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Japans Seele an Chinas Stecker: Der Mazda 6e Takumi Plus im Praxistest

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest - Bildnachweis: Laura Fleischhacker / MOTORMOBILES

Effizienz-Meister oder Lade-Sorgenkind? Die LFP-Strategie des Mazda 6e auf dem Prüfstand

Die Automobilindustrie des Jahres 2026 befindet sich in einer Phase der Konsolidierung, in der die Karten zwischen Japan und China neu gemischt werden. Mazda, ein Hersteller, der über Jahrzehnte hinweg seine Unabhängigkeit durch technische Eigenwege wie den Wankelmotor oder das Skyactiv-Prinzip zelebriert hat, steht heute vor der größten Transformation seiner Geschichte.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Die aktuelle Situation der Marke weltweit zeigt ein zweigeteiltes Bild. Während Mazda in Nordamerika mit großen SUV-Plattformen wirtschaftlich floriert und eine überdurchschnittliche Händlerrendite von rund 2,5 Prozent erzielt, war man im europäischen BEV-Segment nach dem Nischenmodell MX-30 lange Zeit im Rückstand. Doch für das Jahr 2026 ist die Marschrichtung klar definiert: Allein in Deutschland strebt die Marke ein ehrgeiziges Absatzvolumen von 50.000 Neuzulassungen an, was einem Marktanteil von 1,8 Prozent entspricht. Der Mazda 6e markiert hierbei den entscheidenden Aufbruch, um verlorenen Boden im Segment der elektrischen Mittelklasse gutzumachen und gleichzeitig die Flottenziele zu erreichen, während die eigene skalierbare Elektro-Architektur erst für 2028 oder 2029 erwartet wird.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Marktsegment, Wettbewerber und Zielgruppe

Der Mazda 6e positioniert sich im Jahr 2026 als klassische Fließheck-Limousine in der gehobenen Mittelklasse und tritt damit die direkte Nachfolge der beliebten Verbrenner-Baureihe an. Mit einer stattlichen Länge von 4,92 Metern zielt der Wagen auf ein Segment ab, das derzeit primär vom Tesla Model 3, dem Hyundai Ioniq 6 und dem Volkswagen ID.7 besetzt ist. Die Zielgruppe ist dabei breit gefächert. Neben Privatkunden, die das ästhetische Kodo-Design der Marke schätzen und eine Abkehr vom SUV-Einerlei suchen, steht der 6e massiv im Fokus von Fuhrpark- und Flottenmanagern. Für diese Gruppe ist die Limousine durch steuerliche Vorteile wie die 0,25-Prozent-Regelung bei der Dienstwagenversteuerung und attraktiven Leasingkonditionen, die teils deutlich unter denen deutscher Premium-Wettbewerber liegen, eine überaus rationale Wahl. Mazda besetzt hier geschickt die Nische zwischen preiswerten chinesischen Volumenmarken und teureren europäischen Traditionsprodukten.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Technische Einordnung

Technisch betrachtet ist der Mazda 6e das Kind einer strategischen Allianz zwischen Hiroshima und Chongqing. Er basiert auf der EPA1-Plattform des chinesischen Partners Changan Automobile und ist eng verwandt mit dem Modell Deepal SL03. Produziert wird das Fahrzeug im Joint-Venture-Werk in Nanjing, China. Für Mazda-Puristen stellt sich unweigerlich die Frage nach der Markenauthentizität. Doch die japanischen Ingenieure haben zusammen mit dem europäischen Forschungszentrum in Oberursel massiv in die Hardware eingegriffen, um die Plattform an europäische Standards anzupassen. So wurden beispielsweise der hintere Hilfsrahmen komplett neu konstruiert und die Aufhängungspunkte geometrisch verändert, um die Stabilität bei den für deutsche Autobahnen typischen hohen Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Es handelt sich also nicht um bloßes Badge-Engineering, sondern um eine tiefgreifende Überarbeitung einer bewährten chinesischen Basis durch japanische Fahrwerksexperten.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Exterieur-Design und Optik

