C-SUV für den globalen Markt: Bestellbeginn und Bekanntgabe des Listenpreises für den Leapmotor B10 - Bildnachweis: Leapmotor / Stellantis
Frischer Wind für das Elektro-SUV-Segment unter 30.000 Euro
Schon lange ist Bewegung im Markt der elektrischen Kompakt-SUVs, doch mit dem Leapmotor B10 trifft nun ein Modell auf die Straßen, das mit frischen Impulsen, moderner Technik und einem selbstbewussten Preispunkt für Aufsehen sorgt. Ab dem 1. September 2025 können Kunden in Deutschland das jüngste Mitglied der Leapmotor-Familie bestellen. Die Ansprüche sind hoch: Ein vollelektrischer C-SUV, der die Bezeichnung „preiswert“ mit umfassender Ausstattung und eigenständigem Charakter verbinden will.
Markteinordnung und Preispolitik
Mit einem Listenpreis ab 29.900 Euro inklusive Mehrwertsteuer platziert Leapmotor den B10 deutlich unterhalb vergleichbarer Wettbewerber wie dem Kia EV3, Opel Grandland Electric oder VW ID.4. Auf den ersten Blick ein bemerkenswert günstiges Angebot – gerade wenn man Funktion und Komfort ins Verhältnis zum Preis setzt. Der Einstieg erfolgt mit der bereits üppig ausgestatteten Variante „Life“, während die höher positionierte „Design“-Linie zusätzliche Komfort- und Designfeatures bereithält. Mit diesem Preismodell macht Leapmotor die Elektromobilität ein weiteres Stück zugänglicher und zwingt die etablierten Anbieter zum Nachziehen.
Design und Raumgefühl: Klare Linien, viel Platz
Optisch setzt der 4,52 Meter lange Leapmotor B10 auf eine Kombination aus feinen Kurven, athletischer Schulterlinie und einer im Segment auffälligen Front. Das Äußere vermittelt Dynamik und Eleganz, bleibt dabei aber schnörkellos und funktional. Großzügige Platzverhältnisse verspricht auch das Interieur: Überdurchschnittlich viel Raum für Passagiere, ein flaches Bodenkonzept und zahlreiche Ablagemöglichkeiten sind detailliert umgesetzt. Vor allem im Fond spielt der B10 seine Stärken aus – laut Hersteller stehen hier 1.400 Millimeter Breite sowie eine der höchsten Kopffreiheiten im Segment zur Verfügung. Bis zu 1.415 Liter Kofferraumvolumen bei umgeklappter Rückbank sorgen für Alltagstauglichkeit, der Ladeboden bleibt eben.
Im Zentrum des Cockpits steht ein aufgesetztes 14,6 Zoll großes Touchdisplay, das sämtliche fahrzeugrelevanten Einstellungen bündelt und eine klare, intuitive Bedienung ermöglichen soll. Die Bedienoberfläche läuft auf einem Snapdragon 8155-Chip und bietet Zugriff auf Funktionen wie Over-the-Air-Updates, Multi-User-Modus, diverse Fahrerprofile und in Kürze auch Apple CarPlay sowie Android Auto.
Antrieb, Ladeleistung und Technik: Alles auf dem Stand der Zeit
Leapmotor bietet den B10 zunächst mit Heckantrieb und zwei Batterievarianten an. Der Elektromotor liefert 160 Kilowatt (218 PS) und 240 Newtonmeter Drehmoment – genug, um den Wagen in rund 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h und weiter bis maximal 170 km/h zu beschleunigen. Mit der optionalen 67,1-kWh-Batterie sind in der Realität bis zu 434 Kilometer Reichweite nach WLTP möglich. Die kleinere 56,2-kWh-Version bringt etwa 361 Kilometer. Diese Werte bewegen sich im erwarteten Mittelfeld für Fahrzeuge dieser Größe, neue Maßstäbe setzt Leapmotor hier nicht – wohl aber beim Preis-Leistungs-Verhältnis.
