KGM Torres EVX Nomad: Familien-SUV in hochwertiger Edition zu Preisen ab 34.990 Euro bestellbar - Bildnachweis: KGM
Ein stromernder Nomade auf Sparkurs: Der KGM Torres EVX Nomad im technologischen Detail
Der erste Eindruck täuscht selten, aber im Fall des neuen Modells aus Südkorea lohnt sich ein genauerer Blick hinter die Kulissen. Mit seiner massiven, steil aufragenden Frontpartie, den auffälligen Kunststoffbeplankungen und den angedeuteten Haltegriffen auf der Motorhaube weckt das Fahrzeug Assoziationen an raue Offroad-Abenteuer im chilenischen Nationalpark. Doch unter der martialischen Karosserie verbirgt sich kein grobschlächtiger Pfadfinder, sondern ein modernes, vollelektrisches Familien-SUV für den urbanen Alltag. Der Hersteller, der nach turbulenten Jahren und einer tiefgreifenden Insolvenz unter dem neuen Namen KGM firmiert, bläst mit dem Torres EVX Nomad zum Generalangriff auf die etablierte europäische und asiatische Konkurrenz. Ein Einstiegspreis von 34.990 Euro für ein ausgewachsenes Mittelklasse-SUV klingt wie ein Lockvogelangebot, aber die detaillierte Analyse der Technik und der Ausstattung offenbart ein erstaunlich faires Paket. Ist dieses Sondermodell also der lang ersehnte, bezahlbare Heilsbringer für den Umstieg auf die Elektromobilität, oder lauern im technologischen Detail unliebsame Überraschungen?
Die Metamorphose einer Traditionsmarke: Vom Ssangyong-Erbe zur Werksniederlassung
Die Geschichte des ältesten koreanischen Automobilherstellers ist reich an Wendepunkten. Gegründet im Jahr 1954 als Ha Dong-Hwan Motor Workshop, machte sich das Unternehmen ab den 1980er Jahren vor allem mit robusten Allradfahrzeugen und Lizenzbauten einen Namen, bevor es unter der Flagge von SsangYong in unruhiges Fahrwasser geriet. Nach einer schmerzhaften Insolvenz Ende 2020 übernahm das südkoreanische Industriekonglomerat Kg Group im Jahr 2022 das Steuer. Das „M“ im neuen Markennamen KGM steht dabei unmissverständlich für Mobility – ein Versprechen für die konsequente Transformation hin zur Elektromobilität.
Deshalb blieb es nicht nur bei einem neuen Logo auf den Radnabenabdeckungen. In Deutschland vollzog KGM im Jahr 2025 den entscheidenden Schnitt. Der bisherige Vertrieb über den freien Importeur Astara wurde beendet, und die neu gegründete KGM Europe GmbH mit Sitz im hessischen Eschborn übernahm den Import und Vertrieb in Eigenregie. Diese strategische Straffung der Vertriebswege ermöglicht es der Marke, ohne den Margenaufschlag eines Zwischenhändlers zu agieren und die gewonnenen Kostenvorteile direkt an die Kunden weiterzugeben. Trotz der neuen Strukturen müssen Käufer keine Servicewüste befürchten: Ein Netz aus rund 99 Vertragspartnern an 104 Standorten stellt die flächendeckende Betreuung in Deutschland sicher, um den Übergang für Ssangyong-Bestandskunden so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Das Nomad-Konzept: Ausstattung, Kalkulation und Preisstruktur
Das Sondermodell Torres EVX Nomad positioniert sich als hochattraktives Angebot in einem Marktsegment, das zunehmend von unbezahlbaren Elektrofahrzeugen dominiert wird. Um die Aggressivität dieser Preisgestaltung zu verstehen, hilft ein Blick auf die reguläre Preisliste des südkoreanischen Herstellers. Das reguläre Basismodell des elektrischen Torres startet in der Core-Ausstattung bei 41.990 Euro. Die mittlere Ausstattungslinie Bliss kostet 44.990 Euro, während die luxuriöse Topversion namens Lux mit 48.990 Euro in den Listen steht. Für gewerbliche Nutzer bietet KGM zudem eine Cargo-Van-Version des Torres EVX ab 38.990 Euro an.
