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Deutsch-chinesische Allianz: Das limitierte Sondermodell Leapmotor B10 Dynamic kann ab sofort bestellt werden

Leapmotor B10 Dynamic: Sportliches Sondermodell ab jetzt im Handel - Bildnachweis: Leapmotor / Stellantis

500 Exemplare des Leapmotor B10 mit schwäbischen Genen im Handel 

Der europäische Automobilmarkt erlebt derzeit eine fundamentale Umwälzung, bei der etablierte Strukturen und neue Allianzen in rasantem Tempo verschmelzen. Fast monatlich drängen neue Elektromarken auf den Markt, die mit attraktiven Konditionen und hoher technologischer Ausstattung um die Gunst der Käufer buhlen. Ein besonders bemerkenswertes Konstrukt zeigt sich in der Zusammenarbeit zwischen dem globalen Autogiganten Stellantis und dem chinesischen Elektro-Startup Leapmotor, das sich der Entwicklung intelligenter, leistungsstarker Elektrofahrzeuge verschrieben hat. Diese strategische Partnerschaft soll der asiatischen Marke den schnellen Zugang zum europäischen Händlernetz ebnen und den Übergang zu nachhaltigem Verkehr beschleunigen. Um den oft sehr nüchtern gestalteten Fahrzeugen eine emotionale und europäische Note zu verleihen, greift man nun auf bewährte, traditionsreiche Expertise zurück. Das Ergebnis dieser Bemühungen steht ab sofort in Form eines limitierten Sondermodells bei den deutschen Händlern, wobei erste Fahrzeuge bereits an Kunden übergeben werden konnten.

Mit dem neuen Kompakt-SUV namens B10 hat Leapmotor ein zentrales Modell für seine europäische Wachstumsoffensive positioniert, das für bezahlbare Elektromobilität, intelligente Konnektivität und eine nutzerzentrierte Designphilosophie stehen soll. Um sich aus der Masse der oft austauschbar wirkenden Elektromodelle abzuheben, wurde für den deutschen Markt eine Kooperation mit dem Veredelungsspezialisten Irmscher ins Leben gerufen. Das im baden-württembergischen Remshalden ansässige Traditionsunternehmen ist seit seiner Gründung im Jahr 1968 ein fester Begriff in der Individualisierungsszene und vor allem für seine jahrzehntelange enge Partnerschaft mit Opel und anderen Marken des Stellantis-Konzerns bekannt. Nach dem ersten gemeinsamen Projekt, dem Flaggschiff namens iC10, stellt das neue Modell B10 Dynamic das zweite greifbare Resultat dieser deutsch-chinesischen Zusammenarbeit dar. Das Unternehmen aus Remshalden hat in seiner Geschichte bereits mehr als 550.000 Fahrzeuge individualisiert und bringt somit die nötige Erfahrung mit, um dem asiatischen Newcomer zu mehr geschmacklicher Tiefe zu verhelfen.

Das Sondermodell ist auf exakt 500 Exemplare limitiert und zeichnet sich durch gezielte mechanische sowie optische Modifikationen aus, die dem Kompakt-SUV eine sportliche Fahrdynamik in Verbindung mit exklusiven Designdetails verleihen sollen. Die technische Basis für das limitierte Fahrzeeug stellt die bereits voll ausgestattete Modellvariante Pro Max Design dar, welche Ende des vergangenen Jahres auf dem deutschen Markt eingeführt wurde. Anstatt jedoch nur auf kosmetische Aufkleber zu setzen, greift Irmscher tiefer in die Fahrwerkstechnik ein. Das Fahrzeug wurde um 30 Millimeter tiefergelegt, was in Kombination mit einem eigens entwickelten 19-Zoll-Leichtmetallradsatz im sogenannten Hydra-Star-Design geschieht, welches sich durch geschwungene Doppelspeichen auszeichnet. Diese konstruktiven Änderungen führen zu einer veränderten Abstimmung, die ein deutlich agileres Einlenkverhalten, reduzierte Wankbewegungen, eine unmittelbare Rückmeldung und eine dynamischere Straßenlage ermöglichen soll.

