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Mit Design aus Seoul und Hybridtechnik von BYD: Der neue KGM Actyon Hybrid im Kurztest

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest - Bildnachweis: KGM

Der Aufbruch einer Marke: KGM in Deutschland und der Ausblick auf 2026

Die Geschichte von KGM in Deutschland ist eng mit dem Jahr 2023 verknüpft, als die KG Group den angeschlagenen Hersteller SsangYong übernahm und eine radikale Neuausrichtung einleitete. Der Markenname KG Mobility, kurz KGM, markiert dabei nicht nur eine namentliche Änderung, sondern eine strategische Neupositionierung weg vom reinen Nutzfahrzeug-Image hin zu einem modernen Mobilitätsanbieter. Im vergangenen Jahr konnte die Marke in Deutschland bereits über 3.000 Neuzulassungen verzeichnen, was angesichts der harten Konkurrenz und der noch geringen Markenbekanntheit als beachtlicher Erfolg gewertet wird. Für das Jahr 2026 sind die Ziele deutlich ambitionierter gesteckt. Unter der Führung des neuen Geschäftsführers BK Lee plant das Unternehmen, das Händlernetz massiv auszubauen. Mittelfristig soll das Netz mit aktuell 140 Händlern auf bis zu 180 bis zu 200 Standorte anwachsen, um eine flächendeckende Servicequalität und Kundennähe zu gewährleisten.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Der Ausblick auf das Jahr 2026 zeigt eine klare Fokussierung auf die Elektrifizierung des Portfolios. Der Actyon Hybrid fungiert dabei als Speerspitze einer neuen Modelloffensive, die darauf abzielt, die Marktlücke zwischen klassischen Verbrennern und reinen Elektrofahrzeugen zu schließen. Neben dem Actyon wird auch der vollelektrische Pick-up Musso Ev eine zentrale Rolle spielen, ebenso wie spezialisierte Varianten des Torres, wie der EVX Cargo Van für gewerbliche Nutzer. Diese Diversifizierung soll es KGM ermöglichen, sowohl Privatkunden als auch Flottenbetreiber anzusprechen, die nach kosteneffizienten und dennoch repräsentativen Fahrzeugen suchen. Die Marke positioniert sich dabei als Herausforderer, der durch lange Garantieversprechen von fünf bis sieben Jahren und ein attraktives Preis-Leistungsverhältnis Vertrauen am Markt gewinnen möchte.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Marktsegment: Die Nische der leistungsstarken Vollhybride

Der KGM Actyon Hybrid tritt in einem Segment an, das in Europa trotz des Trends zur reinen Elektromobilität eine stabile und wachsende Bedeutung hat: das D-Segment der Mittelklasse-SUVs mit Vollhybridantrieb (HEV) ohne Stecker. Viele Kunden schätzen die Unabhängigkeit von der Ladeinfrastruktur bei gleichzeitiger Treibstoffersparnis im Stadtverkehr. In diesem Umfeld trifft der Actyon auf etablierte Schwergewichte wie den Kia Sportage Hybrid, den Hyundai Tucson Hybrid und den Toyota RAV4. Auch neue europäische Konkurrenten wie der VW Tayron oder der preisbewusste Dacia Bigster rücken ins Blickfeld der Käufer. Wir hatten nun in Dreieich bei Frankfurt Gelegenheit die neue Vollhybridversion des Actyon einem kurzen Test- und Fahreindruck zu unterziehen.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Die Zielgruppe des Actyon Hybrid ist breit gefächert. Auf der einen Seite stehen Privatkunden, insbesondere Familien, die ein geräumiges Fahrzeug mit hohem Sicherheitsstandard und markanter Optik suchen. Auf der anderen Seite rücken Flottenmanager und Fuhrparkbetreiber in den Fokus. Für sie ist der Actyon durch seine niedrigen Betriebskosten, die moderate Versicherungseinstufung in Gruppe 25 und die stabilen Restwertprognosen interessant. Die Kombination aus einem sparsamen Hybridantrieb und einer nahezu vollständigen Serienausstattung in der Lux-Linie macht das Fahrzeug zu einem kalkulierbaren Aktivposten in jeder Unternehmensflotte. 

