Weltpremiere: Suzuki präsentiert den neuen Across; Das Fahrzeug steht noch nicht zum Verkauf - Bildnachweis: Suzuki
Wie Suzuki beim neuen Across die Stellschrauben der Effizienz dreht
Wer geglaubt hat, dass die japanische Kooperation zwischen Suzuki und Toyota lediglich in einem simplen Austausch von Markenemblemen mündet, sieht sich beim Blick auf den neuen Suzuki Across eines Besseren belehrt. In einer Zeit, in der das Plug-in-Hybrid-Konzept oft als bloße Brückentechnologie abgetan wird, schärft Suzuki die Klingen und präsentiert eine technische Evolution, die vor allem unter dem Blech für Aufhorchen sorgt. Der Across ist längst kein Geheimtipp mehr für preisbewusste Allrad-Enthusiasten, sondern positioniert sich zunehmend als technologisch ernstzunehmende Alternative im hart umkämpften SUV-Segment.
Optimierter und platzsparender Plug-in-Hybridantrieb
Aber der Erfolg dieses Fahrzeugs bemisst sich nicht allein an seiner optischen Präsenz, sondern an der tiefgreifenden Optimierung seines Antriebsstrangs. Das Herzstück bildet nach wie vor ein 2,5 Liter großer Vierzylinder-Verbrennungsmotor, der nach dem effizienten Atkinson-Zyklus arbeitet. Mit einer Bohrung von 87,5 Millimetern und einem Hub von 103,4 Millimetern ist das Triebwerk als klassischer Langhuber ausgelegt, was dem thermischen Wirkungsgrad zugutekommt. Die Kombination aus Saugrohr- und Direkteinspritzung erlaubt es dem System, je nach Lastzustand flexibel zu reagieren, was die Effizienz in Teillastbereichen spürbar steigert.
Deshalb ist es nur konsequent, dass Suzuki bei der Leistungsübertragung auf ein weiterentwickeltes E-CVT-Getriebe setzt, das die Kraftflüsse der verschiedenen Motoren bündelt. Die Systemleistung resultiert aus dem Zusammenspiel des 105 kW starken Benziners und zwei Elektromotoren. An der Vorderachse leistet die elektrische Maschine beachtliche 150 kW und liefert ein Drehmoment von 271 Nm, während das Heck durch einen 40 kW starken Elektromotor unterstützt wird. Diese Konfiguration ermöglicht den Verzicht auf eine mechanische Kardanwelle, was Gewicht spart und den Bauraum optimiert.
PHEV mit Allrad: eAxle der Vorderachse
Doch die eigentliche Neuerung verbirgt sich in der sogenannten eAxle der Vorderachse. Hier ist es den Ingenieuren gelungen, die Leistungselektronik und den DC/DC-Wandler direkt in die Antriebseinheit zu integrieren. Der Einsatz von Siliziumkarbid-Halbleitern reduziert die Schaltverluste im Vergleich zu herkömmlichen Silizium-Komponenten drastisch. Das klingt nach technischer Detailverliebtheit, bedeutet in der Praxis jedoch eine geringere Wärmeentwicklung und damit eine höhere Effizienz des Gesamtsystems. Die Batteriekapazität wurde auf beachtliche 22,7 kWh gesteigert, was die rein elektrische Reichweite in Regionen hebt, die für viele Pendler den Alltag komplett emissionsfrei gestaltbar machen.
E-Four Allradantrieb sorgt für Stabilität unter verschiedenen Bedingungen
Aber Technik ist nur die halbe Wahrheit, wenn die Ergonomie nicht Schritt hält. Im Innenraum folgt der Across einer neuen Inselarchitektur, die den Fahrer ins Zentrum rückt. Die Mittelkonsole wurde bewusst tief positioniert, um das Sichtfeld nach vorne zu maximieren, was im dichten Stadtverkehr oder im leichten Gelände ein echter Sicherheitsgewinn ist. Der Fahrersitz lässt sich zehnfach verstellen, inklusive einer wirksamen Lordosenstütze, was Langstreckenfahrten deutlich den Schrecken nimmt. Dennoch bleibt ein leiser Zweifel, ob die gewählte Materialmischung aus Stoff und Ledernachbildung dem Premium-Anspruch, den der Preis von voraussichtlich über 58.000 Euro suggeriert, in jedem Detail gerecht wird.
