MOTORMOBILES

Das Automagazin im Internet

Mehr Reichweite und mehr Komfort: Der überarbeitete Opel Astra Plug-in-Hybrid 

Neuer Plug-in-Hybrid für Astra Sports Tourer - Bildnachweis: Opel / Stellantis

 

Frisches Technikpaket mit alltagstauglicher Reichweitensteigerung

Schon zu seiner Markteinführung war der Opel Astra als Plug-in-Hybrid (PHEV) eine der markanten Alternativen in der Kompaktklasse. Nun haben die Rüsselsheimer dem Teilzeitstromer ein umfangreiches Technik-Update spendiert. Mehr elktrische Reichweite, optimierte Fahrleistungen und ein moderneres Getriebe sollen die Alltagstauglichkeit und das Fahrgefühl weiter verbessern – und das alles zum bekannten Einstiegspreis. Wie schlägt sich der überarbeitete Astra PHEV nun im aktuellen Wettbewerbsumfeld?

Opel geht beim neuen Astra Plug-in-Hybrid mit spürbaren Verbesserungen ins Rennen: Das System aus 1,6-Liter-Turbobenziner und leistungsstärkerem Elektromotor erzielt eine kombinierte Leistung von 144 kW (196 PS). Damit klettert die Systemleistung um 16 PS gegenüber dem Vorgänger. Dies verspricht spürbar mehr Dynamik im Alltag, etwa beim Ampelstart oder Überholen. Wer den maximalen Schub nutzt, soll laut Datenblatt den Sprint auf 100 km/h in unter acht Sekunden (Limousine 7,6, Sports Tourer 7,7 Sekunden) absolvieren können.

Neuer Plug-in-Hybrid für Opel Astra – Bildnachweis: Opel / Stellantis

Das eigentliche Herzstück des Updates ist jedoch die neue, größere Hochvoltbatterie mit 17,2 kWh Nettokapazität. Diese beherbergt einen entscheidenden Vorteil: Bis zu 83 Kilometer rein elektrische WLTP-Reichweite verspricht Opel nach normiertem Zyklus für die Limousine, bei der Kombivariante Astra Sports Tourer sind es bis zu 82 Kilometer. Im Alltag dürfte das für die meisten Pendlerstrecken und innerstädtischen Erledigungen oft ausreichen, bevor ein Nachtanken an der Ladesäule notwendig wird. Unter günstigen Bedingungen, vor allem im urbanen Stop-and-Go, können bei moderater Fahrweise sogar knapp 80 Kilometer real erreicht werden, wie erste Testfahrten zeigen. Im Winter mit voller Klima- oder Heizleistung sinkt der Wert allerdings, was bei PHEVs nach wie vor ein bekanntes Thema bleibt.

Bekanntes Antriebskonzept, optimierte Komponenten

An der Grundkonfiguration des Plug-in-Hybrid-Antriebs hält Opel fest: Ein 1,6-Liter-Turbo-Vierzylinder übernimmt vor allem auf längeren Strecken den Löwenanteil. Er steuert 150 PS bei und arbeitet stets im Verbund mit dem auf 125 PS erstarkten Elektromotor, der seine Kraft an die Vorderachse weitergibt. Das maximale Drehmoment liegt unverändert bei 360 Newtonmeter, eine solide Basis für souveräne Fortbewegung. Neu an Bord ist das nun elektrifizierte Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Diese Getriebevariante, speziell auf die Hybridpower abgestimmt, soll laut Hersteller einen geschmeidigeren Übergang zwischen den Antriebsarten und zum E-Modus bieten – eine Verbesserung, die im dichten Stadtverkehr Spürbares ausmacht.