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Technische Einordnung: Synergien und Plattformstrategie 

Technisch basiert der Actyon Hybrid auf der bewährten Monocoque-Plattform des KGM Torres, wurde jedoch in entscheidenden Bereichen weiterentwickelt, um dem Anspruch eines SUV-Coupés gerecht zu werden. Mit einer Länge von 4.740 Millimetern ist er etwas länger und breiter als sein Plattformbruder, liegt aber mit 1.680 Millimetern flacher auf der Straße. Diese Abmessungen verschaffen ihm eine optische Präsenz, die ihn am oberen Ende der Mittelklasse positioniert. Ein zentraler Aspekt der technischen Identität des Fahrzeugs ist die Kooperation mit dem chinesischen Giganten BYD. Während KGM die Fahrzeugplattform, die Karosserie und das Fahrwerk liefert, stammt das gesamte HEV-Antriebssystem inklusive der Batterie und des Getriebes von BYD.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Diese Entscheidung markiert einen Wendepunkt  in der Strategie von KGM. Anstatt mit hohen Forschungs- und Entwicklungskosten ein eigenes Hybridsystem zu entwerfen, greift man auf eine weltweit führende und skalierte Technologie zurück, die bereits millionenfach erprobt ist. Dies ermöglicht es dem Hersteller, sofort ein technisch und preislich voll wettbewerbsfähiges Produkt auf den Markt zu bringen, das in Sachen Effizienz und Zuverlässigkeit mit den japanischen Pionieren der Hybridtechnik mithalten kann. Die Plattform nutzt an der Vorderachse klassische McPherson-Federbeine, während hinten eine aufwändige Mehrlenker-Konstruktion zum Einsatz kommt, die speziell auf die Anforderungen des Hybridgewichts und der 20-Zoll-Bereifung abgestimmt wurde.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Exterieur-Design: Zwischen Tradition und Moderne

Das Design des Actyon Hybrid ist ein bewusster Bruch mit der Vergangenheit und folgt der neuen Philosophie „Powered by Toughness“. Besonders die Frontpartie ist ein markantes Erkennungsmerkmal. Eine durchgehende, horizontale Led-Lichtleiste wird durch acht Segmente unterbrochen, deren Gestaltung von den Trigrammen der koreanischen Flagge (Geon, Gon, Gam, Ri) inspiriert ist. Dies verleiht dem Fahrzeug nicht nur eine einzigartige Nachtsignatur, sondern stellt auch eine stolze Verbindung zur Herkunft der Marke her. Die eigentlichen Hauptscheinwerfer sind tiefer in der Frontschürze platziert, was der Front ein sehr technisches und fast futuristisches Aussehen verleiht, das oft mit Elektrofahrzeugen assoziiert wird.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Die Silhouette des Actyon wird durch eine hohe Gürtellinie und eine flach abfallende Dachlinie geprägt, die ihm den Charakter eines SUV-Coupés verleiht. Dennoch wirkt der Wagen nicht zierlich. Muskulöse Radläufe und massive C-Säulen unterstreichen den robusten Anspruch. Am Heck finden sich pixelartig gestaltete Led-Leuchten und ein integrierter Skid-Plate-Stoßfänger, der das Fahrzeug optisch in die Breite zieht. Ein interessantes Detail auf der Motorhaube sind die Kunststoffelemente, die wie Haltegriffe eines echten Geländewagens wirken und den Abenteuercharakter unterstreichen sollen, auch wenn sie rein dekorativer Natur sind. Farblich bietet KGM eine Palette an, die von klassischen Tönen wie Grand White bis hin zu speziellen Metalliclackierungen wie Latte Greige oder Forest Green reicht, wobei zweifarbige Kontrastlackierungen mit schwarzem Dach dem Actyon besonders gut stehen. 

