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Die Orderbücher sind geöffnet: Bestellstart für den Leapmotor B03X

Bestellstart Leapmotor B03X - Bildnachweis: Leapmotor / Stellantis

 

Chinas Kampfansage im B-Segment

Die engen, zunehmend verstopften Innenstädte und die schrumpfenden Parkräume europäischer Metropolen stellen moderne Mobilitätskonzepte vor massive Herausforderungen. Gleichzeitig verlangen Autokäufer nach erschwinglichen, aber dennoch hochgradig variablen Fahrzeugen mit zeitgemäßem Elektroantrieb. In genau diesem Spannungsfeld positioniert sich ein neuer, hochinteressanter Akteur aus Fernost, dessen europäische Bestellbücher am 1. Juli offiziell geöffnet wurden. Der kompakte Crossover Leapmotor B03X schickt sich an, das Segment der Elektrofahrzeuge unter der psychologisch wichtigen Grenze von 25.000 Euro neu zu definieren. Doch hinter dem verlockenden Einstiegspreis steckt weit mehr als nur ein preisgünstiger Import. Die technologische Substanz und die industrielle Verflechtung mit einem der größten europäischen Autokonzerne machen das Modell zu einem ernstzunehmenden Herausforderer für die etablierte Konkurrenz.

Ein neuer Angreifer im europäischen Kompaktsegment

Der B03X, der auf dem chinesischen Heimatmarkt unter dem Namen A10 vertrieben wird, ist das erste Modell des Herstellers, das von Beginn an als globales strategisches Fahrzeug für internationale Märkte konzipiert wurde. Mit einem deutschen Einstiegspreis von 24.900 Euro zielt der 4,27 Meter lange Wagen direkt auf das Revier von kleineren Elektroautos und kommenden Budget-Stromern. Im Gegensatz zu vielen anderen chinesischen Newcomern, die mit einem dünnen Vertriebsnetz und unsicherem Service kämpfen, kann Leapmotor auf ein massives industrielles Sicherheitsnetz vertrauen. Der Autogigant Stellantis hält im Rahmen eines Joint Ventures namens Leapmotor International 51 Prozent der Anteile und kontrolliert damit den weltweiten Vertrieb außerhalb Chinas. Für deutsche Kunden bedeutet das einen entscheidenden Vorteil im Alltag: Verkauf, Wartung und Garantieabwicklung werden über das bewährte, engmaschige Händlernetz von Stellantis-Marken wie Opel oder Peugeot abgewickelt, was die typische Skepsis gegenüber neuen Marken aus Fernost deutlich entkräften dürfte.

Trotz des attraktiven Preises ist eine kritische Einordnung der tatsächlichen Leistungsfähigkeit notwendig, da der Markt für preiswerte Elektrofahrzeuge hart umkämpft ist und keine Fehler verzeiht. Der B03X positioniert sich im Portfolio des Herstellers genau über dem Kleinstwagen T03 und schließt die Lücke zum größeren Kompakt-SUV B10, den er in der Länge um knapp 15 Zentimeter unterbietet. Damit besetzt er eine gefragte Nische für urbane Pendler und junge Familien, die ein kompaktes, aber dennoch praktisches Alltagsfahrzeug suchen.

Technische SpezifikationB03X Pro (LIFE)B03X ProMax (DESIGN)
AntriebslayoutFrontantrieb (FWD)Frontantrieb (FWD)
Motorleistung130 kW / 177 PS145 kW / 197 PS
Max. Drehmoment200 Nm200 Nm
Höchstgeschwindigkeit160 km/h160 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h8,6 s8,6 s
Batterie-TypLithium-Eisenphosphat (LFP)Lithium-Eisenphosphat (LFP)
Batterie-Kapazität (brutto)39,8 kWh53,0 kWh
WLTP-Reichweitebis zu 292 kmbis zu 382 km
Max. Ladeleistung AC / DC11 kW / 100 kW11 kW / 133 kW
DC-Ladezeit (10-80%)21 min21 min
Leergewicht1.530 kg1.630 kg
Listenpreis24.900 Euro29.400 Euro