Verbrauch und Emissionen im Realvergleich

Die Fortschritte machen sich nicht nur bei Antrieb und Batterie, sondern auch den Verbrauchsangaben bemerkbar. Opel beziffert den gewichteten Stromverbrauch auf 12,7 bis 13,1 kWh pro 100 Kilometer und den Benzinverbrauch auf rund 2,2 bis 2,4 Liter je 100 Kilometer. Für Plug-in-Hybride wird weiterhin der kombinierte Verbrauch gemäß WLTP ausgewiesen, der unter der Voraussetzung regelmäßigen Nachladens und überwiegend elektrischen Fahrens zustande kommt. Bleibt die Batterie unterwegs leer, steigen die Werte: Dann genehmigt sich der Astra mit leerem Akku zwischen 5,4 und 5,6 Litern Super auf 100 Kilometer, vergleichbar mit klassischen Benzinern.

Im CO2-Ausstoß zeigt sich der Fortschritt ebenfalls. Gemäß WLTP-Tabelle liegen die CO2-Emissionen des neuen Astra Plug-in-Hybrid zwischen 50 und 54 Gramm pro Kilometer und damit in der CO2-Klasse B. Fährt man im Hybrid-Modus über Land und nutzt die elektrische Reserve optimal, sind real Werte um die zwei bis drei Liter Benzin pro 100 Kilometer möglich. Wer allerdings häufig lange Strecken fährt und selten lädt, verbraucht mehr und rutscht auch bei der CO2-Bilanz schnell in Klassengrenzen, die manch sparsamer Diesel unterschreitet.

Ausstattung, Konnektivität und Serienumfang

Im Innenraum bleibt der Astra PHEV der Linie der neuen Opel-Modelle treu. Wertige Materialien und solide Verarbeitung prägen den Alltagskomfort. Ab Werk sind fortschrittliche Assistenzsysteme und ein infotainmentbasiertes Cockpit mit je 10-Zoll-Touchscreen für Multimedia und Fahrerdisplay enthalten. Auch Features wie die kabellose Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto sowie ein schlüsselloses Startsystem sind serienmäßig. Hier bemüht sich Opel spürbar um zeitgemäße Digitalisierung, im Detail bleibt das Bediensystem aber weitgehend konventionell.

Hinsichtlich der verfügbaren Varianten stehen die klassische Fünftürer-Limousine sowie der Sports Tourer mit Kombirücksitzbank und etwas größerem Kofferraum zur Wahl. Wer Wert auf besonders sportliche Hybrid-Power legt, wird bei den Modellen Astra GSe und Astra Sports Tourer GSe fündig. Diese Varianten bieten 225 PS Systemleistung, was den Spagat zwischen Effizienz und Fahrdynamik weiter ausreizen soll. Für viele Nutzer spielt dieser Leistungszuwachs allerdings eine untergeordnete Rolle, da im Alltag selten mehr als 200 PS abrufbar sein müssen.

Preisgestaltung und Wettbewerbsvergleich

Opel bleibt beim Preisschild standhaft: Der überarbeitete Astra Plug-in-Hybrid startet weiterhin bei 38.460 Euro, der Astra Sports Tourer Plug-in-Hybrid liegt bei 39.960 Euro. Beide Preise verstehen sich als unverbindliche Preisempfehlung inklusive aktueller Mehrwertsteuer. Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich der Astra PHEV damit auf Augenhöhe mit direkten Konkurrenten wie VW Golf eHybrid, Ford Focus oder Peugeot 308 Hybrid, die in Einsteigerkonfigurationen ähnliche Preisregionen belegen.

Ein Blick in die Preisliste lohnt: Gegenüber dem Pendant mit 48-Volt-Hybridtechnik oder klassischen Benzinantrieben bietet der Plug-in-Hybrid vor allem dann nennenswerte Vorteile, wenn das Fahrzeug regelmäßig geladen wird und überwiegend auf Kurz- und Mittelstrecke genutzt wird. Denn steuerliche Anreize und reduzierte Dienstwagenbesteuerung spielen für gewerbliche Nutzer weiterhin eine Rolle, auch wenn Förderprogramme für Plug-in-Hybride zuletzt ausgedünnt wurden.