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Mit Wellenmuster und Multimode-Hybrid: Das neue Sondermodell Nissan Juke Pulse im Detail

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse - Bildnachweis: Nissan

Technisches Fundament und Plattform-Architektur

Schallwellen auf dem Dach und komplexe Getriebetechnik unter der Haube: Der japanische Automobilhersteller Nissan spendiert seinem kompakten B-Segment-Crossover Juke eine umfassende Modellpflege und führt zeitgleich das neue Sondermodell Pulse ein. Als Wegbereiter des Segments der kleinen SUV mit ausgeprägter Coupe-Silhouette steht der Juke seit jeher in dem Spannungsfeld zwischen extrovertiertem Design und alltäglicher Nutzbarkeit.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

In einer Fahrzeugklasse, die sich in den vergangenen Jahren zu einem der am stärksten umkämpften Segmente auf dem europäischen Automarkt entwickelt hat, reicht eine reine Formgebung längst nicht mehr aus. Vielmehr verlangen Kunden wie auch Gesetzgeber nach moderner Digitalisierung, hochentwickelten Assistenzsystemen und effizienten Elektrifizierungsstufen. Nissan reagiert auf diesen Druck mit einer Neustrukturierung der Ausstattungslinien und einem optisch geschärften Topmodell, das mit einem Einstiegspreis von 33.800 Euro allerdings auch eine selbstbewusste finanzielle Hürde aufstellt.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Das Fundament der aktuellen Fahrzeuggeneration bildet die gemeinsam im Renault-Nissan-Alliance-Verbund entwickelte CMF-B-Plattform. Diese Architektur ermöglicht eine Karosserielänge von 4,21 m, eine Breite von 1,8 m ohne Außenspiegel sowie eine Höhe von 1,59 m bei einem Radstand von 2.636 Millimetern. Die Karosseriestruktur zeichnet sich durch einen hohen Anteil hochfester Stähle aus, was einerseits der Versteifung zugutekommt und andererseits die Basis für das exakte Ansprechverhalten der elektromechanischen Servolenkung legt.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Die Fahrwerkskonstruktion vertraut an der Vorderachse auf klassische MacPherson-Federbeine mit Querlenkern, während an der Hinterachse eine Verbundlenkerachse mit Schraubenfedern zum Einsatz kommt. Diese Abstimmung sucht den Kompromiss zwischen agiler Kurvenwilligkeit und akzeptablem Langstreckenkomfort, gerät jedoch auf städtischem Kopfsteinpflaster in Kombination mit großen Rad-Reifen-Kombinationen spürbar straff.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Das Sondermodell Pulse im Detail: Design, Aerodynamik und Akustik