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Qualität und Verarbeitung: Auf dem Weg zum Premium-Anspruch 

In der Vergangenheit war die Verarbeitungsqualität oft der Schwachpunkt koreanischer Nischenanbieter. Mit der Produktion im Werk Pyeongtaek in Südkorea hat KGM hier jedoch einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Die Karosserie besteht zu 78 Prozent aus hochfestem Stahl, was eine exzellente Torsionssteifigkeit garantiert. In der Praxis bedeutet dies, dass das Fahrzeug auch bei Verwindungen, wie sie beim Überfahren schräger Bordsteine oder auf unebenen Wegen vorkommen, keinerlei Knarz- oder Quietschgeräusche von sich gibt. Die Spaltmaße am Exterieur sind gleichmäßig und zeugen von einer modernen Fertigung mit hoher Präzision.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Im Innenraum setzt sich dieser positive Eindruck weitgehend fort. Die Materialwahl in der für Deutschland vorgesehenen Ausstattungslinie Lux umfasst hochwertiges Nappa-Leder und weiche Suede-Einsätze an den Türtafeln und Sitzen. Das Armaturenbrett ist im oberen Bereich großzügig unterschäumt, und rote Kontrastnähte sorgen für ein sportliches Ambiente. Dennoch findet man bei genauerer Betrachtung kleine Inkonsistenzen. Einige Kunststoffelemente in der Mittelkonsole, die Carbon- oder Holzoptik imitieren sollen, fühlen sich beim harten Klopftest weniger wertig an als sie aussehen. Auch die Integration der Lüftungsdüsen im unteren Bereich der Mittelkonsole wirkt etwas funktionaler als der Rest des ansonsten sehr schicken Cockpits. Dennoch bleibt festzuhalten, daß der Actyon in Sachen haptischer Anmutung mittlerweile auf Augenhöhe mit den Volumenmodellen von Hyundai oder Kia liegt und manche europäische Konkurrenten sogar übertrifft.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Interieur und Raumökonomie: Ein Platzwunder trotz Coupé-Form 

Eines der beeindruckendsten Merkmale des Actyon Hybrid ist sein Platzangebot, das die äußere Formsprache Lügen straft. Trotz der abfallenden Dachlinie finden auch im Fond Personen über 1,90 Meter Körpergröße ausreichend Kopffreiheit vor. Die Beinfreiheit ist dank des Radstandes von 2.680 Millimetern überdurchschnittlich und erlaubt es den Passagieren, die Beine bequem auszustrecken. Ein besonderer Komfortgewinn ist die in der Neigung um bis zu 32 Grad verstellbare Rücksitzlehne, die auf langen Reisen verschiedene Entspannungspositionen ermöglicht.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Der Kofferraum bietet mit 668 Litern bei aufrechter Sitzbank ein Volumen, das viele konventionelle Kombis in den Schatten stellt. Durch das Umklappen der Rücksitze im Verhältnis 60:40 entsteht ein Laderaum von bis zu 1.568 Litern mit einem nahezu ebenen Ladeboden. Unter dem doppelten Ladeboden finden sich zusätzliche Fächer für das Bordwerkzeug oder kleinere Einkäufe, was die Alltagstauglichkeit erhöht. In der ersten Reihe dominiert eine schwebende Mittelkonsole das Bild, die nicht nur den kleinen Shift-by-Wire-Wählhebel beherbergt, sondern auch ein großes Ablagefach im unteren Bereich bietet, das ideal für Taschen oder elektronische Geräte ist. Die Sitzposition ist SUV-typisch hoch und bietet eine exzellente Übersicht über das Verkehrsgeschehen, wobei die elektrisch verstellbaren Vordersitze durch eine integrierte Belüftungsfunktion und Sitzheizung den Komfort zusätzlich steigern. 

