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Kia EV9 Black Edition: Erstklassige 800-Volt-Technik im düsteren Gewand

Kia EV9 Sondermodell Black Edition - Bildnachweis: Kia

Das unübersehbare Flaggschiff schärft seinen Auftritt nach

Wuchtig, 5,01 Meter lang und unübersehbar stanzte der Kia EV9 bei seinem Marktstart eine völlig neue Kerbe in das Segment der elektrischen Fullsize-SUVs. Während etablierte europäische Premiumhersteller ihre sieben-sitzigen Elektro-Flaggschiffe weit jenseits der Hunderttausend-Euro-Marke einpreisten, bot der koreanische Hersteller eine technologisch ebenbürtige 800 Volt-Architektur zu spürbar bodenständigeren Konditionen an. Nun legt Kia für das Modelljahr 2027 nach und spendiert dem imposanten Raumnutzungskonzept nicht nur feine Detailverbesserungen im Innenraum und bei der Software, sondern bringt zeitgleich das exklusive Sondermodell Black Edition auf den Markt.   

Deshalb richtet sich der Blick der Automobilwelt erneut auf das koreanische Schlachtschiff, dessen Auslieferung ab Ende Oktober 2026 zu den Kunden rollt. Mit tiefschwarzen Designelementen, einem auf 700 Newtonmeter gesteigerten Drehmoment und einer Serienausstattung, die kaum noch Wünsche offenlässt, soll die Black Edition vor allem jene Käufer ansprechen, die einen eigenständigen Auftritt suchen, ohne direkt in die teurere GT-Line greifen zu müssen.   

Aber reicht ein düsteres Optikpaket aus, um den Markt für elektrische Großraum-SUVs weiter zu dominieren, oder kaschieren die schwarzen Anbauteile lediglich die unveränderten physikalischen Herausforderungen eines rund 2,6 Tonnen schweren Fahrzeugs? Aus technischer Sicht setzt Kia setzt bei der Modellpflege an den richtigen Stellschrauben an, um die Effizienz im Alltagsverkehr zu steigern und das digitale Nutzererlebnis weiter zu verfeinern.   

Kia EV9 Sondermodell Black Edition – Bildnachweis: Kia

Design und Karosserie: Düstere Eleganz für den Fünf-Meter-Riesen

Der optische Auftritt des Kia EV9 war von Beginn an von Mut zur Kante geprägt. Die vertikal orientierte Frontpartie, die stämmigen Flanken und die fast rechtwinklige Dachlinie verleihen dem Fahrzeug das klassische Profil eines unerschrockenen Geländewagens, obgleich der Luftwiderstandsbeiwert von 0,28 für einen 5,01 Meter langen, 1,98 Meter breiten und 1,76 Meter hohen Brocken überraschend effizient ausfällt. Die neue Black Edition verstärkt diese visuelle Präsenz durch eine konsequente Abdunklung prägnanter Exterieurkomponenten.   

Sämtliche Zierelemente an Front, Seiten und Heck präsentieren sich beim Sondermodell in tiefem Hochglanzschwarz. Dazu gesellen sich eine ebenfalls dunkel gehaltene Dachreling, ein spezifisch gestalteter Unterfahrschutz sowie schwarze Kia-Embleme und EV9-Schriftzüge. Selbst die serienmäßigen 20-Zoll-Leichtmetallräder, während das reguläre Earth-Modell ab Werk auf 19-Zoll-Felgen steht, tragen eine komplett schwarz eingefärbte Radzierblende.   

Serienmäßig wird das Sondermodell im Metallic-Farbton Flair Red ausgeliefert. Gegen Aufpreis stehen jedoch sieben weitere Lackierungen zur Auswahl, darunter die exklusiv für diese Linie angebotene Mattlackierung Panthera Metal Matte. Die dunklen Kontraste verleihen dem EV9 eine unbestreitbare Eleganz, jedoch bleibt die massive Statur im Straßenbild naturgemäß erhalten. Wer in eng gebauten Parkhäusern oder Innenstädten unterwegs ist, wird auch mit schwarzen Akzenten schnell feststellen, dass eine Fahrzeugbreite von fast zwei Metern ohne Außenspiegel millimetgenaue Rangierarbeit erfordert.   