Genau diese optische Präsenz über große Räder ist ein zentraler Pfeiler des Designkonzepts beim neuen Sondermodell Pulse. Das Fahrzeug rollt auf exklusiven 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen im Aerodynamik-Design, welche mit farbigen Einsätzen im Ton Deep Ocean verziert sind. Die Außenlackierung in Deep Ocean bildet zusammen mit den Alternativen Pearl White und Ceramic Grey das primäre Farbportfolio der Sonderedition. Ein optisches Hauptelement ist das in Tiefschwarz kontrastierte Fahrzeugdach nebst den ebenfalls schwarz gehaltenen Außenspiegelkappen. Auf dem Dach befindet sich eine von akustischen Schallwellen inspirierte Grafik, in deren Linienführung der Schriftzug Pulse integriert wurde. Diese grafische Spielerei soll die visuelle Verbindung zur verbauten Audiotechnik schlagen, wirkt jedoch bei genauerer Betrachtung wie ein rein kosmetisches Zugeständnis an eine jüngere, stilorientierte Zielgruppe.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Im Innenraum setzt sich die farbliche Neuausrichtung konsequent fort. Das Armaturenbrett, die Türverkleidungen sowie die neu gestaltete Mittelkonsole sind mit dunkelblauem Kunstleder bezogen. Die Sitzlandschaft kombiniert dieses Material mit Mélange-Stoffbezügen, die sich bis in den Fond erstrecken und eine harmonische Raumwirkung erzeugen sollen. Zur serienmäßigen Komfortausstattung des Sondermodells gehören Vordersitze im Schalendesign, eine beheizbare Frontscheibe für eine rasche Enteisung im Winter sowie eine dezent integrierte Ambientebeleuchtung. Für die akustische Beschallung zeichnet das Bose Personal Plus Premium Soundsystem verantwortlich. Dieses Audiosystem nutzt spezialisierte Lautsprecher, die unter anderem direkt in den Kopfstützen der Vordersitze untergebracht sind, um ein räumlich verdichtetes Klangfeld zu erzeugen.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Beim Blick auf die Aufpreisliste stellt sich rasch die Frage nach dem Gegenwert. Der Nissan Juke Pulse ist ausschließlich in Verbindung mit den höheren Antriebskombinationen erhältlich. Mit dem 1,0 Liter großen Dreizylinder-Turbobenziner und dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe startet die Variante bei 33.800 Euro. Wer sich für den aufwendigeren Vollhybrid-Antrieb entscheidet, muss mindestens 36.700 Euro einkalkulieren. Das ist ein beträchtlicher finanzieller Rahmen für einen Crossover des B-Segments, der zwar voll ausgestattet vorfährt, sich aber preislich bereits in Schlagdistanz zu größeren Kompakt-SUV des C-Segments bewegt.

Neues Sondermodell: Der Nissan Juke Pulse – Bildnachweis: Nissan

Antriebstechnik im Vergleich: Dreizylinder-Turbo gegen komplexen Multimode-Hybrid

Auf der antriebstechnichen Seite stehen für die gesamte Modellreihe zwei grundverschiedene Motorenkonzepte zur Auswahl. Den Einstieg bildet der 1,0 DIG-T, ein Vollaluminium-Dreizylinder-Turbobenziner mit 999 Kubikzentimetern Hubraum. Das Aggregat leistet 84 kW/114 PS und stellt ein maximales Drehmoment von bis zu 200 Nm bereit. Die Kraftübertragung erfolgt wahlweise über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. In der handgeschalteten Version gibt der Hersteller den kombinierten Energieverbrauch nach WLTP-Standard mit 5,8 Litern auf 100 Kilometer an, was CO2-Emissionen von 131 bis 133 Gramm pro Kilometer entspricht und die CO2-Klasse D bedeutet. Das Doppelkupplungsgetriebe erhöht den Verbrauch leicht auf 6,0 bis 6,1 Liter je 100 Kilometer bei CO2-Emissionen zwischen 135 und 140 Gramm pro Kilometer und einer Einordnung in die CO2-Klasse E. Der Dreizylinder überzeugt im Alltag durch sein munteres Ansprechverhalten im mittleren Drehzahlbereich, wirkt jedoch unter hoher Last oder bei voller Zuladung akustisch präsent und angestrengt.

Technisch wesentlich faszinierender präsentiert sich der 1,6 Hybrid mit einer Systemleistung von 105 kW/143 PS. Das Herzstück dieses Vollhybridsystems bildet ein 1,6 Liter großer Vierzylinder-Saugbenziner, der 69 kW/94 PS leistet sowie ein Drehmoment von 148 Nm entwickelt. Unterstützt wird der Verbrennungsmotor von einem Elektromotor mit 36 kW/49 PS und 205 Nm Drehmoment sowie einem separaten Hochvolts-Startergenerator. Als Energiespeicher dient eine flüssigkeitsgekühlte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Bruttokapazität von 1,2 kWh und einer Nettokapazität von 0,6 kWh, die im Fahrzeugheck unter dem Kofferraumboden verbaut ist.