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Bedienergonomie und Infotainment: Die Welt von Athena 2.0

Das Cockpit des Actyon Hybrid wird von einem beeindruckenden Panorama-Display dominiert, das zwei 12,3 Zoll große Bildschirme unter einer gemeinsamen Glasfläche vereint. Das neue Betriebssystem Athena 2.0 stellt einen Quantensprung gegenüber früheren Software-Generationen dar. Die grafische Oberfläche ist modern, bietet flüssige Animationen und eine logische Menüführung über großflächige Kacheln. Dennoch ist die Bedienung während der Fahrt nicht ganz ohne Tücken. KGM hat fast alle physischen Tasten entfernt, sodass auch die Steuerung der Zwei-Zonen-Klimaautomatik und die Auswahl der Fahrmodi über den Touchscreen erfolgen müssen. Zwar gibt es eine konfigurierbare Favoritentaste am Lenkrad, doch die haptische Rückmeldung klassischer Regler wird von manchen Nutzern vermisst.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Das Navigationssystem stammt vom Spezialisten TomTom und bietet eine zuverlässige Routenführung mit Echtzeit-Verkehrsdaten. Ein Kritikpunkt im Modelljahr 2026 bleibt die Konnektivität: Android Auto und Apple CarPlay funktionieren in der Basisversion nur kabelgebunden über die USB-Anschlüsse in der Mittelkonsole. Ein angekündigtes Over-the-Air-Update soll hier Abhilfe schaffen, doch zum Marktstart ist dies eine Einschränkung, die in dieser Preisklasse ungewöhnlich wirkt. Die KGM Connect App hingegen bietet modernen Standard: Sie erlaubt den Fernzugriff auf das Fahrzeug, um den Ladestatus zu prüfen, die Türen zu verriegeln oder den Innenraum vor Fahrtbeginn zu klimatisieren – ein Feature, das besonders im Winter geschätzt wird.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Audio und Entertainment: Klangwelten im SUV

Für die akustische Unterhaltung sorgt im Actyon Hybrid ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern, das speziell auf die Innenraumakustik des SUV-Coupés abgestimmt wurde. Der Klang ist klar und bietet ein solides Fundament, stößt aber bei sehr hohen Lautstärken an seine Grenzen. Eine optionale Premium-Anlage von Marken wie Infinity oder Harman Kardon ist derzeit nicht im deutschen Konfigurator gelistet, was audiophile Kunden bedauern könnten. Dennoch überzeugt die Integration digitaler Radioquellen (DAB+) und das problemlose Streaming via Bluetooth. Praktisch sind die USB-C-Anschlüsse mit einer hohen Ladeleistung von 27 Watt sowohl vorn als auch hinten, die sicherstellen, dass auch moderne Tablets während langer Fahrten schnell aufgeladen werden können.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Antrieb und Leistung: Das BYD-Herz unter der Haube

Das Herzstück des Actyon Hybrid ist das Dual-Tech-Hybridsystem, das in enger Zusammenarbeit mit BYD integriert wurde. Es handelt sich um einen seriell-parallelen Hybrid, der einen 1,5 Liter großen Vierzylinder-Turbobenziner mit 110 kW (150 PS) und einen starken Elektromotor mit 130 kW (177 PS) kombiniert. Die Systemleistung beträgt 150 kW, was in alter Wähtung 204 PS entspricht, bei einem maximalen Drehmoment von 300 Newtonmetern. Diese Konfiguration ermöglicht ein Fahrgefühl, das dem eines reinen Elektroautos sehr nahekommt.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