Die technische Plattform und das Antriebskonzept im Detail

Unter der optisch unauffälligen, aber aerodynamisch optimierten Karosserie mit einem Luftwiderstandsbeiwert von 0,26 verbirgt sich die modernste Plattformtechnologie des Herstellers. Der B03X nutzt die sogenannte LEAP 3.5-Architektur, die speziell auf hohe Integrationstiefe ausgelegt ist. Ein zentrales technologisches Highlight ist das Cell-to-Chassis-Verfahren in der weiterentwickelten Version CTC 2.0 Plus. Hierbei werden die Batteriezellen nicht mehr in separaten Modulgehäusen verpackt, sondern direkt als tragendes Element in die Unterbodenstruktur des Fahrzeugs integriert. Das sorgt für eine hervorragende Raumausnutzung von 88,1 Prozent im Batteriebereich, erhöht die Torsionssteifigkeit der Karosserie und spart wertvolles Gewicht.

Darüber hinaus integriert das System einen hochentwickelten „Nine-in-One“-Batteriecontroller, der das Batteriemanagementsystem (BMS) und die Trenneinheit (BDU) in einer kompakten Steuereinheit zusammenfasst. Dies reduziert das Volumen des Steuergeräts um 40 Prozent und spart 18,5 Prozent Gewicht im Vergleich zu konventionellen Architekturen. Ein adaptives, KI-gestütztes BMS überwacht die Zellen kontinuierlich und verbessert die Genauigkeit der Reichweitenschätzung um ein Prozent, während es den Energieverbrauch des thermischen Managements um bis zu 30 Prozent senkt, was der realen Reichweite zugutekommt.

Die Antriebskonfiguration: Warum Front- statt Heckantrieb?

Während größere Modelle auf der Leap-Plattform wie der B10 primär mit Heckantrieb ausgestattet sind, geht der B03X einen anderen, für diese Fahrzeugklasse sehr konsequenten Weg. Der Crossover verfügt über einen vorn montierten Permanentmagnet-Synchronmotor, der ausschließlich die Vorderachse antreibt. Aus fahrzeugtechnischer Sicht ist diese Entscheidung absolut nachvollziehbar: Ein Frontantrieb in Kombination mit einer klassischen MacPherson-Federbeinachse vorn und einer Verbundlenkerachse hinten ist nicht nur kostengünstiger in der Fertigung, sondern bietet auch enorme Vorteile beim Packaging.

Durch den Verzicht auf einen Elektromotor im Heck und die damit verbundene komplexe Mehrlenker-Hinterachse bleibt der gesamte hintere Fahrzeugbereich frei von Antriebskomponenten. Dies ermöglichte es den Ingenieuren, den Fahrzeugboden im Fond extrem tief und völlig eben zu gestalten. Nur so konnten die variablen Rücksitzstrukturen und das riesige Unterflur-Staufach realisiert werden, die den Nutzwert des Fahrzeugs im Alltag massiv steigern. Ein Heckantrieb hätte den Kofferraumboden unweigerlich nach oben geschoben und diese praktischen Details im Keim erstickt.

Die Leistungsstufen und Batterieoptionen im Vergleich

Der B03X wird in zwei klar strukturierten Modellvarianten angeboten, die sich sowohl in ihrer Motorleistung als auch in der Batteriekapazität unterscheiden. Die Basisversion Life Pro kombiniert eine nutzbare LFP-Batteriekapazität von 39,8 kWh mit einer Motorleistung von 130 kW, was 177 PS entspricht. Die gehobene Design ProMax-Version verfügt hingegen über einen größeren LFP-Akku mit 53,0 kWh Kapazität und leistet 145 kW beziehungsweise 197 PS. Trotz der Leistungsdifferenz sprinten beide Varianten laut Datenblatt in exakt 8,6 Sekunden von null auf 100 Kilometer pro Stunde. Dieser Beschleunigungsparadoxon erklärt sich schlicht durch das höhere Leergewicht der ProMax-Variante, das mit 1.630 Kilogramm genau 100 Kilogramm über dem des Basismodells liegt und die Mehrleistung beim Standardsprint vollständig kompensiert.