Aber das Sondermodell Nomad bricht mit dieser klassischen Hierarchie. Für lediglich 34.990 Euro rollt das geräumige SUV zu den Kunden – inklusive Überführungskosten. Technisch basiert der Nomad auf der mittleren Ausstattungslinie Bliss, wertet diese jedoch mit begehrten Optionen auf, die sonst nur in der Topversion enthalten oder aufpreispflichtig sind. So sind eine energiesparende Wärmepumpe zur Optimierung der Winterreichweite, ein hochauflösendes 360-Grad-Kamerasystem für zentimetergenaues Rangieren und eine schicke Metallic-Lackierung standardmäßig im Preis inbegriffen. Zusammen mit den restlichen Bliss-Annehmlichkeiten wie belüfteten und beheizbaren Kunstledersitzen, einer Lenkradheizung, einer elektrischen Sitzeinstellung für Fahrer und Beifahrer sowie einem zweifachen 12,3-Zoll-Panoramadisplay ergibt sich ein rechnerischer Preisvorteil von über 13.000 Euro gegenüber einem vergleichbar konfigurierten Serienmodell.
Die staatliche E-Auto-Förderung 2026 als zusätzlicher Katalysator
Für private Käufer wird das Rechenbeispiel durch die im Jahr 2026 reaktivierte staatliche E-Auto-Förderung nochmals deutlich interessanter. Diese Prämie ist streng sozial gestaffelt und richtet sich nach dem zu versteuernden Haushaltsjahreseinkommen, um den Umstieg insbesondere für Familien und Haushalte mit kleineren bis mittleren Einkommen attraktiv zu machen. Die Einkommensgrenze für den Erhalt der Förderung liegt bei maximal 80.000 Euro zu versteuerndem Einkommen für Singles und kinderlose Paare. Für Familien mit Kindern erhöht sich diese Grenze um jeweils 5.000 Euro pro minderjährigem Kind auf bis zu 90.000 Euro.
Deshalb lohnt sich ein Blick auf die genaue Staffelung der Prämie. Ein Haushalt mit einem zu versteuernden Einkommen von über 60.000 bis 80.000 Euro erhält die Basisförderung für reine Elektrofahrzeuge in Höhe von 3.000 Euro. Sinkt das Einkommen unter die Grenze von 60.000 Euro, schlägt ein Sozialbonus von zusätzlich 1.000 Euro zu Buche. Bei einem Einkommen von unter 45.000 Euro erhöht sich dieser Bonus um weitere 1.000 Euro auf insgesamt 2.000 Euro. Pro Kind im Haushalt gewährt das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zudem einen Kinder-Bonus von 500 Euro (maximal 1.000 Euro für zwei Kinder). Eine Familie mit zwei Kindern und einem zu versteuernden Einkommen unter 45.000 Euro erhält somit die Maximalförderung von 6.000 Euro, was den Torres EVX Nomad effektiv auf unglaubliche 28.990 Euro vergünstigt. Die Beantragung erfolgt rückwirkend nach der Erstzulassung über das Online-Portal der Förderzentrale Deutschland, wobei eine Mindesthaltedauer von 36 Monaten strengstens vorgeschrieben ist.
Modellversion des Kgm Torres evx Einstiegspreis (UVP in Euro) Wesentliche Ausstattungsmerkmale und Spezifkationen
Torres EVX Nomad 34.990 Wärmepumpe, 360-Grad-Kamera, Metallic-Lackierung, belüftete/beheizte Vordersitze, Lenkradheizung, Dual-12,3-Zoll-Displays, 18-Zoll-Leichtmetallfelgen
Torres EVX Core 41.990 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, Einparkhilfe hinten, 12,3-Zoll-Navigationssystem, Lederlenkrad, Stoffbezüge
Torres EVX Bliss 44.990 Zusätzlich zu Core: Einparkhilfe vorn, Kunstledersitze (TPU), kabelloses Laden für Smartphones, elektrisch anklappbare Außenspiegel
Torres EVX Lux 48.990 Zusätzlich zu Bliss: 20-Zoll-Leichtmetallfelgen, Echtledersitze, elektrische Heckklappe, Wärmepumpe, 360-Grad-Kamerasystem
Torres EVX Cargo Van 38.990 Zweisitziger Transporter-Umbau, 2.000 Liter Ladevolumen, stabile Ladeabtrennung, Heck- und Seitentürbeladung
Antriebstechnologie und Fahrdynamik im Härtetest
Auf der Straße zeigt der KGM Torres EVX Nomad einen unaufgeregten und grundsoliden Charakter, der jedoch klar auf Komfort ausgelegt ist. Den Vortrieb übernimmt ein Permanentmagnet-Synchronmotor an der Vorderachse mit einer Leistung von 152 kW, was klassischen 207 PS entspricht. Mit einem maximalen Drehmoment von 339 Nm sprintet das knapp zwei Tonnen schwere SUV in 8,1 bis 8,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Das ist für den Alltag mehr als ausreichend, und bis zur elektronisch abgeregelten Höchstgeschwindigkeit von 175 km/h schiebt der Frontmotor das Fahrzeug gleichmäßig voran.
