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Invensity: Autonomes Fahren erhöht die Sicherheit – Software ist Risiko und dennoch der Schlüssel zu mehr Sicherheit

Autonomes Fahren wird die Sicherheit trotz ihrer Komplexität erhöhen – Bild: Volvo

 

Komlexität und Risiken von Software und Autonomie

Die Entwicklung selbstfahrender Automobile erhöht auf Dauer die Sicherheit auf den Straßen. Diese These vertritt die internationale Technologie- und Innovationsberatungsgesellschaft Invensity.

Konnektivität und Autonomie – zwei Schlüssel für sichere Mobilität

Die Sicherheit wird laut Invensity vor allem durch die Vernetzung von Fahrzeugen untereinander und mit der Umwelt bedroht. Die Vernetzung bringt insbesondere in Verbindung mit autonomem Fahren viele Vorteile. Der Verkehrsfluss könnte durch Kooperation der Verkehrsteilnehmer optimiert werden. Invensity gibt zu bedenken, dass dafür Aktionen wie Beschleunigen, Abbremsen oder Richtungsänderungen an andere Fahrzeuge kommuniziert werden müssen. Dazu Paul Arndt: “Alle diese Anwendungsfälle schaffen etwas, das tatsächlich neu ist – nämlich Schnittstellen, die eine Beeinflussung des Fahrzeugs von außen ermöglichen. Damit wird es nötig, sich in systematischer Art und Weise mit der gesamten Fragestellung der Sicherheit zu beschäftigen.“ Der Principal Consultant erklärt in diesem Zusammenhang, dass die Sicherheit von Software zwei Dimensionen aufweist. Functional Safety hat den Schutz der Umwelt vor dem Fahrzeug zum Inhalt. Cyber Security hat die Aufgabe, das System vor Manipulationen zu schützen. Dazu Paul Arndt: “Das Risiko, das von einer Manipulation ausgeht, hängt von zwei Faktoren ab: Wie gravierend wirkt sich eine Manipulation aus und wie leicht ist diese Manipulation herbeizuführen? Für den zweiten Faktor ist es besonders gravierend, wenn eine Manipulation möglich ist, ohne physischen Kontakt zum System zu haben. Dies wird insbesondere durch vernetzte Systeme möglich.”

Erster Standard für Automotive CyberSecurity

Invensity verweist darauf, dass mit dem “SAE J3061 – Cybersecurity Guidebook for Cyber-Physical Vehicle Systems” der weltweit erste Automotive-Process-Standard für Cyber Security vorliegt. Dabei darf getrost unterstellt werden, dass die Anzahl und Professionalität der Hacker-Angriffe immer weiter zunehmen wird. Bislang gehören soweit bekannt vor allem Finanzinstitute, Energiekonzerne, Industrieanlagen, Telefongesellschaften, Elektronik- und IT-Konzerne sowie staatliche Einrichtungen, Behörden und Politiker zu den Opfern. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, wann der erste Automobilhersteller im großen Stil einen Angriff erfahren wird.

Problemfeld Software-Updates

Hinzu kommt das Problemfeld der Software-Updates. Neue Software wurde in Fahrzeugen bislang höchstens aufgespielt, wenn der Wagen in die Werkstatt kam. Die Rückrufaktionen in der Autobranche funktionieren fundamental anders, als das Verteilen eines Software-Patches etwa an Smartphones über das Mobilfunknetz.

Damit verbunden ist die Frage: Muss ein Automobilhersteller über den gesamten Lebenszyklus seiner Modelle hinweg zumindest Sicherheitsupdates anbieten? Es wäre in einer software-dominierten Wirtschaft sicherlich konsequent, die Zulassung für ein Modell auf den Zeitraum zu beschränken, für den Update-Unterstützung gewährleistet ist. Von einem Fahrzeug erwartet der Kunde, dass es 20 oder 25 Jahre hält. Es wird sich in der Automobilbranche also eine Richtschnur herauskristallisieren müssen, wie lange ein Fahrzeug in der Regel durch Software unterstützt wird.

 

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