BYD Dolphin G DM-i Comfort mit PHEV-Antrieb im Kurztest - Bildnachweis: MOTORMOBILES
Wie viel Elektro-Gefühl steckt im neuen Super-Hybrid?
Die Automobilindustrie im B-Segment erlebt derzeit eine spürbare Zäsur, da sich viele etablierte europäische Hersteller aus der Klasse der bezahlbaren Kleinwagen zurückziehen. Steigende regulatorische Anforderungen und hohe Entwicklungskosten haben dazu geführt, daß einstige Ikonen des Segments eingestellt oder stark verteuert wurden. Genau in diese Lücke stößt nun ein technologisches Schwergewicht aus Shenzhen, das mit einem völlig neuen Konzept die Spielregeln im automobilen Einstiegsbereich neu definieren möchte. Der BYD Dolphin G DM-i verspricht nicht nur den emissionsfreien Alltagsbetrieb eines Elektrofahrzeugs, sondern dank einer hochentwickelten Plug-in-Hybrid-Architektur eine Gesamtreichweite, die selbst gestandene Langstrecken-Dieselfahrzeuge alt aussehen lässt.

Dieses neuartige Konzept verbindet die Welten der Elektromobilität und des Verbrennungsmotors auf eine Weise, die im preissensiblen Kleinwagenbereich des B-Segments bisher als unbezahlbar galt. Ein kompakter Fünftürer, der tägliche Pendelstrecken von über einhundert Kilometern rein elektrisch zurücklegt und bei Bedarf ohne zeitraubende Ladestopps über 1.000 Kilometer am Stück bewältigt, weckt unweigerlich das Interesse von Privatkunden und Flottenbetreibern gleichermaßen. Die technologische Flexibilität wird hier mit einer Preisgestaltung kombiniert, die eine breite Käuferschicht anspricht und den Übergang zur elektrifizierten Mobilität ohne die üblichen Kompromisse bei der Reichweite ermöglicht.

Der Marktstart im Spätsommer und Frühherbst des Jahres 2026 markiert für BYD zudem den Übergang zu einer neuen Stufe der Lokalisierung auf dem europäischen Kontinent. Mit dem Produktionsstart im neuen Werk im ungarischen Szeged gelingt es dem Konzern, die Fahrzeuge zollfrei und maßgeschneidert für den europäischen Markt anzubieten. Diese strategische Neuausrichtung wird durch ein rasant wachsendes Vertriebs- und Servicenetz in Deutschland untermauert, das von 26 Standorten Anfang 2025 auf 350 Standorte bis Ende 2026 ausgebaut wird. Der Dolphin G DM-i ist damit weit mehr als ein neues Modell, er ist die Speerspitze einer großangelegten Marktoffensive. Wir hatten nun Gelegenheit in Berlin den BYD Dolphin G DM-i in der gehobenen Ausstattungsversion Comfort zu fahren.

BYD hat sich weltweit bereits als führender Hersteller elektrifizierter Fahrzeuge etabliert und im Jahr 2025 die Rekordmarke von über 4,6 Millionen verkauften New Energy Vehicles erreicht, wovon fast die Hälfte auf hocheffiziente Plug-in-Hybride entfiel. Während das Wachstum in China durch einen intensiven Preiskampf geprägt ist, verlagert sich der Fokus zunehmend auf internationale Märkte. Im ersten Quartal 2026 konnte BYD in wichtigen europäischen Märkten wie Großbritannien, Italien und Deutschland ein nahezu vervierfachtes Zulassungsplus verzeichnen. Für das Gesamtjahr 2026 peilt der Deutschland-Chef Lars Bialkowski über fünfzigtausend Neuzulassungen an. Der Dolphin G DM-i nimmt in dieser Planung als erstes gezielt für Europa entwickeltes Modell eine Schlüsselrolle ein.

