Bildnachweis: Cheryinternational
Marktstart 2027: Cherys überraschende Strategie für den am härtesten umkämpften Automarkt Europas
Die automobile Weltkarte verändert sich in einem Tempo, das selbst routinierte Branchenkenner regelmäßig staunen lässt. Während in Mitteleuropa die etablierten Volumenhersteller verbissen um die Neuordnung der Antriebstechnologien ringen und mancher Importeur aus Fernost versucht, mit rein batterieelektrischen Modellen im Eiltempo Marktanteile zu erobern, bereitet einer der einflussreichsten Autokonzerne Asiens seinen Markteintritt auf dem deutschen Automobilmarkt vor. Chery Automobile, gegründet im Jahr 1997 in der chinesischen Industriemetropole Wuhu in der Provinz Anhui, ist auf dem globalen Parkett längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Mit einem weltweiten Gesamtabsatz von gut 2,8 Millionen Fahrzeugen im Jahr 2025 und mehr als 1,34 Millionen exportierten Einheiten nimmt das Unternehmen hinter Geely und BYD den dritten Platz unter den chinesischen Automobilherstellern ein. Bei den Personenwagen-Exporten hält Chery seit nunmehr 23 Jahren ununterbrochen die unangefochtene Spitzenposition im Reich der Mitte. Allein im Juli 2026 erzielte der Konzern mit gut 275.000 ausgelieferten Autos einen neuen Monatstyp-Rekord, wobei 202.500 Fahrzeuge für die internationalen Märkte bestimmt waren.
Deshalb wirkt es auf den ersten Blick überraschend, daß die Kernmarke Chery erst im Frühjahr 2027 ihren offiziellen Verkaufsstart in Deutschland vollzieht. Die Unternehmensführung um Eric Zheng, den Geschäftsführer von Chery Auto Deutschland und Vizepräsidenten für die europäische Region, begründet diesen zeitlichen Versatz mit dem anspruchsvollen Charakter des deutschen Marktes. Die hiesigen Kunden stellen extrem hohe Anforderungen an Qualität, Haptik, Ergonomie und Servicenetz. Das Geschäft in Deutschland zwingt den Konzern gewissermaßen dazu, von Beginn an mit Produkten, Dienstleistungen und Handelspartnern auf höchstem Niveau zu agieren. Es geht dem Management dabei nicht um ein überstürztes Vorpreschen, sondern um das exakt richtige Timing und einen nachhaltigen Vertrauensaufbau. Im ersten Verkaufsjahr stehen Bekanntheit und Kundenvertrauen an oberster Stelle, während reine Stückzahlen zunächst zweitrangig bleiben.
Aber ganz unbeleckt ist der Konzern auf dem hiesigen Markt ohnehin nicht. Über die bereits eingeführten Submarken Omoda und Jaecoo ist das Mutterunternehmen auf deutschen Straßen präsent. Das Plug-in-Hybrid-SUV Jaecoo 7 SHS diente Anfang 2026 als erstes offizielles Konzernfahrzeug hierzulande. Während Omoda eine progressive, urbane Zielgruppe anspricht und Jaecoo den robusten Abenteuer-Geist verkörpert, wird die Kernmarke Chery klar als vollwertige Automarke für Familien positioniert. Trotz der gemeinsamen Konzernmutter hält der Hersteller die Vertriebskanäle, das Management und die Markenauftritte strikt getrennt, um eine Kannibalisierung zwischen den Töchtern und der Hauptmarke zu vermeiden. Zur Steigerung des globalen Bekanntheitsgrads hat der Konzern zudem den polnischen Fußball-Nationalspieler Robert Lewandowski als Markenbotschafter unter Vertrag genommen.
