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Das Blechdach muss weg: Kann der Renault 4 Plein Sud echtes Cabrio-Gefühl elektrisieren?

Renault 4 E-Tech elektrisch Plein Sud - Bildnachweis: Renault

Luftnummer mit System

Wer behauptet, das Zeitalter der automobilen Unbeschwertheit sei mit dem Einzug schwerer Batteriepacks endgültig begraben worden, der hat die Rechnung ohne die findigen Entwickler aus Paris gemacht. Renault nutzt die aktuelle Retrowelle mit beachtlichem Geschick und haucht nach dem erfolgreichen R5 nun auch dem R4 neues, rein elektrisches Leben ein. Doch während die geschlossene Version des neuen Renault 4 E-Tech bereits als pragmatischer, vielseitiger Begleiter für den Alltag positioniert ist, setzt die ab sofort bestellbare Ausführung namens Plein Sud auf eine gehörige Portion Emotionen und das Versprechen von grenzenloser Freiheit. Der Name, der übersetzt so viel wie Richtung Süden bedeutet, ist eine bewusste Hommage an den historischen Renault 4 Plein Air aus den späten 1960er-Jahren. Jener spartanische Strandwagen kam damals völlig ohne Türen und festes Dach aus, was ihn zwar charmant, aber im Alltag denkbar unpraktisch machte. Die französische Marke wählt heute jedoch einen weitaus kompromissloseren Weg für den modernen Kunden. Anstatt ein reines Schönwetter-Fahrzeug für eine kleine Nische zu bauen, soll der Plein Sud ein vollwertiges Ganzjahresauto bleiben, das lediglich auf Knopfdruck die Schleusen zum Himmel öffnet. Die tehnische Basis liefert die moderne AmpR Small Plattform, die speziell für kompakte Elektrofahrzeuge entwickelt wurde und dem Fahrzeug eine hohe Grundsteifigkeit verleiht. Dennoch stellt sich aus der Sicht eines kritischen Automobiljournalisten die Frage, wie viel Nutzwert dem Rotstift und dem Faltdach tatsächlich zum Opfer gefallen sind und ob der saftige Aufpreis gegenüber dem Standardmodell gerechtfertigt ist.

Das Erbe des Plein Air: Historische Einordnung und Konzept

Der historische R4 war das sprichwörtliche Blue-Jeans-Auto: robust, praktisch, erschwinglich und für jedermann geeignet. Er transportierte nicht nur Lasten, sondern auch ein Lebensgefühl der Freiheit und der Verbundenheit mit der Natur. Mit der Neuauflage als Elektro-Crossover versucht der Hersteller nun, diesen Geist in das Zeitalter der emissionsfreien Mobilität zu retten. Der Plein Sud reiht sich dabei in eine Ahnengalerie ein, die vom radikalen Plein Air bis zum späteren R4 Sixties mit seinem doppelten Schiebedach reicht.

Im Gegensatz zum historischen Vorbild müssen Käufer der Neuzeit jedoch keine Verzichtsplanung betreiben. Türen, Heckklappe und feste Seitenwände bleiben vollständig erhalten, sodass der Crossover seine grundlegende Alltagstauglichkeit behält. Es handelt sich also nicht um ein klassisches Cabriolet, sondern vielmehr um eine hocheffiziente Softtop-Version. Das schwarze Stoffdach prägt das Seitenprofil entscheidend und verleiht dem Crossover eine ganz eigene, fast schon maritime Note. Dennoch bleibt das charismatische Design der Hardtop-Version mit den markanten Proportionen, den 18-Zoll-Rädern und dem beleuchteten Kühlergrill auf den ersten Blick erkennbar.