Marktsegment und Technische Einordnung BYD Dolphin G DM-i
Das europäische B-Segment ist traditionell hart umkämpft und zeichnet sich durch extrem preissensible Kunden aus. Die verbliebenen Wettbewerber wie der Volkswagen Polo, der Opel Corsa oder der Renault Clio setzen in ihren Basisversionen meist auf konventionelle, milde hybridisierte Dreizylinder-Benziner, während Vollhybride wie der Toyota Yaris zwar im Stadtverkehr sparsam sind, jedoch keine nennenswerte rein elektrische Reichweite bieten. Der BYD Dolphin G DM-i bricht mit dieser Konvention und implantiert als einziger Kleinwagen ein vollwertiges Plug-in-Super-Hybrid-System in diese Klasse.
Technisch nutzt der Dolphin G DM-i die jüngste Evolutionsstufe der hochflexiblen DM-i 5.0 Plattform des Konzerns, die eine enge Verwandtschaft zum kompakten SUV Atto 2 DM-i aufweist. Diese Plattform ist von Grund auf so konzipiert, daß der elektrische Antriebstrang die Führung übernimmt, während der Verbrennungsmotor primär als effizienter Generator fungiert. Diese Auslegung unterscheidet das System grundlegend von den oft unharmonischen Parallelhybriden europäischer Bauart, bei denen ein kleiner Elektromotor lediglich versucht, die Schwächen des Verbrenners auszugleichen.

Im Vergleich zur rein batterieelektrischen Variante des BYD Dolphin ergeben sich durch diese Plattformarchitektur signifikante Unterschiede in den Proportionen und im Packaging. Der Dolphin G DM-i ist mit einer Länge von 4,16 Metern um exakt dreizehn Zentimeter kürzer als der Elektro-Dolphin, überragt diesen jedoch in der Breite mit 1,825 Metern um immerhin 55 Millimeter. Dieser Breitenzuwachs im Vorderwagen ist technisch notwendig, um den quer eingebauten Vierzylinder-Verbrennungsmotor, die duale Elektromotoreneinheit und die dazugehörige Leistungselektronik crashsicher unterzubringen. Die geänderten Abmessungen führen zu einer völlig anderen optischen Präsenz und einer optimierten Raumökonomie im Innenraum, die das Fahrzeug trotz der geringeren Länge erstaunlich erwachsen wirken lässt.

Exterieur-Design und Optik
Das Karosseriedesign des BYD Dolphin G DM-i wurde unter der kreativen Leitung des ehemaligen Audi-Designers Wolfgang Egger entworfen und präsentiert eine moderne Weiterentwicklung der Ocean-Formensprache der Marke. Die Frontpartie unterscheidet sich markant von der geschlossenen Optik des Elektro-Pendants. Anstelle des glatten Frontpanels dominiert beim Hybrid ein flacher, trapezförmiger Kühlergrill im unteren Stoßfänger, der mit aktiven Luftklappen ausgestattet ist. Diese Klappen öffnen sich nur bei erhöhtem Kühlungsbedarf des Verbrennungsmotors und bleiben ansonsten geschlossen, um den Luftwiderstand des Fahrzeugs zu minimieren.

Die extrem schmalen und scharf geschnittenen LED-Scheinwerfer sind über ein dezentes Band optisch miteinander verbunden und verleihen dem Kleinwagen ein konzentriertes Gesicht. An den vorderen Kotflügeln befinden sich angedeutete Luftauslassgitter, die den sportlichen Anspruch des Fahrzeugs unterstreichen sollen. Entlang der Seitenpartie zieht sich eine prägnante Charakterlinie, die knapp oberhalb der Türgriffe verläuft und im Bereich der C-Säule in einem dynamischen Schwung nach oben ausläuft. Zusammen mit den abgedunkelten Scheiben ab der B-Säule und den schwarzen D-Pillars entsteht der visuelle Eindruck eines schwebenden Daches.

Das Heck des Fahrzeugs zeichnet sich durch eine durchgehende LED-Lichtband-Grafik aus, deren filigrane Struktur an die Bewegung von Meereswellen angelehnt ist und dem Dolphin G eine unverwechselbare Nachtsignatur verleiht. Ein skulptural geformter hinterer Stoßfänger und ein unauffälliger Dachspoiler optimieren die aerodynamische Strömung am Heck. Je nach gewählter Ausstattungslinie steht der Kleinwagen auf aerodynamisch optimierten 16-Zoll-Leichtmetallrädern oder zweifarbigen 18-Zoll-Felgen, die das stämmige und breite Erscheinungsbild des Fünftürers zusätzlich betonen.