Innenraum und Komfort: Ergonomischer Feinschliff im digitalen Wohnzimmer

Im Innenraum setzt Kia die düstere Linie des Sondermodells konsequent fort. Der Dachhimmel ist in Schwarz gehalten, und die spezifischen Sitzbezüge der Black Edition bestehen aus dunklem Kunstleder in Lederoptik. Gegenüber der Earth-Ausstattung, die als Basis für die Black Edition dient, legt der Hersteller bei der Sitzanlage nochmals spürbar nach. Fahrer und Beifahrer nehmen auf sogenannten Premium Relaxation Sitzen Platz, die sich auf Knopfdruck in eine ergonomische Ruheposition fahren lassen. Der Fahrersitz verfügt zudem über eine integrierte Massagefunktion, was auf langen Autobahnetappen für spürbare Entlastung sorgt.   

Deshalb erfährt auch die Ergonomie hinter dem Lenkrad eine Aufwertung. Das Lenkrad lässt sich in der Black Edition elektrisch in Höhe und Tiefe verstellen. Eine Memory-Funktion speichert die individuellen Positionen von Fahrersitz, Lenkrad und Außenspiegeln ab, was den Fahrerwechsel im Alltag erheblich erleichtert. In allen drei Sitzreihen kommen nun zudem leistungsstärkere USB-C-Ladebuchsen mit einer Abgabeleistung von bis zu 100 Watt zum Einsatz, wodurch selbst energiehungrige Laptops ohne sperrige Adapter aufgeladen werden können.   

Für den akustischen Langstreckenkomfort sorgt das serienmäßige Meridian-Soundsystem. Ergänzt wird die Serienausstattung der Black Edition durch eine Sitzbelüftung für die ersten beiden Sitzreihen, elektrisch umklappbare und wieder aufstellbare Rückenlehnen in der dritten Reihe sowie eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik vorn mit separater Klimaautomatik für den Fond. Der Platzkomfort in den ersten beiden Reihen bleibt herausragend, während die dritte Reihe für Erwachsene zumindest auf Kurz- und Mittelstrecken absolut nutzbar ist.   

Kia EV9 Sondermodell Black Edition – Bildnachweis: Kia

Der Kofferraum bleibt eine der größten Stärken des koreanischen Stromers. Bei voller Bestuhlung stehen immer noch 333 Liter Ladevolumen bis zur Fensterkante zur Verfügung. Wird die dritte Sitzreihe elektrisch im Ladeboden versenkt, wächst der Laderaum auf üppige 807 Liter. Werden auch die Lehnen der zweiten Reihe umgeklappt, entsteht eine ebene Ladefläche mit einem Fassungsvermögen von bis zu 2.318 Litern bis zum Dach. Unter der Fronthaube bietet der sogenannte Frunk bei den Allradmodellen zusätzliche 52 Liter Stauraum, was ideal für das Unterbringen von Ladekabeln ist. Die heckgetriebenen Varianten bieten hier dank des fehlenden Frontmotors sogar 90 Liter Volumen.   

Technischer Modelljahreswechsel 2027: Rekuperationsbremse i-Pedal 3.0 und Digitalisierung

Neben der optischen Aufwertung der Black Edition hat Kia das gesamte Modellprogramm des EV9 für das Modelljahr 2027 technisch nachgeschärft. Die bedeutendste funktionale Neuerung betrifft die Überarbeitung der Rekuperationsbremse. Das neue System hört auf den Namen i-Pedal 3.0 und wurde gezielt darauf ausgelegt, das Fahrverhalten im Stop-and-Go-Verkehr sowie im städtischen Bereich harmonischer zu gestalten.   