Aber ob ein tiefergelegtes Fahrwerk und größere Räder ausreichen, um aus einem primär auf Nutzwert getrimmten Elektro-SUV einen echten Kurvenräuber zu machen, darf zumindest skeptisch hinterfragt werden. Schließlich bleibt der mechanische Unterbau in seinen Grundzügen unberührt, und das stattliche Gewicht der schweren Batterie lässt sich nicht einfach wegdiskutieren. Dennoch zeigt der Ansatz, dass die Verantwortlichen verstanden haben, dass europäische Kunden viel Wert auf Rückmeldung im Lenkrad und eine stabile Straßenlage legen. Das Sondermodell wird in den drei Farbvarianten Tundra Grey, Light White und Galaxy Silver angeboten, wobei ein in Wagenfarbe lackierter Dachspoiler für visuelle Schärfe sorgt. Die exklusive Dynamic-Beklebung setzt zudem reduzierte und präzise Akzente an der Karosserie.

Technische Basis und Antriebsphilosophie im Detail

Unter der modifizierten Hülle arbeitet die bekannte Antriebseinheit des regulären Serienmodells. Der 160 Kilowatt starke Elektromotor, was umgerechnet 218 PS entspricht, treibt das Fahrzeug adäquat an. Das maximale Drehmoment sorgt für den typisch nahtlosen Vortrieb aus dem Stand, womit der Standardsprint für den Alltag völlig ausreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch begrenzt, was im Konkurrenzvergleich einen vernünftigen Kompromiss zwischen Autobahntauglichkeit und Effizienz darstellt. Es zeigt sich, dass Leapmotor hier keine neuen Performance-Rekorde aufstellen will, sondern die sportliche Komponente rein über das veränderte Querdynamik-Potenzial des Fahrwerks definiert.

Deshalb lohnt sich ein genauerer Blick auf den elektrischen Energiespeicher. Der Motor ist mit einer Batterie gekoppelt, die eine Kapazität von 67.1 Kilowattstunden aufweist. Nach dem kombinierten WLTP-Prüfverfahren ergibt sich daraus eine Reichweite von bis zu 434 Kilometern, während der Energieverbrauch mit 17.3 Kilowattstunden pro 100 Kilometer angegeben wird. In der realen Praxis, abseits des optimierten Prüfstands, dürfte sich dieser Aktionsradius je nach Fahrstil, gewählter Route, Wetterbedingungen und Straßenverhältnissen jedoch spürbar verändern, da die tatsächliche Reichweite stark von diesen nichttechnischen Faktoren beeinflusst wird.

Beim Thema Ladegeschwindigkeit bietet das Fahrzeug eine solide Basis. Der On-Board-Lader für Wechselstrom erlaubt komfortables Laden an der heimischen Wallbox oder an städtischen Ladesäulen, während am Gleichstrom-Schnelllader die üblichen Ladezeiten für diese Batteriegröße zu erwarten sind. Ein integriertes Thermomanagement hilft dabei, die Batterieeffizienz zu unterstützen. Dennoch bleibt festzuhalten, dass eine Reichweite von knapp über 400 Kilometern nach WLTP im heutigen Marktumfeld keinen Spitzenplatz mehr einnimmt, sondern das Fahrzeug eher im soliden Mittelfeld der kompakten Elektro-Crossover verortet. Für Langstreckenfahrer bedeutet dies eine sorgfältige Routenplanung, insbesondere bei winterlichen Temperaturen auf der Autobahn.

Innenraumkonzept und Komfortausstattung der Topversion

Da das limitierte Sondermodell auf der höchsten Ausstattungslinie Pro Max Design basiert, präsentiert sich das Interieur bereits ab Werk extrem reichhaltig bestückt. Irmscher verfeinert den Innenraum zusätzlich durch hochwertige Fußmatten mit einer spezifischen Stickung sowie einer kontrastierenden Ziernaht. Das eigentliche Highlight für Individualisten dürfte jedoch die im Innenraum angebrachte Aluplakette sein, welche die fortlaufende Seriennummer des jeweiligen Fahrzeugs zeigt und auf den ersten Blick verdeutlicht, dass es sich um eine streng limitierte Edition handelt. Das restliche Cockpit folgt dem aktuellen Trend des radikalen Minimalismus, bei dem fast alle Fahrzeugfunktionen über den zentralen Touchscreen gesteuert werden. Ein kleineres Display hinter dem Lenkrad übernimmt die Anzeige der fahrrelevanten Basisdaten.

