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Gleichstand beim Preis: Citroen e-C3 ohne Preisaufschlag zum Citroen C3

Citroen C3 Aircross - 2024 - Bildnachweis: Citroen / Anatol Gottfried @ Continental Productions

Strom statt Sprit zum gleichen Preis

Kaum ein Segment hat in den vergangenen Jahren so stark an Bedeutung gewonnen wie der Kleinwagenmarkt, und doch ist er in Sachen Elektromobilität oft unterrepräsentiert. Preis-Parität: Deshalb überrascht es doppelt, dass Citroen seinen neuen e-C3 Aircross auf den deutschen Markt bringt und ihn exakt dort positioniert, wo bislang der klassische Verbrenner stand. Damit soll es Verbrauchern möglich sein, ohne Aufpreis zwischen Benziner und Batterie zu wählen.

Elektro und Verbrenner ohne Preisunterschied

Üblicherweise war der Umstieg auf Elektroautos mit einem deutlichen finanziellen Aufschlag verbunden. Käuferinnen und Käufer mussten oft mehrere tausend Euro mehr investieren, um die emissionsfreie Variante zu fahren. Deshalb ist es bemerkenswert, dass Citroen nun eine klare Ansage macht: Der e-C3 Aircross mit einem 113 PS starken Elektromotor startet zum gleichen Preis wie der C3 mit 100-PS-Turbobenziner. Für beide Modelle ruft Citroen eine identische monatliche Leasingrate von 199 Euro ohne Anzahlung auf, zumindest bei Vertragsabschluss bis Ende Oktober 2025.

Aber noch interessanter ist der Blick in die Preislisten für Barkäufer. In Deutschland soll der Elektro-C3 Aircross bei rund 23.300 Euro einsteigen und liegt damit auf Augenhöhe mit dem ähnlich konfigurierten Verbrenner. Das ist ein Kurs, mit dem Citroen bewusst in einen Trend hineinsteuert: Elektromobilität darf im Alltag kein Luxusprodukt mehr sein.

Technische Daten im Überblick

Der e-C3 Aircross setzt auf eine Batterie mit rund 44 kWh nutzbarer Kapazität und verspricht damit eine Reichweite von etwa 320 Kilometern nach WLTP, was für einen Kleinwagen dieser Klasse ein ordentlicher Wert ist.  Der Antrieb leistet 83 kW – also rund 113 PS – und leitet seine Kraft an die Vorderräder. Der Verbrauch wird mit 18 bis knapp 19 kWh pro 100 Kilometer angegeben. Deshalb liegt der e-C3 im üblichen Rahmen vergleichbarer Modelle, etwa eines Renault 5 E-Tech oder Peugeot e-208.

Der Verbrenner-C3 fährt mit einem 1,2 Liter großen Dreizylinder-Turbomotor vor, der mit rund 100 PS genügend Leistung für Stadt und Landstraße mitbringt. Der WLTP-Verbrauch bewegt sich zwischen 5,9 und 6,2 Liter Super auf 100 Kilometer. Bei den Emissionen landet er damit spürbar höher in den CO₂-Klassen, während der e-C3 logischerweise emissionsfrei fährt, zumindest aus Auspuffperspektive.

Leasing-Offensive oder Paradigmenwechsel?

Es stellt sich die Frage, ob Citroen das Angebot vor allem als Marketingaktion sieht oder damit tatsächlich einen Wendepunkt markiert. Denn das Leasingangebot bis Ende Oktober könnte die Nachfrage kurzfristig befeuern, jedoch bleibt abzuwarten, ob die Preise danach auseinanderdriften. Deshalb ist es für den Kunden wichtig genau hinzusehen, ob ein vermeintlicher Gleichstand auch in Zukunft Bestand hat.

Gleichzeitig zeigt sich hier ein Muster: Immer mehr Hersteller beginnen, ihre Elektrofahrzeuge nicht mehr als teure Prestigeobjekte zu platzieren, sondern als Alltagsautos mit identischen Konditionen. Das könnte Druck auf andere Marken ausüben, die bislang noch deutliche Aufschläge für batteriebetriebene Modelle verlangen.

Alltagstauglichkeit im Blick

Aber wie fährt sich der e-C3 Aircross im Vergleich zum klassischen C3? Im Alltag dürfte der Komfort durch den leisen Antrieb und die unmittelbare Beschleunigung Vorteile bieten, gleichzeitig aber bleibt die Reichweite ein Unsicherheitsfaktor, insbesondere für jene, die nicht über eine Wallbox verfügen. Wer viel Langstrecke fährt, wird mit dem Benziner noch länger entspannter unterwegs sein. Deshalb ist die Entscheidung, ob Strom oder Sprit, am Ende eine Frage des Nutzungsprofils.

Für die Stadt und das Pendeln wirkt das Elektro-Modell jedoch deutlich attraktiver, zumal man hier von niedrigeren Betriebskosten profitiert und keine direkten CO₂-Emissionen verursacht. Dennoch bleibt ein Restzweifel, ob die Ladeinfrastruktur im ländlichen Raum schon ausreichend ist, um die Alltagstauglichkeit für alle Käufer sicherzustellen.

Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung

Weil Kleinwagen häufig als Einstiegsmodell für junge Fahrer oder als Zweitwagen im Haushalt dienen, ist die Frage nach Preis und Unterhalt entscheidend. Der Umstand, dass Citroen den Preis für beide Antriebsarten praktisch angleicht, zeigt eine Strategie hin zu breiterer Akzeptanz von Elektroautos. Ob diese Rechnung aufgeht, hängt weniger vom Auto selbst ab, sondern vielmehr von der Frage, ob die Kunden beim praktischen Einsatz überzeugt werden.

Deshalb könnte der neue e-C3 Aircross , auch wenn er technisch nicht aus der Masse hervortritt, im Markt mehr auslösen, als es seine Datenblätter vermuten lassen. Schließlich ist es die Preispolitik, die hier womöglich als Signal für die gesamte Branche taugt.