Bisher zeichneten sich One-Pedal-Drive-Systeme oft durch eine recht abrupte Verzögerung aus, sobald der Fuß vom Fahrpedal genommen wurde. Das überarbeitete i-Pedal 3.0 dosiert das generative Bremsmoment nun wesentlich feinfühliger und ermöglicht ein ruckfreies Anhalten bis zum vollständigen Stillstand, ohne dass die mechanische Bremse störend eingreift. Dies erhöht nicht nur den Fahrkomfort für die Insassen, sondern maximiert zeitgleich die Energierückgewinnung in verkehrsreichen urbanen Zonen.   

Deshalb profitieren auch die regulären Ausführungen Air, Earth und GT-Line von diesem Update. Im Innenraum erhalten die Modellvarianten Air und Earth frische Dekoreinlagen in Hellgrau, die sich über das Lenkrad, das Armaturenbrett, die Türinnenverkleidungen, die Mittelkonsole und die Becherhalter erstrecken. Die sportlich angehauchte GT-Line wird hingegen mit edlen Applikationen in Veloursledernachbildung an der Instrumententafel, den Türen und den Vordersitzrückenlehnen aufgewertet. Das Hochleistungsmodell EV9 GT erhält analog zur Black Edition die schnellen 100-Watt-USB-Ladebuchsen in allen Sitzreihen.   

Auf der digitalen Ebene vertraut der EV9 weiterhin auf das Connected Car Navigation Cockpit, kurz ccNC. Das System kombiniert hochauflösende Displays für Instrumente und Infotainment mit einer integrierten Online-Navigation und umfangreichen Kia Connect Dienten. Für Fahrzeuge ab dem Modelljahr 2027 gewährt Kia für einen Zeitraum von sieben Jahren kostenfreie Over-the-Air-Updates für die Fahrzeug- und Infotainmentsoftware. Der EV-Routenplaner berechnet notwendige Ladestopps dynamisch unter Berücksichtigung der aktuellen Ladeinfrastruktur und leitet bei Bedarf die automatisierte Batterie-Vorkonditionierung ein.   

Pablo Martinez Masip, Vizepräsident für Produkt, Marketing und Kundenerfahrung bei Kia Europe, betonte im Rahmen der Modellpflege, dass der EV9 vielfältige Sitzkonfigurationen, Premium-Technologien und ein komfortables Fahrerlebnis für alle Insassen vereine. Durch Neuerungen wie das i-Pedal 3.0 und den höheren Ladekomfort für mobile Endgeräte wolle man den Alltagsnutzen weiter steigern, während die Black Edition dem Flaggschiff einen unverwechselbaren optischen Charakter verleihe.   

Antrieb und Fahrwerk: Bärenstarkes Drehmoment trifft auf hohe Masse

Antriebsseitig baut das Sondermodell Black Edition auf der bewährten Allradtechnik der Earth-Ausführung auf. An der Vorder- und Hinterachse arbeitet jeweils ein permanenterregter Synchronmotor mit einer Einzelleistung von 141,3 kW. Daraus resultiert eine kumulierte Systemleistung von 283 kW, was umgerechnet strammen 385 PS entspricht. Während das Drehmoment beim regulären Earth AWD serienmäßig bei 600 Newtonmetern liegt, spendiert Kia der Black Edition ab Werk volle 700 Newtonmeter.   

Diese Kennzahl lässt das rund 2,6 Tonnen schwere Elektro-SUV in nur 5,3 Sekunden von null auf 100 km/h sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit wird elektronisch bei 200 Stundenkilometern abgeregelt, was für ein Fahrzeug dieser Größenordnung ein absolut praxisgerechter Wert ist. Die Beschleunigung erfolgt elektro-typisch ansatzlos und mit einer beeindruckenden Mühelosigkeit, die Insassen immer wieder erstaunen lässt.   

