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Mercedes B 180 d: Neue Abgasmessungen im Auftrag der DUH

 

Mit derartig schlechten Abgasmesswerten hatte die Deutsche Umwelthilfe (DUH) nicht gerechnet

Die Deutsche Umwelthilfe hat weitere Abgasmessungen an neuen Euro 6 Diesel-Pkw mit portablen Geräten im Straßenbetrieb durchführen lassen. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat gemäß ihrer Presemitteilung von mittwich den 23.11.2016 nach neuen Tests drei Dieselmodelle von Fiat, Renault und Daimler beanstandet. Die dabei gemessenen Negativwerte überraschen selbst die Experten. Durch dioe von der DUH beauftragten Messungen sowie durch Hinweise von Whistleblowern aus der Industrie enthüllte die DUH im Februar 2016 die Strategie der Autokonzerne, die ordnungsgemäße Abgasreinigung unterhalb von +17 Grad Celsius, bei anderen Fahrzeugen unter +10 Grad Celsius einzustellen. Es ging um die sogenanten Thermofenster. Zu Beginn des Winterhalbjahres zeigen inzwischen drei vom Emissions-Kontroll-Institut (EKI) untersuchte Diesel-Pkw Stickoxid-Emissionen auf der Straße von über 1.000 mg NOx/km, und das bereits bei Außentemperaturen von circa +5 Grad Celsius. Der italienische Spitzenreiter Fiat 500x mit 1.380 mg/km NOx, der französische Spitzenreiter Renault Captur mit 1.320 mg/km sowie die Mercedes B 180 d. Bei diesem Fahrzeug handelt es allerdings genau die B-Klasse mit Renault-Motor aus der Mercedes-Renault-Kooperation, die bereits das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bei seinen Nachtests im April beanstandet hatte. Das Modell ist Teil des damals angeordneten „freiwilligen“ Rückrufs, der aber für die B-Klasse noch nicht stattgefunden hat. Mercedes befindet sich gemäß einiger Pressemeldungen noch in der Abstimmung mit dem Krafgtfahrtbundesamt. Daimler betont genau wie sein Partner Renault, sich an gültige Vorschriften zu halten.

Die DUH hast angekündigt die für die einzelnen Autokonzerne zuständigen Staatsanwaltschaften über die ihr vorliegenden Hinweise sowie erste durchgeführte Tests zu informieren. Seit einem halben Jahr streitet die DUH in einem Rechtsverfahren gegen das BMVI um die Herausgabe der vollständigen Messprotokolle inklusive CO2-Werte. Immerhin handele es sich dabei um Ergebnisse einer abgeschlossenen Untersuchung, die vom Steuerzahler bezahlt wurde. Die DUH hat mittlerweile über zehn Rechtsverfahren gegen das Bundesverkehrsministerium beziehungsweise das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) eingeleitet. Diese beziehen sich sowohl auf die Weigerung der Behörden, dem klageberechtigten Umwelt- und Verbraucherschutzverband trotz klarer Rechtslage Informationen zum Rückruf sowie zu den fehlerhaften CO2-Angaben mehrerer VW Modelle, die Ende letzten Jahres bekannt wurden, zu übermitteln. Weiterhin hat die DUH rechtliche Schritte zum Entzug der Typgenehmigung für den Opel Insignia gegen das KBA eingeleitet. Sollte die Klage erfolgreich sein, gelte das natürlich auch für andere Modelle, meinte DUH-Chef Jürgen Resch.

 

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