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Großer Koreaner: SsangYong Rexton Sapphire Diesel 2.2 Automatik als 7-Sitzer mit Elegance-Paket im Test

SsangYong Rexton Sapphire Diesel 2.2 Automatk als 7-Sitzer mit Elegance-Paket im Einzeltest - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Fasst ein Generationswechsel

 SsangYong befindet sich momentan in unruhigem Fahrwasser in Bezug auf einen Anker-Investor [LINK]. Dessen ungeachtet bauen die Südkoreaner weiterhin hervorragende Fahrzeuge. In Deutschland ist der sowohl optisch als auch technisch überarbeitete Rexton zu Preisen ab 42.990 Euro erhältlich. Bereits die Einstiegsversion Crystal des SUV-Flaggschiff wartet mit vielen Annehmlichkeiten auf hohem Komfortniveau auf.

 

SsangYong Rexton Sapphire Diesel 2.2 Automatik als 7-Sitzer mit Elegance-Paket im Einzeltest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Optisch aufgefrischt präsentiert sich der neue Rexton mit markant überarbeiteter Front. Die neue – noch bulligere – Frontpartie ziert ein rautenförmiger Kühlergrill. Flankiert wird der Grill von neuen Voll-LED-Scheinwerfern mit integriertem Tagfahrlicht und ausstattungsabhängigen Nebelscheinwerfer. Auch am Heck erfuhr der Geländewagen mit veränderter Leuchtengrafik eine Aufwertung. Die LED-Rückfahrleuchten am Heck sind nun T-förmig und werden über eine Chromleiste miteinander verbunden. Ein weiteres auffälliges Merkmal am Heckabschluss sind die beidseitigen Endrohrblenden der vorgetäuschten doppelflutigen Abgasanlage. Integriert sind diese im leicht geänderten Stoßfänger. Teure Eingriffe ins Blech hat SsangYong geschickt vermieden. Am Heck zeigen sich neue Rückleuchten mit LED-Technologie sowie eckige Endrohrblenden im leicht geänderten Stoßfänger.

 

Virtuelles Cockpit im SsangYong Rexton – Bildnachweis: MOTORMOBILES

  

 

Interieur auf Premium-Niveau

Der 4,85 Meter lange und 1,96 breite Koreaner bietet dank seines Radstands von 2,87 Metern enorme Platzverhältnisse. Gegen 900 Euro Aufpreis gibt’s für den Rexton eine dritte Sitzreihe. Das SUV bietet ein gigantisches Kofferraumvolumen von bis zu 1.977 Litern. In der von uns gefahrenen optionalen Siebensitzervariante schmälert das dann aber selbst im eingeklappten Zustand geringfügig den Kofferraums.

Mehr als bisher präsentiert sich der Rexton mit einer mustergültig hochwertigen Materialauswahl mit Premium-Anmutung und exzellenter Verarbeitung. Von neuen Akzenten zeugen doppelte Ziernähte am Vier-Speichen-Lenkrad sowie der Bestuhlung und den Türverkleidungen in einem neuen Rauten-Muster. Überzeugenden Sitzkomfort bieten die neu gestalteten Sitze für Fahrer aber auch noch die für den Mitfahrer über manigfaltige Einstellmöglichkeiten. Die Sitze werden vorne vollklimatisiert, wobei die Lüftung sich akustisch bemerkbar macht. Praktisch: Der Beifahrersitz kann vom Fahrerplatz aus über seitlich positionierte Tasten in der Rückenlehne verstellt. Beide Vordersitze werden elektrisch verstellt, der Fahrersitz kann per Sitzmemory in drei Stellungen abgespeichert werden.Neuerungen sind eine neu gestaltete Mittelkonsole mit abdeckbarem Getränkehalter und eine 12-V-Steckdose sowie zwei USB-Anschlüsse in der zweiten Sitzreihe. Auch der Automatikwählhebel wurde neu gestaltet und wirkt deutlich hochwertiger. Die hochauflösende digitale Kombi-Instrumentenanzeige ist auf 12,3 Zoll angewachsen und liefert alle wichtigen Informationen – von Infotainment über Navigationshinweise bis hin zum Around View Monitor. Das Infotainment wurde ebenfalls aktualisiert und setzt weiterhin auf den hochauflösenden 9.2-Zoll-Zentralbildschirm. Die Darstellungen zeigen sich nicht mehr so übertrieben farbintensiv. Auf dem großen Infotainment-Bildschirm lässt sich nun erstmals das Bild einer 360-Grad-Kamera einblenden. Die Software wurde deutlich verbessert. Der Bootvorgang dauert noch lange. Dafür überzeugt das System mit vielen Dingen, wie beispielsweise einer tadellosen Routenführung. Angenehm auffällig ist während der Fahrt die deutlich bessere Dämmung. Der Dieselmotor und dessen Arbeitsweise nehmen die Insassen nur noch selten wahr.