Aber Fahrdynamik definiert sich nicht nur über Längsbeschleunigung. In schnellen Kurvenkombinationen macht sich die schwere Masse des Fahrzeugs naturgemäß bemerkbar. Das Fahrwerk vertraut auf eine Kombination aus McPherson-Federbeinen vorn und einer Mehrlenkerachse hinten, kombiniert mit frequenzselektiven Dämpfern. Ein klitzekleiner Zweifel bleibt allerdings hinsichtlich des Verzichts auf eine adaptive Luftfederung bestehen, da das konventionelle Stahlfahrwerk bei voll beladenem Fahrzeug und schlechter Fahrbahnoberfläche naturgemäß an seine physikalischen Grenzen stößt. Immerhin sorgt eine automatische Niveauregulierung an der Hinterachse dafür, dass das Fahrzeug auch bei voller Zuladung oder im Anhängerbetrieb stets in der Waagerechten bleibt.   

Die Abstimmung gelingt den Ingenieuren dennoch überraschend ausgewogen. Der Kia EV9 bügelt lange Wellen und kurze Stöße souverän glatt und vermittelt ein hochgewachsenes, solides Fahrgefühl. Die Allradsteuerung verteilt die Kraft intelligent zwischen den Achsen, wobei die Hinterachse spürbar betont wird, um ein dynamischeres Eindrehen in Kurven zu unterstützen. Mit einer maximalen Anhängelast von 2.500 Kilogramm bei den Allradmodellen bleibt der EV9 zudem eines der stärksten elektrischen Zugfahrzeuge auf dem europäischen Markt.   

Batterietechnik und Ladeleistung: Die Trümpfe der 800-Volt-Architektur

Das Herzstück des Kia EV9 bildet die bekannte E-GMP-Architektur, die mit einer echten 800-Volt-Betriebsspannung arbeitet. Im Sondermodell Black Edition kommt ausschließlich der große Lithium-Ionen-Akkumulator mit einer Netto-Kapazität von 99,8 Kilowattstunden zum Einsatz.   

Nach dem offiziellen WLTP-Prüfverfahren ermöglicht diese Batterie eine kombinierte Reichweite von bis zu 521 Kilometern bei der Bereifung mit 20-Zoll-Rädern. Im reinen Stadtverkehr stellt Kia theoretische Reichweiten von bis zu 710 Kilometern in Aussicht. Der kombinierte Stromverbrauch wird herstellerseitig mit 21,3 bis 22,8 kWh pro 100 Kilometer angegeben.   

In der alltäglichen Fahrpraxis relativieren sich diese Laborwerte naturgemäß. Bei kühlen Wintertemperaturen und Richtgeschwindigkeit auf der Autobahn steigt der Praxisverbrauch der wuchtigen Allradvariante schnell auf 27 bis 29 kWh an, was die reale Autobahnreichweite auf etwa 320 bis 350 Kilometer schrumpfen lässt. Wer den Gasfuß zügelt und mit 100 bis 110 km/h über die rechte Spur gleitet, kann im Sommer jedoch problemlos 400 bis 420 Kilometer am Stück zurücklegen.   

Deshalb kommt der Ladeleistumg eine umso entscheidendere Rolle zu. Dank der 800 Volt-Technik peakt der EV9 an entsprechenden Hyperchargern bei maximal 210 Kilowatt Ladeleistung. Unter optimalen Bedingungen steigt der Ladezustand des 99,8 kWh-Akkus in nur 24 Minuten von zehn auf 80 Prozent. In der Praxis bedeutet dies, dass innerhalb von 15 Minuten Strom für knapp 250 Kilometer nachgeladen werden kann.   

