Der neue Fiat Pandina kann jetzt bestellt werden - Bildnachweis: Fiat / Stellantis
Ein neuer Name für einen alten Bekannten
Mit dem Bestellstart des Fiat Pandina im Juli 2025 beginnt für Fiat eine neue Ära im Segment der Kleinstwagen. Der Nachfolger des erfolgreichen Panda soll nicht nur die Tradition fortführen, sondern mit frischem Design, moderner Technik und einem klaren Fokus auf Alltagstauglichkeit neue Akzente setzen. Bereits auf den ersten Blick fällt auf, dass Fiat beim Pandina auf Bewährtes setzt, den Wagen aber gezielt weiterentwickelt hat. Die italienische Marke spricht gezielt sowohl langjährige Panda-Fans als auch Neukunden an, die ein zuverlässiges, sparsames und vielseitiges Stadtauto suchen.
Design und Karosserie: Evolution statt Revolution
Optisch bleibt der Pandina dem bekannten Panda-Konzept treu, wirkt aber insgesamt frischer und markanter. Die Karosserie präsentiert sich als klassischer Fünftürer mit kompakten Abmessungen von rund 3,70 Metern Länge und einer Breite von etwa 1,71 Metern. Besonders auffällig sind die kräftigen Karosseriefarben wie Positano Gelb, Passione Rot und Italia Blau, die das Modell deutlich von der Masse abheben. Fiat verzichtet bewusst auf graue Lackierungen und setzt auf ein lebendiges Farbkonzept. Optional lässt sich der Pandina mit schwarzem Dach als Bicolore-Version individualisieren. Die Cross-Variante unterstreicht mit Offroad-Elementen wie Unterfahrschutz, Radlaufleisten und Dachreling ihren robusten Anspruch, bleibt aber technisch ein reiner Fronttriebler.
Motor und Antrieb: Mild-Hybrid für den Alltag
Im Mittelpunkt der Technik steht ein 1,0-Liter-Dreizylinder-Benziner mit Mild-Hybrid-System. Die Systemleistung beträgt 51 kW beziehungsweise 70 PS. Unterstützt wird der Verbrenner von einem kleinen Elektromotor, der beim Anfahren und Beschleunigen hilft und die Bremsenergie zurückgewinnt. Ein externes Laden der Batterie ist nicht erforderlich, was den Alltag unkompliziert gestaltet. Das Sechsgang-Schaltgetriebe ist serienmäßig und sorgt für ausreichend Flexibilität im Stadtverkehr. Im Testbetrieb zeigt sich der Motor als genügsam, aber keineswegs temperamentvoll. Die angegebenen Verbrauchswerte liegen laut WLTP zwischen 5,0 und 5,2 Litern auf 100 Kilometer, im Alltag kann der Wert je nach Fahrweise und Einsatzgebiet auch darüber liegen, insbesondere im Kurzstreckenbetrieb. Die CO2-Emissionen bewegen sich zwischen 113 und 117 Gramm pro Kilometer, was für die Fahrzeugklasse ein durchschnittlicher Wert ist.
Ausstattungslinien: Von funktional bis expressiv
Fiat bietet den Pandina in drei Ausstattungsversionen an: POP, ICON und CROSS. Das Einstiegsmodell POP richtet sich an preisbewusste Käufer und bietet bereits eine solide Grundausstattung. Dazu gehören unter anderem ein 7-Zoll-Digitaldisplay, manuelle Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, eine Funkfernbedienung für die Zentralverriegelung sowie eine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Diese umfasst sechs Airbags, ein autonomes Notbremssystem, Spurhalte-Assistent, Verkehrszeichenerkennung, Aufmerksamkeitsassistent und Parksensoren hinten. Der ICON positioniert sich als Mittelklassevariante und ergänzt die Basisausstattung um elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, ein DAB-Radio mit Bluetooth und Lenkradbedienung sowie eine Geschwindigkeitsregelanlage und einen höhenverstellbaren Fahrersitz. Die Topversion CROSS setzt auf einen eigenständigen Offroad-Look mit spezifischen Karosserieanbauteilen, LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfern und getönten Scheiben hinten. Im Innenraum finden sich recycelte Materialien, ein weißes Armaturenbrett und gelbe Ziernähte. Das Infotainmentsystem verfügt hier über einen 7-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Integration via Android Auto und Apple CarPlay, allerdings ausschließlich kabelgebunden.
