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Jaguar E-Pace P300e Plug-in Hybrid im Fahrbericht: Sportlich ambitioniert und teilelektrifiziert

Baby-Jag mit 309-PS-Plug-in-Hybrid: Im Test der Jaguar E-Pace P300e AWD - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Baby-Jag mit 309-PS-Plug-in Hybrid und Allrad
 

Der Jaguar E-Pace ist vor drei Jahren auf den Markt gekommen und nicht nur der kleinste, sondern – last but not least – der letzte in Jaguars Update-Runde. Nun gibt es das SUV auch mit einem Plug-in-Hybrid. Der E-Pace basiert auf der Premium-Transverse-Architektur von Jaguar, die auch elektrifizierte Antriebe ermöglicht. So bekommt das Kompakt-SUV nun den bekannten Plug-in-Hybrid-Antrieb P300e auf Basis des 1,5-Liter-Turbobenziners mit drei Zylindern. Wir haben das Facelift des 309 PS starken P300e PHEV einem ausführlichen Fahrbericht unterzogen. Außerdem sind fast alle Motoren mit Mildhybrid-Unterstützung ausgestattet. Die Auslieferungen starteten im Frühjahr 2021.

  

Baby-Jag mit 309-PS-Plug-in-Hybrid: Im Test der Jaguar E-Pace P300e – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Optik-Update des Facelift

  
Analog zu anderen neuen Jaguar-Modellen des Modelljahrs 2021 bekommt der E-Pace serienmäßig auch neue LED-Scheinwerfer mit doppelter J-Blade-Signatur für das Tagfahrlicht. Dynamische Blinker finden sich ab der Ausstattungsvariante S am Heck. Die SE- und HSE-Derivate haben sie vorne und hinten. Optional gibt es Matrix-LED-Scheinwerfer, die den Gegenverkehr automatisch ausblenden. Je nach Modell lassen sich die Briten dies zwischen 790 und 1.600 Euro extra entlohnen. Am Heck erhält der jetzt etwas tiefer gezogene Stoßfänger im unteren Bereich eine kontrastierende, dunkle Blende mit Gitterstruktur. Die Vierzylinder-Benziner-Modelle sind an einer zweiflutigen Abgasanlage mit verchromten Endstücken zu erkennen. Bei den Selbszünder und PHEV gibt es viereckige Fake-Auspuffenden, während der eigentliche Abgasstrang dahinter verborgen bleibt. Die LED-Rückleuchten zeigen eine „Schikanen“-Grafik. In der von uns gefahrenene besonders sportlichen R-Dynamic-Version gibt es eine Reihe spezifischer Designelemente. Die Dynamik betont auch das für alle Modelle erhältliche Black Exterior Pack mit schwarzen Details. Direkte Wettbewerber des E-Pace P300e sind die PHEV-Versionen des Audi Q3, VW Tiguan, BMW X1 und Mercedes GLA.

 

Jaguar E-Pace P300e
Bildnachweis: Laura Fleischhacker / MOTORMOBILES
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Interieur

Auch der Innenraum präsentiert sich mit einer sichtbaren Aktualisierung. Alle Flächen und Bedienelemente, die normalerweise von Fingern berührt werden, bestehen im überarbeiteten E-Pace nun aus Soft-Touch-Materialien. Zu den weiteren Neuerungen zählen u.a. der neue Automatikwählhebel, die überarbeitete Mittelkonsole oder die neuen Türverkleidungen. Das Infotainmentsystem Pivi und Pivi Pro haben die Briten auf die neueste Software umgestellt, die nun ins Internet konnektiert und unter anderem OTA-Updates per Funk erlaubt. Das Cockpit und das große Display des Infotainment wirkt sehr modern und hochwertig. Der Touchscreen des Infotainment ist nicht nur 48 Prozent größer als zuvor, er bietet auch eine drei Mal höhere Auflösung. Das neue System unterstützt Apple CarPlay und Android Auto. Via Bluetooth können zwei Smartphones gleichzeitig gekoppelt werden. Außerdem verfügt Pivi Pro über seine eigene Stromversorgung über eine Pufferbatterie, wodurch das Navi schneller funktionsbereit ist. Das konfigurierbare Layout des virtuellen Fahrercockpit bietet mehrere Variationen – von einer 3D-Kartendarstellung über das komplette Format bis zu digitalen Rundinstrumenten. Das virtuelle Kombiinstrument ist mit dem verbesserten Head-up-Display verlinkt, das einen größeren Anzeigenbereich und eine höhere Auflösung aufweist. Das System kann durch Dual-eSIM-Technologie mit zwei LTE-Modems gleichzeitig Daten herunterladen – wie zum Beispiel einen Musik-Stream und ein Over-the-Air-Software-Update.

