Hyundai Kona Style 1.6 T-GDI: Kleines Korea-SUV mit Allrad, Doppelkupplungsgetriebe und 177 PS-Benziner im Test


Sub-Kompakt-SUV

 
Mit dem Kona rundet der koreanische Autohersteller Hyundai sein SUV-das SUV-Portfolio, das noch den Santa Fe, Grand Santa Fe und Tucson umschließt, nach unten ab. Der Boom bei den SUvs verlagert zunehmend genau in dieses Segment der sub-kompakten SUVs. Hyundai hat mit dem Kona bereits seit Anfang 2018 ein spannendes Angebot im Segment der beliebten City-SUVs. Wir haben überprüft, wie sich das Klein-SUV mit 1,6 Liter Turbo-Benziner im Alltag schlägt.

Obwohl die Schwestermarke Kia mit dem Stonic ein ähnlich positioniertes SUV im Programm hat, basieren der Kona und der Stonic nicht auf derselben Plattform. Der Kona steht auf einer komplett neuen Plattform. Das kleine B-Segment-SUV erstreckt sich auf eine Länge von 4,17 Meter, ist 1,80 Meter breit und 1,55 Meter hoch. Der Radstand beträgt 2,60 Meter und ist damit insgesamt etwas größer als der Stonic (4,14 m Länge / 1,76 m Breite), der auf der Basis des Kleinwagens Rio aufbaut. Dem Stonic gibt es nur mit Frontantrieb. Der Kona verfügt über Allradantrieb und stärkere Motoren. Zudem kam letztes Jahr eine elektrifizierte Version des Hyundai auf den Markt. Der Kona ist damit rund 10 cm kürzer als ein VW Golf, dessen Radstand rund vier cm länger ist. Schlechte Voraussetzung für ein echtes Raumwunder.  Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

 

 

Design


Das Design des Kona polarisiert und präsentiert sich erfischend anders. Unlackierter Kunststoff-Beplankungen an der Karosserie suggeriert eine gewisse Rustikalität. 17 Zentimeter Bodenfreiheit plus Allrad lassen auch abseits befestigter Strassen zumindest Waldwege ermöglichen. Den Kona gibt es in einer zweifarbigen Lackierung. Das Dach ist in schwarz oder grau ausgeführt, die sich dann mit zehn Lackfarben für den Rest der Karosserie kombinieren lassen.

Das Segment ist dicht besetzt und es gibt eine breite Auswahl an direkten Wettbewerbern: Dies sind Skoda Karoq, Kia Stonic, Nissan Juke, Opel Crossland X, Mazda CX-3, Audi Q2, Seat Arona, VW T-Cross und Renault Captur. Trotzdem setzt sich der Hyundai Kona mit seiner extravaganten Formgebung wohltuend aus der Masse der kleinen SUVs hervor. Die verschiedenen Leuchtenebenen an der Frontpartie sind gelungen. Die tiefe Anbringung der Blinker im hinteren Stoßfänger sind ebenfalls eine Design-Maßnahme.


Interieur

 
Auch im Inneraum präsentiert sich der Hyundai als ein gut gestaltetes Auto mit geschmackvollem und ergonomisch durchdachter Architektur. Allzu geräumig ist der Kona jedoch nicht. Zwar fühlt man sich im Hyundai Kona nicht beengt, aber bereits beim Einstieg beeinträchtigen die kleinen Türausschnitte den bequemen Einstieg. Im Fahrzeug erweist der Zuschnitt als bequem und ausreichend. Hierzu trägt u.a. das Sitzpaket Lime unseres Testwagen bei, das neben farbenfroh eingefasstem Lüftungsdüsen, Sitzgurte auch elektrisch verstellbare und klimatisierte Ledersitze mit Kontrastnähten umfasst. Komfort bietet auch die rekordverdächtige lange Beinauflage (52 cm). Auch im Fond reist man als Erwachsener bequem mit. Erst, wenn man mehr als 1,90 Meter misst oder alle drei Sitze belegt sind, wird es eng. In einem Unterbodenfach lassen sich kleine Gepäckstücke sicher und sichtgeschützt verstauen.

Auch wenn das Raumangebot sich trotzdem als nicht so üppig erweist wie erwartet, so bewegen sich Bedienung und Verarbeitung auf Top-Niveau. Ordentlich verarbeitet klappert und scheppert im Kona rein gar nichts. Etwas mehr geschäumte Oberflächen statt harter Plastikteile stünden dem Kona zwar gut zu Gesicht. Sind aber auch im VW-Konzern wie dem T-Roc oder T-.Cross zunehmend Standard. Die Rundumsicht ist wie bei vielen Konkurrenten sehr limitiert. Hier hilft zumindest die im Testwagen verbaute Rückfahrkamera.

