Der geliftete KGM Musso bringt frischen Wind in die gewerbliche Pick-up-Klasse - Bildnachweis: KGM
Einstieg in ein hart umkämpftes Marktsegment
Der Markt für Allrad-Pick-ups in Deutschland ist seit Jahren von festen Größen wie dem Ford Ranger, dem Toyota Hilux oder dem Volkswagen Amarok geprägt. Wer ein robustes Nutzfahrzeug für den harten Baustelleneinsatz, den Forstbetrieb oder schwere Anhängelasten sucht, griff bislang meist zu den bekannten Klassikern der etablierten Hersteller. Doch die Preisentwicklung der vergangenen Jahre hat viele Gewerbetreibende und Freiberufler empfindlich getroffen, da vollausgestattete Midsize-Pick-ups mittlerweile nicht selten die Grenze von 50.000 Euro netto überschreiten. Genau in diese Lücke stößt der südkoreanische Automobilhersteller KG Mobility, der hierzulande unter dem Kürzel KGM auftritt und aus der traditionsreichen Marke Ssangyong hervorgegangen ist. Mit der gründlich überarbeiteten Neuauflage des Musso präsentieren die Südkoreaner ein Nutzfahrzeug, das moderne Cockpit-Technologie mit klassischer Leiterrahmen-Konstruktion kombiniert.
Um den Marktstart in Deutschland dynamisch zu gestalten, lanciert die KGM Europe GmbH ab sofort eine breit angelegte Leasingoffensive. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf attraktiven Monatsraten ohne finanzielle Hürden zu Vertragsbeginn, denn eine Sonderzahlung entfällt bei den aktuellen Aktionsangeboten vollständig. Gewerbekunden können den gelifteten Allradler bereits ab einer monatlichen Rate von 286 Euro netto fahren, während private Autofahrer ab 359 Euro brutto pro Monat einsteigen können. Ein genauer Blick auf die technischen Spezifikationen, die Ausstattungsvarianten und die finanziellen Detailkonditionen offenbart schnell, wo die Stärken des fernöstlichen Lastenträgers liegen und wo potenzielle Käufer Zugeständnisse machen müssen.
Das Leasingangebot im Detail: Kalkulation und vertragliche Rahmenbedingungen
Das von KGM zusammen mit der Creditplus Bank AG aufgelegte Finanzierungsangebot richtet sich in erster Linie an Gewerbekunden, umfasst aber auch ein passendes Gegenstück für Privatnutzer. Das Einstiegsmodell KGM Musso Core mit Allradantrieb und manuellem Sechsgang-Schaltgetriebe wird Gewerbetreibenden zu einer effektiven Nettorate von 285,42 Euro im Monat angeboten. Wer den Bequemlichkeitsgewinn und die höhere Zugleistung des Sechsstufen-Automatikgetriebes bevorzugt, zahlt eine monatliche Nettorate von 299,35 Euro. Im Privatkunden-Leasing kalkuliert die Bank für das handgeschaltete Basismodell eine Monatsrate von 358,45 Euro inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer. Alle drei Beispielrechnungen basieren auf einer Vertragslaufzeit von 48 Monaten und einer jährlichen Laufleistung von 10.000 Kilometern, wobei bei allen Varianten keine Leasing-Sonderzahlung fällig wird.
Aber die vertraglichen Konditionen erfordern von Fuhrparkleitern eine genaue Analyse der tatsächlichen Nutzungsmuster. Die vereinbarte Fahrleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr mag für reine Nahverkehrseinsätze auf der Baustelle oder im kommunalen Betrieb genügen, erweist sich für typische Gewerbebetriebe mit weit verzweigten Einsatzorten jedoch schnell als zu knapp bemessen. Mehrkilometer werden bei der Fahrzeugrückgabe nach vier Jahren gesondert abgerechnet, was die Gesamtkosten spürbar nach oben treiben kann. Zudem müssen Gewerbe- und Privatkunden berücksichtigen, dass zu den monatlichen Raten noch die einmaligen Kosten für Überführung und Zulassung hinzukommen, die je nach auslieferndem Vertragshändler variieren. Dennoch bietet die entfallende Anzahlung eine hohe Schonung der Liquidität, was gerade in wirtschaftlich angespannten Zeiten ein schlagkräftiges Argument für kleine und mittlere Betriebe darstellt.

