Continental kombiniert Umfeld- und Innenraumkamera für automatisiertes Fahren

13. August 2019 20:35 Autor:
„Road and Driver“-Kamera von Continental – Bildnachweis: Continental

Sichere Übergabe vom automatisierten zum manuellen Fahren

Eine der wesentlichen Herausforderungen des automatisierten Fahrens ist die sichere Übergabe vom automatisierten zum manuellen Fahren. Um dies zu gewährleisten wird sowohl der Blick aus dem Fahrzeug heraus, als auch in das Fahrzeug hinein benötigt. So entsteht ein ganzheitliches Umfeldmodell, das sich aus der Verkehrssituation, dem Verhalten der übrigen Verkehrsteilnehmer aber auch dem Fahrerzustand zusammensetzt. Nur wenn die Informationen der Umwelt mit denen aus dem Innenraum aufeinander abgestimmt sind, kann eine sichere Übergabe stattfinden. Das Technologieunternehmen Continental hat dafür nun eine Lösung entwickelt: ein kombiniertes Kamerasystem aus einer nach innen schauenden Infrarot-Kamera und einer nach außen schauenden Kamera. Dieses System beobachtet sowohl den Fahrer auf dem Fahrersitz und ermittelt fortlaufend, ob er in der Lage ist, die Fahrverantwortung zu übernehmen, als auch die Verkehrssituation vor dem Fahrzeug.

Die Kameradaten, die von der dazugehörigen Software permanent ausgewertet werden, zeigen beispielsweise, ob der Fahrer aufmerksam oder abgelenkt ist, ob er sich den Kindern auf den Rücksitzen zugewandt hat oder seinem Smartphone, ob er die Hände am Lenkrad hat oder hinter dem Kopf verschränkt.

Holistisches Kamerasystem als Voraussetzung für das automatisierte Fahren

Kameras spielen eine Schlüsselrolle bei der Realisierung moderner Fahrerassistenzsysteme und sind fester Bestandteil der Sensorik für automatisiertes Fahren. Merkmale der neuesten Frontkamera-Generation sind die hohe Bildauflösung, die von einem bis zu acht Megapixeln reicht, exzellente Nachtsichteigenschaften und ein Öffnungswinkel von bis zu 125 Grad, um querende Objekte im Straßenverkehr noch früher erkennen zu können. Dazu kommen, neben den klassischen Computer Vision-Verfahren, neuronale Netze zum Einsatz, die sich entsprechend der zur Verfügung stehenden Hardware skalieren lassen.

In Kombination mit einer Innenraumkamera, die erkennt in welcher Position sich der Fahrer befindet, wohin sein Blick geht und wo seine Hände sind, gilt ein solches System als eine Grundvoraussetzung, um Autos mit automatisierter Fahrfunktion auf die Straße bringen zu können. Denn nur, wenn der Wechsel zwischen den Fahrmodi „automatisiert“ und „manuell“ sicher und verlässlich erfolgen kann, lässt sich automatisiertes Fahren überhaupt realisieren. Der Fahrer muss darauf vertrauen können, dass ihm das Fahrzeug nur dann die Fahrverantwortung überträgt, wenn er dazu bereit ist.

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