In der Stadt und bei moderatem Tempo übernimmt meist der Elektromotor den Vortrieb, was für eine nahezu lautlose und sehr geschmeidige Beschleunigung sorgt. Der Benzinmotor, der im effizienten Miller-Zyklus arbeitet und über einen Turbolader mit variabler Geometrie (VGT) verfügt, fungiert in diesen Situationen primär als Generator, um die Batterie nachzuladen. Erst bei höherem Leistungsbedarf oder Geschwindigkeiten über 100 km/h schließt eine Überbrückungskupplung im e-DHT-Getriebe, und der Verbrenner treibt die Vorderräder direkt an. Das System verfügt über insgesamt neun verschiedene Betriebsmodi, die von der Steuersoftware völlig automatisch und unmerklich für den Fahrer gewechselt werden. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h und einer Beschleunigung, die das Fahrzeug souverän im Verkehrsfluss mitschwimmen läßt, ist der Actyon Hybrid ein ausgewogener Begleiter für Alltag und Langstrecke. 

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Fahrwerk und Fahreigenschaften: Komfort als Maxime 

Die Fahrwerksabstimmung des Actyon Hybrid folgt dem Anspruch eines komfortablen Reisewagens. KGM setzt hier auf intelligente Smart Frequency Damper, die ihre Dämpfungsrate mechanisch an die Anregungsfrequenz der Straße anpassen. Auf gut ausgebauten Straßen führt dies zu einem gleitenden Fahrgefühl, bei dem lange Bodenwellen sanft ausgebügelt werden. Die Lenkung ist sehr leichtgängig, was das Rangieren im Stadtverkehr und in engen Parkhäusern erleichtert, allerdings bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn etwas mehr Rückmeldung von der Fahrbahn vermissen läßt.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

In schnell gefahrenen Kurven zeigt das SUV-Coupé eine leichter Tendenz Seitenneigung, bleibt aber dank des niedrigen Schwerpunkts durch die im Boden platzierte Batterie stets sicher und berechenbar. Die Traktionskontrolle und das ESP greifen feinfühlig ein, um den Fronttriebler auch auf rutschigem Untergrund stabil zu halten. Ein kleiner Wermutstropfen sind die serienmäßigen 20 Zoll-Räder mit Reifen im Format 245/45, die kurze Stöße und Querfugen zuweilen auch an die Insassen ungemildeter weitetreichen als dies bei kleineren Felgendimensionen der Fall wäre. Positiv hervorzuheben ist die Geräuschdämmung: Dank Verbundglas in den Vordertüren und einer großzügigen Verwendung von Dämmmaterialien im Bereich der Radhäuser und der Stirnwand bleibt es im Innenraum auch bei Autobahntempi angenehm leise. 

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Batterie und Zellchemie: Sicherheit durch robuste und langlebige LFP-Zellchemie 

Ein entscheidender technischer Vorteil des Actyon Hybrid gegenüber vielen Mitbewerbern ist die verwendete Batterietechnologie. KGM nutzt die Blade-Battery von BYD, die auf der Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) basiert. Im Gegensatz zu herkömmlichen Ncm-Akkus (Nickel-Cobalt-Mangan) enthalten diese Batterien kein teures Kobalt und gelten als deutlich sicherer und langlebiger. Die LFP-Zellen überstehen problemlos über 3.000 bis 5.000 Ladezyklen, was eine außergewöhnlich hohe Lebensdauer garantiert und somit auch für den Gebrauchtwagenmarkt und die Restwertstabilität ein wichtiges Argument ist.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Die Kapazität der Hybridbatterie beträgt 1,83 kWh, was für einen Vollhybriden ein stattlicher Wert ist. Das Batteriemanagement sorgt dafür, dass der Akku stets in einem optimalen Ladezustand gehalten wird, indem Energie beim Bremsen über die Rekuperation zurückgewonnen wird. Die Intensität dieser Energierückgewinnung kann der Fahrer über Schaltwippen am Lenkrad in drei Stufen einstellen. In der höchsten Stufe verzögert das Fahrzeug deutlich, was besonders im Stadtverkehr ein vorausschauendes Fahren fast ohne Einsatz des Bremspedals ermöglicht, wenngleich ein echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand systembedingt nicht möglich ist.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Effizienz und Verbrauch: Realitätscheck der Hybrid-Technik

