Assistenzfunktionen, so genannte Level 2+ Systeme, das größte Potenzial. Dagegen werden sich bei Nutzfahrzeugen und im städtischen Personentransport voraussichtlich vollautomatisierte Systeme nach Level 4 und höher durchsetzen. Das belegen aktuelle Aufträge, die ZF von Pkw- und Lkw-Herstellern erhalten hat. 

ZF ist ein Partner, wenn es um die Realisierung des automatisierten und autonomen Fahrens in verschiedenen Bereichen geht. Der ZF-Vorstandsvorsitzende Wolf-Henning Scheider erläutert auf der CES 2020, warum: „ZF bietet komplette Systeme mit unterschiedlichen Leistungsstufen an und ist mit Lösungen für Pkw, Nutzfahrzeuge und Industrietechnik in allen relevanten Anwendungsfeldern aktiv. Es zahlt sich jetzt aus, dass wir uns rechtzeitig strategisch auf diesen Bedarf eingestellt haben.“

Das Unternehmen kann deshalb heute sein breites Technologieangebot auf jede Anforderung hin skalieren. „Mit ZF coASSIST machen wir erstmals ein Level 2+ System mit aus der Oberklasse bekannten Sicherheits- und Komfortfunktionen für günstigere Fahrzeugsegmente erreichbar“, erklärt Scheider. 

Erster Großauftrag für ZF coASSIST

ZF erhielt von einem namhaften asiatischen Automobilhersteller einen Großauftrag für die Lieferung des Level 2+ Einstiegssystems coASSIST für Pkw ab Ende 2020. Zum Lieferumfang zählen System- und Software-Entwicklung, Umfeldsensorik und zentrale elektronische Steuereinheit. Auf der Grundlage von Kamera- und Radardaten ermöglicht das Level 2+ System Funktionen wie etwa Abstandsregel-Tempomat, Verkehrszeichenerkennung, Spurwechsel-, Spurhalte- und Stauassistent.

„Für Pkw sehen wir bei Level 2+ Konzepten das größte Potenzial, automatisierte Fahrfunktionen umzusetzen und für alle Autofahrer erreichbar zu machen“, erläutert Scheider. Assistenzfunktionen werden hier durch ein zusätzliches Steuergerät zu einem ganzheitlich agierenden, leistungsfähigen und intelligenten Fahrerassistenzsystem zusammengeführt. Aus dem erhöhten Funktionsumfang ergeben sich für die Fahrer mehr Sicherheit und mehr Komfort als bei isolierten Fahrerassistenzsystemen. Gegen höhere Automatisierungslevel bei Pkw sprechen aktuell die hohen Systemkosten sowie die noch nicht geklärten rechtlichen Rahmenbedingungen. ZF coASSIST wird dabei als komplettes System für deutlich unter 1.000 US-Dollar erhältlich sein. ZF bietet neben coASSIST weitere, leistungsfähigere Level 2+ Systeme an: ZF coDRIVE und ZF coPILOT.

Entwicklungsauftrag für ZF ProAI im Lkw 

Ein internationaler Nutzfahrzeughersteller hat ZF den Auftrag für die Entwicklung der ZF ProAI RoboThink erteilt: Ab 2024/25 soll diese als Zentralrechner eines vollautomatisierten Level 4 Systems im Lkw zum Einsatz kommen.

ZF wird Anbieter von Software-Produkten

Außerdem stellt ZF die Weichen für eine schnellere und umfassendere Software-Entwicklung: Gemeinsam mit Microsoft wird ZF die Geschwindigkeit und Qualität seiner Prozesse, Methoden und Lösungen im Software-Engineering an das Vorbild von IT-Unternehmen mit agilen entwicklungsmethoden anpassen. Durch diesen Wandel erhofft sich  ZF seine globalen Ressourcen effizienter einsetzen und besser auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können. In der Zusammenarbeit mit Microsoft nutzt ZF die Azure Cloud-Services und Entwicklertools sowie Microsofts Erfahrungen in der agilen Softwareentwicklung. In Zukunft wird ZF auch als Anbieter von reinen Software-Produkten im Automotive-Markt auftreten.

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