Technische Wurzeln in Hessen und Fertigung in Barcelona
Deshalb lohnt ein genauerer Blick hinter die Kulissen der europäischen Infrastruktur des Konzerns. Die Fäden für den deutschen Markt laufen in der Frankfurter Niederlassung im Neubaugebiet Gateway Gardens direkt am Flughafen zusammen. Doch das technische Rückgrat der Marke reicht in Deutschland noch deutlich weiter zurück. Bereits im Jahr 2018 eröffnete Chery ein eigenes Forschungs- und Entwicklungszentrum im hessischen Raunheim nahe dem Rüsselsheimer Automobilcluster. Dieser Standort wurde kürzlich von rund 1.100 auf über 2.000 Quadratmeter erweitert. Die Zahl der vor Ort tätigen Spezialisten wächst dabei von 90 auf bis zu 140 Personen an. In Raunheim widmen sich die Entwickler der Abstimmung von Fahrwerken, Lenkungen, Bremsen sowie der Überarbeitung von Antriebssystemen für den europäischen Geschmack. Auch Designentwürfe und die Feinjustierung elektronischer Fahrassistenzsysteme entstehen am Main. Ein weiteres europäisches Forschungszentrum baut der Konzern derzeit im britischen Bedfordshire auf. Weltweit greift Chery auf insgesamt acht Entwicklungszentren zurück.
Aber auch in der industriellen Fertigung hat Chery in Europa Nägel mit Köpfen gemacht. Im ehemaligen Nissan-Werk in Barcelona hat der Konzern zusammen mit dem spanischen Partner EV Motors ein Joint Venture gegründet. Unter der traditionsreichen spanischen Marke Ebro laufen dort bereits die SUV-Modelle S700 und S800 vom Band, die technisch direkt auf der Chery-Tiggo-Plattform basieren. Nach dem anfänglichen Zusammenbau vorgefertigter Teilesätze wird die Fertigungstiefe in Barcelona schrittweise ausgebaut. Für das Jahr 2027 peilt das Joint Venture ein Produktionsvolumen von 50.000 Fahrzeugen an, bis zum Jahr 2029 soll die Kapazität auf 150.000 Einheiten pro Jahr klettern. Durch diese lokale Produktion schützt sich Chery vor potenziellen EU-Schutzzöllen auf reine China-Importe. Zudem liefert Chery längst Plattformtechnik an andere Automobilhersteller. So nutzt der koreanische Geländewagenspezialist KGM Plattformen der Chinesen, während Jaguar Land Rover bei künftigen Elektrofahrzeugen der Marke Freelander ebenfalls auf eine Konzernarchitektur von Chery setzt. Früher bezog selbst der Fiat-Konzern Motoren aus Wuhu.
Die Tiggo-Familie: Vier SUV-Modelle im detaillierten Technik-Check
Zum Verkaufsstart im Frühjahr 2027 bringt Chery vier Modelle seiner breit gefächerten Tiggo-Baureihe nach Deutschland. Alle vier Fahrzeuge decken das SUV-Segment vom B- bis zum D-Segment ab. Das ist ein kluger Schachzug des Vertriebsverantwortlichen Patrick Reimers, schließlich macht die SUV-Kategorie in Deutschland aktuell über 33 Prozent aller Neuzulassungen aus und hat sich im letzten Jahrzehnt im Marktanteil nahezu verdoppelt.
