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Ioniq Concept Three auf der IAA: Hyundais Ioniq-Strategie für das B-Segment

Hyundai Three Concept - B-Segement IAA 2025 - Bildnachweis: Hyundai

Rückkehr zur IAA mit Signalwirkung

Nach vier Jahren Pause ist Hyundai auf die IAA Mobility 2025 nach München zurückgekehrt – und nutzt die Bühne, um ein neues Kapitel in seiner Elektrostrategie aufzuschlagen. Das Concept Three, erstmals im „Open Space“ in der Münchener Innenstadt zu sehen, markiert den Eintritt der Submarke Ioniq in das B-Segment. Dort, wo sich in Europa der Markt besonders dynamisch entwickelt, will Hyundai künftig Kunden für kompakte Elektromodelle gewinnen. Die Premiere fällt in ein Umfeld, in dem sich der Wettbewerb zunehmend zuspitzt: auch VW, Renault, Stellantis und chinesische Anbieter ringen in diesem Segment um Reichweite, Preisattraktivität und Alltagstauglichkeit.

Hyundai Three Concept – B-Segement IAA 2025 – Bildnachweis: Hyundai

Design zwischen Stahlkunst und Aerodynamik

Optisch unterscheidet sich das Concept Three klar von den bislang bekannten Ioniq-Modellen. Inspiriert von der sogenannten Designsprache „Art of Steel“ setzt es auf skulpturale Oberflächen, die raue Materialästhetik mit fließenden Formen verbinden. Eine niedrige Dachlinie mit ausgeprägtem Heck und ein Aerodynamikprofil, das als „Aero Hatch“ bezeichnet wird, sollen Effizienz und Wiedererkennungswert kombinieren. Charakteristisch sind die parametrischen Pixel-Leuchten, die sich über Front und Heck ziehen und bereits als gestalterisches Markenzeichen früherer Ioniq-Baureihen etabliert wurden. Mit 4,29 Metern Länge, knapp zwei Metern Breite und einem Radstand von 2,72 Metern positioniert sich die Studie zwischen Kleinwagen und Kompaktklasse. Ein farblicher Akzent entsteht durch gelbes Glas und Innenraumelemente, die der nüchternen Linienführung eine emotionale Note geben.

Hyundai Three Concept - IAA 2025

Innenraum mit digitalem Baukasten

Im Innenraum verbindet Hyundai schlichte Rundungen mit einem modularen Ansatz. Das „Bring Your Own Lifestyle“-Konzept erlaubt die Integration von Widgets, die das Fahrzeug personalisieren sollen. Damit folgt Hyundai einem Trend, der die digitale Erweiterbarkeit von Autos betont. Ergänzt wird dies durch eine auffällige Designfigur namens „Mr. Pix“, die als wiederkehrendes Symbol spielerische Interaktionen ermöglichen soll. Zudem sind ökologische Materialien verarbeitet, etwa Textilien aus recyceltem Kunststoff aus Meeresquellen. Damit knüpft Hyundai an die branchentypische Forderung nach Kreislaufdenken und nachhaltiger Produktion an, die in Europa gerade im Kontext strenger Richtlinien immer stärker nachgefragt wird.

Hyundai Three Concept – B-Segement IAA 2025 – Bildnachweis: Hyundai

Europa als Kernmarkt

Die Wahl der IAA Mobility für die Weltpremiere hat strategische Hintergründe. Rund 80 Prozent der in Europa verkauften Hyundai-Fahrzeuge werden bereits vor Ort gefertigt, was kurze Lieferketten und Anpassung an regionale Vorgaben erlaubt. Bis 2027 ist vorgesehen, für jede Baureihe eine elektrifizierte Variante anzubieten. Weltweit sollen bis 2030 insgesamt 21 Elektrofahrzeuge im Portfolio sein. In Europa konzentriert sich das Unternehmen dabei auf drei Eckpfeiler: eine breite Modellpalette vom Citycar bis zum großen SUV, die Weiterentwicklung von Wasserstoffantrieben und eine Fertigung, die stärker auf erneuerbare Energien setzt. Kompakte Elektroautos gelten dabei als Schlüssel, um urbane Mobilität bezahlbar und klimafreundlich zu gestalten.

Hyundai Three Concept – B-Segement IAA 2025 – Bildnachweis: Hyundai

Wettbewerbsumfeld und Relevanz

Die Rückkehr nach München fällt in eine Phase, in der das Segment unterhalb der Kompaktklasse besonders umkämpft ist. Mit Fahrzeugen wie dem VW ID.2, dem Renault 5 E-Tech oder chinesischen Angeboten aus dem Umfeld von BYD und MG zielt die Konkurrenz auf Preispunkte zwischen 25.000 und 30.000 Euro, die nach Wegfall von Kaufprämien den Ausschlag geben dürften. Da Hyundai bislang noch keine Preisdetails für das geplante Serienmodell des Concept Three veröffentlicht hat, bleibt offen, ob die koreanische Marke im gleichen Korridor antritt oder höher positioniert wird. Anders als die aktuelle Kona-Elektrobaureihe, die je nach Ausstattung ab rund 37.000 Euro startet, müsste ein Seriennachfolger des Concept Three deutlich günstiger angesetzt sein, um das volumenstarke Segment in Europa zu erobern.

Messeauftritt mit breiter Palette

Parallel zur Studie zeigt Hyundai in München eine umfassende Modellschau. Dazu gehören die bekannten Ioniq-Varianten, darunter auch der sportlich positionierte Ioniq 5 N, sowie die neue Großbaureihe Ioniq 9. Außerdem sind die kompakten Crossover Inster und Inster Cross Teil des Angebots, die zum Teil bereits in Asien eingeführt wurden und als Einstiegsmodelle unterhalb des Kona Elektro gelten. Besucher konnten sich im Testfahrtenprogramm ein Bild von neun Modellen machen, darin auch Plug-in-Hybride wie der Tucson und der Santa Fe. Das Messekonzept mit modularen Ausstellungen und Designobjekten rundete den Auftritt ab und unterstrich die Rückkehr von Hyundai auf die internationale Bühne. Das Concept Three vermittelt einen realistischen Eindruck davon, wie Hyundai das kompakte Elektro-Segment innerhalb weniger Jahre besetzen will. Auch wenn technische Daten zu Akku, Reichweite oder Ladeleistung bislang fehlen, lässt sich ablesen, dass Hyundai nach dem Erfolg der Ioniq-Baureihen nun gezielt dorthin geht, wo Europas Elektromarkt die größten Wachstumschancen hat. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Reichweite, Platzangebot und Preis so aufeinander abzustimmen, dass ein konkurrenzfähiger Kompromiss entsteht. Die Studie liefert dazu einen wichtigen Vorgeschmack, ohne technische Details abschließend zu klären.