Materialauswahl, Haptik, Qualität und Verarbeitung
Beim Betreten des Innenraums wird deutlich, daß BYD beim Dolphin G DM-i gezielt an den Kritikpunkten früherer Modellgenerationen gearbeitet hat. Das Armaturenbrett präsentiert sich gut strukturiert und ist im direkten Sicht- und Griffbereich mit angenehm weich geschäumten Oberflächen überzogen. Ab der Variante Boost kommt zudem ein haptisch sehr angenehmes, veganes Kunstleder an den Sitzen und Teilen der Türverkleidungen zum Einsatz, das sich durch feine Ziernähte und eine saubere Haptik auszeichnet.

Die Verarbeitungsqualität im Innenraum zeigt sich auf einem hohen und soliden Niveau. Die Spaltmaße an den Lüftungsdüsen, der Mittelkonsole und den Übergängen zu den Türtafeln sind gleichmäßig eng ausgeführt. Selbst bei Fahrten über Kopfsteinpflaster glänzt die Karosseriestruktur durch Abwesenheit von Knister- oder Knarzgeräuschen, was auf die hohe Steifigkeit des Gesamtaufbaus zurückzuführen ist. Kritik verdient jedoch der großzügige Einsatz von hochglänzenden Klavierlack-Oberflächen im Bereich der zentralen Bedieneinheit. Diese Flächen zeigen sich im Alltag extrem anfällig für Staub, Fingerabdrücke und feine Mikrokratzer, was den ansonsten hochwertigen Eindruck nach einiger Nutzungszeit trübt.

Die walzenförmigen physischen Taster in der geschwungenen Mittelkonsole bestehen aus griffigem Material und rasten mit einem präzisen, mechanischen Feedback ein. Die Türöffner im Innenraum sind in Form einer Delfinflosse gestaltet, was dem Interieur eine verspielte, aber funktionale Note verleiht. Die Teppichböden und die Verkleidungen im Kofferraum sind sauber eingepasst, wenngleich hier in den unteren, weniger sichtbaren Bereichen des Fahrzeugs einfacherer, kratzempfindlicherer Hartkunststoff verwendet wird.

Interieur: Raumökonomie, Displays und Infotainment
Trotz der im Vergleich zur Konkurrenz kompakten Außenlänge von 4,16 Metern überrascht der Dolphin G DM-i mit einer herausragenden Raumökonomie. BYD nutzt die konstruktiven Vorteile des e-Plattform-Konzepts konsequent aus. Der Radstand von 2,61 Metern ermöglicht in Verbindung mit dem komplett flachen Fahrzeugboden ohne störenden Mitteltunnel ein Platzangebot im Fond, das viele klassische Kompaktwagen übertrifft. Selbst Personen mit einer Körpergröße von über 1,85 Metern finden auf den hinteren Plätzen eine großzügige Kniefreiheit vor. Die Kopffreiheit zeigt sich dank der sanft ansteigenden Dachlinie ebenfalls sehr üppig dimensioniert.

Die vorderen Sportsitze mit integrierten Kopfstützen bieten eine hervorragende Ergonomie mit spürbarem Seitenhalt und sind ab der Ausführung Boost beheizbar. Der Fahrersitz lässt sich elektrisch in sechs Richtungen verstellen, was eine optimale Sitzposition für Fahrer unterschiedlicher Statur ermöglicht. Das Kofferraumvolumen setzt mit 425 Litern bei aufrechter Rücksitzbank einen neuen Bestwert im B-Segment und übertrifft sogar den längeren Elektro-Dolphin um achtzig Liter. Ein dezent unter dem Ladeboden integriertes 45-Liter-Fach eignet sich perfekt für die staubgeschützte Unterbringung des Ladekabels. Durch das Umlegen der im Verhältnis 40:60 geteilten Rücksitzlehnen wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.225 Liter an.