 

Interieur E-Pace P300e AWD – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 



Pivi Pro ist in allen S-, SE- und HSE-Modellen serienmäßig an Bord. In der Basisausstattung läßt es optional hinzuordern. Im Einstiegsmodell arbeitet das System Pivi (ohne „Pro“). Es nutzt das Smartphone für Echtzeit-Stauinfos und unterstützt zudem ebenfalls die beliebten Smartphoine-Spiegelungen Apple Car Play und Android Auto. Ab der Ausstattung SE kommt ein Instrumentendisplay im Format 12,3 Zoll hinzu. Das individual konfigurierbare Display bietet verschiedene Anzeigen – von einer 3D-Kartendarstellung bis zur Anzeige traditioneller Rundinstrumenten. Außerdem wird ein Head-up-Display auf Basis eines TFT-Displays angeboten, das nun größer ist als bisher.

Den Komfort steigert die Reinigung der Innenraumluft per Ionisierung und Filterung, wobei letztere auch Feinstaub bis zur Kategorie PM 2.5 entfernt. Zum Aktivieren reicht ein Druck auf die „Purify“-Taste des Touchscreens.

 

 

Ladeport des Jaguar E-Pace P300e AWD mit CCS für schnelles DC-Laden und Typ2-Port für AC-Laden – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Der in anderen Jaguar-Modellen bewährte ClearSight-Innenrückspiegel ist nun auch im E-Pace eingebaut. Er überträgt u.a. das Bild der in die Dachantenne integrierten Weitwinkel-Kamera. Das Surround-View-System bietet neben zahlreichen Perspektiven rund um den E-Pace auch einen Blick auf den Bereich unter dem E-Pace. Als Kofferraumvolumen gibt der Hersteller 494-1.170 Liter an. Das ist der gleiche Wert wie bei den konventionellen Antrieben.

Performantes und leistungsstarkes Infotainmentsystem

Extrem gut gefallen hat uns die neue Infotainment-Generation. Untergebracht wird der große 11,4-Zoll-HD-Touchscreen in der Mitte des Armaturenbretts. Die chemisch gehärtete Glasoberfläche des eleganten Bedien-und Informationsdisplays besitzt zwei Beschichtungen: eine beugt Blendungen vor, die Zweite erleichtert das Wegwischen von Rückständen und Fingerabdrücken. Das Pivi Pro-System präsentiert sich mit übersichtlichen Menüs, reagiert stets flink und verzögerungsfrei. Das System bootet erfreulich flink und gliedert die Bedienführung und Fahrzeugfunktionen sehr logisch und ergonomisch. Auch die Bedienung der Klimaautomatik via Touchfelder und Drehregler punktet mit intuitiver Bedienung. Es bedarf nur einer kurzen Eingewönhungszeit. Über die Touchtasten am Lenkrad kann auch ein Sprachbefehl viele Funktionsaufrufe vereinfachen. Das System versteht und interpretiert gültige Befehle vom Radiosender bis zum Navigationsziel sehr gut.

Neben dem kabellosen Laden von Smartphones mit Qi-Schnittstelle und Bluetooth-Freisprechen beherrscht das System zudem auch eine kabellose Kopplung per Apple CarPlay und Android Auto. Auch der Wechsel zwischen den nativen Funktionen und zurück zur Smartphone-Kopplung klappen vorzüglich und erfreulich performant. Das System ist eines der besten und fortschrittlichsten Infotainmentsysteme die wir bisher im Test hatten.