Den Einstieg in die Modellpalette bildet der Tiggo 4, ein kompaktes SUV im B-Segment mit einer Länge von 4,32 Metern, einer Breite von 1,83 Metern und einer Höhe von 1,65 Metern. Bei einem Radstand von 2,61 Metern bietet der Fünfsitzer ein ordentliches Raumgefühl im Passagierabteil. Für den deutschen Markt haben die Ingeniere den Antrieb grundlegend überarbeitet. Während das Fahrzeug in osteuropäischen Märkten wie Polen mit einem 1,5-Liter-Saugbenziner und 163 PS Systemleistung angeboten wird, erhält die deutsche Variante einen aufgeladenen Vierzylinder-Turbobenziner mit 1.498 Kubikzentimetern Hubraum im Verbund mit einem Elektromotor. Die Systemleistung steigt dadurch auf beachtliche 165 kW beziehungsweise 224 PS bei einem Systemdrehmoment von 295 Newtonmetern. Der reine Elektromotor steuert dabei eine maximale Leistung von 150 kW bei. Als Energiespeicher dient ein NCM-Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 1,83 kWh. Die Kraftübertragung übernimmt ein einstufiges Hybridgetriebe an die Vorderräder. Aus dem Stand beschleunigt der Tiggo 4 in 8,9 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 150 km/h. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch nach WLTP beträgt 5,3 Liter Super auf 100 Kilometer. Zusammen mit dem 51 Liter fassenden Kraftstofftank ermöglicht das theoretische Reichweiten von bis zu 950 Kilometern. Das Kofferraumvolumen liegt je nach Sitzstellung zwischen 430 und 1.190 Litern. Ein feiner Schwachpunkt zeigt sich jedoch auf der Waage: Bei einem Leergewicht von 1.550 Kilogramm erlaubt das zulässige Gesamtgewicht von 1.900 Kilogramm eine Zuleitung von lediglich 355 Kilogramm. Das ist für ein vollwertiges Familienauto schlicht zu wenig. Im Innenraum blickt der Fahrer auf zwei 12,3 Zoll große Bildschirme für Armaturen und Infotainment. Zur Sicherheitsausstattung gehören sieben Airbags sowie bis zu 24 Fahrassistenzsysteme. Im Euro NCAP Crashtest holte das Fahrzeug vier Sterne. Der geplante Einstiegspreis für den Tiggo 4 liegt zwischen 22.000 und 25.000 Euro, womit er direkt gegen den Dacia Duster Hybrid, den VW Taigo und den Hyundai Kona antritt.
Aber wer mehr Platz benötigt, findet im Tiggo 7 das passende Format im C-SUV-Segment. Mit einer Länge von 4,55 Metern, einer Breite von 1,86 Metern, einer Höhe von 1,70 Metern und einem Radstand von 2,67 Metern tritt der Wagen in der Klasse von VW Tiguan, Kia Sportage und Peugeot 3008 an. Das Kofferraumvolumen fasst zwischen 484 und 500 Litern. Chery bietet den Tiggo 7 in zwei Antriebsvarianten an. Die Basisversion startet als Vollhybrid mit dem gleichen 224 PS starken System wie der Tiggo 4 zu einem Preis von rund 30.000 Euro. Darüber rangiert die Plug-in-Hybrid-Variante mit einer Systemleistung von 279 PS. Hier kooperiert der 1,5-Liter-Turbobenziner mit zwei Elektromotoren und einem dreistufigen Hybridgetriebe. Die Hochvoltbatterie besitzt eine Kapazität von 18,3 kWh, was eine rein elektrische Reichweite von 70 bis 90 Kilometern ermöglicht. An entsprechenden Schnellladestationen kann der Akku über den Gleichstromanschluss mit bis zu 40 kW geladen werden. Der Aufpreis für den Stecker-Hybrid liegt bei etwa 4.000 Euro, womit der Tiggo 7 PHEV bei rund 34.000 Euro liegt. Das Modell erzielte im Euro NCAP Test volle fünf Sterne.
Deshalb bedient Chery auch das Segment der großen Reiseautos mit dem Tiggo 8. Auf einer Gesamtlänge von 4,73 Metern, einer Breite von 1,86 Metern und einem Radstand von 2,71 Metern bietet das SUV serienmäßig beziehungsweise optional sieben Sitzplätze verteilt auf drei Sitzreihen. Als Konkurrent zum Skoda Kodiaq und Nissan X-Trail vertraut der Tiggo 8 auf denselben Plug-in-Hybrid-Antrieb wie der Tiggo 7 mit 279 PS Systemleistung und 510 Newtonmetern Drehmoment. Seine rein elektrische Reichweite beträgt rund 75 Kilometer. Bei voller Bestuhlung mit sieben Personen verbleiben 119 Liter Kofferraumvolumen. Wird die dritte Sitzreihe im Ladeboden versenkt, wächst das Ladevolumen auf 889 Liter, während bei komplett umgeklappten Rücksitzen bis zu 1.930 Liter zur Verfügung stehen. Preislich setzt der Hersteller ein Ausrufezeichen und bietet den Siebensitzer für knapp unter 40.000 Euro an.