Die Physik des Faltens: Dachkonstruktion und Aerodynamik im Detail

Der Kern der Plein Sud Ausführung ist zweifellos das großzügige Stoff-Faltdach, das in enger Kooperation mit den Spezialisten des bayerischen Automobilzulieferers Webasto entwickelt wurde. Mit einer Länge von 92 Zentimetern und einer Breite von 80 Zentimetern bietet diese Konstruktion die größte Dachöffnung im gesamten A- und B-Segment. Das entspricht fast einem Quadratmeter freier Sicht, wovon nicht nur die vorderen Passagiere, sondern auch die Mitreisenden im Fond spürbar profitieren. Um dieses riesige Loch im Dach zu realisieren, mussten die Ingenieure tief in die physikalische Trickkiste greifen. Ein großes Problem bei geöffneten Karosserien ist üblicherweise das zusätzliche Gewicht durch schwere Versteifungen an den Dachholmen. Deshalb bestehen die tragenden Strukturen des Plein Sud Verdecks nicht aus schwerem Metall, sondern aus gewichtsoptimierten Polymeren. Zudem faltet sich das schwarze Tuch beim Öffnen in nur drei statt der sonst üblichen vier Falten zusammen, was den Faltmechanismus vereinfacht und wertvolle Bauteile einspart. Das Resultat kann sich sehen lassen: Der Plein Sud wiegt ausstattungsbereinigt lediglich 19 Kilogramm mehr als sein geschlossenes Pendant. Ein minimaler Tribut, der sich in der Fahrpraxis auf das Handling und die Gewichtsverteilung so gut wie gar nicht auswirkt.

Allerdings lässt sich die Physik nicht komplett überlisten. Der Luftwiderstandsbeiwert verschlechtert sich durch das weiche Dach geringfügig, was den sogenannten Luftwiderstandsbeiwert der Stirnfläche deutlich ansteigen lässt. In der Folge sinkt die maximale Reichweite nach dem WLTP-Messverfahren im Vergleich zur geschlossenen Variante um knappe sieben Kilometer. Für die Techno-Ausstattung bedeutet dies eine Reichweite von immer noch absolut alltagstauglichen 392 Kilometern statt der ursprünglichen 399 Kilometer. Dies ist ein verschmerzbarer Verlust, der im realen Mischbetrieb kaum ins Gewicht fallen dürfte.

Akustik und NVH-Verhalten: Wie viel Lärm verträgt der Stromer?

Die akustische Isolierung ist bei Elektrofahrzeugen eine besondere Herausforderung, da das gewohnte Verbrennungsgeräusch als Geräuschmaske fehlt. Wind- und Abrollgeräusche dringen dadurch umso ungefilterter an die Ohren der Insassen. Renault verspricht für den Plein Sud jedoch einen Geräuschkomfort bei geschlossenem Dach, der nahezu auf dem Niveau des Hardtops liegt. Tatsächlich soll der Unterschied der wahrgenommenen Windgeräusche im Innenraum selbst bei einer Autobahngeschwindigkeit von 130 Kilometern pro Stunde nur magere vier Prozent betragen. Dies verdankt das Fahrzeug einer aufwendigen, mehrlagigen Stoffbahn und einer dicken Innenverkleidung des Herstellers Haartz, die sowohl Kälte als auch Lärm wirkungsvoll aussperren.

Wenn man das Dach jedoch öffnet, was elektrisch in flotten zehn Sekunden gelingt, sorgt ein automatischer Windabweiser dafür, dass die Verwirbelungen im Innenraum selbst bei Autobahntempo erträglich bleiben. Die Steuerung des Daches ist im Alltag einfach gelöst und kann bis zu einer Fahrgeschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde auch während der Fahrt erfolgen. Neben einem klassischen Taster an der Dachkonsole lässt sich das Verdeck auch über den Fahrzeugschlüssel oder per Sprachbefehl dirigieren. Hier kommt der digitale Avatar namens Reno ins Spiel, der auf generativer künstlicher Intelligenz basiert und somit auch natürliche Sprachbefehle versteht. Man sagt einfach, dass man etwas mehr Sonne möchte, und das System öffnet das Verdeck stufenlos in die gewünschte Position.

Für die akustische Ruhe im Innenraum sorgt abseits des Daches die sogenannte Smart Cocoon Technologie. Dabei handelt es sich um eine neuartige Dämmschicht, welche die Batterie vom Fahrgastraum akustisch entkoppelt. Zusammen mit einer akustisch gedämmten Windschutzscheibe und einer zweifach gefilterten Motoraufhängung, die Vibrationen um bis zu 10 Dezibel reduziert, erweist sich der R4 Plein Sud als erstaunlich leiser Gleiter.