Das Cockpit wird von dem neuesten DiLink 5.0 Infotainmentsystem dominiert. Der zentrale, hochauflösende Touchscreen misst je nach Ausstattung 10,1 oder 12,8 Zoll und lässt sich auf Knopfdruck elektrisch um neunzig Grad vom Quer- in das Hochformat drehen. Während das Querformat für die Steuerung der Fahrzeugeinstellungen ideal ist, bietet das Hochformat eine deutlich bessere Übersicht bei der Navigation mit Google Maps. Ab der Comfort-Ausstattung verfügt das System über eine native Google-Integration inklusive Google Assistant und Google Play Store, was die Installation von Drittanbieter-Apps wie Spotify direkt im Fahrzeug ermöglicht. Die kabellose Anbindung von Smartphones über Apple CarPlay und Android Auto funktioniert im Test absolut reibungslos.

Die hauseigene App ermöglicht den Fernzugriff auf Fahrzeugdaten, die Überwachung des Ladevorgangs und die Vorklimatisierung des Innenraums. Die Sprachsteuerung reagiert auf den Befehl Hallo BYD und versteht dank moderner Software auch komplexere, natürliche Sätze wie mir ist kalt, woraufhin die Klimaautomatik die Temperatur anpasst. Für die akustische Untermalung sorgt ab der Variante Boost ein hochwertiges Audiosystem mit acht Lautsprechern, das durch ein klares Klangbild und eine ausgewogene Basswiedergabe überzeugt.

PHEV-Antrieb, Ladeeigenschaften und Leistung
Unter dem Blech des Dolphin G DM-i arbeitet die modernste Generation der Dual-Mode-Super-Hybrid-Technologie von BYD. Im Gegensatz zu konventionellen Parallelhybriden ist dieses System primär elektrisch ausgelegt, was bedeutet, daß der Elektromotor fast immer den Vortrieb übernimmt und ein extrem reaktionsschnelles, leises Fahrerlebnis analog zu einem reinen Elektroauto bietet. Den Hauptvortrieb leistet ein vorn montierter Permanentmagnet-Synchronmotor mit 120 kW beziehungsweise 163 PS und einem sofort anliegenden Drehmoment von 210 Newtonmetern.

Als Verbrennungsmotor dient ein hocheffizienter 1,5-Liter-Vierzylinder-Saugmotor mit Atkinson-Brennverfahren, der eine mechanische Leistung von 70 kW beziehungsweise 95 PS beisteuert. Durch technische Kniffe wie ein extrem hohes Verdichtungsverhältnis von 16:1 und eine reibungsoptimierte Beschichtung der Zylinderlaufbahnen erreicht das Aggregat einen thermischen Wirkungsgrad von über sechsundvierzig Prozent. Die EHS-Getriebeeinheit verzichtet vollständig auf klassische Schaltstufen und steuert den Kraftfluss kontinuierlich über eine nasse Überbrückungskupplung.