Deshalb liegt das Augenmerk auch auf der digitalen Schnittstelle. Das 12,3 Zoll große Kombiinstrument bietet eine scharfe Darstellung und lässt sich in verschiedenen Modi konfigurieren, wobei die Eco-Anzeigen dem Fahrer helfen, das komplexe Zusammenspiel der Motoren zu verstehen. Ergänzt wird dies durch ein 12,9 Zoll großes Touchdisplay in der Mitte, das haptische Regler für die Klimaautomatik glücklicherweise beibehält. Ein echtes Highlight ist das neue Head-up-Display, das die Daten in einer virtuellen Distanz von bis zu sechs Metern auf die Scheibe projiziert, was die Augen bei der Akkommodation spürbar entlastet.
Aber was nützt die beste Vernetzung, wenn die Fahrdynamik auf der Strecke bleibt. Das E-Four Allradsystem ist ein elektronisch geregelter Pfadfinder, der die Drehmomentverteilung zwischen den Achsen permanent variiert. Im Trail-Modus simuliert das System eine mechanische Sperre, indem esdurchdrehende Räder gezielt abbremst und das Moment dorthin leitet, wo noch Traktion vorhanden ist. Mit einer Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 6,1 Sekunden zeigt der 2.570 Kilogramm schwere Koloss eine Dynamik, die man einem Suzuki-SUV auf den ersten Blick kaum zutrauen würde. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei 180 km/h abgeregelt.
Doch Sicherheit definiert sich heute über Assistenzsysteme. Der neue Across fährt hier das volle Programm auf. Ein Millimeterwellenradar arbeitet Hand in Hand mit einer Monokular-Kamera, um nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Radfahrer und Fußgänger zu erkennen. Besonders hervorzuheben ist der Notfall-Lenkassistent, der bei Ausweichmanövern aktiv unterstützt, ohne das Fahrzeug instabil werden zu lassen. Der adaptive Tempomat nutzt nun sogar Kartendaten, um vor Kreuzungen oder Kurven die Geschwindigkeit vorausschauend anzupassen, was den Fahrfluss harmonisiert und Energie spart.
Deshalb stellt sich am Ende die Frage nach der Positionierung. Mit einer Länge von 4.600 Millimetern und einem Radstand von 2.690 Millimetern bietet der Across ordentliche Platzverhältnisse, auch wenn das Kofferraumvolumen von 446 Litern durch die große Batterie im Vergleich zu konventionellen Verbrennern etwas Federn lassen muss. Die elektrische Heckklappe mit Fußsensorik ist ein komfortables Detail, das im Alltag schnell geschätzt wird. Die Farbauswahl bleibt mit vier Metallic-Tönen eher klassisch-konservativ, was zum seriösen Auftritt des Fahrzeugs passt.
Aber der Across ist und bleibt ein Statement für eine pragmatische Mobilitätswende. Er bietet die Sicherheit eines mechanisch ausgereiften Allradlers kombiniert mit der Effizienz modernster Leistungselektronik. Wer bereit ist, den Preis für diese technologische Komplexität zu zahlen, erhält ein Fahrzeug, das in Sachen Zuverlässigkeit und Durchdachtheit ganz oben mitspielt. Suzuki liefert hier kein Spielzeug für Technik-Nerds, sondern ein Werkzeug für anspruchsvolle Vielfahrer, die den Übergang zur Elektromobilität ohne Reichweitenangst gestalten wollen.

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