 

SsangYong Rexton als Siebensitzer: Ein aufgeklappter Sitz in der dritten Sitzreihe – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 


Antrieb
 

Dem Antrieb haben die Koreaner bei der Modellpflege viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Kombination aus Leiterrahmen, Dieselmotor und zuschaltbaren Allradantrieb ergibt beim Rexton eine gelungene Gesamtkomposition. Den Vortrieb übernimmt ein um 21 PS und 20 Nm erstarkter Vierzylinder-Turbodiesel, der nun die Abgasnorm Euro 6d-final erfüllt und aus 2,2 Litern Hubraum 148,6 kW (202 PS) schöpft sowie ein maximales Drehmoment von bis zu 440 Nm, das zwischen 1.600 und 2.600 Touren anliegt, vehement auf die Kurbelwelle stemmt. Neben einem Leistungs- und Drehmomentplus – bereits ab niedrigeren Drehzahlen – steigt auch die Effizienz des Antriebs. Dies genügt für den Wechsel von der Effizienklasse D auf C. Hierzu trägt neben den motorischen Maßnahmen aber vor allem das neue Automatikgetriebe bei. Die Kraftübertragung übernimmt erstmals ein 8-Stufen-Automat mit „Shift-by-Wire“-Technik. Sie punktet mit deutlich besserer Effizienz im direkten Vergleich zu dem bisherigen Siebenstufen-Getriebe. Zudem glänzt sie mit spürbar sanfteren und leiseren Schaltwechsel-Vorgängen. Gut beeinflussen läßt sich die Gangwahl über die Schaltpaddel am Lenkrad. Dies kommt letztlich dem Komfort zugute. Der Facelift-Rexton fährt sich elastischer, das angewachsene Drehmoment sorgt für spürbar mehr Durchzug. Das SUV erledigt den Null-Hundert-Paradesprint mit 10,6 Sekunden rund eine Sekunde schneller als bisher. Der rund 2,2 Tonnen schwere Rexton schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 184 km/h. Der kombinierte Normverbrauch beträgt laut Herstellerangaben 7,5 Liter Diesel auf 100 Kilometer (WLTP). Unser kombinierter Testverbrauch betrug knapp 9 Liter. Ausschließlich Stadtverkehr mag das Groß-SUV weniger und genehmigt sich dann zuweilen auch zweistellige Verbrauchswerte. Auf mittlerer Strecke bei defensiver Fahrweise betrug der Verbrauch knapp unter 7 Liter. Auch das ist möglich und extrem sparsam für so ein großes Fahrzeug.

 

Kofferraum SsangYong Rexton (7-Sitzer) – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Fahreigenschaften – Allradantrieb nur zuschaltbar

Auch der überarbeitete Rexton bildet mit seiner Konstruktion aus Leiterrahmen und darauf montierter Karosserie die Basis für eine Anhängelast von 3.500 Kilogramm und eine Stützlast von 145 Kilogramm. Die neu entwickelte elektrisch unterstützte Servolenkung (R-EPS) von SsangYong feiert im neuen Rexton ihr Debüt und punktet mit feinfühliger Präzision und guter Rückmeldung. Hier ist den Koreanern eine gute Abstimmung gelungen. Auf unebenen Straßenbelag liefert die aufwändig konstruierte mehrfach gelagerte Einzelradaufhängung große Vorteile mit Leiterrahmen. Die Räder können sich damit unabhängig voneinander bewegen und verlieren nicht so leicht den Kontakt zum Untergrund. Der Allradantrieb mit Sperrdifferenzial verspricht beste Traktion. Der Fahrer kann den Allradmodus über einen Drehschalter am Mitteltunnel zu- und wieder abschalten. Da es nicht automatisch efolgt, funktioniert es auch nicht in automatischer Abstimmung mit Fahrprogrammen. Für einen echten Geländewagen typisch zeigt sich die Geländeuntersetzung, wenn es im harten Offroad-Einsatz einmal besonders schwierig werden sollte. Im 2WD-Betrieb ist nur die Hinterachse angetrieben und spart Treibstoff bei hohen Tempi. 4WD macht sich im Gelände überaus positiv bemerkbar. Auch im Zugbetrieb in Kombination mit dem (optionalen) Anhängeassistenten sind Autofahrer dabei zudem besonders sicher unterwegs: Er verhindert ein Aufschaukeln des Anhängers, da das Gespann bei Bedarf abgebremst wird. Der Rexton fährt mit diversen Fahrerassistenzsystemen vor: Sie unterstützen den Fahrer im Alltag und helfen dabei, Unfälle vollständig zu vermeiden oder zumindest deren Folgen abzuschwächen. Der intelligente Abstandsregeltempomat (IACC) beispielsweise hält selbstständig Geschwindigkeit und Abstand zu vorausfahrenden Verkehrsteilnehmern. Sobald der Fahrer den Motor abstellt, stellt das Automatikgetriebe automatisch auf die Position „Parken“. Eine unbeabsichtigte Fehlbedienung gewährleistet ein Entriegelungsschalter.