Das Cockpit punktet mit hervorragender Bedienung und Ablesbarkeit und wirkt zudem sehr sehr aufgeräumt. Hierzu trägt das 10,25 Zoll-Navi Touchscreen mit seinen Kurzwahltasten bei. Wichtige Funktionen lassen sich zudem vom Lenkrad aus steuern. Für Konnektivität sorgt das Fach für das Smartphone in der Mittelkonsole mit USB-Anschluss, AUX-Ausgang und induktiver Ladefläche. Die Konnektivität bietet eine Spiegelung des iPhone über Apple CarPlay oder Android-Smartphone via Android Auto. Sehr gut gefallen hat uns das trotz Plexiglas-Scheibe bestens ablesbare Head-up-Display. Dies ist Serie in der Topausstattung Premium und kostet 950 Euro als Bestandteil des Assitenz-Pakets in der von uns gefahrenen Ausstattungsversion „Style“. Das optionale Navi kostet 850 Euro.

Unter der Mittelarmlehne befindet sich ein großes Staufach. Auch das Handschuhfach ist groß bemessen. Nicht so geräumig fallen die Türinnentaschen aus, die bei Flaschen mit einer Füllmenge ab einem Liter nicht mehr aufnahmebereit sind.

Unter seiner Heckklappe hält der fünfsitzige Kona 1.6 T-GDI 4WD in Style-Ausstattung ein Laderaumvolumen von 361 Liter bereit, das durch Umlegen der Rückbank auf bis zu 1.143 Liter vergrößert werden kann. In der Mulde des Unterbodenfach lassen sich kleine Gepäckstücke sicher und sichtgeschützt verstauen. Über eine Durchladeöffnung in der Fondlehne verfügt der Hyundai nicht.

Geschmackssache ist das Farbpaket „Lime“ in unserem Testwagen. Hier sind die Gurte und Farbelemente im knalligen Gelb. Mit dem Sitzpaket Lime asugestattet, umfasst das farbenfroh eingefasste Leder elektrisch verstellbare und belüftete Sitze umfasst. Optisch fragwürig ist es mit 1.400 Euro auch ziemlich teuer.
 

Antrieb
   

Der Kona bietet ein breites Spektrum an Antriebsoptionen wie kaum ein anderer Crossover im Segment der Sub-Kompakt-SUVs mit einer Fahrzeuglänge unter 4,20 Meter. Neben Benziner, Diesel, Elektro und Hybrid fehlt nur noch ein Plug-in-Hybrid. Beim Kona 1.6 T-GDI 4WD hat man keine Wahl, seine Kraft überträgt er immer mit Siebengang-DCT. Der 1,6-Liter-Benziner wird von einem Twinscroll-Turbolader unter Druck gesetzt. Der soll das Ansprechverhalten der 177 PS starken Maschine verbessern. Trotzdem dauert die Gasannahme beim spontanen Beschleunigen zuweilen etwas länger. Im Eco-Modus werden die Schaltzeiten im unteren Drehzahlbereich gehalten.

Der 1.6 T-GDI (177 PS) ist in sechs Ausstattungsvarianten verfügbar, unter denen sich auch eine exklusive Ausstattungsvariante für den luxuriösen Geschmack befindet. Der Anschaffungspreis ist von der Ausstattung abhängig und variiert sich zwischen 24.230 und 35.700 Euro. Alle Varianten sind durchgehend mit 7-Gang-Automatik ausgestattet. Mit dem 177-PS-Benziner geht es agil voran. Zwar stemmt der Benziner nur ein maximales Drehmoment von 265 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Dafür stehe diesen aber bereits ab 1.500 Touren bereit. Das sorgt in den meisten Fällen für ausreichend Schub und gute Vorausetzungen für ein Ampelduell. Der 1.6 T-GDI-Vierzylinder beschleunigt in beachtlichen 7,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bedauert haben wir, dass es hinter dem Lederlenkrad keine Schaltwippen zum Beeinflussen der Gangwahl gibt. Der Kraftstoffverbrauch, hier übrigens Superbenzin, beträgt laut Herstellerangaben je nach Variante zwischen 6,3 und 6,8 Litern auf 100 Kilometer. Unser kombinierter Verbrauch betrug während der Testfahrten 7.4 Liter. Das ist kein Spitzenwert aber geht aufgrund des Allrad-Aufschlags in Ordnung. Die Kombination eines kräftigen Benzinmotors mit 4×4-Antrieb und Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe ist in diesem Segment eher selten anzuztreffen. Mit dieser Kombination positioniert sich Hyundai als Alternative zum 2.200 Euro teureren VW T-Roc. Der dafür allerdings über 13 zusätzliche PS verfügt, ist aber auch gleich mindestens 2.200 Euro teurer. Ab 28.600 Euro gibt es den Kona 1.6 T-GDI – und zwar in der Ausstattungsstufe „Premium“. Wer den Kona so ordert kann neben Allrad optional eine Downhill-Funktion dazubestellen. Steile Abwärtspassagen beherrscht der Kona damit ohne Eingriffe des Fahrers. Trotzdem dürfte der kona eher selten abseits der straße beweght werden. Falls doch kommt er dann deutlich weiter als seine direkten Wettbewerber.

