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Facelift zum Modelljahr 2026 des Mazda CX-60 und CX-80: Technik und Komfort

Mazda CX-60 2026 & Mazda CX-80 2026 - Bildnachweis: Mazda

Gezielt nachgeschärft 

Für viele dürfte es überraschend sein: Mazda bringt mit dem Modelljahr 2026 nicht einfach ein weiteres SUV auf den Markt, sondern schärft mit CX-60 und CX-80 bewusst die technische und praktische Trennlinie zwischen Komfort, Effizienz und anspruchsvoller Sicherheit. Wer sich heute für einen neuen Crossover interessiert, kann mit der nächsten Generation der Mazda-Flaggschiffe erstmals in Deutschland Features erleben, die sowohl auf Innovation als auch auf kritische Praxisnähe ausgelegt sind.

Mazda CX-80 MJ 2026 – Bildnachweis: Mazda

Deshalb lohnt ein genauer Blick auf beide Modelle, denn Mazda betritt mit CX-60 und CX-80 tatsächlich Neuland im eigenen Portfolio. Während die Hybridisierung und Dieselkompetenz bei deutschen Wettbewerbern oft als ausgereizt gilt, hat Mazda für das kommende Jahr die Technik grundlegend weiterentwickelt. Der Fokus liegt auf gesteigertem Komfort, stringenter Sicherheitsstrategie und einer für den Alltag relevanten Nachhaltigkeit.

Mazda CX-80 MJ 2026 – Bildnachweis: Mazda

Modelljahr 2026

Aber was verbirgt sich konkret hinter dem Update? Die Modellüberarbeitung greift sogar tief in Details, die sonst oft nur am Rande erwähnt werden. Das auffälligste visuelle Novum ist naturgemäß das neue helle Nappaleder, das je nach Ausstattungslinie exklusiv für CX-60 und CX-80 ausgelegt ist. In der Homura-Variante des CX-60 fällt dafür kein Aufpreis an, während beim CX-80 eine eigenständige Captain-Seat-Kombi für 850 Euro mit Sitzbelüftung und Mittelkonsole erhältlich ist. Die Praxis zeigt, dass diese Wahl tatsächlich den Spagat zwischen Premium und Alltagstauglichkeit besser meistert als viele Konkurrenten.

Mazda CX-60 MJ 2026 – Bildnachweis: Mazda

Die Grundlage für den hohen Komfort legt Mazda unter anderem durch spezielle Geräuschdämmung der vorderen Seitenscheiben. Dazu kommt das weiterentwickelte Navigationssystem, das erstmals Hybrid-Navigation mit Echtzeit-Informationen und Cloud-basierter Alexa-Sprachsteuerung vereint. Für den CX-60 steht zudem neu die exklusive Außenfarbe Polymetal Grey zur Auswahl, und die 20-Zoll-Serienfelgen tragen jetzt ein feineres Silber Metallic.

– Bildnachweis: Mazda

Sicherheit – neu gedacht und praktisch gemacht

Deshalb tritt ein weiteres Feature in den Vordergrund, das nicht nur Marketing-Charakter hat: der neue Nothalteassistent „DEA“. Im Zusammenspiel mit dem Aufmerksamkeitsassistenten beobachtet das System die Fahrerin oder den Fahrer auf Anzeichen von Übermüdung und leitet, falls keine Reaktion erfolgt, im Ernstfall automatisiert ein Bremsmanöver samt Warnblinkanlage ein. Mazda entriegelt dabei die Türen und setzt einen Notruf ab. Ehrlicherweise ist so ein System in puncto Sicherheit längst überfällig – andere Hersteller experimentieren bereits, doch bei Mazda ist der praktische Nutzen jetzt marktreif.

Die Antriebe – zwischen Effizienz und kritischer Praxis

Aber die eigentlichen Stars der neuen Generation bleiben die Antriebe. Mazda verfolgt mit CX-60 und CX-80 eine Doppelstrategie: Erstens bleibt der bewährte Plug-in Hybrid mit 2,5-Liter-Vierzylinder-Benziner und Elektromotor, der zusammen eine Systemleistung von 327 PS auf die Straße bringt bei. In technischen Tests erreicht der Plug-in Hybrid des CX-60 eine elektrische Reichweite von 64 km bei einem kombiniertem Verbrauch von 1,4 l/100 km, der CX-80 liegt laut WLTP bei 60 km und 1,6 l/100 km. Für viele erscheint der Unterschied gering, aber bei reiner Stadtnutzung kann die größere Batterie des CX-60 spürbar punkten.

