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Mehr Reichweite für weniger Geld: Renault senkt Preise des R5 E-Tech

Renault R5 MJ 2026 - Bildnachweis: Renault

Renault 5 E-Tech: Preissturz unter 30.000 Euro

Der elektrische Renault 5 E-Tech wird zum neuen Modelljahr deutlich günstiger. Renault senkt die Preise in Deutschland über die gesamte Modellpalette hinweg um 1.710 Euro und erweitert gleichzeitig die Serienausstattung. Damit startet der kompakte Fünftürer künftig bei 26.290 Euro. Die Version mit 52-kWh-Batterie und bis zu 417 Kilometern WLTP-Reichweite kostet ab 29.290 Euro. Für Renault ist das ein bemerkenswerter Schritt. Während viele Elektroautos in den vergangenen Jahren teurer wurden oder nur noch mit kostenpflichtigen Ausstattungspaketen attraktiv erschienen, setzt der französische Hersteller beim R5 an der entscheidenden Stelle an: beim Einstiegspreis. Ob daraus tatsächlich ein dauerhaft günstigeres Elektroauto entsteht, hängt allerdings von Lieferbarkeit, Sonderausstattung und den realen Leasingkonditionen ab.

Neue Preise für alle Varianten

Die Basis bildet der Renault 5 E-Tech Evolution 120 Urban Range. Er nutzt eine 40 kWh-Batterie und einen Elektromotor mit 90 kW, entsprechend 122 PS. Die Reichweite beträgt bis zu 312 Kilometer nach WLTP. Der neue Preis liegt bei 26.290 Euro zzgl. Überführungskosten. Der Techno 120 Urban Range kostet 28.290 Euro. Technisch bleibt es bei 40 kWh und 90 kW, die Ausstattung fällt jedoch umfangreicher aus. Wer die größere Batterie möchte, greift zum Evolution 150 Comfort Range. Der 52 kWh-Akku und der 110 kW beziehungsweise 150 PS starke Elektromotor ermöglichen bis zu 417 Kilometer nach WLTP. Mit 29.290 Euro bleibt diese Version erstmals unterhalb der psychologisch wichtigen Grenze von 30.000 Euro.

Der Techno 150 Comfort Range kostet 31.290 Euro. Darüber rangieren der Iconic Five mit 32.790 Euro und die Roland-Garros-Version mit 34.290 Euro. Alle Varianten mit großem Akku verwenden denselben Antrieb und erreichen nach Renaults Angaben dieselbe Reichweite. Der Mehrpreis der höheren Linien entfällt daher vor allem auf Komfort, Assistenzsysteme und Design.

Die Preise gelten zuzüglich Überführungskosten. Außerdem können Metallic-Lackierungen, größere Räder, Dekore oder weitere Optionen den Endpreis erhöhen. Der Einstiegspreis ist deshalb nicht mit dem tatsächlich bestellten Fahrzeugpreis gleichzusetzen.

Zwei Batterien, zwei Einsatzbereiche

Die 40-kWh-Version ist vor allem für Stadtverkehr und tägliche Pendelstrecken gedacht. Mit 90 kW Leistung und 122 PS ist sie ausreichend motorisiert, um im Alltag zügig unterwegs zu sein. Renault nennt eine Höchstgeschwindigkeit von 150 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in rund 9,0 Sekunden. Die 52 kWh-Version leistet 110 kW beziehungsweise 150 PS und beschleunigt in etwa 8,0 Sekunden auf 100 km/h. Auch hier liegt die Höchstgeschwindigkeit bei 150 km/h. Der größere Akku erhöht die Reichweite und schafft mehr Reserven bei längeren Fahrten, macht das Fahrzeug aber auch schwerer und teurer. Die angegebenen 312 beziehungsweise 417 Kilometer sind WLTP-Werte. Im Stadtverkehr können sie bei günstigen Bedingungen erreichbar sein. Auf der Autobahn, im Winter oder bei voller Beladung fällt die Reichweite deutlich niedriger aus. Besonders bei einem Kleinwagen ist deshalb entscheidend, ob das Fahrzeug regelmäßig lange Strecken zurücklegen muss oder hauptsächlich im urbanen Umfeld eingesetzt wird. Der Renault 5 arbeitet mit einem Elektromotor an der Vorderachse und nutzt Rekuperation, um beim Verzögern Energie zurückzugewinnen. Eine Mehrlenker-Hinterachse soll Komfort und Radführung verbessern. Daraus sollte allerdings nicht automatisch auf ein außergewöhnlich sportliches Fahrverhalten geschlossen werden. Entscheidend sind ebenso die Abstimmung von Federung und Dämpfung, das Fahrzeuggewicht und die Bereifung.