 

Im Test dqaw kompakte SUV Jaguar E-Pace P300e AWD mit 309 PS starkem Plug-In-Hybrid – Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Dreizylinder und PHEV-Antrieb und Schnellladen

 
Mit der Modellpflege blieben die konventionellen Benzin- und Diesel-Versionen im Leistungsspektrum bis zu 300 PS weitgehend unangetastet. Mit der Modellpflege für den E-Pace kommt der erste Dreizylinder in einem Jaguar zum Einsatz. Neu ist der von uns gefahrene PlugIn-Hybrid mit auffallend niedriger Verbrauchsangabe. Mit 309 PS (227 kW) ist diese Version gleichzeitig die stärkste und mit 58.340 Euro auch die teuerste. Dem E-Pace P300e AWD reicht eine Akku-Ladung für pendlerfreundliche 65 Kilometer (WLTP EAERcity-Fahrzyklus). In der Praxis sind das meist nur etwas mehr als 40 Kilometer – je nach Fahrweise und Jahreszeit bzw. Temperatur.


Die Briten kombinieren bei der PHEV-Version einen 1,5-Liter-Dreizylinderbenziner mit einem E-Motor an der Hinterachse, der 109 PS beisteuert. Das Aluminium-Aggregat punktet mit technischen Details wie elektrohydraulischer Ventilsteuerung, variablem Ventilhub und Twin-Scroll-Turbolader. Mobilisiert der aufgeladene Dreizylinder im Basis-E-Pace 160 PS, mobilisiert er beim Hybridmodell immerhin 200 PS. Mit der Elektrounterstützung ergibt sich die besagte Systemleistung von 309 PS (227 kW). Die Vierzylinder-Benziner-Modelle sind von außen an einer zweiflutigen Abgasanlage mit verchromten Endstücken zu erkennen. Bei der PHEV-Variante gibt es viereckige Blenden.

So gerüstet erledigt das Stecker-SUV den Null-Hundert-Paradesprint in sehr sportlichen 6,5 Sekunden und auch darüber hinaus lässt der Vorwärtsdrang keineswegs nach. Das Konstruktionsprinzip des platzsparenden Dreizylinder, bleibt dank effektiver Dämmung verborgen. Mit 540 Nm Systemdrehmoment liegt stets genügend Dampf an. Elektrisch aber auch in Kombination. Die ZF-Achtgangautomatik schaltet zwar zügig durch die Gänge und folgt auch manuellen Schaltbefehlen – beispielsweise über die Schaltwippen am Lenkrad. Trotzdem gelingt die Koordination der beiden Kraftquellen samt Übersetzungen der obligatorischen Achtgang-Automatik nicht immer perfekt. Der Plug-in-Hybrid zeigt über den Bordcomputer mit vollem Akku eine elektrische Reichweite von 55 Kilometern an. Im Alltag schafften wir selten über 50 Kilometer. Wie bei den technisch eng verwandten PHEV-Versionen des Range Rover Evoque und Landrover Discovery Sport gibt es auch hier drei Antriebs-Modi. „EV“, „Hybrid“ und „Save“ . So greift der P300e im EV-Modus konsequent auf elektrische Energie der Batterie zu und bewegt sich auch primär elektrisch. Im Modus Hybrid fährt er auf Wunsch in einem Hybrid-Modus oder hebt sich im Modus „Save“ die Restenergie bspw. für eine Umweltzone auf. Ab dem Modelljahr 2022 beherrscht der Verbrenner zudem den 15-kWh-Akku unterwegs aktiv nachladen zu können. Die PHEV von Mitsubishi haben dies aufgrund der Gesetzesvorgabe zur dezentralen Stromerzeugung bereits länger an Bord. Über die Jaguar Drive Control kann man zudem zwischen den Fahrprogrammen Comfort, Eco und Dynamic wählen. Dazu dient ein neben dem Getriebehebel positionierter Kippschalter. Die Einstellung beeinflusst Lenkung, Automatik-Schaltkennlinien, die Gaspedal-Empfindlichkeit und – falls vorhanden – die adaptiven Dämpfer.

Über die CCS-Schnellladebuchse füllt sich die Batterie des Jaguar deutlich schneller als an der Wallbox .Die im Unterboden sitzende 15 kWh-Batterie läßt sich an einer 32-kW-Gleichstrom-Ladesäule (DC) in 30 Minuten von 0 auf 80 Prozent aufladen. Der Benzin-Tank fasst beim P300e nur 58 statt 67 Liter wie bei den konventionell bzw. Mildhybrid angetriebenen Benzinern.
 