Aber dieser Verzicht auf physische Tasten bringt im automobilen Alltag nicht nur Vorteile. Die Bedienung von Klimaanlage, Spiegelverstellung oder grundlegenden Menüs während der Fahrt lenkt unweigerlich ab und erfordert eine präzise Hand, was auf unebener Fahrbahn rasch die Geduld auf die Probe stellt. Ausgeglichen wird dieses Manko teilweise durch eine funktionierende Sprachsteuerung und eine umfassende digitale Konnektivität. Die Materialauswahl im Innenraum zeigt einen Mix aus synthetischen Oberflächen, weichen Materialien im direkten Sichtbereich und einfachem Kunststoff in den unteren Zonen des Armaturenbretts. Die vorderen Sitze bieten einen ordentlichen Langstreckenkomfort und sind mit Komfortfunktionen ausgestattet. Ein großes Glasdach sorgt zudem für ein helles Raumerlebnis auf allen Plätzen.

Auch bei den Abmessungen zeigt sich der praktische Nutzwert des kompakten Modells. Das Platzangebot für Passagiere im Fond ist dank des ordentlichen Radstands absolut konkurrenzfähig. Das Kofferraumvolumen bietet ausreichend Platz für den Wocheneinkauf oder das Reisegepäck einer kleinen Familie und lässt sich durch das Umklappen der Rücksitzlehnen flexibel erweitern. Für die Sicherheit sorgt ein umfassendes Arsenal an elektronischen Helfern und Assistenzsystemen, die den Fahrer im Alltag entlasten sollen. Sensoren überwachen das Fahrzeugumfeld und steuern Funktionen wie den Spurhalteassistenten, die Totwinkel-Erkennung und einen adaptiven Tempomaten.

Preisgefüge und wirtschaftliche Einordnung im Markt

Die preisliche Gestaltung des Leapmotor B10 Dynamic wirft ein interesantes Licht auf die Vertriebsstrategie des herstellers. Die unverbindliche Preisempfehlung für das Sondermodell liegt bei exakt 39.000 Euro inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer ab Werk. Damit ordnet sich die Irmscher-Edition am oberen Ende der Modellpalette ein. Zum Vergleich: Das reguläre Serienmodell ohne die sportlichen Fahrwerksmodifikationen und exklusiven Designmerkmale steht deutlich günstiger in den Listen. Der Aufpreis für die Exklusivität, das modifizierte Fahrwerk und die großen Räder ist somit spürbar. Ob die optischen Akzente und das agilere Fahrvehalten diesen finanziellen Sprung rechtfertigen, muss jeder Käufer für sich selbst abwägen.

Deshalb ist es wichtig, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen genau zu prüfen. Für Privatkunden besteht beim Kauf oder Leasing des B10 Dynamic die Möglichkeit, von der staatlichen E-Auto-Förderung zu profitieren, sofern die individuellen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind. Durch die enge Anbindung an das Stellantis-Händlernetz ist zumindest die Verfügbarkeit von Servicepartnern, Wartung und Ersatzteilen flächendeckend gesichert, was bei reinen Importmarken ohne starken europäischen Partner oft ein erhebliches Risiko darstellt. Der deutsche Chef von Leapmotor, Martin Resch, betonte in diesem Zusammenhang, dass das Modell die Stärken der modernen Elektroplattform mit einem eigenständigen, sportlichen Auftritt verbindet und man sich freue, die erfolgreiche Kooperation mit Irmscher weiter auszubauen. Auch Günther Irmscher, Geschäftsführer des Individualisierungsexperten, sieht in dem Fahrzeug eine gelungene Kombination aus bezahlbarer Mobilität und individueller Klasse.

Mit dem B10 Dynamic zeigt Leapmotor jedenfalls, daß die Marke gewillt ist, sich schnell an die westlichen Marktbedürfnisse anzupassen und durch gezielte Kooperationen mit deutschen Traditionsbetrieben ein Profil aufzubauen, das über das reine Image eines preiswerten Importfahrzeugs hinausgeht. Die kommenden Schritte der Kooperation zwischen Leapmotor und Irmscher sind bereits in Planung, und eine entsprechende Kommunikation soll zu gegebener Zeit erfolgen. Ob die Mischung aus chinesischer Großserientechnik und schwäbischer Handwerkskunst aus Remshalden langfristig Erfolg hat, wird maßgeblich davon abhängen, wie gut sich das Fahrzeug im realen Alltag schlägt und ob die Kunden bereit sind, den Aufpreis für ein exklusiv veredeltes Kompakt-SUV zu zahlen. Der Grundstein ist mit dem Verkaufsstart der 500 nummerierten Exemplare nun jedenfalls gelegt.