Leapmotor B03X – Bildnachweis: Leapmotor / Stellantis

Die verbauten Lithium-Eisenphosphat-Zellen erweisen sich im Alltag als äußerst effizient und unempfindlich gegenüber häufigem Schnellladen, bringen jedoch auch konzeptionelle Nachteile mit sich. Mit einer WLTP-Reichweite von lediglich 292 Kilometern beim Basismodell ist der Aktionsradius des Life Pro recht überschaubar, was ihn primär als urbanes Pendlerfahrzeug qualifiziert. Auch die 382 Kilometer der ProMax-Variante sind im harten Autobahnalltag bei winterlichen Temperaturen schnell auf knapp über 200 Kilometer geschrumpft. Das Reichweitendefizit versucht der Hersteller über eine ordentliche Ladeperformance auszugleichen. Dank einer maximalen DC-Ladeleistung von 100 kW (Pro) beziehungsweise 133 kW (ProMax) füllen sich die Akkus im Bereich von 10 auf 80 Prozent in absolut konkurrenzfähigen 21 Minuten. Ein kurzes Zwischenladen im optimalen Fenster von 30 auf 80 Prozent dauert sogar nur 16 bis 17 Minuten. Für den Heim- oder Stadtladebereich steht serienmäßig ein dreiphasiger 11 kW AC-Lader zur Verfügung, der die Ladezeit an einer entsprechenden Wallbox auf praxistaugliche vier bis knapp sechs Stunden begrenzt. Eine serienmäßige Wärmepumpe schützt die Batterie zudem vor übermäßigen Kälteverlusten im Winterbetrieb.

Leapmotor B03X – Bildnachweis: Leapmotor / Stellantis

Innenraumgestaltung, Variabilität und alltäglicher Nutzwert

Im Innenraum des B03X zeigt sich die ganze Stärke der konsequenten Raumausnutzung auf kompakter Stellfläche. Trotz einer überschaubaren Außenlänge von 4.270 mm bietet das Fahrzeug dank des Radstands von 2.605 mm ein Platzangebot im Fond, das selbst in deutlich größeren SUV-Klassen keine Selbstverständlichkeit ist. Das Interieur folgt einer minimalistischen Designlinie und setzt auf Oeko-Tex-zertifizierte, hautfreundliche Materialien an den haptisch wichtigen Stellen. Hinter dem griffigen Zweispeichenlenkrad blickt der Fahrer auf ein reduziertes 8,8-Zoll-Instrumentendisplay, während das gesamte Infotainment und sämtliche Fahrzeugeinstellungen über einen mächtigen, freistehenden 14,6-Zoll-HD-Touchscreen gesteuert werden. Der weitgehende Verzicht auf physische Tasten verlangt vom Fahrer jedoch eine spürbare Umgewöhnung, da selbst Kleinigkeiten wie die Außenspiegelverstellung oder die Justierung der Luftströme über digitale Untermenüs des Leap OS 4.0 erfolgen müssen, was während der Fahrt unnötig ablenkt.

Das eigentliche Highlight des B03X ist jedoch seine immense Variabilität im Heckbereich. Das Fahrzeug übernimmt ein Prinzip, das man in ähnlicher Form von den legendären Magic Seats aus dem Honda Jazz kennt. Die Sitzflächen der hinteren Rückbank lassen sich mit wenigen Handgriffen vertikal nach oben klappen und arretieren. Dadurch entsteht im Fond ein enorm hoher und durchgängig ebener Laderaum, der sich perfekt für den Transport von sperrigen Gütern wie Fahrrädern eignet, die stehend transportiert werden müssen. Wird die Lehne des Beifahrersitzes komplett nach vorn umgelegt, lassen sich Gegenstände mit einer Länge von bis zu 2,53 Metern problemlos durchladen.

Der reguläre Kofferraum fasst bereits ordentliche 407 Liter und lässt sich durch das Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.358 Liter erweitern, wobei eine völlig ebene Ladefläche ohne störenden Versatz entsteht. Unter dem eigentlichen Ladeboden befindet sich zudem die sogenannte Giga Box, ein tiefes Unterflurstaufach mit einem zusätzlichen Volumen von 105 Litern und einem integrierten Wasserablass. Dieses Fach eignet sich hervorragend für nasse Ladekabel, schmutzige Wanderschuhe oder nasse Outdoor-Ausrüstung, da es nach der Nutzung einfach mit Wasser ausgespült werden kann.