Optisch bleibt der Mazda 6e der markentypischen Kodo-Sprache treu, die hier unter dem Leitmotiv Authentic Modern neu interpretiert wurde. Die flache Silhouette mit nur 1,49 Metern Höhe und die fließende Dachlinie verleihen dem Wagen die Eleganz eines großen Coupés. Die Front wird vom sogenannten Signature Wing dominiert, einer leuchtenden Spange, die den weitgehend geschlossenen Grill umschließt und beim Ladevorgang durch rhythmische Lichtanimationen den Status visualisiert.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Rahmenlose Türen und bündig versenkte Türgriffe unterstreichen den aerodynamischen Anspruch, wenngleich die Griffe in der Praxis kritisch gesehen werden, da sie bei Frost oder nach einem Seitenaufprall den Zugang erschweren könnten. Am Heck setzt Mazda auf ein durchgehendes Leuchtenband und einen aktiven Heckspoiler, der ab 90 km/h automatisch ausfährt, um den Anpressdruck zu erhöhen und die Aerodynamik zu optimieren. Besonders in der ikonischen Lackierung Soul Red Crystal unseres Testwagen wirkt das Fahrzeug wie aus einem Guss und sticht aus der Masse der oft klobig wirkenden Elektro-Konkurrenz hervor.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Qualität und Verarbeitung

Im Interieur der Takumi Plus Ausstattung wird der Premium-Anspruch sofort greifbar. Die Materialauswahl kombiniert hellbraunes Nappaleder mit Veloursledernachbildung auf dem Armaturenbrett und den Türverkleidungen, was eine Atmosphäre schafft, die eher an die Oberklasse erinnert. Fast alle Oberflächen im Sichtbereich sind weich unterschäumt und tadellos verarbeitet. Sogar die Metallrahmen in der Mittelkonsole bestehen aus echtem Metall, was in dieser Preisklasse eine Seltenheit ist. Bei akribischer Suche fallen jedoch kleine Schwächen in der Detailqualität auf, etwa scharfe Kunststoffgrate an der Fronthaubenentriegelung oder eine vordere Mittelarmlehne, die bei Belastung gelegentlich zu Knarzgeräuschen neigt. Diese Details trüben den insgesamt sehr hochwertigen Eindruck nur geringfügig, zeigen aber, dass die chinesische Fertigungsbasis in den verborgenen Winkeln noch nicht ganz das japanische Perfektionsniveau erreicht hat.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Raumökonomie, Platzverhältnisse und Infotainment

Die Raumökonomie leidet bauartbedingt unter dem im Boden untergebrachten Akkupaket. Während die Beinfreiheit im Fond dank des langen Radstands von fast 2,90 Metern fast schon luxuriös ausfällt, ist die Kopffreiheit durch die abfallende Dachlinie und die erhöhte Sitzposition stark eingeschränkt. Passagiere über 1,80 Meter Körpergröße sitzen hinten mit stark angewinkelten Beinen und geraten in Konflikt mit dem Dachhimmel. Die vorderen Zero-Gravity-Sitze überzeugen durch exzellente Ergonomie, lassen sich jedoch für Fahrer über 1,90 Meter nicht tief genug einstellen, was das Gefühl verstärkt, auf statt im Auto zu sitzen. Der Kofferraum bietet mit 466 Litern (VDA-Norm bis zum Dach) ein ordentliches, wenn auch nicht überragendes Volumen für diese Fahrzeuglänge. Ein echtes Highlight ist dagegen der 72 Liter große Frunk unter der Fronthaube, der ideal für Ladekabel geeignet ist und über einen praktischen Ablaufstutzen verfügt.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Das Infotainment-System markiert einen radikalen Bruch mit der bisherigen Mazda-Tradition. Statt des gewohnten Dreh-Drück-Stellers dominiert nun ein 14,6 Zoll großer Touchscreen das Cockpit. Das auf Android Automotive basierende System mit Google Built-In bietet eine exzellente Navigation mit Echtzeit-Verkehrsdaten und zuverlässiger Ladestoppplanung. Die Rechenleistung des Qualcomm-Prozessors sorgt für flüssige Abläufe, doch die fast vollständige Verlagerung aller Funktionen – inklusive der Spiegelverstellung und der Scheibenwischerintervalle – auf den Bildschirm wird als massiv ablenkend kritisiert. Die Sprachsteuerung Hi Mazda zeigt im Testjahr 2026 deutliche Lokalisierungsschwächen für den deutschen Markt und wirkt oft monoton oder führt Befehle fehlerhaft aus. Das Sony Soundsystem mit 14 Lautsprechern bietet ein klares Klangbild und nutzt innovative Kopfstützen-Lautsprecher für gezielte Navigationsansagen an den Fahrer. Etwas störend ist nach größer Fahrpause das Vergessen der letzten DAB-Radiostation. Hier muss unbedingt die Software nachgebessert werden.