Das System wechselt vollautomatisch zwischen fünf verschiedenen Betriebsmodi. Im reinen Elektromodus bleibt der Verbrennungsmotor komplett deaktiviert. Sinkt der Ladezustand der Batterie unter einen definierten Wert, startet der Benziner unmerklich im Hintergrund und treibt im seriellen Modus ausschließlich einen Generator an, der den Fahrstrom für den Elektromotor liefert und die Batterie schont. Erst bei höheren Geschwindigkeiten auf der Autobahn wird die Kupplung geschlossen und der Benziner treibt die Räder hocheffizient im parallelen Modus direkt an, während der Elektromotor bei Beschleunigungswünschen blitzschnell zusätzliche Leistung bereitstellt. Das Zusammenspiel der Motoren führt zu einer beeindruckenden Systemleistung von bis zu 156 kW beziehungsweise 212 PS in den Topversionen.
Fahreigenschaften und Torsionssteifigkeit
Auf der Straße zeigt sich der Dolphin G DM-i als komfortabler und sicherer Begleiter. Die Feder-Dämpfer-Abstimmung ist eindeutig auf der komfortablen Seite angesiedelt und filtert grobe Fahrbahnschäden, Kanaldeckel und Querfugen im städtischen Umfeld sehr effektiv aus. Das im Vergleich zum reinen Elektro-Dolphin geringere Leergewicht der Einstiegsversionen von nur 1.440 Kilogramm macht sich positiv in einer spürbaren Agilität bemerkbar. Die Karosserieneigung in schnellen Kurven bleibt dank des niedrigen Schwerpunkts stets im absolut unkritischen Rahmen. Ein wesentlicher Faktor für das solide Fahrverhalten ist die Cell-to-Body-Technologie des Fahrzeugrahmens, bei der das Batteriegehäuse als tragende Struktur fest in die Bodengruppe integriert ist. Dies erhöht die Torsionssteifigkeit der Karosserie um über dreißig Prozent. Das Ergebnis ist eine hervorragende Ruhe im Aufbau und ein präzises Ansprechverhalten der Vorderradaufhängung. Die Lenkung arbeitet geschwindigkeitsabhängig elektro-mechanisch, bietet im Stadtverkehr eine angenehme Leichtgängigkeit für einfaches Rangieren, dürfte für sportlich ambitionierte Fahrer auf kurvigen Landstraßen jedoch etwas mehr Rückmeldung und Direktheit aus der Mittellage vermitteln.
Die Bremsanlage verzögert den Fünftürer im Bedarfsfall kraftvoll und zuverlässig. Das Zusammenspiel zwischen der elektrischen Rekuperation zur Energierückgewinnung und dem mechanischen Bremseingriff wurde im Vergleich zu früheren Modellen spürbar verfeinert und liefert ein natürliches, gut dosierbares Pedalgefühl im Alltag.

NMC-Batterie und Ladeeigenschaften
Obwohl der Name dieses Kapitels auf die im Markt weit verbreitete Nickel-Mangan-Cobalt-Technologie hindeutet, geht BYD beim Dolphin G DM-i technologisch einen völlig anderen, sicherheitsorientierten Weg. Der Hersteller verzichtet bewusst auf die teure NMC-Chemie und verbaut auch in diesem Plug-in-Hybriden seine patentierte Blade-Batterie auf Lithium-Eisenphosphat-Basis. Diese LFP-Zellchemie ist vollkommen frei von Kobalt und Nickel, zeichnet sich durch eine extreme Langlebigkeit bei zyklischer Belastung aus und bietet ein unübertroffenes Maß an thermischer Sicherheit.

Für den Dolphin G DM-i stehen zwei perfekt auf das jeweilige Nutzungsprofil abgestimmte Batteriegrößen zur Wahl. Das Einstiegsmodell Active nutzt einen kompakten LFP-Akku mit einer Nennkapazität von 7,42 Kilowattstunden. Das Laden erfolgt hier einphasig über den integrierten AC-Bordlader mit bis zu 3,3 kW Leistung, wodurch der leere Akku in knapp unter drei Stunden wieder vollständig aufgeladen ist.
Die Ausstattungsvarianten Boost, Comfort und Sport verfügen über eine deutlich größere Blade-Batterie mit einer Kapazität von 18,3 Kilowattstunden. Neben einem leistungsstärkeren AC-Bordlader mit bis zu 6,6 kW Ladeleistung spendiert BYD diesen Versionen eine in dieser Fahrzeugklasse sensationelle DC-Schnellladefunktion mit bis zu 39 kW Leistung. An einer entsprechenden Schnellladesäule lässt sich der SoC des Akku in nur 26 Minuten von 10 auf 80 Prozent aufladen, was die Nutzbarkeit des elektrischen Antriebs im Alltag dramatisch erhöht und den Dolphin G zum echten Langstreckenprofi macht.

Effizienz und Verbrauch
Die Effizienz des DM-i 5.0 Antriebsstrangs zeigt sich im praktischen Alltag als wahrer Kostenkiller. Die fünfte Generation des DM-i-Antriebs setzt mit einem thermischen Wirkungsgrad von über 46 Prozent für den 1,5-Liter-Verbrenner neue Effizienzmaßstäbe. Bei vollständig geladener 18,3-kWh-Batterie beläuft sich der gewichtete Kraftstoffverbrauch im WLTP-Zyklus auf rekordverdächtige 1,4 Liter Benzin pro hundert Kilometer. Wer das Fahrzeug regelmäßig zu Hause oder am Arbeitsplatz lädt, kann tägliche Pendelstrecken von bis zu 51 Kilometern oder im städtischen Bereich sogar über 100 Kilometer komplett emissionsfrei im Elektrobetrieb zurücklegen.