Bei aller Begeisterung für die cleveren Detaillösungen fallen bei genauerer Betrachtung jedoch auch deutliche Sparmaßnahmen ins Auge. So verzichtet der B03X komplett auf einen Heckscheibenwischer, was bei Regenfahrten oder winterlicher Witterung die Sicht nach hinten massiv einschränkt. Auch das Fehlen von eigenen Luftausströmern im Fond trübt den Komfort für die hinteren Passagiere an heißen Sommertagen erheblich, da die Klimaanlage vorn entsprechend lautstark arbeiten muss, um den gesamten Innenraum ausreichend abzukühlen. Positiv hervorzuheben ist dagegen die Entscheidung, neben der Smartphone-Steuerung über Bluetooth auch einen physischen Fahrzeugschlüssel auszuliefern, anstatt wie viele chinesische Mitbewerber ausschließlich auf eine unpraktische Plastik-Keycard zu setzen. Optisch setzt das Fahrzeug zudem auf einen freundlichen Auftritt: Die LED-Lichtsignatur an der Front soll ein Lächeln andeuten, während die markanten Rückleuchten am Heck vom Hersteller humorvoll als HA-HA-Leuchten bezeichnet werden, da sie an ein lachendes Gesicht erinnern.

Preispolitik und der Einfluss der deutschen E-Auto-Förderung

Mit einem Basis-Listenpreis von 24.900 Euro für die Life Pro-Version positioniert Leapmotor den B03X äußerst aggressiv auf dem deutschen Markt. Die Design ProMax-Ausführung schlägt mit 29.400 Euro zu Buche und bietet neben dem größeren Akku und der leicht erhöhten Motorleistung ein umfassendes Ausstattungspaket inklusive Sitz- und Lenkradheizung, Kunstledersitzen, elektrischer Sitzverstellung vorn, einer 360-Grad-Kamera und vorderen Parksensoren.

Besonders spannend wird das Fahrzeug im Kontext der aktuellen, sozial gestaffelten E-Auto-Förderung in Deutschland. Dieses staatliche Förderprogramm richtet sich gezielt an Privatpersonen und gewährt beim Kauf oder Leasing eines förderfähigen vollelektrischen Neufahrzeugs erhebliche Zuschüsse. Die Basisförderung für reine Elektrofahrzeuge beträgt 3.000 Euro. Liegt das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen unter 60.000 Euro, erhöht sich der Zuschuss im Rahmen eines Sozialbonus um weitere 1.000 Euro, und bei einem Einkommen unter 45.000 Euro kommt nochmals ein Tausender hinzu. Familien erhalten zusätzlich einen Bonus von 500 Euro pro Kind für maximal zwei Kinder. Das maximale Fördervolumen liegt somit bei stolzen 6.000 Euro, wodurch der effektive Anschaffungspreis des B03X für anspruchsberechtigte Familien theoretisch auf spektakuläre 18.900 Euro sinkt.

Allerdings sind an den Erhalt dieser Prämie strenge bürokratische Hürden gekoppelt, die potenzielles Interese schnell dämpfen können. Der Antragsteller muss das Fahrzeug mindestens 36 Monate auf seinen Namen zulassen. Maßgeblich für die Bewilligung ist das durchschnittliche zu versteuernde Haushaltseinkommen, das anhand der zwei aktuellsten Einkommensteuerbescheide nachgewiesen werden muss, die maximal drei Jahre alt sein dürfen. Wer diese Bescheide nicht vorlegen kann oder die Einkommensgrenze von maximal 80.000 Euro beziehungsweise 90.000 Euro bei Familien mit Kindern überschreitet, geht bei den Sozialboni leer aus.

Diese staatliche Förderung bildet auch das Fundament für das beworbene Leasingangebot ab attraktiven 109 Euro monatlich bei einer Laufzeit von 36 Monaten und einer Fahrleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr. Dieses Angebot setzt jedoch eine saftige Leasingsonderzahlung in Höhe von 4.790 Euro voraus, welche die staatliche Prämie bereits vorab einkalkuliert. Der Kunde muss diese Anzahlung somit zunächst komplett aus eigener Tasche vorstrecken und sich das Geld mühsam über das Online-Portal des BAFA zurückholen. Wer das Fahrzeug lieber ohne jegliche Sonderzahlung leasen möchte, muss mit einer deutlich realistischeren monatlichen Leasingrate ab etwa 239 Euro kalkulieren. Abgesichert wird das Ganze durch eine solide Fahrzeuggarantie von vier Jahren oder 100.000 Kilometern, während auf die Batterie eine Garantie von acht Jahren oder 160.000 Kilometern gewährt wird, die eine Restkapazität von mindestens 80 Prozent abdeckt.