Antrieb und Leistung

Der vollelektrische Antrieb der Takumi Plus Variante setzt auf einen Permanentmagnet-Synchronmotor an der Hinterachse, der 190 kW respektive 258 PS leistet und ein respektables Drehmoment von 320 Nm anlegt. Den Null-Hundert Paradesprint erledigt der Mazda 6e in souveränen 7,6 Sekunden, während die Höchstgeschwindigkeit bei 175 km/h elektronisch abgeregelt wird. Die Kraftentfaltung ist linear und unaufgeregt, was hervorragend zum entspannten Charakter der Limousine passt. Im Sport-Modus wird das Ansprechverhalten des Fahrpedals spürbar schärfer, ohne jedoch jemals nervös zu wirken. Der Heckantrieb sorgt für eine angenehme Agilität und saubere Traktion, wobei das System bei Nässe feinfühlig regelt, um ein Ausbrechen des Hecks zu verhindern. Der Fahrspaß resultiert hierbei weniger aus brachialer Gewalt als vielmehr aus der harmonischen Abstimmung des gesamten Antriebsstrangs.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Fahrwerk und Fahreigenschaften

Das Fahrwerk des Mazda 6e wurde umfassend für den europäischen Markt überarbeitet, um die strukturelle Integrität der Karosserie optimal zu nutzen. Dank gezielter Verstärkungen erreicht der Wagen eine hohe Torsionssteifigkeit, die für Ruhe im Aufbau sorgt und störende Vibrationen weitgehend eliminiert. Die Lenkung arbeitet leichtgängig und präzise, wirkt jedoch um die Mittellage etwas nervös, was bei hohen Autobahngeschwindigkeiten häufige Korrekturen erfordert. Das passive Stahlfahrwerk filtert lange Bodenwellen gekonnt weg, reagiert auf kurze, harte Stöße wie Querfugen jedoch bisweilen etwas hölzern. Kritisch zu bewerten sind die Assistenzsysteme: Der Spurhalteassistent agiert oft übergriffig und rüde, während der Aufmerksamkeitswarner bereits bei minimalem Blickkontakt zum Zentraldisplay mit nervösen Warnsignalen reagiert. Die Rekuperation ist zwar in vier Stufen einstellbar, erreicht aber selbst in der stärksten Stufe kein echtes One-Pedal-Driving.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Batterie und Ladeeigenschaften

Die Batterie des Takumi Plus Modells basiert auf einem 68,8 kWh starken Lithium-Eisenphosphat-Akku (LFP). Diese Zellchemie ist ein strategischer Vorteil, da sie ohne kritische Rohstoffe wie Kobalt auskommt, thermisch extrem stabil ist und eine hohe Zyklenfestigkeit aufweist. Ein entscheidender Alltagsbonus ist, dass der LFP-Akku problemlos täglich auf 100 Prozent geladen werden dürfen und ab und zu zweck Kalibrierung randvoll geladen werden müssen. Die maximale Ladeleistung bei LFP-Zellchemie an DC-Schnellladern beträgt 165 kW, womit der Ladehub des SoC von 10 auf 80 Prozent in rund 24 Minuten gelingt. Im Test wurde dieser Peak jedoch oft nur kurzzeitig erreicht. Meist pendelt sich die Leistung bei kühleren Temperaturen zwischen 120 und 130 kW ein. Paradoxerweise lädt die teurere Long-Range-Version mit 80 kWh NMC-Akku nur mit maximal 90 kW und benötigt für den gleichen Ladevorgang satte 47 Minuten, was sie für Langstreckenfahrer trotz höherer Reichweite weniger attraktiv macht.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Effizienz und Verbrauch