Doch auch im reinen Hybridbetrieb mit entladener Batterie beweist das System seine enorme Effizienz. Durch das intelligente Zusammenspiel der Motoren und den hohen Wirkungsgrad des Atkinson-Verbrennungsmotors mit hoher Verdichtung konsumiert der Dolphin G im gemischten Betrieb lediglich 4,3 bis 4,5 Liter Kraftstoff auf hundert Kilometer. Zusammen mit dem 42 Liter fassenden Benzintank ergibt sich eine kombinierte Gesamtreichweite von bis zu 1.040 Kilometern mit einer einzigen Tankfüllung und Batterieladung, was jegliche Reichweitenangst im Keim erstickt. Bei der internationalen Fahrpräsentation in Berlin fuhr das Gewinnerteam aus Deutschland bei einer Sprit-Spar-Challenge den Dolphin G mit versiegeltem Tank mit nur 3,52 Liter/100 km.
Merkmal / Parameter Technische Daten (Topvariante / gehobene Linien)
Karosserie & Abmessungen Fließheck-Kleinwagen (B-Segment)
Leergewicht 1.555 kg
Kofferraumvolumen 425 Liter (erweiterbar auf bis zu 1225 Liter)
Antriebsart: Vorderradantrieb
Verbrennungsmotor: 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor (Xiaoyun)
Leistung Verbrennungsmotor: 95 PS / 70 kW
Drehmoment Verbrennungsmotor: 120 Nm
Leistung Elektromotor: 163 PS / 120 kW
Drehmoment Elektromotor: 210 Nm
Maximale Systemleistung: 212 PS / 156 kW
Maximales Systemdrehmoment: 210 Nm
Höchstgeschwindigkeit: 180 km/h
Beschleunigung 0–100 km/h: 8,3 Sekunden
Batterietyp: BYD-Blade-Batterie (Lithium-Eisenphosphat / LFP)
Batterie-Nennkapazität 18,3 kWh
Elektrische Reichweite (WLTP) 105 km
Gesamtreichweite (WLTP) 1.040 km (voller Tank + volle Batterie)
Kraftstoffverbrauch WLTP (kombiniert) 4,5 l/100 km
Kraftstoffverbrauch WLTP (gewichtet) 1,4 l/100 km
CO2-Emissionen 32 g/km
Tankvolumen: 42 Liter
Maximale AC-Ladeleistung: 6,6 kW (einphasig)
Maximale DC-Ladeleistung: 39 kW
AC-Ladedauer (15–100 %): ca. 2,9 Stunden
DC-Ladedauer (10–80 %): ca. 26 Minuten
Vehicle-to-Load (V2L): Serie (bis zu 3,3 kW Ausgangsleistung)
Länge / Breite / Höhe: 4.160 mm / 1.825 mm / 1.575 mm
Radstand: 2.610 mm
Radgröße 18 Zoll (Sport-Version in Glanzschwarz)
Fahrwerk (vorne / hinten): MacPherson-Vorderachse / Verbundlenker-Hinterachse
Grundpreis Testwagen Comfort: 33.490 Euro
An dieser Stelle lohnt sich der direkte Vergleich zur rein batterieelektrischen BEV-Variante des Dolphin. Der E-Dolphin mit seiner 60,4-kWh-Batterie erreicht zwar eine theoretische WLTP-Reichweite von 427 Kilometern, offenbart im realen Autobahnbetrieb bei Tempo 130 jedoch einen drastisch ansteigenden Stromverbrauch von über sechsundzwanzig Kilowattstunden pro hundert Kilometer. Dadurch schrumpft die Reichweite auf der Autobahn auf magere 248 Kilometer zusammen. Da die maximale DC-Ladeleistung des Elektro-Dolphins zudem bei mageren 89 kW stagniert und der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent dann doch 44 Minuten in Anspruch nimmt, verliert die Elektroversion auf mittleren und längeren Strecken im Vergleich zum flexiblen Super-Hybrid deutlich an Boden.