Die Werksangabe für den kombinierten Kraftstoffverbrauch liegt bei 6,1 Litern Super je hundert gefahrene Kilometer. In unserem nicht repräsentativen Kurztest, der einen Mix aus Stadt, Landstraße und Autobahn umfasste, kamen wir diesem Wert durchaus nah. Bei defensiver Fahrweise im urbanen Umfeld, wo das System laut KGM bis zu 94 Prozent der Zeit rein elektrisch fahren kann, sind Verbräuche knapp oberhalb 5 Liter durchaus realistisch. Auf der Autobahn bei konstantem Tempo 130 steigt der Konsum systembedingt auf etwa 7,7 bis 8,2 Liter an.
 
Mit einem Tankvolumen von 50 Litern ergibt sich so eine praxisnahe Reichweite von etwa 750 bis 800 Kilometern pro Füllung. Für einen Hybriden dieser Größe ist das ein solider Wert, der den Actyon zu einem vollstreckentauglichen Reisefahrzeug macht. Im Vergleich zum reinen Benziner, der im Realbetrieb oft über 9 Liter konsumiert, bietet der Hybrid somit eine deutliche Ersparnis bei den Unterhaltskosten und reduziert die CO2-Emissionen auf 138 Gramm pro Kilometer.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Fuhrparkrelevanz und Tco: Die Perspektive der Flottenmanager

Für Unternehmen stellt der KGM Actyon Hybrid eine attraktive Option dar, da er die Brücke zwischen Nachhaltigkeitszielen und praktischer Nutzbarkeit schlägt. Die Kombination aus niedrigen Emissionen und dem Entfall einer notwendigen Ladeinfrastruktur macht ihn besonders pflegeleicht in der Verwaltung. Ein wesentlicher Faktor für das Flottenmanagement ist die Gesamtkostenbetrachtung (Total Cost of Ownership, Tco). Hier punktet der Actyon durch seine umfangreiche fünfjährige Garantie bis 100.000 Kilometer, die für die Hochvoltkomponenten des Hybridsystems sogar auf acht Jahre oder 160.000 Kilometer verlängert wird. Dies minimiert das Risiko unkalkulierbarer Reparaturkosten während der Leasinglaufzeit.

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM

Die Versicherungseinstufung ist moderat, was die jährlichen Fixkosten senkt. Zudem gewinnt die Marke KGM durch die professionelle Marktbearbeitung in Deutschland an Stabilität, was sich positiv auf die Restwertprognosen auswirkt. Einzig die Anhängelast von 1.300 Kilogramm (gebremst) könnte für einige gewerbliche Einsatzzwecke, die schwere Lasten erfordern, ein einschränkendes Kriterium sein, während sie für die meisten Freizeitaktivitäten wie den Transport von Ebikes oder kleinen Anhängern völlig ausreicht.

Technische Daten KGM Actyon Lux Hybrid Dual Tech Motor (1.5-T-GDI)
Hersteller:KGM
Karosserie:SUV
Antrieb:Vollhybrid (HEV)
Verbrennungsmotor:Dual Tech Motor (1.5-T-GDI Benziner + E-Motor)
Start/Stopp-SystemJa
Getriebe6-Gang-Automatik mit elektronischer Shift-by-Wire-Bedienung
Antrieb2WD
Hubraum:1.498 ccm
EmissionsklasseEuro 6e-bis
Systemleistung:150 kW (204 PS)
Leistung Verbrenner:110 kW (150 PS) bei 5.500 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment Verbrenner:220 Nm bei 2.400 bis 4.200 Umdrehungen pro Minute
Leistung Elektromotor:130 kW (177 PS)
Drehmoment Elektromotor:300 Nm
Fahrbatterie:1,83 kWh
Höchstgeschwindigkeit:175 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in sk.A.
Verbrauch WLTP in Litern/100 km 6,1 Liter /100 km
CO2-Ausstoß 138 g/km
Kraftstoff:Super Bleifrei (95 ROZ)
Tankinhalt:50 Liter
Leergewicht:1.725 kg
Zul. Gesamtgewicht:2.290 kg
Zuladung:484 kg
Kofferraum652 – 1650 Liter
Zul. Anhängelast gebremst bei 12%:1.300 kg
Zul. Anhängelast ungebremst:500 kg
Wendekreis:10,86 m
Abmessungen (LxBxHxRadstand):4.740x1.910x1.670x2.680 mm
Bodenfreiheit:193 mm
Garantie:• 5 Jahre Herstellergarantie oder 100.000 km; Actyon Hybrid zusätzlich: 7 Jahre oder 150.000 km Herstellergarantie auf Hochvoltkomponenten (das jeweils zuerst Erreichte gilt)
• 6 Jahre Garantie gegen Durchrostung
• 5 Jahre KGM europaweite Mobilitätsgarantie
Preis:Ab 44.890