Strategische Einordnung: Konkurrenzkampf und europäische Wertschöpfung

Der Marktstart des Leapmotor B03X ist ein direkter Angriff auf das europäische Kleinwagen- und Kompaktsegment, insbesondere auf den kommenden Volkswagen ID. Polo und dessen Schwestermodelle von Cupra und Skoda. Doch im direkten Vergleich zeigt der B03X ein völlig anderes Karosseriekonzept: Während der ID. Polo mit einer Länge von rund 4,05 Metern ein klassischer, flacher Kleinwagen bleibt, ist der B03X mit seinen 4,27 Metern ein echter, hochbeiniger Crossover mit spürbar besserer Raumökonomie und deutlich mehr Nutzwert im Alltag. Er bietet den Kunden damit „mehr Auto“ fürs Geld, muss sich jedoch beim Thema maximale Autobahnreichweite und Effizienz bei hohen Geschwindigkeiten der aerodynamisch günstigeren Konkurrenz geschlagen geben.

Spannend bleibt die geopolitische und fertigungstechnische Entwicklung dieser Partnerschaft. Um den drohenden EU-Zöllen auf in China produzierte Elektrofahrzeuge dauerhaft zu entgehen, nutzt Stellantis seine europäischen Produktionskapazitäten. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 startet im spanischen Stellantis-Werk Figueruelas bei Saragossa die europäische Fertigung von Leapmotor-Modellen, beginnend mit dem B10. Bis 2027 sollen dort bis zu vier Modelle vom Band laufen, wobei der B03X als global konzipiertes Volumenmodell ein extrem heißer Kandidat für die spanische Montagelinie ist. Erste europäische Zulieferer wie OPmobility haben bereits Verträge zur Lieferung von Stoßfängern und Heckklappen für die europäische Fertigung unterzeichnet, was zeigt, dass Leapmotor im Begriff ist, sich von einer reinen Importmarke zu einem echten europäischen Produzenten zu entwickeln.

Fazit

Der Leapmotor B03X erweist sich im Detail-Check als ein extrem clever konzipiertes und hochgradig pragmatisches Fahrzeug, das das B-Segments neu schreiben könnte. Mit seiner innovativen Cell-to-Chassis-Batterieintegration und den unschlagbar variablen Magic Seats beweist der chinesische Hersteller ein hohes Maß an technischer Eigenständigkeit und echtem Erfindergeist. Die aggressive Preispolitik von unter 25.000 Euro macht den Einstieg in die Elektromobilität in Kombination mit der deutschen E-Auto-Förderung so erschwinglich wie selten zuvor. Zudem sorgt das industrielle Sicherheitsnetz des Stellantis-Konzerns für ein beruhigendes Gefühl bei Service und Ersatzteilversorgung, was vielen Käufern die Entscheidung erleichtern dürfte.

Dennoch darf man die Augen vor den konzeptionellen Schwächen nicht verschließen. Die LFP-Batterien bieten vor allem in der Basisversion nur wenig Reichweitenreserven für die Langstrecke, was den B03X primär zum idealen Zweitwagen oder urbanen Pendlerfahrzeug macht. Auch die radikale Digitalisierung des Cockpits ohne physische Tasten und kleine, aber im Alltag störende Einsparungen wie das Fehlen eines Heckscheibenwischers oder hinterer Lüftungsdüsen trüben das ansonsten hervorragende Gesamtbild. Wer jedoch ein extrem geräumiges, clever durchdachtes und bezahlbares Elektrofahrzeug für den alltäglichen Einsatz sucht und mit den Reichweitengrenzen leben kann, findet im Leapmotor B03X einen verlässlichen und wirtschaftlich äußerst attraktiven Begleiter, der die etablierte europäische Konkurrenz mächtig unter Druck setzen wird.