Der Innenraum: Großer Freiraum mit Einschränkungen im Fond

Ein großer Pluspunkt des Renault 4 E-Tech Plein Sud ist, dass die grundlegende Funktionalität des kompakten Crossovers mit einer Länge von 4,14 Metern und einem Radstand von 2,62 Metern fast vollständig erhalten bleibt. Der Kofferraum schluckt weiterhin beachtliche 420 Liter Gepäck, wovon 44 Liter auf ein praktisches Unterbodenfach entfallen, das sich perfekt für die Ladekabel eignet. Auch die extrem niedrige Ladekante von nur 61 Zentimetern, die das Beladen im Vergleich zu vielen Konkurrenten spürbar erleichtert, wurde eins zu eins übernommen. Wer größere Transportaufgaben zu bewältigen hat, kann die Rücksitzbank im Verhältnis umlegen und sogar den Beifahrersitz flach nach vorne klappen, wodurch eine maximale Ladelänge von bis zu 2,20 Metern entsteht. Selbst eine Anhängelast von bis zu 750 Kilogramm ist für den kleinen Fronttriebler kein Problem.

Ein genauer Blick in den Innenraum offenbart dann doch einen konstruktiven Tribut, den die Käufer für den freien Blick nach oben zahlen müssen. Um die Karosseriesteifigkeit bei einem Unfall zu gewährleisten, mussten die hinteren Dachholme massiv verstärkt werden. Dies führt dazu, dass die Kopffreiheit im Fond um spürbare 40 Millimeter auf nun 813 Millimeter schrumpft. Während Passagiere auf den vorderen Sitzen durch eine optimierte Dachverkleidung sogar um 20 Millimeter an Kopffreiheit gewinnen und nun stolze 906 Millimeter zur Verfügung haben, wird es hinten für Erwachsene ab einer Körpergröße von etwa 1,80 Metern eng. Die Haare streifen dann unweigerlich den Dachhimmel, was den Komfort auf längeren Urlaubsreisen schmälert. Zudem mussten für das Schiebedach die praktischen Dachreling-Schienen geopfert werden. Wer also eine Dachbox oder einen Fahrradträger auf dem Dach montieren möchte, schaut beim Plein Sud konstruktionsbedingt in die Röhre.

Antrieb, Fahrdynamik und Lademanagement

Unter dem Blechkleid arbeitet bewährte Technik aus dem Konzernregal. Der Plein Sud wird in Deutschland ausschließlich mit der stärksten Motor-Batterie-Kombination der Baureihe ausgeliefert. Das bedeutet eine nutzbare Batteriekapazität von 52 Kilowattstunden gepaart mit einem Elektromotor an der Vorderachse, der 110 kW/150 PS leistet. Mit einem maximalen Drehmoment von 245 Newtonmetern sprintet der kompakte Crossover in flotten 8,2 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. Der Zwischensprint von 80 auf 120 Kilometern pro Stunde ist in 6,4 Sekunden erledigt, was Überholvorgänge auf der Landstraße absolut stressfrei macht. Die Höchstgeschwindigkeit wird im Sinne der Effizienz elektronisch bei 150 Kilometern pro Stunde abgeregelt. Das Fahrwerk vertraut auf eine moderne McPherson-Vorderachse und eine aufwendige Mehrlenker-Hinterachse, die dem Wagen ein sehr agiles, aber gleichzeitig komfortables Fahrverhalten spendiert. Unebenheiten werden sauber weggefiltert, ohne dass der Wagen in schnellen Kurven übermäßig wankt.

Für zusätzlichen Komfort im städtischen Gewusel sorgt die serienmäßige One-Pedal-Driving-Funktion. Über die Wippen am Lenkrad lassen sich vier Rekuperationsstufen einstellen, wobei die stärkste Stufe das Fahrzeug rein durch das Lupfen des Gaspedals bis in den kompletten Stillstand verzögert. Das schont nicht nur die Bremsbeläge, sondern maximiert auch die Energierückgewinnung im Stop-and-Go-Verkehr. Beim Einparken und Rückwärtsfahren deaktiviert sich das System von selbst, um ein feinfühliges Rangieren nur über das Bremspedal zu ermöglichen. Wer sich abseits befestigter Wege bewegen möchte, kann gegen Aufpreis das Extended Grip System ordern. Dieses bietet zwei neue Fahrmodi für schwierige Untergründe. Im Modus Schnee wird das Drehmoment zwischen 0 und 50 Kilometern pro Stunde elektronisch begrenzt, um ein Durchdrehen der Räder auf Eis zu verhindern. Im Modus All-Terrain hingegen wird das Drehmoment zwischen 0 und 80 Kilometern pro Stunde angepasst, um auch bei losem Untergrund wie Schlamm oder Sand genügend Vortrieb zu garantieren.