Preise und Extras
BYD strukturiert das Angebot für den deutschen Markt äußerst übersichtlich und verzichtet fast vollständig auf unübersichtliche Aufpreislisten oder teure Ausstattungspakete. Der Einstieg in die Baureihe erfolgt mit der Variante Active, die trotz ihrer Positionierung als Basismodell bereits eine überdurchschnittliche Serienausstattung inklusive LED-Scheinwerfern, Klimaautomatik, digitalem Instrumentendisplay und einem umfassenden Paket an Fahrerassistenzsystemen bietet. Der Einstiegspreis für diese Version liegt bei äußerst attraktiven 28.990 Euro brutto vor Förderung, was den Dolphin G zu einem sehr günstigsten Plug-in-Hybriden auf dem deutschen Markt macht.

Für anspruchsvollere Kunden empfiehlt sich der Griff mindestens zur Variante Boost für 31.990 Euro, die neben der großen 18,3-kWh-Batterie und der DC-Schnellladefunktion auch Komfortfeatures wie beheizbare Sitze, das größere 12,8-Zoll-Display und das kraftvollere Audiosystem beinhaltet. Das Modell Comfort für 33.490 Euro lässt mit Head-up-Display, Panoramadach und 360-Grad-Kamera kaum noch Wünsche offen, während die Sport-Ausführung für 34.490 Euro vor allem optisch dynamische Akzente setzt.
Aus der Perspektive von Fuhrpark- und Flottenmanagern ist der Dolphin G DM-i ein echter Kauftipp. Durch die elektrische Reichweite von 105 Kilometern und den extrem niedrigen CO2-Ausstoß von nur 32 Gramm pro Kilometer qualifizieren sich alle Versionen ab der Boost-Ausstattung problemlos für die reduzierte Dienstwagenbesteuerung von nur null Komma fünf Prozent des Bruttolistenpreises. Dies senkt die monatliche Belastung für den Dienstwagennutzer im Vergleich zu einem herkömmlichen Benziner oder Diesel drastisch und macht das Fahrzeug zu einer äußerst wirtschaftlichen Alternative für urbane Pflegedienste, Vertriebsmitarbeiter im Nahbereich und kommunale Flotten.
Fazit: Gamechanger im Kleinwagensegment?
Die 1.040-Kilometer-Sensation: Der BYD Dolphin G DM-i erwischt die europäische Kleinwagen-Konkurrenz eiskalt. Dabei erweist sich der BYD Dolphin G DM-i im Kurztest als ein hervorragend konstruiertes und konsequent für den europäischen Markt optimiertes Fahrzeug, das die Karten im B-Segment völlig neu verteilt. Die technologische Meisterleistung besteht darin, ein hochkomplexes und extrem effizientes Plug-in-Hybridsystem in ein kompaktes, wendiges Format zu integrieren und dieses zu einem Preis anzubieten, der auf dem Niveau einfacherer, konventioneller Verbrenner liegt.
Mit seiner praxisgerechten rein elektrischen Reichweite von über einhundert Kilometern meistert der Fünftürer den emissionsfreien Pendleralltag mit Bravour, während die DC-Schnellladefähigkeit und die enorme Gesamtreichweite von über tausend Kilometern jede Form von Reichweitenangst auf längeren Strecken im Keim ersticken. Kleinere Schwächen wie der großzügige Einsatz von kratzempfindlichem Klavierlack im Innenraum oder die etwas gefühllose Lenkung trüben das positive Gesamtbild nur unwesentlich.
Insbesondere die strategische Entscheidung, das Fahrzeug direkt im neuen Werk im ungarischen Szeged für den europäischen Kontinent zu produzieren, sichert BYD eine stabile Kostenstruktur und macht das Modell immun gegen drohende Zollschranken. Für Privatkunden, die einen wirtschaftlichen und zukunftssicheren Erstwagen suchen, sowie für Flottenmanager, die ihre Flottenemissionen ohne Einschränkungen bei der Alltagsflexibilität senken wollen, ist der BYD Dolphin G DM-i ein äußerst attraktives und in dieser Form absolut konkurrenzloses Angebot im Kleinwagensegment.

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