Laden mit Wechsel- und Gleichstrom

An einer Wallbox kann der Renault 5 mit bis zu 11 kW Wechselstrom laden. Das reicht für die meisten privaten Nutzer aus, wenn das Fahrzeug über Nacht geladen wird. Für längere Fahrten steht je nach Variante Gleichstromladen zur Verfügung. Für die Comfort Range wird eine Ladezeit von etwa 30 Minuten von 15 auf 80 Prozent genannt. Die maximale Ladeleistung liegt je nach Ausstattung und Datenstand im Bereich von bis zu 100 kW. Dieser Wert wird jedoch nicht dauerhaft erreicht. Ladezustand, Batterietemperatur und die Leistung der Ladestation beeinflussen die tatsächliche Ladezeit erheblich. Bei kaltem Akku kann die Ladeleistung zunächst deutlich niedriger ausfallen. Eine Batterievorkonditionierung vor dem Schnellladen kann helfen, benötigt aber eine korrekt geplante Ladestation im Navigationssystem. Eine vollständige Ladekurve wäre für die Beurteilung der Langstreckentauglichkeit aussagekräftiger als die alleinige Angabe der Spitzenleistung.

Mehr Ausstattung ab Techno

Ab der Ausstattungslinie Techno gehört künftig eine belüftete induktive Smartphone-Ladeschale mit Magnetring zur Serienausstattung. Sie soll verhindern, dass sich das Smartphone beim kabellosen Laden übermäßig erwärmt. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn gleichzeitig Navigation, hohe Displayhelligkeit und mobile Daten genutzt werden. Die Lösung beseitigt allerdings nicht alle Nachteile des induktiven Ladens. Die Ladeleistung kann geringer ausfallen als bei einem Kabel, und nicht jedes Smartphone sitzt gleichermaßen sicher in der Halterung. Trotzdem handelt es sich um eine praxisnahe Verbesserung, die im Alltag häufiger auffallen dürfte als manche reine Designänderung. Ebenfalls ab Techno wird der Multi-Sense-Fahrmodus um einen Smart-Modus ergänzt. Er soll automatisch zwischen Eco, Comfort und Sport wechseln und sich dabei am Fahrstil orientieren. Ob das angenehm oder eher störend wirkt, hängt von der Abstimmung ab. Viele Fahrer dürften weiterhin eine feste Einstellung bevorzugen, weil sich das Verhalten des Autos dann besser vorhersehen lässt.

Assistenzsysteme serienmäßig

In den Ausstattungslinien Iconic Five und Roland-Garros werden mehrere bislang optionale Sicherheitsfunktionen serienmäßig. Dazu gehören ein Totwinkelwarner, ein Querverkehrwarner für das Rückwärtsfahren und ein Ausstiegsassistent. Der Totwinkelwarner unterstützt beim Spurwechsel, ersetzt aber nicht den Schulterblick. Der Querverkehrwarner kann beim Rückwärtsausparken vor Fahrzeugen oder anderen Verkehrsteilnehmern warnen. Der Ausstiegsassistent soll verhindern, dass eine Tür geöffnet wird, obwohl sich beispielsweise ein Fahrrad von hinten nähert. Hinzu kommt der Active Driver Assist mit Nothalteassistent. Das System kombiniert eine adaptive Geschwindigkeitsregelung mit aktiver Spurzentrierung. Wenn der Fahrer über längere Zeit nicht reagiert und keine Hände am Lenkrad erkannt werden, kann das Fahrzeug kontrolliert bis zum Stillstand abbremsen.

Diese Funktion ist ein Sicherheitsnetz, kein autonomes Fahrsystem. Sensoren und Kameras können Fahrbahnmarkierungen, Baustellen oder ungewöhnliche Verkehrslagen falsch interpretieren. Außerdem bedeutet eine erkannte Hand am Lenkrad nicht automatisch, dass der Fahrer aufmerksam ist. Die Verantwortung bleibt deshalb vollständig beim Fahrer.

