KGM ist Presenter von "Bundesliga Pur" - Bildnachweis: KGM
KGM und die Bundesliga – ein strategisches Sponsoring mit Signalwirkung
Der Auftakt in die neue Bundesligasaison 2025/26 bietet nicht nur Spannung auf dem Rasen, sondern auch abseits des Spielfelds. Dort sorgt die südkoreanische Automarke KGM für Aufmerksamkeit. Mit dem Engagement als offizieller Presenter der traditionsreichen Sportsendung „Bundesliga Pur“ auf Sport1 verschafft sich KGM eine prominente Bühne, die weit über klassische Werbung hinausgeht. Denn kaum ein Format bündelt die Leidenschaft für Fußball im Free-TV so konsequent wie diese wöchentliche Highlight-Show.
Reichweite und Dauerpräsenz als strategisches Ziel
Insgesamt 102 Ausgaben von „Bundesliga Pur“ werden in dieser Saison zu sehen sein. Damit verbunden sind mehr als 800 Programmtrailer sowie über 850 Sponsor-Einblendungen im linearen Fernsehen und in den digitalen Angeboten von Sport1. Diese massive Präsenz ist für KGM eine Investition in die Markenbekanntheit. Gerade im deutschen Markt ist das Unternehmen im Vergleich zu Branchenriesen wie Volkswagen, Audi oder Opel noch ein Außenseiter und versucht sich mit reichweitenstarken Maßnahmen ins Bewusstsein der Zuschauer einzuschreiben.
Während große Autohersteller traditionell über exklusive Partnerschaften mit einzelnen Bundesligavereinen oder gleich mit der gesamten DFL auftreten, wählt KGM einen anderen Ansatz. Statt eine einzelne Mannschaft in den Vordergrund zu stellen, positioniert sich die Marke in einem Medienumfeld, das jedes Wochenende die emotionalen Höhepunkte aller 18 Clubs zusammenfasst. Damit wird eine breite Zielgruppe erreicht, die über Vereinsgrenzen hinausreicht und Fußball als nationales Kulturereignis versteht.
KGM in Deutschland – ein Neueinsteiger mit großen Plänen
Hinter KGM, ausgeschrieben KG Mobility, steckt ein traditionsreicher koreanischer Hersteller, dessen Wurzeln bis in die 1950er Jahre zurückreichen. Lange Zeit war das Unternehmen vor allem für robuste Geländewagen und SUVs seiner Vorgänger-Marke SsangYong bekannt, ehe es sich 2023 unter neuem Namen und mit frisch strukturiertem Konzernhintergrund neu aufstellte. In Deutschland wird der Vertrieb von der KGM Europe GmbH in Köln gesteuert, die ein hundertprozentiges Tochterunternehmen des Herstellers ist.
Das Händlernetz umfasst inzwischen rund 110 Partnerbetriebe mit 117 Standorten. Damit liegt man weit hinter den großen internationalen Wettbewerbern, aber für eine Marke, die erst seit Kurzem in Eigenregie den deutschen Markt bearbeitet, zeigt die Ausbreitung eine gewisse Dynamik. Wichtigster Hebel bleibt jedoch der Aufbau von Markenvertrauen. Genau hier knüpft das Investment in Fußballübertragungen an.
Modellpalette und Preise – KGM positioniert sich im SUV-Segment
Für den deutschen Markt bietet KGM derzeit vor allem SUVs und Pick-ups an. Zu den wichtigsten Modellen zählen der kompakte Tivoli, der mittelgroße Korando, die Geländewagen Rexton und Torres sowie die Pick-ups Musso und Musso Grand. Mit dem Torres EVX ergänzt zudem ein vollelektrisches Modell die Palette.
Preislich bewegen sich die aktuellen Baureihen im Segment zwischen rund 22.000 bis über 55.000 Euro. Der Tivoli als Einstiegsmodell startet knapp oberhalb der 22.000-Euro-Marke, der Korando liegt im mittleren 30.000-Euro-Bereich, während der größere Rexton sowie die Pick-ups Musso je nach Ausstattung auch über 40.000 Euro hinausgehen. Der Torres EVX, das aktuelle Elektro-Flaggschiff der Marke, beginnt bei etwa 45.000 Euro und bietet damit eine günstigere Alternative zu rein elektrischen SUVs etablierter Hersteller.
Mit dieser Preispolitik versucht KGM eine Position zwischen preisbewusster Alternative und vollwertigem Wettbewerber aufzubauen. Das Unternehmen setzt vor allem auf den SUV-Boom und will gezielt Kunden ansprechen, die Wert auf robustes Design, große Fahrzeuge und vergleichsweise moderate Preise legen.
Fußball als Multiplikator für Markenaufbau
Sponsoring im Profifußball ist seit Jahren ein zentrales Instrument für Autohersteller. Volkswagen ist Hauptpartner des VfL Wolfsburg, Audi stützt als Anteilseigner den FC Bayern München, Opel bleibt über Werbung mit Dortmund und anderen Klubs präsent, Hyundai ist seit Jahren als FIFA- und UEFA-Sponsor etabliert. Diese Partnerschaften schaffen Sichtbarkeit im Stadion, in TV-Übertragungen und in den sozialen Medien.
KGM weicht bewusst von dieser Clubbindung ab und sucht über Sport1 den direkten Weg zu den Konsumenten. Die Marke erhält so Zugriff auf ein breites Publikum, das den Fußball weniger aus der Sicht des Vereinsfans, sondern als allgemeines Medienereignis verfolgt. Für eine junge Marke, die noch nicht stark emotionalisiert ist, bildet das einen klaren Vorteil: Die Botschaft kommt nicht durch Vereinsfarben gefiltert an, sondern erreicht, überspitzt gesagt, den gesamten Fußballkorridor.
Kritisch einordnen lässt sich, dass Sport1 in seiner Reichweite nicht das Niveau der großen öffentlich-rechtlichen Sender oder von Sky erreicht. Dennoch sind diese Plattformen ein zentraler Bestandteil vieler Fans, die sonntags im Free-TV eine kompakte Aufbereitung der Spieltage suchen. Für KGM ist das Sponsoring daher ein bewusster Schritt in eine Nische, die trotz moderater Zuschauerzahlen hohe Bindung aufweist.
Ein Sponsoring mit langem Atem
Die Wirkung solcher Engagements zeigt sich nicht über Nacht. Automarken gewinnen hierzulande Kundenvertrauen durch Verlässlichkeit, technische Qualität und kontinuierliche Präsenz. Der Auftritt bei „Bundesliga Pur“ ist daher kein schneller PR-Coup, sondern Teil einer längerfristigen Strategie. KGM signalisiert damit, dass es den deutschen Markt ernst nimmt und bereit ist, in kommunikativ anspruchsvolle Kanäle zu investieren.
Ob das Sponsoring dazu beiträgt, die Marke im starken Wettbewerb langfristig zu etablieren, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Sicher ist jedoch, dass KGM in dieser Saison sichtbar bleibt – und damit in einem Umfeld auftritt, das in Deutschland so viele Emotionen bündelt wie kaum ein anderes.

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