Antrieb und Motorcharakteristik: Bekannter Diesel ohne Hybrid-Unterstützung
Unter der wuchtigen Motorhaube des KGM Musso arbeitet ein tiefgreifend überarbeiteter Bekannter. Der 2,2 Liter große e-XDi-220-Vierzylinder-Turbodiesel leistet 148 kW beziehungsweise 202 PS bei einer Drehzahl von 3.800 Umdrehungen pro Minute. Sein maximales Drehmoment von 441 Newtonmetern stellt das Triebwerk in einem nutzbaren Drehzahlbereich zwischen 1.600 und 2.600 Umdrehungen pro Minute bereit. Damit erfüllt der Selbstzünder die aktuelle Abgasnorm Euro 6e. Auf eine Mildelektrifizierung per 48-Volt-Bordnetz oder eine sonstige Form der Hybridisierung verzichtet KGM bei diesem Modell, was einerseits die Komplexität der Bauteile reduziert, sich andererseits jedoch beim Kraftstoffverbrauch bemerkbar macht.
Aber der Verzicht auf moderne Elektrifizierungstechnik spiegelt sich unübersehbar in den offiziellen Verbrauchsdaten wider. Nach dem realistischen WLTP-Testverfahren liegt der kombinierte Dieselverbrauch je nach gewählter Getriebeoption und Ausstattungsversion zwischen 9,1 und 9,6 Litern auf 100 Kilometern. Dies entspricht einem CO2-Ausstoß von 238 bis 252 g/km und führt zur Einstufung in die ungünstigste CO2-Klasse G. Im harten Arbeitsalltag mit voller Zuladung oder im Anhängerbetrieb dürfte sich der reale Verbrauch eher um die 10 bis 11 Liter bewegen. Immerhin sorgt der 75 Liter fassende Kraftstofftank dafür, dass trotz der gehobenen Konsumneigung praxistaugliche Aktionsradien von über 700 Kilometern ohne Zwischenstopp an der Zapfsäule möglich sind.
Kraftübertragung und Anhängelast: Warum die Getriebewahl entscheidend ist
Bei der Wahl des Kraftübertragungssystems stehen für den Musso ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe sowie eine Sechsstufen-Automatik zur Auswahl. Die Getriebewahl ist beim südkoreanischen Pick-up keineswegs nur eine Frage des persönlichen Fahrkomforts, sondern nimmt direkten Einfluss auf die fundamentale Nutzfahrzeug-Eigenschaft der Anhängelast. Wer sich für das serienmäßige Schaltgetriebe entscheidet, darf gebremste Anhänger mit einem Gesamtgewicht von maximal 2.800 Kilogramm an die Kupplung nehmen. Erst die Wahl des optionalen Sechsstufen-Automatikgetriebes schöpft das rechtlich mögliche Segment-Maximum aus und erhöht die gebremste Anhängelast auf eindrucksvolle 3.500 Kilogramm. Die ungebremste Anhängelast beträgt bei allen Modellvarianten unverändert 750 Kilogramm.
Deshalb stellt das Automatikgetriebe für viele Gewerbekunden, die schwere Baumaschinen, Pferdeanhänger oder Fahrzeugtransporter bewegen müssen, eine nahezu unverzichtbare Option dar. Der Aufpreis für die Automatik amortisiert sich in der Praxis nicht nur durch den deutlichen Zugewinn an Bequemlichkeit im Stop-and-go-Verkehr, sondern vor allem durch die zusätzlichen 700 Kilogramm Zugreserve. Serienmäßig verfügt jeder Musso über ein zuschaltbares Allradsystem, das sich bequem über einen Drehschalter in der Mittelkonsole ansteuern läßt. Der Fahrer kann zwischen reinem Hinterradantrieb für den effizienten Asphaltbetrieb, einem starr zugeschalteten Allradantrieb für rutschigen Untergrund und einer geländegängigen Reduktionsübersetzung wählen. Ein automatisches Sperrdifferential an der Hinterachse sorgt zudem dafür, dass die Antriebskraft bei durchdrehenden Rädern effektiv auf das Rad mit der besseren Traktion umgeleitet wird.
Fahrwerk und Geländegängigkeit: Klassischer Leiterrahmen mit modernem Setup
Unter der Karosserie des Musso vertraut KGM auf ein klassisches Nutzfahrzeug-Fundament. Ein extrem verwindungssteifer Leiterrahmen bildet das Rückgrat der Konstruktion und gewährleistet die nötige Robustheit für den Geländeeinsatz. An der Vorderachse kommt eine Einzelradaufhängung an Doppelquerlenkern zum Einsatz, während die Hinterachse als Fünflenker-Konstruktion mit Schraubenfedern ausgeführt ist. Dieses Fahrwerkslayout unterscheidet den Musso von einigen Mitbewerbern, die an der Hinterachse weiterhin auf rustikale Blattfedern setzen. Die Fünflenker-Achse sorgt für ein spürbar Pkw-ähnlicheres Fahrverhalten und verbessert den Federungskomfort im unbeladenen Zustand erheblich, wenngleich sie bei maximaler Ausnutzung der Nutzlast etwas weicher einsinkt.