Die Besonderheit dieses Antriebs liegt im verwendeten Multi-Mode-Automatikgetriebe mit Klauenkupplung. Anstelle konventioneller Synchronringe nutzt dieses riementriebfreie Getriebe formschlüssige Klauen, um die Übersetzungsschritte zu wechseln. Die Konstruktion stellt zwei elektrische Übersetzungen für den E-Motor und vier mechanische Gänge für den Verbrennungsmotor bereit. Durch die geschickte Kombination ergeben sich insgesamt 15 verschiedene Betriebsmodi, wobei die Ansteuerung vollständig elektronisch erfolgt. Das Fahrzeug startet grundsätzlich rein elektrisch. Erst bei höheren Geschwindigkeiten oder gesteigertem Leistungsbedarf schaltet die Steuerung den Saugmotor hinzu. Die Reibungsverluste fallen durch den Verzicht auf eine klassische Reibkupplung im Getriebe gering aus, was sich positiv auf den Effizienzgrad auswirkt. In der Praxis zeigt das System im städtischen Stop-and-Go-Verkehr beeindruckend niedrige Verbrauchswerte. Nach WLTP liegt der kombinierte Kraftstoffverbrauch bei lediglich 4,6 bis 4,8 Litern Super auf 100 Kilometer, mit CO2-Emissionen von 105 bis 109 Gramm pro Kilometer und der CO2-Klasse C.

Aber die aufwendige Hybridtechnik bringt konstruktive Kompromisse mit sich. Durch die Platzierung des 1,2 kWh großen Akkus unter der Ladefläche schrumpft das reguläre Kofferraumvolumen von den großzügigen 422 Litern der reinen Benzinmodelle auf 354 Liter zusammen. Bei umgeklappter Rücksitzbank erweitert sich der Laderaum im Hybrid immerhin auf maximal 1.237 Liter. Zudem beträgt das Leergewicht der Hybridvariante 1.405 Kilogramm, was gegenüber den reinen Verbrennern ein Mehrgewicht bedeutet und die zulässige Zuladung auf rund 405 Kilogramm begrenzt. Auch die maximale Anhängelast fällt mit 750 Kilogramm für gebremste Anhänger und 500 Kilogramm für ungebremste Lasten im Vergleich zu Mitbewerbern eher bescheiden aus.

Modellpflege und Ausstattungsmatrix: Vom Acenta bis zum N-Design

Neben der Einführung des Sondermodells hat Nissan die gesamte Modellstruktur des Juke neu geordnet und aufgewertet. Dies geschieht keineswegs ganz uneigennützig, sondern steht im direkten Zusammenhang mit den verschärften Sicherheitsanforderungen der Europäischen Union im Rahmen der General Safety Regulation 2, kurz GSR2. Neu in die Modellreihe integriert ist ein Assistenzsysstem zur Fahrerüberwachung, das Anzeichen von Müdigkeit oder nachlassender Aufmerksamkeit erkennt und dezent in das überarbeitete Lenkraddeisgn eingebettet ist. Schon die Basisversion Acenta, die zu Preisen ab 25.990 Euro mit dem handgeschalteten Dreizylinder oder ab 27.850 Euro mit dem Doppelkupplungsgetriebe startet, erfährt eine deutliche funktionale Aufwertung. Zur Serienausstattung zählen nun ein vollständig digitales Kombiinstrument mit einem 12,3 Zoll großen Bildschirm hinter dem Lenkrad, eine Klimaautomatik, eine induktive Ladeschale für Smartphones sowie ein Regensensor für die automatische Scheibenwischersteuerung. Außengriffe in Wagenfarbe und das schlüssellose Zugangssystem Keyless Entry runden die Einstiegsvariante ab.

Eine Stufe darüber rangiert die Variante N-Tec, die ab 26.890 Euro für den manuellen Benziner angeboten wird. Für die Ausführung mit Doppelkupplungsgetriebe werden 29.290 Euro fällig, während die Hybridvariante in dieser Ausstattungslinie ab 32.790 Euro in der Preisliste steht. Neben Keyless Entry und Klimaautomatik beinhaltet der N-Tec das sogenannte Winterpaket, welches beheizbare Vordersitze, ein beheizbares Lenkrad sowie die beheizbare Frontscheibe umfasst.

