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MG4 2025 enthüllt: Halbfeste Batterie und Komfort-Offensive gegen VW ID.3 und Co.

Der neue MG4 (2026) - Bildnachweis: MG / SAIC

 

Neuer MG4 startet in China: Elektrokompaktwagen mit innovativer Akku-Technologie und modernem Design

Im August 2025 hat MG, eine Tochter des chinesischen Herstellers SAIC, die zweite Generation des MG4 in China vorgestellt. Das Modell positioniert sich als elektrischer Kompaktwagen mit deutlich mehr Qualität und Reichweite als der Vorgänger. Schon beim ersten Blick fallen der neue, sachlichere Look und die gewachsene Fahrzeuglänge von etwa 4,40 Metern auf. MG versucht damit, den Geschmack eines breiten Massenmarktes anzusprechen und damit dem Erfolg des ersten MG4 in Europa weitere Impulse zu verleihen.

Das bisher bekannte Design weicht einer gefälligeren, weniger kantigen Linienführung, die eine größere Zielgruppe ansprechen soll, ohne dabei die praktische Alltagstauglichkeit zu vernachlässigen. Neben dem überarbeiteten Exterieur hat sich auch im Innenraum einiges getan: Mehr Stauraum, ein großzügiges Panoramadach als Serienelement und neue Materialien steigern das Raumgefühl und den Komfort. Die Steuerung erfolgt über einen großen 15,6-Zoll-Touchscreen mit 2,5K-Auflösung auf Basis eines Qualcomm Snapdragon 8155 Chips. Das Zusammenspiel mit Smartphones wird durch eine Kooperation mit Oppo realisiert, die digitale Schlüssel, Sprachassistenten und App-Spiegelung umfasst. Software-Updates über das Internet erweitern die Systemfunktionen, wie beispielsweise fernsteuerbares Parken.

Batterieinnovation: Semi Solid State Akku und ihre Bedeutung für Alltagstauglichkeit

Technisch steht bei der neuen Generation des MG4 vor allem der Akku im Fokus. Zum ersten Mal kommt hier eine sogenannte Semi Solid State Batterie in einem Serien-Elektrofahrzeug zum Einsatz. Diese entwickelte Technologie kombiniert feste und flüssige Bestandteile, wobei der flüssige Elektrolyt auf nur noch etwa fünf Prozent reduziert wurde. Das Ergebnis ist eine höhere Energiedichte von circa 180 Wh/kg, was über den typischen Werten von herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Akkus liegt. Die Kapazität wird mit rund 70 kWh angegeben, was nach chinesischer CLTC-Norm eine Reichweite von bis zu 530 Kilometern ermöglicht.

Für europäische Fahrbedingungen sind diese optimistischen Werte allerdings mit Vorsicht zu genießen, da realistisch eher Reichweiten um 400 Kilometer bei normaler Nutzung erreichbar sein dürften. Die verbesserte Batterie verspricht zudem eine bessere Kältestabilität mit etwa 14 Prozent geringeren Reichweitenverlusten im Winter im Vergleich zu LFP-Akkus. Dies adressiert ein bisher häufig kritisiertes Manko der Elektromobilität in Europa, die bei niedrigen Temperaturen oft an Effizienz verliert.

Leistung, Ladezeiten und Fahrzeugvarianten im Überblick

Der neue MG4 wird standardmäßig von einem permanentmagneterregten Synchronmotor angetrieben, der rund 120 kW (163 PS) leistet und ein maximales Drehmoment von 250 Newtonmeter bietet. Dies reicht für eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in unter acht Sekunden, bei einer Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h. Höhere Leistungsvarianten mit mehr PS und Allradantrieb sind in Planung, etwa für die sportliche „XPower“-Version, welche eine Systemleistung von bis zu 320 kW (435 PS) erreichen kann. Diese Spitzenmodelle dürften jedoch erst später oder nur in bestimmten Märkten angeboten werden.

Das Laden an Schnellladestationen ist mit einer maximalen Ladeleistung von rund 140 kW möglich, sodass ein Ladezeitfenster von etwa 20 Minuten von 20 auf 80 Prozent Kapazität angegeben wird. Diese Ladezeit entspricht zwar dem Durchschnitt, setzt aber weiterhin eine entsprechend leistungsfähige Infrastruktur voraus.