Die Geländegängigkeit wurde im Rahmen der Überarbeitung gezielt verbessert. Mit einer auf 245 Millimeter angehobenen Bodenfreiheit bewältigt der Musso tiefe Spurrinnen und unwegsames Terrain ohne unmittelbare Gefahr von Unterbodenkontakten. Die Böschungswinkel fallen mit 30 Grad vorne und 25 Grad hinten großzügig aus, sodass auch steile Rampen oder Geländestufen ihren Schrecken verlieren. Unterstützt wird der Fahrer im Offroad-Einsatz durch elektronische Helfer wie eine Bergabfahrhilfe, die die Geschwindigkeit an steilen Gefällen ohne manuellen Bremseingriff konstant hält, sowie eine Anhängerstabilitätskontrolle, die einem gefährlichen Schlingern des Gespanns durch gezielte Radeingriffe entgegenwirkt.
Innenraum und Digitalisierung: Aufwertung der Fahrerkabine
Im Innenraum vollzieht der Musso den deutlichsten Schritt nach vorne und distanziert sich meilenweit vom schmucklosen Nutzfahrzeug-Muff vergangener Tage. Das Cockpit präsentiert sich modern und aufgeräumt. Hinter dem ergonomisch geformten Lenkrad blickt der Fahrer auf eine digitale Instrumentenanzeige mit einer Bildschirmdiagonale von 12,3 Zoll, die hochauflösende Grafiken und konfigurierbare Fahrzeugdaten liefert. Direkt daneben thront ein gleich großer Touchscreen für das Infotainment- und Navigationssystem. Erstmals bei KGM lässt sich das Smartphone nun drahtlos über Apple CarPlay oder Android Auto in das Bordsystem integrieren, was lästige Kabelverbindungen im Alltag überflüssig macht.
Aber trotz der weitgehenden Digitalisierung vergisst KGM die haptischen Bedürfnisse im harten Arbeitseinsatz nicht. Wichtige Grundfunktionen wie die Steuerung der Klimaanlage oder die Anwahl der Allrad-Fahrmodi bleiben über physische Tasten und Drehregler bedienbar, die sich auch mit Arbeitshandschuhen sicher treffen lassen. Die Materialauswahl in der Basisversion Core wirkt mit ihren robusten Kunststoffen extrem strapazierfähig und pflegeleicht. In der höheren Ausstattungslinie Lux halten hingegen edlere Oberflächen, Kunstledersitze mit Sitzheizung und Sitzbelüftung sowie ein beheizbares Lederlenkrad Einzug. Die Platztverhältnisse in der serienmäßigen Doppelkabine sind für bis zu fünf Personen üppig bemessen, wobei auch Passagiere in der zweiten Reihe von reichlich Kniefreiheit profitieren.
Ladefläche und Nutzwert: Die Details der Pritsche im Überblick
Die Ladefläche schließt sich direkt an die Fünfsitzer-Doppelkabine an und misst in der Standardausführung 1,30 Meter in der Länge, 1,57 Meter in der Breite sowie 57 Zentimeter in der Höhe. Um den Zugang zur Ladefläche zu vereinfachen, hat KGM praktische Trittstufen direkt in die linke und rechte Ecke der hinteren Stoßstange integriert. Das Be- und Entladen wird dadurch erheblich erleichtert, ohne dass die Heckklappe abgeklappt werden muss. Für eine noch bessere Ladungssicherung sorgen nun acht statt der bisherigen vier Verzurrösen, die fest im Laderaum verankert sind. Eine serienmäßige LED-Laderaumbeleuchtung garantiert zudem gute Sichtverhältnisse bei nächtlichen Arbeitseinsätzen.