Das technische Aushängeschild der Modellpalette ist der Tiggo 9, ein 4,81 Meter langes Flaggschiff-SUV der oberen Mittelklasse. Bei einer Breite von 1,90 Metern und einem Radstand von 2,82 Metern bietet der Wagen Platz für bis zu sieben Personen und konkurriert mit Modellen wie dem Kia Sorento, Hyundai Santa Fe oder Peugeot 5008. Technisch zieht Chery beim Tiggo 9 alle Register. Der 1,5-Liter-Turbobenziner arbeitet mit insgesamt drei Elektromotoren zusammen, was einen variablen elektrischen Allradantrieb ermöglicht. Die Systemleistung klettert auf imposante 315 kW beziehungsweise 428 PS bei einem maximalen Systemdrehmoment von 580 Newtonmetern. Trotz eines Leergewichts von über zwei Tonnen katapultiert der Antrieb das SUV in 5,4 Sekunden von null auf 100 km/h. Ein Highlight stellt die Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 34,5 kWh dar. Nach WLTP-Standard ermöglicht dieser Akku eine rein elektrische Reichweite von bis zu 144 Kilometern. An Schnellladestationen nimmt der Akku Energie mit bis zu 70 kW auf, was eine Ladung von 30 auf 80 Prozent in gut 18 Minuten erlaubt. Zudem verfügt das Fahrzeug über eine Vehicle-to-Load-Funktion, mit der externe elektrische Geräte mit bis zu 6,6 kW versorgt werden können. Je nach Sitzkonfiguration bietet der Kofferraum ein Volumen zwischen 143 und 2.065 Litern. Der Richtpreis für dieses voll ausgestattete Topmodell liegt bei rund 49.000 Euro.
Die Antriebsstrategie: Vollhybrid statt reiner Elektrifizierung
Aber die wohl überraschendste Entscheidung der Chery-Strategen betrifft das Antriebsportfolio zum deutschen Marktstart. Während fast alle chinesischen Newcomer versuchen, den europäischen Markt mit rein batterieelektrischen Modellen zu erobern, verzichtet Chery im Frühjahr 2027 komplett auf ein rein elektrisches Auto im Angebot.
Deshalb setzt Chery voll auf die Elektrifizierung von Verbrennungsmotoren in Form von selbstladenden Vollhybriden und aufladbaren Plug-in-Hybriden. Deutschlandchef Patrick Reimers begründet diesen Schritt mit den aktuellen Marktgegebenheiten. Der Markt für Hybride und teil-elektrische Fahrzeuge boomt, während viele Kunden aufgrund unzureichender Ladeinfrastruktur oder hoher Strompreise beim Umstieg auf reine Elektroautos zögern. Mit den Tiggo-Modellen möchte Chery Käufer ansprechen, die elektrisches Fahren im Alltag schätzen, aber auf Fernstrecken die gewohnte Flexibilität eines Benzinmotors nicht missen wollen.
Aber man darf durchaus bezweifeln, ob dieser schrittweise Kurs ohne reine Stromer auf Dauer aufgeht. Der Marktanteil batterieelektrischer Fahrzeuge in Deutschland lag im Juli 2026 bei über 29 Prozent und wächst stetig weiter. Erst Ende 2027 oder im Laufe des Jahres 2028 plant Chery die Einführung des ersten reinen Elektroautos. Dabei handelt es sich um den Tiggo 3 beziehungsweise den Chery-Q, ein verspieltes E-Kleinwagen-Modell im Stil des Renault 5 E-Tech, das auf der Paris Motor Show seine Weltpremiere feiert. Erst danach sollen Schritt für Schritt weitere Elektrofahrzeuge folgen. Zudem bergen Plug-in-Hybride im Alltag ein bekanntes Risiko. Wer die Akkus von Tiggo 7, 8 oder 9 nicht konsequent an der Steckdose nachlädt, schleppt ein hohes Zusatzgewicht durch die Gegend. In diesem Fall verwandelt sich die ausgeklügelte Hybridtechnik schnell in einen schweren Verbrenner mit erhöhtem Kraftstoffverbrauch.