Preisgestaltung und Positionierung auf dem deutschen Markt

Während in China die Einstiegsversion mit kleinerer Batterie für umgerechnet unter 10.000 Euro erhältlich ist, wird der MG4 in Deutschland vermutlich deutlich höher bepreist sein. Erste Schätzungen gehen davon aus, dass die Basisversion zwischen 32.000 und 36.000 Euro liegen wird, was das Modell preislich knapp unter den VW ID.3 positioniert. Komfort- und Luxusvarianten mit größeren Batterien und besserer Ausstattung könnten bis zu 42.000 Euro kosten. Sondermodelle und Topversionen dürften die 45.000-Euro-Marke annähernd erreichen.

Das Preisniveau markiert typischerweise ein attraktives Angebot im Segment der kompakten Elektrowagen, vor allem in Anbetracht der innovativen Batterietechnik. Gleichzeitig wird sich zeigen, wie diese Preise mit der tatsächlichen Qualität, Zuverlässigkeit und dem Serviceangebot in Europa harmonieren, da es bei MG bisher in der Verarbeitung und Abstimmung des Fahrwerks noch Unterschiede zu etablierten europäischen Herstellern gibt.

Raumangebot, Sicherheit und Assistenzsysteme

Der Innenraum des MG4 wurde nicht nur optisch modernisiert, er profitiert auch von neuen Bauweisen wie der Cell-to-Body-Technologie, die eine bessere Integration des Akkus ins Fahrzeug ermöglicht. Das führt zu mehr Steifigkeit und einem großzügigeren Raumangebot. Der Kofferraum fasst 471 Liter, und durch das Umklappen der Rücksitze kann sogar eine Liegefläche von 1,87 Quadratmetern geschaffen werden – ein Vorteil gegenüber Wettbewerbern wie dem VW ID.3, der kaum Frunk und etwas weniger Kofferraumvolumen bietet.

Zahlreiche Assistenzsysteme erhöhen den Komfort und die Sicherheit. Dazu zählen ein 360-Grad-Kamerasystem, Blind-Spot- und Regen- sowie Nachtsichtassistenten. Auch moderne Infotainmentfeatures und Fahrzeugvernetzung sind selbstverständlich Teil des Angebots.

Blick in die Zukunft: MG2 als günstiges Einstiegsmodell

Ergänzend zum MG4 kündigt MG mit dem MG2 ein weiteres Elektrofahrzeug an, das vor allem auf den wachsenden Markt der Kleinwagen ausgerichtet ist. Dieses Modell wird voraussichtlich auf der gleichen modularen Batterieelektrikplattform basieren, aber mehrere Klassen und Preise unterhalb des MG4 angesiedelt sein. Vorgesehen ist ein besonders aggressives Preiskonzept, um mit Kleinwagen wie dem Renault 5 E-Tech oder VW ID.2 konkurrieren zu können. Die Markteinführung des MG2 wird für etwa 2027 erwartet.

Die Entwicklung des MG2 erfolgt maßgeblich mit europäischem Einfluss, insbesondere aus dem britischen Designteam, um gestalterisch den Geschmack in Europa besser zu treffen und den europäischen Markt erfolgreich zu bedienen.

Kritische Bewertung und Ausblick für Deutschland

Der neue MG4 zeigt eindrucksvoll, wie chinesische Hersteller das Segment der vollelektrischen Kompaktfahrzeuge mit innovativen Technologien und aggressiven Preisen vorantreiben. Die Einführung der Semi Solid State Batterie ist eine technische Weiterentwicklung, die Potenzial birgt, muss aber ihre Alltagstauglichkeit unter europäischen Bedingungen noch beweisen, insbesondere im Bereich Sicherheit, Alterungsbeständigkeit und Kälteperformance.

Preispolitik und Ausstattung erscheinen attraktiv, doch für den Markterfolg in Deutschland wird auch entscheidend sein, wie sich das Service- und Ladenetzwerk sowie die Verarbeitungsqualität im Vergleich zu etablierten Marken zeigen. Die Konkurrenz im Segment, vor allem von VW mit dem ID.3 sowie Renault und weiteren Anbietern, bleibt stark.

Insgesamt positioniert sich MG mit dem neuen MG4 auf einem vielversprechenden Weg, der viel Innovation mit fairem Preis verbindet, gleichzeitig aber auch noch einige Hürden meistern muss. Das angekündigte Einstiegsmodell MG2 könnte zudem die Marktdurchdringung weiter vorantreiben und zeigt die Ambitionen von MG, im europäischen Elektroautomobilmarkt breiter Fuß zu fassen.