Deshalb bietet der Hersteller für Kunden mit ausgeprägtem Platzbedarf die noch geräumigere Modellvariante Musso Grand an. Dieser langgestreckte Ableger wächst in der Gesamtlänge von 5,09 Meter auf 5,40 Meter, während der Radstand von 3,10 Meter auf 3,21 Meter erweitert wird. Die Pritsche des Musso Grand verlängert sich dadurch um 31 Zentimeter auf über 1,60 Meter Länge, was die Aufnahme von großvolumigen Frachten oder mehreren Euro-Paletten problemlos ermöglicht. Zudem erhöht sich die zulässige Nutzlast beim Musso Grand je nach Ausstattung auf bis zu 1.205 Kilogramm, während das zulässige Gesamtgewicht bei bis zu 3.090 Kilogramm liegt.
Sicherheitsausstattung und Fahrerassistenzsysteme
In puncto Sicherheit rüstet KGM den Musso ordentlich auf, um den gestiegenen Anforderungen auf dem europäischen Markt gerecht zu werden. Bereits ab der Einstiegsversion Core gehören sechs Airbags zur Standardausstattung. Das Paket an elektronischen Fahrassistenten umfasst einen autonomen Notbremsassistenten, einen Spurhalteassistenten, einen Fernlichtassistenten sowie eine Müdigkeitserkennung. Ein Licht- und Regensensor, ein automatisch abblendender Innenspiegel sowie Einparkhilfen an Front und Heck samt Rückfahrkamera sind ebenfalls ab Werk an Bord.
Aber wer das volle Sicherheitsprogramm wünscht, kann den Musso mit optionalen Assistenzpaketen weiter aufrüsten. Dazu gehören ein Totwinkelassistent mit Spurwechselwarnung, ein Querverkehrswarner beim Ausparken mit automatischer Bremsfunktion sowie ein Ausstiegswarner, der vor herannahenden Fahrzeugen beim Öffnen der Türen warnt. Ein besonderes Highlight für enges Rangieren im Gelände oder mit Anhänger ist das optionale 360-Grad-3D-Kamerasystem. Vier Kameras erfassen die Fahrzeugumgebung und generieren eine fotorealistische Rundumsicht auf dem zentralen Display. Ergänzt wird dies durch eine On-Board-Kamera mit Clear-Sight-Funktion, die dem Fahrer einen virtuellen Blick auf den Untergrund direkt unter dem Fahrzeug ermöglicht, um Hindernisse im Gelände frühzeitig zu erkennen.
Der vollelektrische Musso EV: Der grüne Sonderweg im Pick-up-Segment
Parallel zu den etablierten Dieselmodellen geht KGM einen innovativen Weg und bietet mit dem Musso EV den ersten rein batterieelektrischen Midsize-Pick-up aus südkoreanischer Produktion an. Technisch unterscheidet sich die Elektroversion grundlegend von den Verbrennerbrüdern, denn anstelle eines klassischen Leiterrahmens basiert der Musso EV auf einer modifizierten Unibody-SUV-Plattform. Als Energiespeicher kommt eine LFP-Blade-Batterie von BYD mit einer nutzbaren Kapazität von 80,6 kWh zum Einsatz. Der E-Pick-up ist wahlweise mit Frontantrieb und 152 kW beziehungsweise 207 PS oder mit einem Allrad-Dualmotorsystem erhältlich, das eine Systemleistung von 304 kW gleich 413 PS und ein Drehmoment von 636 Newtonmetern bereitstellt.
Deshalb bringt der elektrische Antriebskonzept im rauen Arbeitsalltag jedoch spezifische Vor- und Nachteile mit sich. Die kombinierte WLTP-Reichweite gibt der Hersteller mit bis zu 420 Kilometern an, während der Stromverbrauch zwischen 23,0 und 26,0 kWh pro 100 Kilometern liegt. An Gleichstrom-Schnellladesäulen lädt der Musso EV mit bis zu 120 kW, wodurch der Akku in etwa 36 Minuten von 10 auf 80 Prozent gefüllt werden kann. Ein echter Mehrwert für Baustellen oder Campingausflüge ist die integrierte Vehicle-to-Load-Funktion, über die externe Elektrogeräte mit bis zu 3,6 kW Wechselstrom betrieben werden können. Dennoch müssen Käufer Zugeständnisse beim Nutzwert machen: Die gebremste Anhängelast ist beim Musso EV auf 1.800 Kilogramm bei der Frontantriebsversion beziehungsweise 2.300 Kilogramm beim Allradler begrenzt, während die Zuladung bei knapp 500 Kilogramm liegt. Der Grundpreis für den Musso EV startet in Deutschland bei 41.990 Euro.
