J.D. Power: Deutsche Premiummarken erzielen schwache Leistung

15. Mai 2019 06:34 Autor:

Käufer deutscher Marken weniger zufrieden

Laut der heute veröffentlichten Studie „J.D. Power 2019 Germany Vehicle Dependability Study“ haben Automarken in Deutschland bezüglich der Fahrzeugzuverlässigkeit merkliche Fortschritte erzielt.

 

Mitsubishi rangiert an der Spitze der Volumenmarken; Volvo steht an der Spitze der Premiummarken

 

Die Studie „2019 Germany Vehicle Dependability Study“ basiert auf den Antworten von 12 854 Besitzern von Fahrzeugen, die zwischen November 2015 und Januar 2018 zugelassen wurden. Die Studie, die die Probleme ermittelt, die während der vergangenen zwölf Monate bei Erstbesitzern von Fahrzeugen in Deutschland bis zu drei Jahre nach dem Kauf auftraten, wurde von November 2018 bis Januar 2019 durchgeführt. Abgefragt werden acht Kategorien vom Fahrerlebnis über Heizung, Infotainment und Bedienbarkeit bis hin zu Motor und Getriebe. Die Studie, mittlerweile in ihrem fünften Jahr, ermittelt auftretende Probleme pro 100 Fahrzeugen (PP100, wobei eine geringere Punktzahl höhere Leistung anzeigt) anhand 177 Problemsymptomen in acht Kategorien: Karosserie; Fahrerlebnis; Funktionen/Bedienelemente/Displays (FCD); Audio/Kommunikation/Entertainment/Navigation (ACEN); Sitze; Heizung, Lüftung und Klimaanlage (HVAC); Fahrzeuginnenraum sowie Motor & Getriebe.

Die diesjährige Studie weist insgesamt geringere PP100-Werte auf als im Jahr 2018 und erfasst somit die beste Gesamtleistung der deutschen Branche seit 2015. Zum ersten Mal lässt Deutschland damit den britischen Markt hinter sich. Obwohl die Studie zeigt, dass sich die Gesamtzuverlässigkeit erhöht hat, bleiben einige von Deutschlands eigenen Marken hinter den Erwartungen zurück. Tatsächlich verbleiben beim diesjährigen Ranking alle drei deutschen Premium-Automarken—Audi, BMW und Mercedes-Benz – unter dem Branchendurchschnitt.

„Autokäufer in Deutschland scheinen den deutschen Premiummarken besonders treu zu sein. Aber diese Treue wird nicht nachhaltig sein, wenn die die Begeisterung für das Produkt, die zum Kaufzeitpunkt vorlag, durch die alltägliche Nutzungserfahrungen abgeschwächt wird“, sagte Josh Halliburton, Europa-Chef bei J.D. Power. „Volvo – die führende Premiummarke—und ein Großteil der Volumenmarken erzielten wesentlich bessere Ergebnisse als deutsche Marken. Audi, BMW und Mercedes müssen sich intensiver damit auseinandersetzen, wie sie die Probleme beheben können, bevor Kunden anfangen, sich anderweitig umzusehen.“

Die deutschen Premiummarken erzielten diese schwache Leistung trotz der Tatsache, dass Besitzer von Premiumfahrzeugen eher dazu bereit sind, Qualitätsprobleme zu verzeihen, als Besitzer von Volumenmarken.

Die ersten 11 Plätze bei der Fahrzeugzuverlässigkeit gehen an Volumenmarken, wobei Mitsubishi bezüglich der Gesamtzuverlässigkeit des Fahrzeugs mit einem Ergebnis von 85 PP100 am besten abschneidet. Bei den Volumenmarken belegt Skoda (88 PP100) den zweiten Platz und Hyundai (89 PP100) den dritten Platz.

Volvo erzielt innerhalb der Premiummarken mit 111 PP100 das beste Ergebnis, belegt aber insgesamt Platz 12. Die deutschen Premiummarken BMW (129 PP100), Mercedes-Benz (137 PP100) und Audi (142 PP100) belegen Platz 17, 19 und 21.

Bildnachweis: J.D. Power
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