MOTORMOBILES

Das Automagazin im Internet

Markante Kante im C-Segment: Der neue Peugeot 408 geht in den Verkauf

Ab sofort bestellbar: Der neue Peugeot 408 - Bildnachweis: Peugeot / Stellantis

Elektrische Offensive im C-Segment

Es gibt Fahrzeuge, die sich weigern, in eine einzige Schublade zu passen, und der neue Peugeot 408 ist zweifellos der aktuelle Anführer dieser unangepassten Bewegung. Mit dem heutigen Tag öffnet Peugeot die Bestellsysteme für den deutschen Markt und schickt damit ein Modell ins Rennen, das die Grenzen zwischen klassischer Limousine, dynamischem Coupé und robustem SUV bewusst verwischt. In einem Marktumfeld, das oft zwischen Vernunft und Emotion schwankt, setzen die Franzosen auf eine radikale Optik, gepaart mit einer konsequenten Elektrifizierungsstrategie, die nun auch den lang erwarteten vollelektrischen Ableger umfasst.

Aber hinter der Fassade aus scharfen Linien und der neuen Exklusivfarbe Flare Green, die je nach Lichteinfall zwischen leuchtendem Gelb und tiefem Grün changiert, steckt eine nüchterne Kalkulation der Stellantis-Tochter. Der Einstieg in die Welt des vollelektrischen E-408 beginnt in der Ausstattungslinie Allure zu einem Listenpreis von 46.300 Euro (brutto). Das ist eine Ansage, die den Wagen im gehobenen Mittelfeld positioniert und die Erwartungshaltung an die Technik entsprechend hochschraubt. Deshalb lohnt sich ein detaillierter Blick in die Preislisten und technischen Spezifikationen, um zu verstehen, wo Peugeot im Jahr 2026 seine Schwerpunkte setzt.

Die Antriebspalette zeigt sich dabei so vielseitig wie selten zuvor, da Peugeot drei grundlegend verschiedene Konzepte anbietet. Das Herzstück der Elektro-Flotte ist der E-408 mit einer Leistung von 157 kW, was 213 PS entspricht, und einem Drehmoment von 343 Nm. Trotz der aerodynamisch anspruchsvollen Karosserieform gibt der Hersteller einen kombinierten Stromverbrauch von 14,7 bis 15 kWh auf 100 Kilometer an. Beim Laden setzt man auf ein System, das bis zu 120 kW Gleichstrom verarbeitet, womit der Akku in rund 30 Minuten von 20 auf 80 Prozent gefüllt sein soll. Im privaten Bereich bleibt es bei den in Deutschland üblichen 11 kW an der Wallbox, während städtische Ladepunkte bis zu 22 kW unterstützen können.

Technologische Evolution und hybride Alternativen 

Deshalb bleibt für viele Langstreckenfahrer der neue Plug-In Hybrid 240 e-DSC7 eine interessante Option, der mit einer Systemleistung von 177 kW beziehungsweise 240 PS vorfährt. Dieser Antrieb wurde exklusiv für den 408 weiterentwickelt und kombiniert einen 132 kW starken Verbrenner mit einem 92 kW Elektromotor und einem neuen 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Wer es weniger komplex mag, greift zum 1.2 l Hybrid 145 e-DSC6, einem Mild-Hybrid mit 107 kW, der ohne externes Laden auskommt und besonders für den urbanen Raum konzipiert wurde. Hier liegt der Fokus klar auf der Senkung des Realverbrauchs durch Rekuperation, wobei Peugeot Werte um 5,0 Liter auf 100 Kilometer avisiert.

Die Ausstattungsstruktur gliedert sich in vier Stufen, die jeweils spezifische Zielgruppen ansprechen sollen. Die Basis Allure bringt bereits das i-Cockpit mit 10-Zoll-Touchscreen und konfigurierbaren i-Toggles mit, während die Variante Allure Business zusätzlich mit einer 360-Grad-Umgebungsansicht und einem Ausparkassistenten für den gewerblichen Einsatz optimiert wurde. In der GT-Linie halten Matrix-LED-Scheinwerfer und ein Focal Premium-Soundsystem Einzug. Das Topmodell GT Exclusive bietet darüber hinaus das Clean Cabin Luftqualitätssystem. Aber trotz der Technik-Offensive bleibt eine gewisse Skepsis angebracht, ob die Integration von künstlicher Intelligenz wie ChatGPT in das Navigationssystem im Alltag tatsächlich den versprochenen Mehrwert liefert oder eher als modisches Gimmick fungiert.

Ein wesentliches Verkaufsargument für den Bestellstart ist das Garantiepaket Peugeot Care. Da Elektroautos oft noch mit Vorbehalten hinsichtlich der Langzeitqualität kämpfen, gewährt Peugeot einen Schutz für den Antriebsstrang und die Batterie für bis zu 8 Jahre oder 160.000 Kilometer. Dies gilt unter der Bedingung regelmäßiger Wartungen bei autorisierten Partnern. Zusätzlich verfügt der E-408 nun über Vehicle-To-Load-Funktionen, was das Fahrzeug in eine mobile Stromquelle verwandelt. Damit lassen sich externe Verbraucher über einen Adapter direkt aus der Hochvoltbatterie speisen.

Einordnung der neuen Design-Identität

Optisch markiert der 408 den neuesten Stand der Peugeot-Designsprache. Erstmals trägt ein Modell der Marke einen beleuchteten Schriftzug an Front und Heck, was zusammen mit der bekannten Drei-Krallen-Lichtsignatur für eine hohe Nacht-Präsenz sorgt. Der Kühlergrill wurde in einer 3D-Optik gestaltet, die nahtlos in die Karosserie übergeht. Es bleibt jedoch abzuwarten, wie sich diese zerklüftete Front im Hinblick auf die Reinigung und Steinschlaganfälligkeit im harten Autobahnalltag schlägt. Dennoch ist der optische Auftritt ein klares Statement gegen die zunehmende Gleichförmigkeit im C-Segment.

Insgesamt zeigt sich der Peugeot 408 zum Bestellstart als ein hochgradig digitalisiertes und optisch mutiges Fahrzeug. Die Preisgestaltung spiegelt den Anspruch wider, sich als Premium-Alternative im Volumensegment zu etablieren. Ob die Kombination aus komplexer Hybridtechnik, soliden Elektro-Fakten und einer fast schon barocken Formsprache die Käufer in Deutschland überzeugen kann, wird sich in den kommenden Monaten zeigen, wenn die ersten Fahrzeuge auf die Straße rollen.