Ein weiterer technischer Pluspunkt ist die serienmäßige Vorbereitung für bidirektionales Laden. Über die Vehicle-to-Load-Funktion lassen sich externe 230-Volt-Geräte mit einer Leistung von bis zu 3,6 Kilowatt direkt an der Ladebuchse oder einer Steckdose im Innenraum betreiben. Zudem ist die Hardware für künftige Vehicle-to-Home- und Vehicle-to-Grid-Anwendungen bereits ab Werk an Bord. Der integrierte EV-Routenplaner des ccNC-Infotainmentsystems übernimmt bei aktiver Routenführung die automatische Vorkonditionierung der Batterie, sodass an der Ladesäule stets die maximale Ladeleistung anliegt.   

Modellvarianten und Preisstruktur: Einordnung des Sondermodells

Kia gestaltet das Modellprogramm für das Modelljahr 2027 gewohnt übersichtlich, unterscheidet aber fein säuberlich zwischen Batteriegrößen, Antriebskonzepten und Ausstattungslinien. Die Preise der regulären Modelle bleiben im Vergleich zum Vorjahr erfreulicherweise stabil.   

Den Einstieg bildet die Ausführung Air mit der kleineren 76,1-kWh-Batterie, Heckantrieb und 160 kW (218 PS) Leistung zum Basispreis von 63.690 Euro. Wer die gleiche Ausstattungslinie mit dem großen 99,8-kWh-Akku und 150 kW (204 PS) wählt, zahlt 66.690 Euro und erhält die reichweitenstärkste Variante der gesamten Modellreihe mit bis zu 563 WLTP-Kilometern. Der Air mit Allradantrieb und 283 kW steht ab 70.690 Euro beim Händler.   

Die nächsthöhere Ausstattungsstufe Earth startet als Hecktriebler mit großem Akku bei 74.190 Euro. Die Allradversion des EV9 Earth kostet 78.190 Euro. An genau dieser Stelle setzt das neue Sondermodell Black Edition an. Mit einem Verkaufspreis von 79.990 Euro verlangt Kia für die Black Edition einen überschaubaren Aufpreis von exakt 1.800 Euro gegenüber dem EV9 Earth AWD.   

In Anbetracht der umfangreichen Zusatzausstattung, darunter die 20-Zoll-Räder, die Massagefunktion, die Premium-Relaxation-Sitze, das Drehmoment-Upgrade auf 700 Newtonmeter und das komplette Designpaket, erscheint dieser Mehrpreis von 1.800 Euro betriebswirtschaftlich außerordentlich fair kalkuliert. Wer noch mehr Exklusivität wünscht, greift zur sportlichen GT-Line für 84.080 Euro oder wählt das 374 kW (508 PS) starke Topmodell EV9 GT, das mit 90.490 Euro zu Buche schlägt.   

Das vollständige Modellprogramm für den deutschen Markt umfasst im Modelljahr 2027 acht klar abgestufte Varianten. Den Einstieg bildet der EV9 Air mit 76,1-kWh-Akku und Heckantrieb für 63.690 Euro. Darüber rangiert der EV9 Air mit 99,8-kWh-Batterie und Heckantrieb für 66.690 Euro. Für Allrad-Einsteiger bietet Kia den EV9 Air mit 99,8-kWh-Batterie und Allradantrieb für 70.690 Euro an. Die gehobene Linie vertritt der EV9 Earth mit 99,8-kWh-Batterie und Heckantrieb für 74.190 Euro. Als direkte Basis für das Sondermodell dient der EV9 Earth mit 99,8-kWh-Batterie und Allradantrieb für 78.190 Euro. Das exklusive Sondermodell EV9 Black Edition mit 99,8-kWh-Batterie, Allradantrieb und 700 Newtonmeter Drehmoment wird für 79.990 Euro angeboten. Die sportlich akzentuierte EV9 GT-Line mit 99,8-kWh-Batterie und Allradantrieb steht mit 84.080 Euro in der Preisliste. Die absolute Spitze markiert der Performance-orientierte EV9 GT mit 99,8-kWh-Batterie und Allradantrieb für 90.490 Euro.   

Sämtliche Modelle beinhalten herstellerseitig die bekannte Sieben-Jahre-Fahrzeuggarantie bis maximal 150.000 Kilometer sowie eine achtjährige Garantie auf die Hochvoltbatterie.   