In puncto Effizienz zeigt der Mazda 6e eine beeindruckende Performance, begünstigt durch die aerodynamische Limousinenform. Der offizielle WLTP-Verbrauch ist mit 16,6 kWh pro 100 km angegeben. In der Praxis schafften wir bei milden Tmperaturen einen kombinierten Durchschnittsverbrauch von 18,1 kWh, während bei moderater Fahrweise bei höheren Temperaturen sogar Werte um die 15 kWh realisierbar sind.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Umgerechnet auf einen Verbrenner entspricht der WLTP-Normverbrauch einem Benzinäquivalent von lediglich etwa 1,8 Litern auf 100 Kilometer. Im winterlichen Betrieb bei frostigen Temperaturen steigt der Konsum systembedingt auf bis zu 25 oder 26 kWh an, was die reale Reichweite auf etwa 250 bis 300 Kilometer reduziert. Dies muss bei der Reiseplanung berücksichtigt werden, insbesondere da die LFP-Chemie bei extremer Kälte ohne Vorkonditionierung deutlich an Ladeperformance verliert. Die Vorkonditionierung der Batterie gelingt manuell wie auch automatisch über das ansteuern einer Ladestation über die native und wirklich gut gemachte Navigationslösung.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh)
Hersteller:Mazda
Karosserie:Schrägheck Kleinwagen 5-türig
Motoren:Wechselstrom-Synchronmotor
GetriebeReduktionsgetriebe, 1-Gang
AntriebHinterradantrieb mit elektronischer Drehmoment-Steuerung
Leistung:190 kW / 258 PS
Drehmoment:320 Nm
Batterietyp:LFP
Brutto-Batterieenergieinhalt:68,8 kWh
Nennspannung:400 V
Elektrische Reichweite kombiniert (WLTP):479 km
Elektrische Reichweite innerorts (WLTP):605 km
Ladedauer AC 11 kW 0-100% SOC7:18 h
Maximale DC Ladeleistung:165.0 kW
Ladezeit 10-80 % SOC mit max. kW DC ca.:00:24 h
Ladeanschlussposition:Hinten rechts
V2L:Optional
V2G:Serie
Von 0 auf 100: 7,6 s
Höchstgeschwindigkeit:175 km/h
Verbrauch WLTP:16,6 kWh/100 km
CO2-Klasse:
A
CO2-Ausstoß:0 g/km
Wendekreis:11,6 Meter
Leergewicht:2.037 kg
Zulässiges Gesamtgewicht:2.387 kg
Zuladung: 435 kg
Zul. Anhängelast gebremst bei 12%:1.500 kg
Zul. Anhängelast ungebremst:500 kg
Stützlast:75 kg
Dachlast:75 kg
Kofferraum:466 - 1.074 l
Frunk:72 l
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4.921/1.890/1.480/2.895 mm
Versicherung Typklassen (KH,VK,TK):18/28/24
Garantie:6 Jahre / 150.000 km
Garantie gegen Durchrostung:12 Jahre
Hochvolt-Batteriegarantie:8 Jahre / 160.000 km
Basispreis EV TAkumi PlusAb 46.900 Euro
Testwagenpreis:Mind. 49.450 Euro

Preise und Extras

Die Preisaufstellung für den Mazda 6e im Jahr 2026 ist im Wettbewerbsvergleich als kampfbetont zu bezeichnen. Die Takumi-Basis startet bei 44.900 Euro, das hier getestete Topmodell Takumi Plus steht mit 46.900 Euro in der Liste. Der Aufpreis beinhaltet das luxuriöse Interieur, das elektrische Sonnenrollo für das Panorama-Glasdach und das zweifarbige Lederlenkrad. Metalliclackierungen kosten zwischen 850 und 1.200 Euro. Für Flottenmanager ist die Restwertprognose ein schlagkräftiges Argument: Das CAP Gold Book prognostiziert dem Mazda 6e einen Restwert von 58,3 Prozent nach drei Jahren, was ihn vor den VW ID.7 und das Tesla Model 3 stellt. Zusammen mit der sechsjährigen Fahrzeuggarantie bis 150.000 km und der achtjährigen Batteriegarantie ergibt sich ein TCO-Paket, das gewerbliche Nutzer durch die 0,25-Prozent-Versteuerung und die 75-prozentige Sonderabschreibung im ersten Jahr massiv begünstigt.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) im Praxistest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Fazit: Limousine mit erstaunlich viel Fahrspass aber nur semi-guter Reichweite

Der Mazda 6e Takumi Plus ist im Jahr 2026 eine faszinierende, aber auch widersprüchliche Erscheinung. Er bietet viel Fahrspaß durch ein erstklassiges, europäisch abgestimmtes Fahrwerk und eine Materialgüte im Innenraum, die den Wettbewerb blass aussehen lässt. Die Effizienz des Antriebs ist vorbildlich, und der LFP-Akku ist eine vernünftige, langlebige Lösung. Dennoch bleibt die Bilanz zwiespältig: Viel Fahrspaß und nobles Ambiente treffen auf eine zu geringe Reichweite für die Langstrecke, insbesondere im Winter. Trotzdem empfehlen wir aufgrund der höheren Ladeleistung zum günstigeren LFP- statt NCM-Akku zu greifen. Zudem müsste die Software in puncto Sprachsteuerung und Bedienlogik noch deutlich nachreifen. Für Ästheten und kühle Rechner im Fuhrparkmanagement ist der 6e dennoch ein hochinteressantes Angebot, sofern man bereit ist, über digitale Kinderkrankheiten hinwegzusehen und die Ladeplanung ernst zu nehmen. Er ist ein echter Mazda, dessen Herz zwar zum Teil in China schlägt, dessen Charakter aber unverkennbar japanisch geblieben ist.

Mazda 6e EV Takumi Plus 190 kW / 258 PS (68,8 kWh) - 2026