Als volumenstarker Bestseller fungiert traditionell die Ausstattungslinie N-Connecta, die ab 27.850 Euro mit manuellem Schaltgetriebe, ab 30.100 Euro mit Doppelkupplungsgetriebe und ab 33.000 Euro als Hybrid erhältlich ist. Nissan rüstet diese Variante ab sofort serienmäßig mit 19 Zoll großen Leichtmetallfelgen aus. Zudem ziehen hier höherwertige Fahrassistenzsysteme ein. Dazu gehört der intelligente Around View Monitor, der über vier Außenkameras eine 360-Grad-Rundumsicht aus der Vogelperspektive auf das zentrale Infotainmentdisplay zaubert und so das Rangieren in engen Parklücken erleichtert. Ebenfalls Serie ab N-Connecta ist das ProPilot System mit Navi-Link. Dieser Assistent kombiniert die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit einer aktiven Spurfahrführung und verfügt über eine Stop-and-Go-Funktion für den zähfließenden Verkehr. Das System liest Verkehrszeichen und nutzt die Daten des Navigationssystems, um die Geschwindigkeit vor Kurven, Kreisverkehren oder Geschwindigkeitsbegrenzungen vorausschauend anzupassen.

Für Kunden mit gehobenem Komfortanspruch steht die Variante N-Design zur Verfügung, die ausschließlich mit Automatikgetrieben kombiniert werden kann. Das Modell kostet mit dem 1,0 DIG-T Doppelkupplungsgetriebe 32.400 Euro und als 1,6 Hybrid 35.300 Euro. Hier gehören Sitzbezüge in einer Kombination aus Leder und Alcantara, das Winterpaket, eine Zweifarblackierung der Karosserie, der Around View Monitor, das ProPilot System sowie das Bose Personal Plus Soundsystem zum Serienumfang. Das Sondermodell Pulse setzt schlussendlich auf dieser reichhaltigen Ausstattung auf und ergänzt sie um die spezifischen Designumfänge wie die Dachgrafik und die dunkelblaue Kunstlederausstattung zum Preis von 33.800 Euro für den Benziner mit Doppelkupplung beziehungsweise 36.700 Euro für den Vollhybrid.

Markteinordnung, Wirtschaftlichkeit und journalistische Bilanz

Ein kritischer Blick lässt vermuten, dass die umfassende Serienausstattung der Basismodelle zwar den Nutzen für die Kunden steigert, gleichzeitig aber den Einstiegspreis in die Baureihe spürbar nach oben verschoben hat. Mit einem Startpreis von knapp 26.000 Euro ist der Nissan Juke kein billiges Kleinwagen-SUV mehr. Der Abstand zu direkten Konkurrenten wie dem Renault Captur, dem Ford Puma oder dem Volkswagen T-Roc ist geschrumpft. Nissan setzt darauf, dass Käufer in diesem Segment bereit sind, für markantes Design, digitale Großbildschirme und gehobene Fahrassistenz tief in die Tasche zu greifen.

Nissan schnürt mit der Überarbeitung des Juke und der Präsentation des Sondermodells Pulse ein stimmiges, wenn auch preislich anspruchsvolles Gesamtpaket. Der Juke Pulse spricht eine Klientel an, die ein optisches Statement sucht und auf eine lückenlose Ausstattung Wert legt. Technisch überzeugt vor allem der komplex konstruierte Multimode-Hybrid durch sein effizientes Zusammenspiel im Stadtverkehr, wenngleich das System bei zügiger Autobahnfahrt spürbar an seine Grenzen stößt und der Kofferraumabzug das Raumangebot einschränkt. Die Aufwertung der gesamten Modellpalette mit vergrößerten Displays und modernen Sicherheitsfeatures hält den B-Segment-Crossover auf der Höhe der Zeit, fordert von den Kunden jedoch finanzielle Zugeständnisse, die in dieser Fahrzeugklasse erst einmal akzeptiert werden müssen.