Zweitens hat sich Mazda bei den Dieselmodellen um eine drastisch verbesserte Umweltbilanz bemüht. Zum ersten Mal in dieser Klasse sind sämtliche Dieselvarianten für den Einsatz von HVO 100 freigegeben. Dabei handelt es sich um hydriertes Pflanzenöl, das aus Abfallstoffen gewonnen wird und nahezu CO2-neutral verbrannt werden kann. Im deutschen Alltag sind solche Kraftstoffe allerdings noch nicht an jeder Tankstelle verfügbar – Mazda positioniert sich hier also als Vorreiter und lässt Kunden trotzdem die Wahl, denn gemischter Kraftstoffeinsatz ist ebenfalls möglich.

Modellauswahl und Preise 

Deshalb wird die Qual der Wahl groß: Die Preisspanne des CX-60 beginnt mit der Plug-in-Hybrid-Variante bei 50.950 Euro (Prime-Line), die Homura-Plus-Ausstattung schlägt mit 64.150 Euro zu Buche. Für die Dieseltypen des CX-60 sind die Preise mit 52.150 Euro für die Basis und rund 60.650 Euro für die Homura und Takumi-Varianten angesetzt. Ergänzend zu den grundsätzlichen Ausstattungslinien bleibt das Preisniveau damit deutlich im Premiumbereich, lässt aber durch eine lange Garantie (sechs Jahre oder 160.000 km) und robuste Verarbeitung die Kosten an anderer Stelle relativieren.

Wer sich für den CX-80 entscheidet, landet im Fall des Plug-in-Hybrid bei etwa 66.800 Euro – dafür gibt es mehr Platz, eine dritte Sitzreihe und ein größeres Kofferraumvolumen. Allerdings relativiert sich dieser Vorteil bei genauerem Hinsehen: Der CX-80 bietet mit 258 Litern im normalen Zustand weniger Ladevolumen als der CX-60, der bei 570 Litern liegt. Wer Flexibilität sucht, sollte daher genau überlegen, wie viel der dritte Sitzreihe tatsächlich genutzt wird.

Alltagstauglichkeit 

Weil viele SUVs in der Praxis vor allem als Familienautos oder für den Langstreckeneinsatz gekauft werden, steht die Alltagstauglichkeit zwingend im Fokus. Beide Modelle verfügen über einen Allradantrieb und fortschrittliche Fahrassistenzsysteme, die bei schwierigen Wetterlagen und auf langen Strecken überzeugen. Der CX-80 punktet mit bis zu sieben Sitzplätzen – und damit als praktisches Multitalent. Aber in puncto Handling und Verbrauch bleibt der CX-60 das etwas dynamischere Modell, zumal das Gewicht etwas geringer ist und die Raumgewinne sich nicht so eindeutig in der Praxis darstellen, wie es der Prospekt verspricht.

Innenraum und Komfort – wie viel Premium steckt wirklich drin?

Deshalb stellt sich die Frage, wie viel japanischer Premium tatsächlich im Alltag spürbar wird. Die Materialwahl im Innenraum überzeugt, vor allem in den höheren Ausstattungslinien mit Velours, zweifarbigem Lederlenkrad und aufwändig gearbeiteten Armaturenelementen. Die Verarbeitungsqualität ist auch bei intensiven Tests vorbildlich, genauso wie die Übersichtlichkeit und intuitive Bedienbarkeit der Anzeigen und Bedienelemente. Mazda setzt hier erneut darauf, störende Touchscreen-Experimente zu vermeiden und stattdessen praktische Bedienelemente und eine ruhige Cockpitgestaltung anzubieten.

Fortschritt ohne Übertreibung

Darum ist das Modelljahr 2026 für Mazda ein wichtiger Meilenstein und ein Beispiel, wie sich Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit in modernen Crossovern sinnvoll verbinden lassen. Wer ein Premium-SUV sucht, das nicht ausschließlich auf Marketingversprechen setzt und kritische Anforderungen an Alltag und Umweltfreundlichkeit erfüllt, wird mit CX-60 und CX-80 fündig. Doch es bleibt ein Restzweifel: Die Innovationsfreude bei alternativen Kraftstoffen und Assistenzsystemen ist lobenswert, aber es bleibt abzuwarten, wie reibungslos und flächendeckend diese Technologien im deutschen Alltag funktionieren. Mazda bleibt damit ein Hersteller, der nicht alles neu erfindet, aber vieles sinnvoll weiterentwickelt.