Erfreulich: Die Ladezeiten sind praxisnah. Beide Akku-Varianten unterstützen 11 Kilowatt AC-Laden, während beim DC-Schnellladen mit bis zu 168 Kilowatt in unter 20 Minuten rund 30 bis 80 Prozent Akkustand erreicht werden. Damit ist der B10 für den Alltag und auch für längere Fahrten gewappnet. Allradantrieb steht zumindest zum Marktstart nicht zur Verfügung – der Fokus bleibt vorerst auf Effizienz und Kostenersparnis.
Ausstattung, Sicherheit und Software: Modernes Paket, aber keine Revolution
Kunden erhalten ab Werk ein beträchtliches Ausstattungsniveau. Serienmäßig verbaut Leapmotor ab der Basis unter anderem ein Panorama-Glasdach, eine effiziente Klimatisierung, zahlreiche Assistenzsysteme (darunter Spurhalte-, Notbrems- und Verkehrszeichenerkennung), 18-Zoll-Leichtmetallräder und einen adaptiven Tempomaten. In Summe stehen 17 fortschrittliche Fahrerassistenzfunktionen zur Verfügung. Die Sicherheitsarchitektur, bestehend unter anderem aus einem hochfesten Sicherheitskäfig und einem Rundum-Kamerasystem, weist auf hohe Ambitionen in Richtung Fünf-Sterne-Ergebnisse beim E-NCAP hin, finale Crashtestergebnisse liegen jedoch zum Bestellstart noch nicht vor.
Die Software „Leap OS 4.0 Plus“ orientiert sich stark an modernen Smartphone-Benutzeroberflächen, lässt sich individualisieren und unterstützt Multi-Window-Ansichten sowie OTA (Over-the-Air-Updates). Eine volständige Integration westlicher Standards wie Apple CarPlay und Android Auto soll im Nachgang via Update ausgerollt werden. Die Steuerung erfolgt größtenteils digital, klassische Tasten sind rar.
Einordnung und Ausblick für Deutschland
Mit dem ersten weltweiten Serienmodell will Leapmotor vor allem junge Familien, urbane Nutzer und preisbewußte Technologiefans erreichen. Der B10 setzt konsequent auf Funktionalität und erschwingliche Innovation, verzichtet dabei aber auf große Experimente. Die Abstimmung des Fahrwerks befindet sich laut Berichten noch in der finalen Europa-Anpassung – erste Tests mit Vorserienmodellen deuten auf akzeptablen Komfort und ausreichend präzise Lenkung hin. Zukünftig plant Leapmotor darüber hinaus, die Produktion teilweise ins europäische Ausland zu verlagern, was einen weiteren Wettbewerbsvorteil sichern könnte.
Noch ist der Sprung über den Atlantik in der Nische kein Selbstläufer. Die größten Herausforderungen im deutschen Markt werden weiterhin die Akzeptanz des unbekannten Markennamens, die langfristige Service-Infrastruktur und das tatsächliche Preis-Leistungs-Verhältnis im Alltag sein. Konkurrenzmodelle wie der BYD Atto 3, Hyundai Kona oder MG ZS EV sind bereits etabliert und verfolgen ähnliche Ansätze.
Angreifer
Mit einem klar auf Preis-Leistung und Technologie abgestimmten C-SUV will der Leapmotor B10 ein Segment bedienen, das zwischen Innovationsverlangen und realistisch erreichbaren Preisen schwankt. Wer auf der Suche nach einem preisgünstigen und dabei vollwertigen Elektro-SUV samt moderner Ausstattung ist, findet im Leapmotor B10 ab September 2025 eine ernstzunehmende Alternative. Während die Konkurrenz gewohnte Namen und ausgereifte Technik liefert, überzeugt der Newcomer mit attraktiven Konditionen und modernen Lösungen. Ob dies für einen nachhaltigen Erfolg ausreicht, werden die kommenden Monate zeigen – Aufmerksamkeit hat Leapmotor mit dem B10 aber auf jeden Fall geweckt.

Ähnliche Berichte
BYD startet Taxi-Offensive in Deutschland: Mit Plug-in-Hybrid und Hochvolt-Technik
Die Neuerfindung einer Ikone: Der Range Rover GT setzt auf flache Prototypen-Silhouetten und reine E-Technik
Auch als Vollhybrid: GWM Ora 5 SUV HEV startet ab 28.990 Euro