Modellversionen, Preisstruktur und Werrksgarantie
Die Preisgestaltung der konventionellen Dieselreihe präsentiert sich im Konkurrenzumfeld äußerst attraktiv. Das Einstiegsmodell KGM Musso Core mit 202 PS starkem Diesel, manuellem Schaltgetriebe und Allradantrieb steht ab einem Listenpreis von 40.990 Euro inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer bei den Händlern. Das Sechsstufen-Automatikgetribe schlägt mit einem moderaten Aufpreis von 2.000 Euro zu Buche. Wer sich für die luxuriöser ausgestattete Variante Musso Lux entscheidet, muss mindestens 49.490 Euro einkalkulieren, erhält dann aber bereits die Automatik, Lederausstattung, belüftete Sitze und erweiterte Assistenten ab Werk.
Aber auch bei den Extras hält sich der Aufpreisrahmen in Grenzen. Eine Metallic-Lackierung kostet 700 Euro, während exklusive 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 750 Euro zu Buche schlagen. Ein elektrisches Glasschiebedach steht für 500 Euro in der Preisliste. Der verlängerte Musso Grand startet bei einem Grundpreis von 42.490 Euro in der Core-Ausführung und reicht bis 50.990 Euro für das Topmodell. Ein starkes Verkaufsargument liefert KGM beim Thema Garantie: Sämtliche Verbrennermodelle werden mit einer fünfjährigen Werksgarantie bis zu einer Laufleistung von 150.000 Kilometern sowie einer fünfjährigen europaweiten Mobilitätsgarantie ausgeliefert. Für den elektrischen Musso EV gewährt der Hersteller auf die Batterie sogar eine Garantie von zehn Jahren oder bis zu einer Million Kilometern Laufleistung.
Herstellerhintergrund und deutsches Vertriebsnetz
Hinter der Marke KGM steht eine lange Automobilhistorie. Die Wurzeln der ursprünglichen KG Mobility reichen bis ins Jahr 1954 zurück, womit das Unternehmen als ältester Automobilhersteller Südkoreas gilt. Bereits in den 1980er Jahren spezialisierte sich die Marke auf die Entwicklung und Produktion robuster Allradfahrzeuge und Geländewagen. Heute exportiert das Unternehmen seine Fahrzeugpalette in weltweit 76 Länder.
Für den Import und den Vertrieb auf dem deutschen Markt zeichnet die KGM Europe GmbH verantwortlich, die als 100-prozentige Tochtergesellschaft des Mutterkonzerns agiert. Das Vertriebsnetz in Deutschland ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und umfasst aktuell bundesweit 132 selbstständige Partnerbetriebe mit insgesamt 140 Standorten. Dies gewährleistet eine flächendeckende Versorgung mit Ersatzteilen und Fachwerkstätten, was insbesondere für Gewerbekunden mit kurzen Ausfallzeiten essenziell ist. Neben dem Musso umfasst das Modellprogramm in Deutschland kompakte und mittelgroße SUVs wie den Tivoli, den Korando, den Torres, den vollelektrischen Torres EVX sowie das Flaggschiff Rexton und den neu eingeführten Actyon.
Gesamteinschätzung: Ein ehrliches Arbeitstier mit starkem Preis-Leistungs-Verhältnis
Der überarbeitete KGM Musso erweist sich im detaillierten Marktcheck als ein rundum solides und durchdachtes Angebot. Wer auf das statusträchtige Image etablierter Mitbewerber verzichten kann, erhält beim südkoreanischen Hersteller eine vollkommen ausgereifte Nutzfahrzeug-Technik mit klassischem Leiterrahmen, hervorragender Geländegängigkeit und enormer Zugkraft zum fairen Preis. Die Kombination aus 3,5 Tonnen Anhängelast bei den Automatikversionen, einer geräumigen Doppelkabine und der modernisierten Digitalausstattung deckt die Anforderungen der meisten Gewerbebetriebe lückenlos ab.
Aber Interessenten sollten bei der Kauf- oder Leasingentscheidung die individuellen Einsatzbedingungen genau abwägen. Der verbrauchsintensive Dieselmotor ohne Hybridkomponenten führt zu höheren laufenden Kraftstoffkosten und einer ungünstigen Einstufung bei den CO2-Abgaben. Zudem sollte beim Leasing die jährliche Fahrleistung realistisch kalkuliert werden, da die angebotene Basis-Laufleistung von 10.000 Kilometern für viele Handwerker und Freiberufler zu knapp sein dürfte. Unter dem Strich liefert KGM mit dem Musso jedoch eine hochattraktive und bezahlbare Alternative im Pick-up-Segment, die den etablierten Konkurrenten spürbare Marktanteile streitig machen könnte.

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