Alltagstauglichkeit: Stärken und Schwächen im Detail
Im Stadtverkehr spielt der Pandina seine Stärken aus. Der kleine Wendekreis von rund 9,3 Metern und die kompakten Maße erleichtern das Rangieren und Parken. Die erhöhte Sitzposition sorgt für eine gute Rundumsicht. Das Fahrwerk ist auf Komfort ausgelegt, bügelt Unebenheiten in der Stadt passabel weg, zeigt aber auf der Autobahn und bei schneller Kurvenfahrt deutliche Seitenneigung. Kritisch zu bewerten sind die fehlende Axialverstellung des Lenkrads und die eher einfache Sitzergonomie, die insbesondere für größere Fahrer Einschränkungen mit sich bringen kann. Die Materialanmutung im Innenraum ist zweckmäßig, aber nicht hochwertig. Ablagen sind vorhanden, aber teilweise zu klein und nicht rutschfest ausgekleidet. Das Soundsystem enttäuscht mit schwachem Klang, Musikliebhaber werden hier Nachrüstbedarf sehen. Im Kofferraum stehen 225 Liter Ladevolumen zur Verfügung, das sich durch Umklappen der Rücksitzlehnen erweitern lässt. Für den Alltag ist das ausreichend, für den Familienurlaub eher knapp bemessen.
Sicherheit und Assistenzsysteme: Solides Niveau
Die Sicherheitsausstattung des Pandina entspricht dem aktuellen Standard in der Klasse. Neben sechs Airbags sind ESP, ABS, Notbremsassistent, Spurhalte- und Aufmerksamkeitsassistent sowie Verkehrszeichenerkennung serienmäßig an Bord. Isofix-Befestigungen für Kindersitze sind auf den Rücksitzen vorhanden. Die Cross-Version bietet zusätzlich Licht- und Regensensoren. Im Vergleich zu teureren Modellen fehlen allerdings moderne Systeme wie ein Totwinkelwarner oder ein adaptiver Tempomat. Für ein Fahrzeug dieser Preisklasse und Zielgruppe ist das Angebot dennoch angemessen.
Preise und Positionierung: Kein Schnäppchen mehr
Die Preisgestaltung des Fiat Pandina orientiert sich am aktuellen Marktumfeld für Kleinstwagen mit Hybridtechnik. Das Basismodell POP startet bei 16.490 Euro, der ICON liegt bei 16.990 Euro und die Topversion CROSS kostet mindestens 20.990 Euro. Damit positioniert sich der Pandina im obren Bereich der Kleinstwagenklasse. Zum Vergleich: Der Panda war vor wenigen Jahren noch deutlich günstiger zu haben. Die Preisrhöhung spiegelt die aufgewertete Ausstattung und die Hybridtechnik wider, dürfte aber manchen Interessenten abschrecken, die ein günstiges Stadtauto suchen. Gebrauchte Exemplare des Vorgängers sind weiterhin deutlich günstiger erhältlich, bieten aber weniger Sicherheits- und Komfortfeatures.
Einordnung und Fazit: Bewährtes Konzept mit modernen Akzenten
Der Fiat Pandina bleibt dem Erfolgsrezept seines Vorgängers treu, bringt aber gezielte Verbesserungen bei Sicherheit, Technik und Design. Im Alltag überzeugt er durch seine Handlichkeit, Übersichtlichkeit und die solide Grundausstattung. Die Hybridtechnik sorgt für akzeptable Verbrauchswerte, ohne den Wagen zu einem echten Sparwunder zu machen. Kritisch betrachtet werden müssen der im Vergleich hohe Einstiegspreis und die teilweise einfache Verarbeitung. Wer ein zuverlässiges, kompaktes Stadtauto mit italienischem Charme sucht und bereit ist, für moderne Technik und Sicherheit einen Aufpreis zu zahlen, findet im Pandina eine interessante Option. Für Vielfahrer und Familien ist das Raumangebot und die Motorisierung allerdings eher knapp bemessen. Insgesamt bleibt der Pandina ein typischer Vertreter seiner Klasse, der mit frischem Design und moderner Technik punktet, ohne dabei die Wurzeln des Panda zu verleugnen.

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