Kompakt, aber nicht universell

Mit einer Länge von rund 3,92 Metern bleibt der Renault 5 ein Kleinwagen. Das erleichtert das Parken und macht ihn für die Stadt geeignet. Im Fond ist das Platzangebot jedoch naturgemäß begrenzt. Erwachsene können dort auf längeren Strecken mit eingeschränkter Knie- und Kopffreiheit rechnen. Der Kofferraum fasst etwa 326 Liter. Bei umgelegter Rückbank steigt das Volumen auf rund 1.106 Liter. Das genügt für Einkäufe und kleinere Reisen, macht den R5 aber nicht zum vollwertigen Familienauto. Die Anhängelast liegt bei ungefähr 500 kg, wodurch sich kleine Anhänger oder bestimmte Fahrradlösungen nutzen lassen. Für größere Lasten ist das Fahrzeug nicht ausgelegt. Das Leergewicht liegt bei der Basisversion bei etwa 1.447 kg. Für einen Kleinwagen ist das vergleichsweise viel, bei Elektroautos aber keine Überraschung. Die Batterie bringt Reichweite, erhöht jedoch Fahrzeuggewicht, Reifenbelastung und Energiebedarf.

Einordnung für Deutschland

Renault nennt rund 4.500 Neuzulassungen des R5 im ersten Halbjahr 2026 und bezeichnet ihn als erfolgreichsten Elektro-Kleinwagen Deutschlands. Solche Ranglisten hängen von der Definition des Segments und der verwendeten Statistik ab. Dennoch zeigt die Zahl, dass der R5 im deutschen Markt sichtbar angekommen ist. Die Preissenkung dürfte seine Position weiter verbessern. Besonders die 52-kWh-Version ist nun interessanter, weil sie mehr Reichweite und Leistung mit einem Preis unter 30.000 Euro verbindet. Wer überwiegend in der Stadt fährt und zu Hause laden kann, könnte dagegen mit der 40-kWh-Version günstiger auskommen.

Allerdings muss der Preis immer im Zusammenhang mit den Ladekosten betrachtet werden. Wer eine eigene Wallbox besitzt, kann das Auto vergleichsweise günstig betreiben. Wer ausschließlich öffentliche Schnelllader nutzt, zahlt unter Umständen deutlich mehr pro Kilowattstunde. Auch Versicherung, Wartung, Finanzierung und Wertverlust gehören in die Rechnung. Die Preissenkung kann außerdem den Restwert bereits zugelassener R5 beeinflussen. Wenn vergleichbare Neuwagen künftig günstiger angeboten werden, geraten gebrauchte Fahrzeuge tendenziell unter Druck. Für Käufer ist das positiv, für bisherige Besitzer weniger erfreulich.

Fazit

Der Renault 5 E-Tech wird zum neuen Modelljahr spürbar attraktiver. Der Einstiegspreis sinkt auf 26.290 Euro, die 52 kWh-Version mit 150 PS und bis zu 417 Kilometern WLTP-Reichweite kostet ab 29.290 Euro. Zusätzlich erhält die Techno-Ausstattung eine belüftete induktive Ladeschale und einen Smart-Modus. In den Topversionen gehören mehrere Assistenzsysteme künftig zum Serienumfang. Damit wird der R5 nicht zum perfekten Elektroauto. Die Reichweitenangaben bleiben stark von Wetter und Geschwindigkeit abhängig, die Ladeleistung liegt nicht an der Spitze des Marktes und der Innenraum entspricht weiterhin dem Format eines Kleinwagens. Wer ein universelles Familienauto sucht, wird mit dem begrenzten Platzangebot nicht glücklich.

Für Stadt- und Pendelstrecken ist das Konzept jedoch schlüssig. Der R5 verbindet kompakte Abmessungen, 5 Türen, eigenständiges Design und eine 52 kWh-Batterie zu einem nun deutlich niedrigeren Preis. Der Preissturz ist deshalb mehr als eine kosmetische Modellpflege. Er zeigt, dass Elektroautos in der Kleinwagenklasse wieder stärker über den Preis verkauft werden müssen.