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DAT sieht deutlichen Lockdown-Effekt auf dem Gebrauchtfahrzeugmarkt

Der Lockdown trifft den autohandel serh hart - Bildnachweis: Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) / Autohaus Heusel

 

Hohe Belastungen für den Automobilhandel aufgrund des Stillstands

Die Deutsche Automobil Treuhand GmbH (DAT) sieht bei der Entwicklung der Standtage und der damit verbundenen Kosten für den Handel einen deutlichen Lockdown-Effekt. Aufgrund der Tatsache, dass seit dem 18. März de facto kein Handel mit Gebraucht- und Neufahrzeugen stattfindet, steigen die Standtage im Durchschnitt um die Zeitspanne, die der Lockdown anhält.

Regelmäßige Bewertung der kompletten Fahrzeugbestände wird an Bedeutung gewinnen

Ein erster wichtiger Schritt im Zuge der Lockerungsmaßnahmen muss daher neben dem Wiedereröffnen des physischen Automobilhandels vor allem die Öffnung aller Zulassungsstellen sein, um den „Zulassungsstau“ zu beheben: „Wenn bereits neue Pkw in sechsstelligen Stückzahlen produziert und große Teile davon vom Handel vorfinanziert wurden, dann wäre das in höchstem Maße fahrlässig, diese herumstehenden Fahrzeuge nicht endlich zum Verkehr zuzulassen. Es ist den Zulassungsstellen zuzumuten, die hierfür notwendigen Vorsichtsmaßnahmen umzusetzen“, gibt Jens Nietzschmann zu bedenken.

Die Auswirkungen auf den Gebrauchtwagenmarkt sind ebenfalls deutlich spürbar: „Bis heute, 14. April, steht der Handel inklusive der Wochenenden bereits 28 Tage still. Das bedeutet: Wenn ein Händler beispielsweise 300 Fahrzeug im Bestand hat und seit 18. März 2020 per Gesetz keinen Vor-Ort-Handel mehr betreiben durfte, sieht er sich bis heute mit 235.200 Euro Kosten konfrontiert, ohne entsprechend agieren zu können“, erklärt Jens Nietzschmann, Sprecher der DAT-Geschäftsführung.

Die Kosten für jedes Fahrzeug pro Tag ligen bei durchschnittlich 28 Euro. Jeder Tag des Lockdowns kostet den Handel bares Geld, da neben dem durchschnittlichen Wertverlust durch das steigende Fahrzeugalter unter anderem auch die Finanzierungskosten der Fahrzeuge weiterlaufen. Kosten wie das Beseitigen der Standschäden oder die Mietkosten für die Lagerflächen fallen ebenfalls an. Je nach Fahrzeugart oder Marke können die Kosten pro Fahrzeug und Tag auch deutlich höher liegen. „Zahlreiche Hersteller und Importeure haben zwar bereits Unterstützungsleistungen in die Wege geleitet, aber die mit jedem Tag des andauernden Lockdown zunehmenden Kosten des Gebrauchtfahrzeugbestandes werden dadurch wohl nicht aufgefangen werden können“, beurteilt Jens Nietzschmann die Lage.

Die DAT geht davon aus, dass sich nach dem Ende des Lockdowns auch Veränderungen im Konsumentenverhalten einstellen können. Jens Nietzschmann: „Wie üblich beobachten wir den Markt sehr genau, und sollten sich etwa Preise nach unten entwickeln, werden wir die Gebrauchtfahrzeugwerte für den Ein- und Verkauf entsprechend anpassen. Wir rechnen damit dass, je nach Kaufkraft im Land, kleinere Fahrzeuge oder auch ältere und somit günstigere Gebrauchtwagen wieder stärker in den Fokus der Interessenten rücken werden.“

Davon wäre auch die Vermarktung junger Gebrauchtwagen betroffen: Der Gebrauchtwagenhandel ist immer auch ein grenzüberschreitendes Geschäft. Viele Fahrzeuge, die entweder der Markt in Deutschland nicht aufnehmen kann, oder die im Ausland sehr begehrt sind, fanden bislang jenseits der deutschen Grenzen ihre Käufer. Dieser Effekt war zuletzt bei Euro-5-Diesel-Fahrzeugen deutlich zu beobachten. Im Unterschied dazu sind von der Corona-Krise auch die Nachbarmärkte betroffen, und wann diese sich wieder erholen, ist ebenso fraglich wie in Deutschland. „Je nachdem, wie sich der Markt entwickelt, ist es für jeden Händler, aber auch die Hersteller/Importeure und deren Banken zielführend, zu jeder Zeit die Entwicklung ihres, in den Fahrzeugen gebundenen Kapitals zu kennen. Eine regelmäßige Bewertung der kompletten Fahrzeugbestände wird daher an Bedeutung gewinnen – wie damals bei der Finanzkrise vor gut 10 Jahren. Als neutrale Dateninstanz der automobilen Wirtschaft sehen wir uns in der Verantwortung, der Branche die hierzu notwendigen Unterstützungsleistungen zu bieten“, betont Jens Nietzschmann abschließend.

 

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