Händlernetz, Service-Infrastruktur und Werterhalt
Deshalb überlässt Chery auch beim Vertrieb nichts dem Zufall und möchte die Fehler anderer Importmarken gezielt vermeiden. Der Konzern verzichtet bewusst auf reine Online-Direktverkäufe oder ein unpersönliches Agenturmodell und setzt stattdessen konsequent auf das etablierte System freier Autohäuser.
Zum Marktstart im ersten Quartal 2027 geht der Hersteller mit 30 Partnerhändlern an den Start. Bis Ende 2027 soll das Vertriebsnetz auf mindestens 100 Betriebe in den wichtigsten Großräumen und Ballungszentren ausgebaut werden. Für die Betreuung des Händlernetzes zeichnet Alexander Thomas verantwortlich. Bei der Partnerwahl setzt Chery auf große, lokal verankerte Mehrmarkenhändler. Auch im Bereich der Logistik und Finanzierung sucht der Importeur den Schulterschluss mit renommierten Partnern. Das zentrale Ersatzteillager in Deutschland wird gemeinsam mit dem Logistikdienstleister Kühne + Nagel betrieben, um eine schnelle Teileversorgung sicherzustellen. Die Händler- und Kundenfinanzierung übernimmt die Santander Consumer Bank, während die Allianz für die weltweite Mobilitätsgarantie und den Pannendienst bereitsteht.
Aber um den Kunden die Sorge vor ungeplanten Reparaturkosten bei einer noch unbekannten Marke zu nehmen, packt Chery ein umfangreiches Garantiepaket auf den Verhandlungstisch. Jedes Modell wird serienmäßig mit einer Sieben-Jahres-Garantie bis maximal 150.000 Kilometer Laufleistung geliefert. Für die Hochvoltbatterien der Hybridmodelle gelten separate, teilweise noch längere Gewährleistungen. Zudem gewährt der Hersteller mindestens drei Jahre lang kostenlosen Wartungsservice. Beim Flottengeschäft setzt der neu berufene Manager Christian Harbeck darauf, auch Gewerbekunden von den Fahrzeugen zu überzeugen. Vertriebschef Patrick Reimers betont zudem, daß Chery bei der Preisgestaltung mit großem Bedacht vorgehen wird. Um die Restwerte der Fahrzeuge und das Gebrauchtwagengeschäft der Händler nicht zu schädigen, verzichtet Chery bewusst auf aggressive Rabattschlachten. Schlechte Wiederverkaufswerte nützen weder den Käufern noch dem Handel.
Neutraler Ausblick und Marktchancen
Deshalb lässt sich festhalten, daß Chery für seinen Deutschlandstart gut gerüstet ist. Das Unternehmen blickt auf langjährige Exporterfahrungen zurück und entwikelt seine Fahrzeuge seit vielen Jahren für globale Märkte. Die Erfahrungen aus anderen europäischen Ländern stimmen das Management optimistisch. In Polen erreichte die Marke bereits acht Monate nach dem Markteintritt einen Marktanteil von 1,7 Prozent, in Großbritannien lag man nach demselben Zeitraum bei 1,6 Prozent und in Spanien verzeichnete der Konzern nach zwölf Monaten einen Marktanteil von 2,3 Prozent.
Aber der deutsche Automobilmarkt gilt zu Recht als der anspruchsvollste und am härtesten umkämpfte Markt in ganz Europa. Die etablierten europäischen und asiatischen Hersteller lassen sich Marktanteile nicht kampflos entreißen. Die Tiggo-Familie bietet zweifellos viel Platz, eine umfangreiche Sicherheitsausstattung und moderne Hybridtechnik zu absolut konkurrenzfähigen Preisen. Wie gut sich das Zusammenspiel zwischen Verbrennungsmotor und Elektromotor im Alltagsbetrieb schlägt, wie präzise die elektronischen Fahrassistenten arbeiten und ob die Ergonomie im Innenraum gehobenen Ansprüchen genügt, werden erst eingehende Praxistests auf deutschen Autobahnen zeigen müssen. Wenn es Chery gelingt, die Händlerorganisation pünktlich aufzubauen und die Teileversorgung reibungslos zu gewährleisten, hat der stille Riese aus Wuhu gute Karten, sich langfristig auf dem deutschen Markt zu etablieren.

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