Sicherheit, Thermik und Winter-Performance

Die Sichereit bei einem Unfall stand bei der Entwicklung der Plattform im Vordergrund. Trotz des großflächigen Ausschnitts im Dach erreicht die Karosserie hervorragende Steifigkeitswerte. Die Schienen des Verdecks sind im geschlossenen Zustand komplett verdeckt, was nicht nur der Aerodynamik zugutekommt, sondern auch Einbruchsversuche wirksam verhindert. Selbst wenn der Stoff aufgeschlitzt wird, verhindern die im Abstand von 20 Zentimetern quer eingezogenen Stahlstreben ein Durchsteigen in den Innenraum.

Für den thermischen Komfort an kalten Tagen sorgt eine serienmäßige Wärmepumpe, die mit einem 8-Kilowatt-Hochvolt-Kühlmittel-Heizsystem gekoppelt ist. Dadurch wird der Innenraum auch an eiskalten Tagen extrem schnell warm, ohne die Batterie übermäßig zu belasten. Über die Smartphone-App lässt sich der Innenraum zudem schon vor Fahrtantritt bequem temperieren. Zudem bietet das bidirektionale Ladegerät eine praktische Vehicle-to-Load-Funktion. Über einen optionalen Adapter können so externe Elektrogeräte wie ein Elektrogrill, eine Kaffeemaschine oder ein Laptop mit bis zu 230 Volt Wechselstrom direkt aus der Fahrzeugbatterie gespeist werden, was den R4 Plein Sud zum idealen Begleiter für Campingausflüge macht.

Lade-Effizienz und der Winter-Wärmetauscher

Sollte der Akku doch einmal komplet entladen sein, kann der Plein Sud an einer Gleichstrom-Schnellladesäule mit bis zu 100 Kilowatt Leistung geladen werden. Damit lässt sich der Stromspeicher in rund 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent füllen. An der heimischen Wallbox oder an öffentlichen Wechselstrom-Ladesäulen zieht der Franzose dreiphasig bis zu 11 Kilowatt, was eine vollständige Ladung von 10 auf 100 Prozent in etwa viereinhalb Stunden ermöglicht.

Ein wichtiges technisches Update betrifft das Thermomanagement der Batterie. Ein neuer Wasser-Wasser-Wärmetauscher sorgt in Kombination mit dem Ladeplaner dafür, dass die Batterie vor dem Ladestopp vorkonditioniert wird. Dadurch verkürzen sich die Ladezeiten bei winterlichen Temperaturen um den Gefrierpunkt spürbar. So dauert der Ladevorgang bei minus 20 Grad Außentemperatur nur noch eine Stunde und zehn Minuten statt der bisherigen eineinhalb Stunden, wenn das Fahrzeug zuvor weniger als zehn Minuten bewegt wurde. War das Auto zuvor länger als eine Stunde auf der Straße, sinkt diese Ladezeit sogar auf 55 Minuten.

Konnektivität, künstliche Intelligenz und Assistenzsysteme im Modelljahr 2026

Das Cockpit wird von dem modernen OpenR Link Multimediasystem beherrscht, das auf einem zehn Zoll großen Touchscreen läuft und eine tiefe Google-Integration bietet. Google Maps dient als zuverlässige Navigation und berechnet auf längeren Strecken automatisch die optimalen Ladestopps inklusive der voraussichtlichen Restreichweite am Ziel. In naher Zukunft soll der bisherige Sprachassistent per Over-the-Air-Update durch Google Gemini ersetzt werden, was noch natürlichere Dialoge und komplexere Aufgabenlösungen im Auto ermöglichen soll. Über den Google Play Store lassen sich zudem über 100 nützliche Apps direkt im Auto installieren, darunter Musik-Streaming-Dienste oder Video-Plattformen für die Ladepause. Damit die Nutzung dieser Apps nicht am Datenvolumen scheitert, spendiert Renault ein kostenloses Datenpaket von zwei Gigabyte pro Monat für eine Laufzeit von drei Jahren.