 
Sportliche Fahreigenschaften
   

Der Kona präsentiert sich recht straff abgestimmt, aber noch knapp ausreichend komfortabel. Selbst längere Strecken sind mit dem Kona erträglich. Einzig schnell aufeinanderfolgende kurze Querwellen oder -fugen reicht das Fahrwerk an die Insassen weiter. Durch den mit 2,60 Meter recht kurzen Radstand kommt es hier zu vernehmbaren Nickbewegungen. Zudem könnte die Hinterachse etwas feinfühliger agieren, obwohl Hyundai seinem Kona 4WD sogar eine Mehrlenkerachse spendiert hat. Die Lenkung wünscht man sich zuweilen etwas direkter und mit einer intensiveren Rückmeldung. Ansonsten ist der Kona narrensicher und stets gut beherrschbar.

 

Technische Daten Hyundai Kona Style 4WD 1.6 T-GDI 130kW 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Hersteller:Hyundai
Karosserie:SUV fünfsitzig - B-Segment
Motor:Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer 1.6 T-GDI der Gamma-Triebwerksgeneration
Getriebe:Doppelkupplungsgetriebe 7-Gang
Antrieb:Allrad (4WD)
Hubraum:1.591 ccm
Leistung:130 kW/ 177 PS
Drehmoment:265 Nm bei 1.500 bis 4.500 U/min
Emissionsklasse:Euro 6d-Temp-EVAP-ISC
Von 0 auf 100:7,9 s
Höchstgeschwindigkeit:205 km/h
Kraftstoffverbrauch kombiniert (WLPT in NEFZ umgerechnet):7.1 L
Kraftstoffart:Super 95 Oktan
CO2-Ausstoß 160 g/km
Kraftstoffart:Super Benzin
Wendekreis:10,6 Meter
Kofferraum:361- 1.143 Liter
Tankinhalt:50 Liter
Leergewicht/Zuladung:1.392 bis 1.421 kg / 411-518 kg
zulässiges Gesamtgewicht:1.910 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.165/1.800/1.550/2.600 mm
Grundpreis Testwagen (Style) ab:27.330 Euro
Gesamtpreis Testwagen inkl. Assistenzpaket,Radio-Navi, Technik- sowie Voll-LED-Paket, Sitzpaket Limone, Dachlackierung in Phantom Black32.830 Euro

 

 

Preise und Extras
 

Bereits das Einstiegsmodell Pure umfasst eine Rückfahrkamera und weitere Sicherheitsausstattung wie den Bergabfahr- und Berganfahrassistenten, die automatische Notbrems- oder Spurhaltefunktion, ein Lichtsensor und aktiven Spurhalte- sowie Aufmerksamkeitsassistenten. Abstandsregel-Tempomat, Toter-Winkel-Warner oder auch LED-Scheinwerfer kosten indes extra.
 

Ab der Ausstattungslinie Select gehört ein autonomer Notbremsassistent inklusive Frontkollisionswarner und Fußgängererkennung, der optional auch für das Einstiegsmodell lieferbar ist, zur Serienausstattung. Als Extras werden der Toter-Winkel-Assistent und der Querverkehrswarner hinten angeboten.
 

Ab dem Ausstattungslevel Trend ist die Rückfahrkamera serienmäßig mit an Bord und im Toplevel Premium zusätzlich die Einparkhilfe vorne und das auf einer kleinen Glasscheibe verschiedene Verkehrsinfos aufspielende Head-up-Display. Ein ACC-Abstandsregeltempomat, der beim Cruisen im SUV bequem ist, befindet sich jedoch (noch) nicht im Angebot. Punkten kann der Hyundai Kona in der von uns gefahrenen Ausstattung „Style“ mit seiner opulenten Ausstattung: Leichtmetallfelgen, Klimaautomatik, Parksensoren hinten und elektrische Fensterheber sidn Bestandteil des Serienumfang. Auch im Kapitel Infotainment ist das Angebot in Bezug auf Konnektivität sehr reichhaltig. inen Beitrag zur Sicherheit leisten die Voll-LED-Scheinwerfer, die in Verbindung mit Abbiegelicht und Fernlichtassistent angeboten werden. Hyundai gewährt fünf Jahre Garantie auf Technik, Lack und Mobilität sowie zwölf Jahre auf Durchrostung.

 

Fazit: Alltagstauglicher Crossover mit guten Allround-Eigenschaften
 

Der Hyundai Kona präsentiert sich mit einer tollen Optik und ausgefallenem Design. Der Kona ist anders, und obwohl er polarisiert schätzen viele Autokäufer genau diesen Umstand. Der Hyundai ist zweifelsohne ein hübsches, elegantes Auto mit geschmackvollem und ergonomisch durchdachtem aber nicht allzu üppigem Interieur. Die Preisgestaltung und die Garantie sind im Automarkt (neben der Schwestermarke Kia) noch immer einzigartig. Der Kona ist bequem, hat langstreckentaugliche Sitze, eine Sitzheizung und für den Winter und die bessere Haftung per Allrad. Benziner mit 177 PS und Allradantrieb sind in dem Segment eher selten anzutreffen.