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Mehr Kilometer im E-Modus: Citroen startet den neuen C5 Aircross Plug-in-Hybrid 195

Ab sofort ist der Citroen C5 Aircross Plug-In-Hybrid 195 bestellbar - Bildnachweis: Citroen / Stellantis

Eine ideale Wahl für Berufspendlerinnen und -pendler?

Keiner hätte unbedingt erwartet, dass ausgerechnet der Citroen C5 Aircross einmal zum Technologieträger für den Übergang in die Elektromobilität werden könnte. Doch mit dem neuen Plug-in-Hybrid 195 stellen die Franzosen eine ausgereifte Weiterentwicklung vor, die einen wichtigen Schritt in Richtung Alltagstauglichkeit markiert – gerade für deutsche Kunden, die zwischen Stadtverkehr, Pendelstrecken und gelegentlichen Urlaubsfahrten jonglieren müssen.

Mehr Reichweite, mehr Elektro, mehr Gewicht

Die größte Neuerung liegt in der Batterie. Statt bisher 13,2 kWh sind nun 17,8 kWh an Bord. Dadurch wächst die elektrische Reichweite auf bis zu 86 Kilometer nach WLTP. Doch erfahrungsgemäß sollten Fahrer im realen Stadtverkehr eher von 55 bis 65 Kilometern ausgehen – immer noch ein Wert, der viele Pendelwege komplett elektrisch abdecken dürfte. Der Elektromotor leistet jetzt 92 kW, was gemeinsam mit dem Benziner eine Systemleistung von 195 PS ergibt. Auffällig ist dabei die Balance: Der Wagen fährt im Normalbetrieb eher zurückhaltend, hat aber genug Reserven, um Überholmanöver sicher zu absolvieren. Mit nahezu zwei Tonnen Gewicht ist der C5 Aircross allerdings kein Leichtgewicht, was in Kurven und beim Bremsen spürbar wird.

Verbrauchsangaben und Realität

Citroen nennt für den Hybridbetrieb mit voller Batterie Werte zwischen 14,3 und 14,5 kWh Strom sowie 2,5 bis 2,6 Liter Benzin pro 100 Kilometer. Wer die Batterie nicht konsequent lädt, muss aber mit über sechs Litern Kraftstoff rechnen. Genau hierin liegt die typische Schwachstelle von Plug-in-Hybriden: Sie können sehr effizient sein, sind aber auf regelmäßiges Laden angewiesen. Für Flottenbetreiber und private Vielfahrer bleibt damit die Frage, ob der praktische Nutzen die Zusatzkosten für Akkku und Technik rechtfertigt.

Ausstattung und Preise in Deutschland

Mit Blick auf die Preisgestaltung bleibt Citroen konkurrenzfähig. Der C5 Aircross Plug-in-Hybrid startet in der Ausstattung Plus ab 38.990 Euro, die besser ausgestattete Variante Max kostet 42.990 Euro. Beide Linien sind in Deutschland sofort bestellbar, wobei die Auslieferungen in den kommenden Monaten anlaufen sollen. Serienmäßig umfasst dies 19-Zoll-Leichtmetallräder, während sportliche 20-Zoll-Versionen gegen Aufpreis verfügbar sind. Innenraum und Sitze sollen den bekannten Citroen-Komfort liefern, der bewusst auf sanfte Federung setzt und eher für entspanntes Reisen als für dynamisches Kurvenfahren gedacht ist.

Konkurrenz im Blickfeld

Die Frage ist, ob das reicht, um sich gegen starke Wettbewerber wie den Ford Kuga PHEV, den Hyundai Tucson Plug-in-Hybrid oder den Konzernbruder Peugeot 3008 Plug-in-Hybrid zu behaupten. Der Franzose bietet zwar die größere elektrische Reichweite und positioniert sich preislich leicht günstiger als manche Alternativen mit ähnlicher Leistung. Doch Hyundai etwa lockt mit einem etwas niedrigeren Einstiegspreis, während Ford mit aggressiven Leasingraten im Flottenmarkt punktet. Citroen dagegen setzt auf Komfort und Alltagstauglichkeit. Damit spricht das Modell vor allem Kunden an, die weder auf reine Elektromobilität noch auf klassische Verbrenner setzen wollen, sondern einen sicheren Mittelweg suchen.

Chancen und Zweifel

Dass Citroen den C5 Aircross Plug-in-Hybrid weiterentwickelt hat, wirkt aus Sicht des Portfolios sinnvoll.  Damit reagieren die Franzosen auch auf verschärfte europäische CO₂-Vorgaben und auf die Tatsache, dass viele Kunden in Deutschland noch nicht bereit sind, vollständig auf ein Elektroauto umzusteigen. Trotzdem bleibt ein Restzweifel: Funktioniert das Erfolgsrezept nur in der Theorie, oder nutzen Fahrer die Technik tatsächlich so, dass ökologische Vorteile entstehen? Plug-in-Hybride haben sich in der Vergangenheit oft Kritik gefallen lassen müssen, weil sie in der Praxis deutlich mehr verbrauchen als auf dem Papier.

Der neue Citroen C5 Aircross Plug-in-Hybrid 195 ist mehr als nur ein Update

Mit größerer Batteriekapazität, deutlicher Reichweitensteigerung und konkurrenzfähigem Preis positioniert er sich in einer Nische, die vor allem pragmatisch denkende Famlien und Berufspendler anspricht. Doch der Erfolg hängt davon ab, wie konsequent die Fahrer den Wagen tatsächlich laden – ohne Strom an der Steckdose verwandelt sich auch dieser Citroen wieder in ein schweres SUV mit konventionellem Benzinverbrauch. Genau darin liegt die Gretchenfrage: Brückentechnologie oder Sackgasse?