Bis zu 10.000 Euro Vorteil: Die Plug-in Hybride GWM Wey 05 und Wey 03 mit Aktionsnachlass und staatlicher E-Auto-Förderung - Bildnachweis: Wey / GWM
Zwei PHEVs zwischen Förder-Dschungel und Premium-Anspruch
Es ist eine ungewöhnliche Konstellation, wenn ein chinesisches SUV-Duo ausgerechnet dann die Bühne betritt, wenn der deutsche Markt für Steckerfahrzeuge nach Orientierung sucht. Während heimische Hersteller oft mühsam um jedes Gramm CO2 ringen, rollen mit dem GWM Wey 03 und dem größeren Wey 05 zwei Fahrzeuge heran, die eine technische Kennzahl in den Fokus rücken, die bisher als Domäne weit teurerer Oberklasse-Modelle galt: eine rein elektrische Reichweite von deutlich über 100 Kilometern. Doch Reichweite allein gewinnt in einem kritischen Marktumfeld noch keine Vergleichstests, weshalb die aktuelle Preisstrategie von Great Wall Motor (GWM) aufhorchen lässt. Durch eine Kombination aus massiven Aktionsnachlässen und der seit Anfang 2026 neu aufgelegten staatlichen E-Auto-Förderung rücken diese technisch komplexen Plug-in-Hybride in Preisregionen vor, die bisher eher für konventionelle Verbrenner der Mittelklasse reserviert waren.
Aber technischer Fortschritt und attraktive Konditionen müssen sich im Alltag bewähren, besonders wenn es um das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotoren geht. Das Herzstück beider Modelle ist ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 150 kW (204 PS), der je nach Konfiguration von ein oder zwei Elektromotoren flankiert wird. Im Wey 05 resultiert dies in einer Systemleistung von beeindruckenden 350 kW (476 PS) und einem gewaltigen Drehmoment von 847 Nm, das serienmäßig über alle vier Räder auf den Asphalt gepresst wird. Deshalb ist der Wey 05 nicht nur ein komfortabler Gleiter, sondern mit einer Beschleunigung von 5,0 Sekunden auf 100 km/h auch ein ernstzunehmender Performer, der sich vor der etablierten Konkurrenz aus Stuttgart oder München nicht verstecken muss.
Der kleinere Bruder, der Wey 03, geht etwas differenzierter zu Werke und bietet dem Kunden die Wahl zwischen einem Frontantrieb mit 270 kW (367 PS) Systemleistung und einer Allradvariante, die es auf 325 kW (442 PS) bringt. Zweifel an der Effizienz solcher Leistungsdaten werden oft laut, doch GWM begegnet diesen mit einer Batteriekapazität, die in diesem Segment ihresgleichen sucht. Mit rund 34 kWh (netto) im Wey 05 und knapp 29 kWh im Wey 03 übertreffen sie die Akkus vieler reiner Elektroautos der ersten Generation. Das führt dazu, dass der Wey 05 offiziell bis zu 132 Kilometer rein elektrisch zurücklegen kann, während der Wey 03 immerhin 124 Kilometer schafft. Aber man muss ehrlich sein: Diese Werte sind unter Idealbedingungen ermittelt. In der Realität, gerade bei Autobahntempo oder winterlichen Temperaturen, schrumpft dieser Radius, bleibt aber dennoch groß genug, um den Verbrenner im Pendleralltag fast arbeitslos zu machen.
Deshalb ist die neue Förderkulisse des Jahres 2026 ein entscheidender Hebel für GWM. Die Bundesregierung hat die Förderung für elektrifizierte Fahrzeuge reaktiviert, knüpft diese aber an strikte soziale und technische Bedingungen. Privatpersonen mit einem zu versteuernden Haushaltseinkommen von bis zu 80.000 Euro können profitieren, wobei sich diese Grenze pro Kind um 5.000 Euro erhöht. Da der Wey 03 und der Wey 05 die technischen Hürden – weniger als 60 Gramm CO2-Ausstoß pro Kilometer und mehr als 80 Kilometer elektrische Reichweite – locker nehmen, qualifizieren sie sich für die staatliche Prämie. Diese ist gestaffelt: Bei einem Einkommen bis 45.000 Euro winkt eine Basisprämie von 3.500 Euro für Plug-in-Hybride, die sich durch den Kinderbonus auf bis zu 4.500 Euro summieren kann.