Marktkontext und Unternehmenshintergrund: Kia greift in der Oberklasse an

Ein Blick auf das Wettbewerbsumfeld verdeutlicht die strategische Marschrichtung der Koreaner. Reine Elektro-SUVs mit drei Sitzreihen und Fünf-Meter-Abmessungen sind auf dem europäischen Markt nach wie vor Mangelware.   

Europäische Premium-Anbieter lassen sich vergleichbare Raumkonzepte fürstlich bezahlen. Ein Mercedes EQS SUV schlägt in der Basis mit weit über 110.000 Euro zu Buche, während der schwedische Herausforderer Volvo EX90 erst ab etwa 86.000 Euro kalkuliert wird. Auch ein Tesla Model X verlangt nach sechsstelligem Budget. Auf der anderen Seite rangieren geräumige Hochdachkombis oder Vans wie der Volkswagen ID. Buzz mit langem Radstand, der zwar günstiger zu haben ist, in Sachen Ladeleistung, Reichweite und Anhängelast jedoch nicht ganz an das Oberklasse-Niveau des Kia heranreicht.   

In diesem Spannungsfeld platziert sich der Kia EV9 Black Edition äußerst geschickt. Er bedient das Segment der luxuriösen Großraum-SUVs mit einer Vollausstattung, die bei deutschen Premiummarken Aufpreislisten um etliche Tausend Euro anschwellen ließe. Zugleich unterstreicht der Konzernbruder Hyundai Ioniq 9, der preislich leicht oberhalb des EV9 positioniert ist, die Synergien der E-GMP-Architektur.   

Hinter diesem Produktvorstoß steht eine gefestigte Unternehmensstruktur. Die Marke Kia ist seit 1944 in der Mobilitätsbranche aktiv und beschäftigt heute weltweit rund 52.000 Mitarbeiter in über 190 Märkten. Auf dem deutschen Markt vertritt die Kia Deutschland GmbH mit Sitz in Eschborn bei Frankfurt am Main die Interessen des Konzerns. Im Jahr 2025 erzielte die Marke in Deutschland einen Gesamtmarktanteil von 2,1 Prozent sowie einen Anteil von 2,8 Prozent im Segment der reinen Elektrofahrzeuge. Die europäische Vertriebsorganisation Kia Europe steuert von Frankfurt aus 39 Märkte. Ein Großteil der für Europa bestimmten Fahrzeuge entsteht im slowakischen Werk Zilina, das seit 2025 auch für die Fertigung vollelektrischer Kia-Modelle ausgerüstet ist.   

Fazit: Punktgenaue Aufwertung ohne Showeffekte

Der Kia EV9 bleibt im Modelljahr 2027 ein beeindruckendes Statement im Bereich der Elektromobilität. Mit der Einführung der Black Edition beweist der koreanische Hersteller ein feines Gespür für Kundenwünsche. Der Aufpreis von 1.800 Euro gegenüber der Ausführung Earth AWD ist angesichts der gebotenen Mehrwerte extrem attraktiv gestaltet und dürfte das Sondermodell schnell zum heimlichen Bestseller im gehobenen Modellprogramm machen.   

Aber Wunder verbringt auch das Sondermodell nicht. Der physikalische Fußabdruck, das hohe Leergewicht von rund 2,6 Tonnen und der verhältnismäßig hohe Autobahnverbrauch bei schneller Fahrt bleiben die bauartbedingten Begleiter dieses Riesen. Wer jedoch ein extrem geräumiges, schnell ladendes und luxuriös ausgestattetes Elektro-SUV für die große Familie oder lange Langstreckenfahrten sucht, erhält mit dem EV9 Black Edition ein Gesamtpaket, das im aktuellen Marktkontext seinesgleichen sucht. Die Auslieferungen der ersten Fahrzeuge beginnen ab Ende Oktober 2026.