Daten sind das neue Öl: Fuhrparkverband und europäische Verbände warnen vor Datenmonopol der Autohersteller

6. Dezember 2017 22:12 Autor:
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Logo des Bundesverband Fuhrparkmanagement e. V. – bildnachweis: BFV


Freier Zugang zu den Fahrzeugdaten gefordert

Aktuell wird auf europäischer Ebene verhandelt, wer die von einem Fahrzeug produzierten Daten verwenden darf bzw. wer generell das Verfügungsrecht über Daten aus dem Fahrzeug besitzt. Sieben europäische Verbände fordern daher im Entscheidungsprozess auf europäischer Ebene klare Richtlinien, um den freien Zugang zu Fahrzeugdaten für alle Marktteilnehmer weiterhin sicherzustellen. Diese Forderungen bekräftigt auch der Bundesverband Fuhrparkmanagement (BVF) und die Fuhrparkverband Austria.

Seit 2001 ist in der Europäischen Union der OBD Stecker im Fahrzeug als Datenschnittstelle für Multimarken Diagnosegeräte vorgeschrieben. Das gewährleistet, dass alle Mechaniker Zugang zu Fahrzeugdaten haben, um Service- und Reparaturleistungen zu erbringen. Doch die Autohersteller würden die notwendigsten Daten, die über den On-Board-Diagnose-Zugang (OBD) laufen, auf ein Minimum herunterfahren, warnte jetzt der Chef des österreichischen Automobil-, Motorrad und Touringclub ÖAMTC Bernhard Wiesinger. Der Rest der Informationen liefe nur noch per SIM-Karte und über Funk an den Hersteller. Aktuelle Untersuchungen der EGEA (European Garage and test Equipment Association) zeigen, dass ein Fahrzeughersteller bei drei Modellen der neuesten Baureihe die Datenkommunikation zwischen OBD Stecker und Multimarken Diagnosegeräten nur noch eingeschränkt ermöglicht bzw. sogar unmöglich gemacht hat. „Künftig werden neuere Fehlercodes über den On-Board-Diagnose-Stecker nicht mehr erfasst“, meint Wiesinger. Branchenexperten warnen daher und befürchten, dass die Digitalisierung das Aus für markenunabhängige Werkstätten und Pannendienste sein könnte, zumindest hohe Geschäftseinbußen zu erwarten wären.

Die Folgen hat der Fuhrparkverband Austria skizziert: Unabhängigen Kfz- Betriebe verlieren den Zugang zu notwendigen Daten für Service und Reparatur. Die Wahlfreiheit, wer Arbeiten am Fahrzeug durchführen soll, ist nicht mehr gegeben bzw. massiv eingeschränkt. Fuhrparkbetreiber sind dann gezwungen Markenwerkstätten aufzusuchen und nur deren Ersatzteile zu akzeptieren. Die Möglichkeit vor allem mit älteren Fahrzeugen in eine freie Werkstatt zu gehen und Reparaturen bzw. Instandsetzungen mit deutlich günstigeren Ident-Teilen durchführen zu lassen, fällt weg. Dies wird unweigerlich zu Kostensteigerungen bei Service und Reparatur führen und die Gesamtkosten der Fuhrparks anheben.

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