Hier wird es für den preisbewussten Käufer besonders interessant, denn GWM legt im Zeitraum vom 1. Februar bis zum 30. Juni 2026 einen eigenen Aktionsnachlass von 5.500 Euro oben drauf. Das bedeutet für einen Wey 03 in der Ausstattungslinie Premium mit Frontantrieb, dass der Listenpreis von 47.900 Euro zunächst auf 42.400 Euro sinkt. Werden dann noch die maximalen 4.500 Euro staatliche Förderung abgezogen, landet man bei einem effektiven Preis von 37.900 Euro. Für ein SUV dieser Leistungsklasse und Ausstattung ist das ein Statement, das den Wettbewerb unter Druck setzt. Der Wey 05 Premium startet bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 59.900 Euro, reduziert sich durch den Aktionsrabatt auf 54.400 Euro und kann unter Berücksichtigung der vollen Förderung effektiv für 49.900 Euro erworben werden.
Aber der reine Preisvorteil erzählt nur die halbe Geschichte. Im Innenraum versuchen beide Modelle, das Klischee günstiger Importware endgültig abzustreifen. Die Verarbeitung wirkt solide, die Materialauswahl in der Ausstattungslinie Luxury mit Alcantara-Bezügen und einem Panoramaglasdach zielt direkt auf das Premium-Gefühl ab. Ein volldigitales Cockpit ist bei beiden Modellen ebenso Serie wie eine 360-Grad-Umgebungskamera, die eine „Transparent-Chassis“-Funktion bietet – ein technisches Schmankerl, das beim Rangieren in engen Parkhäusern tatsächlich einen Mehrwert bietet. Dennoch bleibt ein Rest Skepsis bei der Bedienung: Die Dominanz der Touchscreens und die teilweise verschachtelten Menüs für einfache Funktionen wie die Klimasteuerung erfordern eine gewisse Eingewöhnungszeit und lenken während der Fahrt mehr ab als klassische Tasten.
Die Fahrcharakteristik beider SUVs ist eindeutig auf Komfort getrimmt. Die Federung bügelt Unebenheiten souverän weg, was sie zu exzellenten Langstreckenautos macht. Deshalb wirkt das hohe Leergewicht – der Wey 05 wiegt leer bereits über 2,3 Tonnen – in schnellen Kurvenkombinationen fast wie ein Anker; die Wankneigung der Karosserie ist spürbar, und die Lenkung gibt sich eher rückmeldungsarm. Wer einen sportlichen Kurvenräuber sucht, wird hier enttäuscht werden. Doch wer Wert auf Ruhe legt, wird die aufwendige Geräuschdämmung und das sanfte Zusammenspiel der Motoren schätzen. Besonders hervorzuheben ist die Schnellladefähigkeit mit bis zu 50 kW (DC). Während viele Konkurrenten an der Wechselstrom-Säule stundenlang nuckeln, sind die Akkus der Wey-Modelle in etwa 38 Minuten von 0 auf 80 Prozent geladen. Das macht den Einsatz des Elektroantriebs auch auf längeren Reisen mit kurzen Pausen praktikabel.
Ein technisches Kuriosum offenbart sich jedoch beim Blick auf den Laderaum. Man sollte meinen, dass das größere Modell auch mehr Platz bietet. Aber der Wey 05 fasst mit 500 Litern Kofferraumvolumen tatsächlich etwas weniger als der kompaktere Wey 03, der 517 Liter bereitstellt. Das liegt an der coupéhaften Dachlinie des 05ers, die dem Design schmeichelt, aber die Variabilität einschränkt. Auch bei umgeklappten Rücksitzen behält der Wey 03 mit 1.289 Litern gegenüber den 1.229 Litern des Wey 05 die Oberhand. Dies sind Details, die in der Praxis den Ausschlag geben können, wenn die Entscheidung zwischen den beiden Modellen ansteht.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass GWM mit dem Wey 03 und 05 ein Paket geschnürt hat, das vor allem über die technische Substanz der Hybrid-Komponenten und eine aggressive Preisgestaltung überzeugt. Die Kombination aus einer staatlichen Förderung, die PHEVs mit hoher Reichweite belohnt, und dem herstellerseitigen Nachlass macht diese Fahrzeuge zu einer rationalen Wahl für all jene, die den Umstieg zur Elektromobilität ohne Reichweitenangst vollziehen wollen. Aber man kauft eben auch eine Philosophie, die stark auf digitale Assistenzsysteme setzt, die im Alltag manchmal etwas zu bevormundend agieren können. Dennoch: Wer die Einkommensgrenzen der neuen Förderung einhält und bis Ende Juni 2026 zugreift, erhält sehr viel Technik für ein Budget, das bei europäischen Premium-Marken oft nur für die Basis-Motorisierung ohne nennenswerte Extras reicht.

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