Parallel zur Einführung des Plein Sud rüstet Renault die gesamte R4-Modellpalette technologisch auf. Insgesamt 28 Assistenzsysteme wachen über die Sicherheit der Passagiere. Neu an Bord ist unter anderem ein hochentwickeltes Fahrerüberwachungssystem, das mittels einer Infrarotkamera in der linken A-Säule die Augenbewegungen des Fahrers scannt, um Müdigkeit oder Ablenkung sofort zu erkennen. Reagiert der Fahrer über einen längeren Zeitraum nicht mehr und erkennt das System keine Hände am Lenkrad, greift ein neuer Nothalteassistent ein, der das Fahrzeug kontrolliert bis zum Stillstand abbremst. Das ist zwar ein enormer Sicherheitsgewinn, im Alltag kann die ständige Überwachung durch Kameras und Pieptöne jedoch auch als bevormundend und störend empfunden werden. Zum Glück lässt sich ein Großteil dieser Systeme über den sogenannten My Safety Switch mit nur einem Tastendruck links neben dem Lenkrad auf die persönlichen Vorlieben anpassen oder stummschalten.

Kosten-Nutzen-Analyse und Marktpositionierung

Mit einem Einstiegspreis von 36.300 Euro für die Ausstattungslinie Techno ist der Renault 4 E-Tech Plein Sud wahrlich kein billiges Vergnügen mehr. Wer sich für die noch edlere Ausführung Iconic entscheidet, muss mindestens 38.300 Euro investieren. Der Aufpreis für das schicke Webasto-Faltverdeck beträgt im direkten Vergleich zu den geschlossenen Modellversionen exakt 1.800 Euro. Das ist ein saftiger Aufschlag für ein Stück Stoff, selbst wenn man die konstruktiven Änderungen und die reichhaltige Serienausstattung berücksichtigt. Beide Versionen rollen ab Werk auf schicken 18-Zoll-Leichtmetallfelgen zum Kunden. Die Ausstattungslinie Techno bietet unter anderem bereits eine Rückfahrkamera, das OpenR Link System und die kompletten Assistenzsysteme. Die teurere Iconic-Variante setzt mit einer eleganten Zweifarblackierung, beheizbaren Sitzen vorn und einem noch feineren Innenraum zusätzliche Akzente.

Ein direkter Konkurrent wie das Fiat 500e Cabriolet startet zwar zu einem ähnlichen Grundpreis von rund 34.000 bis 35.000 Euro, ist mit einer Länge von nur 3,63 Metern aber deutlich kleiner und bietet mit einem Kofferraumvolumen von mageren 185 Litern kaum Nutzwert für Familien oder längere Reisen. Zudem bietet der Fiat mit einer Netto-Batteriekapazität von 37,3 Kilowattstunden eine deutlich geringere Praxisreichweite. Der Renault 4 Plein Sud steht in dieser Hinsicht fast konkurrenzlos da, da er den Spagat zwischen praktischem Kompakt-SUV und luftigem Fahrspaß meisterhaft beherrscht. Er beweist, dass das Fahren mit dem Wind im Haar auch in einer von Effizienz und Vernunft geprägten Gegenwart noch eine Daseinsberechtigung hat.

Fazit und redaktionelle Einordnung

Der Renault 4 E-Tech Plein Sud ist ein faszinierendes Automobil, das geschickt auf der Retrowelle reitet, ohne die Anforderungen der modernen Elektromobilität zu vernachlässigen. Er bietet das unverwechselbare, charmante Design des Ur-R4, kombiniert mit zeitgemäßer Fahrleistung und einem hohen Maß an praktischer Nutzbarkeit im Alltag. Das riesige Faltdach bringt echtes Cabrio-Feeling zurück in die urbane Elektromobilität und sorgt für ein unvergleichliches Fahrerlebnis.

Allerdings erkauft man sich diese Luftigkeit mit einem saftigen Preisaufschlag von 1.800 Euro und einem spürbaren Verlust an Kopffreiheit in der zweiten Sitzreihe. Wer ohnehin meist zu zweit unterwegs ist und den Charme des offenen Fahrens schätzt, findet im Plein Sud einen treuen, charakterstarken Begleiter. Für pragmatische Rechner hingegen dürfte die geschlossene Version des R4 die vernünftigere Wahl bleiben.