 

Preise und Ausstattung: Das All-inclusive-Paket 

In Deutschland wird der Actyon Hybrid zum Marktstart ausschließlich in der höchsten Ausstattungslinie Lux angeboten. Der Listenpreis für dieses Modell beträgt 44.890 Euro. Für diesen Betrag erhält der Käufer ein Fahrzeug, das praktisch keine Wünsche offen lässt. Zum Serienumfang gehören unter anderem 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Led-Hauptscheinwerfer, ein Panorama-Display, belüftete und beheizbare Nappa-Ledersitze, ein 360-Grad-Kamerasystem, eine elektrische Heckklappe mit Fußsensor und ein umfassendes Paket an Assistenzsystemen inklusive adaptiver Geschwindigkeitsregelung (IACC).

KGM Actyon Lux Hybrid im Kurztest – Bildnachweis: KGM


Die Optionsliste ist dementsprechend kurz und beschränkt sich auf Metallic-Lackierungen, zweifarbige Kontrastlackierungen und ein elektrisches Panorama-Glasschiebedach. Im direkten Vergleich zu einem ähnlich ausgestatteten VW Tiguan oder einem Skoda Kodiaq bietet KGM einen Preisvorteil, der oft im fünfstelligen Bereich liegt. Dies macht den Actyon Hybrid nicht nur für preisbewusste Privatkunden, sondern auch für kostenoptimierte Flotten zu einer ernstzunehmenden Alternative.

Fazit: Das tolle SUV von KGM wird endlich sparsam  

Der neue KGM Actyon Hybrid MJ 2026 ist das beeindruckende Zeugnis eines Neuanfangs. Er beweist, dass ein eigenständiges und fast schon luxuriös anmutendes Design nicht zwangsläufig mit astronomischen Preisen einhergehen muss. Die strategische Allianz mit BYD war der entscheidende Schachzug, um die Achillesferse früherer Modelle – den hohen Kraftstoffverbrauch – endgültig zu heilen. Der Actyon ist kein bloßer Blender, sondern ein handfestes Automobil mit enormer Raumökonomie, einer für diese Klasse herausragenden Sicherheitsausstattung und einem Antrieb, der durch Sanftheit und Effizienz überzeugt.
 
Sicherlich gibt es Details, an denen die Ingenieure in Pyeongtaek noch feilen können, wie die Konnektivität ohne Kabel oder eine noch feinfühligere Fahrwerksabstimmung für europäische Verhältnisse. Doch wer über das noch junge Logo auf der Motorhaube hinwegsehen kann, wird mit einem Fahrzeug belohnt, das in puncto Charakter und Nutzwert viele etablierte Konkurrenten hinter sich läßt. KGM hat mit dem Actyon Hybrid den Schritt aus der Nische in das Rampenlicht der Mittelklasse vollzogen. Für Kunden, die ein Auto suchen, das sowohl den Kopf als auch das Herz anspricht, führt am Actyon Hybrid derzeit kaum ein Weg vorbei.

KGM Actyon Lux Hybrid