Aber wer die Leistung des Torres EVX sportlich abrufen möchte, stößt rasch auf physikalische Grenzen. Die Kombination aus sofort anliegendem E-Drehmoment und reinem Frontantrieb überfordert die Traktion der Vorderräder vor allem bei Nässe spürbar. Ein Kritikpunkt, ist die ab Werk montierte Nexen-Rodian-Sommerbereifung. Diese Reifen weisen ein in anbetracht des Elektro-Drehmoments zu geringes Gripniveau auf und neigen schon bei mäßig feuchtem Asphalt zum Durchdrehen. Das elektronische Stabilitätsprogramm greift in solchen Momenten recht grob und unharmonisch ein, was den Fahrfluss spürbar stört. Hinzu kommt eine Lenkung, die zwar extrem leichtgängig ist, sich aber synthetisch und unpräzise anfühlt – eine direktere Rückmeldung von der Straße würde dem Fahrkomfort hier gut tun.
Die BYD-Blade-Batterie: Innovative LFP-Technik mit Ladeträgheit
KGM geht beim Akku technologisch eigene Wege und setzt auf eine intensive Kooperation mit dem chinesischen Branchenprimus BYD. Im Unterboden des Torres EVX Nomad verrichtet eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie, die sogenannte Blade-Batterie, ihren Dienst. LFP-Akkus gelten aufgrund ihrer stabilen Zellchemie als extrem sicher, sind unempfindlich gegenüber mechanischen Beschädigungen und überstehen problemlos über 5.000 Ladezyklen ohne nennenswerte Degradation. Im aktuellen Modelljahr wuchs die nutzbare Kapazität des Energiespeichers auf stattliche 80,6 kWh, was der Reichwiete im Alltag sichtlich zugute kommt.
Deshalb verspricht der Hersteller nach dem realitätsnahen WLTP-Fahrzyklus eine kombinierte Reichweite von über 500 Kilometern und im reinen Stadtverkehr sogar bis zu 664 Kilometer. In der Praxis sieht die Bilanz jedoch etwas nüchterner aus: Im gemischten Pendleralltag bei herbstlichen Temperaturen schrumpft der reale Aktionsradius auf etwa 340 bis 410 Kilometer. Vor allem auf der Autobahn fordert das kantige Design mit seinem hohen Luftwiderstand Tribut, sodass der Verbrauch bei Richtgeschwindigkeit auf rund 23 kWh pro 100 Kilometer ansteigt.
Ein weiteres Nadelöhr ist die Ladeleistung am Gleichstrom-Schnelllader. Diese ist auf maximal 120 kW begrenzt, was im Jahr 2026 im Vergleich zu moderneren 800-Volt-Systemen der Konkurrenz fast schon anachronistisch wirkt. Zwar soll der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent laut Werksangabe in 36 Minuten erledigt sein, doch die reale Ladekurve sinkt früh ab. Ohne vorherige manuelle Aktivierung der Vorkonditionierung kann sich der Ladestopp bei winterlichen Temperaturen rasch auf über 45 Minuten ausdehnen. Das Wechselstrom-Laden an der heimischen Wallbox gelingt dank des dreiphasigen 11-kW-Onboard-Laders in komfortablen acht Stunden und 45 Minuten über Nacht.
Cockpit-Ergonomie und das großzügige Raumwunder
Wer im Torres EVX Nomad Platz nimmt, vergisst schnell das kantige, fast schon rustikale Äußere des Fahrzeugs. Das Cockpit präsentiert sich als aufgeräumte, digitale Landschaft, die durch eine solide Materialauswahl und eine gute Verarbeitungsqualität gefällt. Auf den Einsatz von kratzempfindlichem und staubanziehendem Klavierlack wurde dankenswerterweise verzichtet. Stattdessen setzen kupferfarbene Zierleisten und weiche Kunstlederoberflächen wohnliche Akzente. Das dominierende Element ist das geschwungene Panoramadisplay mit zwei 12,3-Zoll-Bildschirmen.
Aber das Infotainmentsystem offenbart bei genauerer Betrachtung eine verblüffende Nähe zu Hyundai und Kia. Menüführung, Symbole und die gesamte Bedienlogik wirken wie eine fast identische Kopie des koreanischen Mitbewerbers. Ein echter Ergonomie-Nachteil des elektrischen Torres ist der radikale Verzicht auf physische Tasten für die Klimasteuerung. Während der herkömmliche Verbrenner-Torres noch über ein praktisches, separates Klimadisplay verfügt, wanderten alle Funktionen beim EVX in den Touchscreen. Selbst einfache Justierungen der Lüftung erfordern mehrere Klicks im Menü, was die Aufmerksamkeit des Fahrers unnötig beansprucht. Zudem erfordert die Smartphone-Spiegelung per Apple CarPlay und Android Auto zwingend eine kabelgebundene Verbindung, was den Nutzen der kabellosen Ladeschale im unteren Fach der schwebenden Mittelkonsole deutlich schmälert.