 

Technische Daten SsangYong Rexton Sapphire 2.2 L e-XDi Diesel (5-Sitzer) - MJ 2022
Hersteller:Ssangyong
Karosserie:SUV (Midsize)
Motor:2.2 L e-XDi Diesel - Vierzylinder Reihe
Start/Stopp-SystemJa
Getriebe8-Stufen-Automatikgetriebe
AntriebAllrad (zuschaltbar)
Hubraum:2.157 ccm
EmissionsklasseEuro 6d - Step 2
Leistung:202 PS/148,6 KW bei 3.800 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment:441 Nm bei 1.600~2.600 Umdrehungen pro Minute
Höchstgeschwindigkeit:184 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) in s10,6 Sekunden
Kombinierter Normverbrauch (ECE/WLPT)7,5 /100 km
CO2-Ausstoß NEFZ / WLPT199 / 216 g/km
EffizienzklasseC
Kraftstoff:Diesel
Tankinhalt70 Liter
AdBlue Tank:25 Liter
Leergewicht2.180–2.316 kg
Testwagenbereifung18"-Leichtmetallfelgen "Diamond Cut" mit Bereifung 255/60 R18
Kofferraum393 bis zu max. 1.977 Litern
Wendekreis11,0 m
Bodenfreiheit203 mm
Böschungswinkel vorn / hinten21° / 22°
Zuladung 634 kg
Zul. Gesamtgewicht2.950 kg
Max. Anhängelast gebremst3.000 kg
Max. Dachlast:k.A.
Länge/Breite/Höhe/Radstand4.850/1.960/1.825/2.865 mm
Basispreisab mind. 42.990 Euro
Testwagen Rexton Sapphire 7-sitzerab mind. 58.490 Euro

 


Preise und Extras


Den Einstieg markiert die Ausstatungsvesion „Cyrstal“ ab 42.990 Euro. Deutlich größerem Zuspruch dürften sich die Versionen Quartz und Sapphire für 47.590 respektive 52.990 Euro erfreuen, die beide noch Luft nach oben für weitere Extras lassen. Recht teuer bleibt jedoch das Elegance-Paket, das für 4.000 Euro extra Details wie eine Volllederausstattung, eine 360-Grad-Kamera und eine elektrische Heckklappe bietet. Für alle Versionen gilt die vorbildliche Fünfjahresgarantie bis 150.000 Kilometer und entsprechendem Mobilitätsgarantie.

Neben dem serienmäßig an Bord befindlichen Bergan- und Abfahrassistenten befindet sich ab Basis zudem ein Müdigkeitswarner, ein Spurhalteassistent, der erstmals über einen aktiven Lenkeingriff verfügt, eine kameragestützte Verkehrszeichenerkennung und neben zahlreichen anderen Features auch eine Anhänger-Stabilitätskontrolle. In den höheren Ausstattungslinien werden die Assistenten von einer intelligenten, adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage ergänzt, die sogar ein teilautonomes Fahren beherrscht. Der Ausparkassistent warnt vor Querverkehr und bremst den Rexton bei Bedarf selbstständig ab. Der dem Topmodell vorbehaltene Ausstiegswarner warnt Insassen beim Aussteigen auf sich von hinten nähernden Verkehrsteilnehmern und verhindert dadurch Kollisionen mit plötzlich geöffneten Türen.

SsangYong Rexton Sapphire Diesel 2.2 Automatk als 7-Sitzer mit Elegance-Paket im Einzeltest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Fazit: Charismatisches Groß-SUV mit viel Platz und Premium-Komfort

Voll auf Augenhöhe in Technik und Design überrascht der Rexton mit Feinschliff und Ausgewogenheit. Mit dem umfangreich überarbeiteten Rexton schalten die Koreaner voll auf Angriff. Der Rexton des MJ 2022 präsentiert sich mit mehr Leistung, neuem Getriebe und Aktualisierungen im Interieur. Damit ist er komfortabler geworden – aber auch teurer. Er fährt sich gut, bietet enorm viel Platz nebst Laderaum, sofern nur 5 Personen mitfahren. Alles in allem ist alles drin und dran bei der Ausstattung zu einem fairen Preis. Auf der Habenseite sind zudem 5 Jahre Herstellergarantie oder 150.000 Kilometer (das zuerst Erreichte gilt) und eine europaweit gültige Mobilitätsgarantie für die Dauer von 5 Jahren.

  

SsangYong Rexton Sapphire Diesel 2.2 - 7-Sitzer - MJ 2022
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