 


Technische Daten Jaguar E-Pace PlugIn Hybrid P300e AWD
Hersteller:Jaguar / JLR
Karosserie:Kompakt SUV mit 5 Sitzplätzen
Motor:3-Zylinder-Turbobenziner
Plug-in Hybrid mit Elektromotor an der HA
Getriebe8-Gang-
Automatikgetriebe
Antrieb Allrad 4WD
Hubraum:1.498 ccm
EmissionsklasseEuro 6d
Systemleistung:227 kW / 309 PS bei 5.500 U/Min
Drehmoment:540 Nm von 1.600 bis 4.500 U/min
Höchstgeschwindigkeit:216 km/h
Elektrische Höchstgeschwindigkeit 135 km/h
Beschleunigung 0 bis 100 km/h (Sek.)6,5
Kombinierter Normverbrauch 2,0 Liter /100 km
Stromverbrauch kombiniert 15,9 kWh/100 km
Testverbrauch8,9 Liter / 100 km
CO2-Ausstoß 45-43 g/km
EnergieeffizienzklasseA+++
Kraftstoff:Superbenzin
Bordladegerät: 7 kW (AC 1-phasig)
Tankinhalt57,6 Liter
Leergewicht 2.173 kg
Kofferraum494 – 1.170 Liter
Kofferraum494 – 1.170 Liter
Zuladung497 kg
Wendekreis11,63 m
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.395 / 1.984 / 1.648 / 2.681 mm
Zul. Anhängelast (gebr./ 12%) 1.600 kg
Zul. Anhängelast (ungebr.) 750 kg
Testwagenpreis Grundpreis58.340 Euro

 

 

Souveräne Fahreigenschaften
 

Jaguar stimmt das E-Pace-Fahrwerk wie bei den Verbrennern sportlich-straff ab. Aber nicht komprtomisslos und ohne dass der Kompakt-SUV mit seinen 20-Zoll-Rädern auf unserem Testwagen unkomfortabel wird. Die wirkungsvolle Geräuschdämmung und der satte Abrollkomfort sind beeindruckend.Unebenheiten filtert der E-Pace souverän weg. Einzig auf welliger Fahrbahn oder kleinen, oder dicht aufeinander folgenden Querrillen wirkt das SUV zuweilen nervös. Der kompakte SUV fühlt sich leichter an, als er ist. Allenfalls vor schnell angefahrenen Kurven empfiehlt es sich vor Kurven etwas vom Gas zu gehen. Die 2,2 Tonnen des P300e schieben sich gut beherrschbar und untersteuernd durch den Kurvenverlauf. Trotz seiner Masse die ins Kurvenäußere fliehen möchten zirkelt der E-Pace quirlig um die Ecke. Behäbig ist das ganz und gar nicht. Ab Werk hält der E-Pace 300 PHEV die Spur, achtet auf Verkehrszeichen und notfalls bremst er auch.


Preise und Extras


Inklusive aller Förderungen vergünstigt sich der P300e AWD um immerhin 5.925 Euro (brutto) und Firmenwagen-Fahrer versteuern einen Prozent für die pauschale Privatnutzung auf Grundlage des halbierten Brutto-Listenpreises. So erweist sich der genügsame Jaguar E-Pace P300e als Preis-Leistungs-Alternative zur deutschen Premium-Kionkurrenz. Trotzdem: Verfügt man nicht über das passende Fahrprofil, sowie die nötige Ladeinfrastruktur alws Voraussetzung für die anschaffung eines PHEV-Antriebs, so wäre auch einer der günstigeren und schwächer motorisierten E-Pace eine gute Wahl.

 

Fazit: Großer Elektro-Sprung für die Kompakt-Katze


Mit seinem hochwertigen Interieur und potentem Hybridantrieb empfiehlt sich die PHEV-Varioante des Jaguar E-Pace Facelift (2020) als echte Alternative zu den deutschen Premiun-Anbietern.

Jaguar E-Pace P300e
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