IAA 2018: Das „schwärzeste Schwarz der Welt“ – der neue BMW X6 mit einer Speziallackierung

28. August 2019 21:31 Autor:
Der BMW Vantablack X6 bleibt mit seiner Speziallackierung ein Einzelstück – Bildnachweis: BMW

Einzelstück auf der IAA

Der BMW X6 ist das weltweit erste und einzige Fahrzeug, das mit Vantablack VBx2 lackiert wurde. Im Rahmen der Internationalen Automobilausstellung (IAA) im September 2019 feiert die dritte Generation des BMW X6 ihre Weltpremiere. Gleichzeitig wird BMW ein spektakuläres, mit Vantablack VBx2 Nanostruktur-Beschichtung lackiertes Einzelstück präsentieren, das die ausdrucksstarke Designsprache und den daraus resultierenden selbstbewussten, souveränen und muskulösen Charakter des neuen BMW X6 nochmals deutlicher herausstellt. Das exklusive Showcar ist das Ergebnis der Zusammenarbeit von BMW mit Surrey NanoSystems, den Erfindern der Vantablack-Technologie.

Das menschliche Auge nimmt Vantablack als zweidimensional wahr

Auf einer mit Vantablack beschichteten Oberfläche sind Strukturen für das menschliche Auge nicht mehr erkennbar, die Objekte wirken zweidimensional. Mitunter entsteht im Gehirn die Empfindung, in ein Loch bzw. ins Nichts zu schauen. Als Lackierung für ein Fahrzeug ist Vantablack eher ungeeignet, weil sämtliche Design-Details und -Highlights nicht wirklich wahrgenommen werden können. Der BMW X6 wurde daher mit der ursprünglich für die Bereiche Architektur und Wissenschaft entwickelten Variante Vantablack VBx2 lackiert. Diese kann aufgesprüht werden, verfügt über eine einprozentige „Totale Hemisphärische Reflexion“ (THR) und gilt so weiterhin als „super-schwarz“, bietet dabei aber eine geringe Reflexion aus jedem Blickwinkel. Mit ihr beschichtete Materialien scheinen so ihre Dreidimensionalität zu verlieren, wie das Beispiel des BMW X6 eindrucksvoll demonstriert.

 

 

  

Vantablack: für die Raumfahrt entwickeltes „schwärzestes Schwarz“

Der Name Vantablack hat sich längst in einen Markennamen für eine ganze Palette an super-schwarzen Beschichtungen wie VBx2 entwickelt. Ursprünglich steht der Name allerdings für die zugrundeliegende Technologie eines senkrecht angeordneten Nanoröhren-Rasters (engl.: Vertically Aligned Nano Tube Array) aus Kohlenstoff. Jede dieser Kohlenstoff-Nanoröhren hat eine Länge von 14 bis 50 Mikrometer und misst im Durchmesser 20 Nanometer, ist damit rund 5000-mal dünner als ein menschliches Haar. Auf einer Oberfläche von einem Quadratzentimeter finden so eine Milliarde gerichtete Kohlenstoffnanoröhren Platz. Einfallendes Licht wird von diesem Röhrensystem fast komplett „geschluckt“ und nicht reflektiert, sondern in Wärme umgewandelt.

Entwickelt wurde diese Technologie für den Einsatz in der Raumfahrt. Auch weil Vantablack bei Temperaturen ab 430 Grad Celsius verarbeitet und so auch auf empfindliche Materialien wie Aluminium aufgetragen werden kann, lassen sich durch mit Vantablack beschichtete Objektive lichtschwache Sterne und weit entfernte Galaxien beobachten, die durch Streulicht der Sonne nur schwer zu erkennen sind. In der ersten, 2014 von Surrey NanoSystems vorgestellten Generation absorbierte Vantablack bis zu 99,965 Prozent des Lichts, unterdrückte damit Reflexionen und Streulicht praktisch komplett.

   

 

BMW Vantablack X6 - IAA 2019
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