Deshalb punktet das SUV umso mehr, wenn es um die klassischen Kerndisziplinen der Raumökonomie geht. Das Platzangebot im Fond ist phänomenal; selbst großgewachsene Passagiere genießen eine üppige Beinfreiheit und eine enorme Kopffreiheit, die durch die Kastenform der Karosserie begünstigt wird. Der Kofferraum ist mit einem Standardvolumen von 703 Litern ein echtes Ladewunder. Legt man die Rücksitze um, entsteht ein völlig ebener Laderaum mit bis zu 1.662 Litern Stauvolumen, der selbst sperrige Gegenstände problemlos schluckt. Unter dem Ladeboden befindet sich zudem ein tiefes, praktisches Fach für die Ladekabel, sodass kein wertvoller Gepäckraum verloren geht.
Alltäglicher Assistenzterror und funktionale Defizite im Detail
Ein wesentlicher Schwachpunkt des Torres EVX Nomad liegt in der überaus nervösen Abstimmung der Fahrassistenzsysteme. Das Fahrzeug verfügt zwar über ein breites Arsenal an modernen Helfern, darunter den intelligenten adaptiven Tempomaten, den Spurhalteassistenten und die Verkehrszeichenerkennung. Der Geschwindigkeitswarner und die Müdigkeitserkennung quittieren bereits minimale Überschreitung des Tempolimits um nur einen Kilometer pro Stunde oder ein kurzes Abwenden des Blicks mit einem penetranten Warnbimmeln aus den Bordlautsprechern. Da sich diese Systeme nach jedem Fahrzeugstart gesetzlich vorgeschrieben reaktivieren, entwickelt sich das Deaktivieren der Töne über den Touchscreen vor jeder Fahrt zu einer lästigen Routine. Der adaptive Tempomat bremst bei erkannten Hindernissen abrupt ab und beschleunigt danach nur sehr träge. Für Vielfahrer stellt zudem das Fehlen einer automatischen Laderoutenplanung im integrierten Navigationssystem ein Manko dar, da man bei Langstrecken auf Drittanbieter-Apps ausweichen muss.
Fazit: Pragmatismus schlägt Hochtechnologie
Der neue KGM Torres EVX Nomad präsentiert sich als ein bemerkenswert ehrliches Automobil, das ganz bewusst auf teure High-End-Spielereien verzichtet und stattdessen den Nutzwert für den Kunden in den Vordergrund stellt. Zu einem Einstiegspreis von 34.990 Euro – der sich mit staatlicher Unterstützung im Idealfall auf unter 29.000 Euro reduzieren lässt – bietet dieses stattliche Mittelklasse-SUV ein Platzangebot und eine Serienausstattung, die in dieser Preisklasse ihresgleichen suchen. Die extrem robuste und sichere LFP-Blade-Batterie von BYD verspricht Langlebigkeit und Zuverlässigkeit im Alltag.
Aber der günstige Preis erfordert an einigen Stellen auch Kompromisse. Die mäßige Gleichstrom-Ladeleistung von maximal 120 kW und das Fehlen einer automatischen Laderoutenplanung schränken die Langstreckentauglichkeit für anspruchsvolle Vielfahrer ein. Zudem trüben die nervtötenden Assistenzwarntöne den ansonsten komfortablen Fahreindruck. Wer jedoch ein geräumiges, komfortables Familienfahrzeug für den täglichen Pendelverkehr sucht und die Möglichkeit hat, das Auto überwiegend zu Hause an der heimischen Wallbox zu laden, findet im Torres EVX Nomad eine hochattraktive und wirtschaftliche Alternative zum etablierten Elektromainstream. Das Vertrauen, das KGM in das eigene Produkt setzt, wird durch die einzigartigen Garantiezusagen untermauert: Eine Fahrzeuggarantie von sieben Jahren oder 150.000 Kilometern sowie eine sensationelle Garantie von zehn Jahren oder einer Million Kilometer auf die Batterie nehmen dem Käufer jegliches finanzielle Risiko. KGM mag kein technologischer Vorreiter sein, aber er ist ein solider und unschlagbar kalkulierter Alltagsbegleiter.

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