Opel möchte mit vier Neuheiten den Gewerbe-Sektor umkrempeln - Bildnachweis: Opel / Stellantis
Modellvielfalt für den Gewerbealltag
Die Anforderungen an moderne Gewerbefahrzeuge im städtischen Verteilerverkehr sowie auf der überregionalen Langstrecke sind im Laufe der vergangenen Jahre massiv gestiegen. Dichte Innenstädte, strengere Abgasnormen, schwankende Energiepreise und ein anhaltender Kostendruck zwingen Handwerksbetriebe, Logistiker und Flottenbetreiber dazu, ihre Fuhrparkstruktur präzise auf das jeweilige Einsatzprofil abzustimmen. Auf der IAA Transportation 2026 in Hannover präsentiert die Rüsselsheimer Traditionsmarke Opel vom 14. bis zum 20. September ein breit gefächertes Fahrzeugportfolio, das genau diesen heterogenen B2B-Markt bedienen soll. Auf dem rund 1.000 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand C41 der Dachmarke Stellantis Pro One in Halle 13 rücken die Rüsselsheimer vier spezifisch konfigurierte Modelle in den Fokus der Fachwelt. Das Spektrum reicht dabei vom ultrakompakten Stadtlieferwagen für die berüchtigte letzte Meile bis hin zum tonnenschweren Großraumtransporter für gemischte Bautrupps.
Deshalb erfordert die Beurteilung dieses Messeauftritts einen sachlichen Blick hinter die Kulissen der Herstellerangaben. Statt sich von Marketingfloskeln leiten zu lassen, gilt es, die technischen Kennzahlen, die realen Nutzlasten, die Nutzbarkeit der Laderäume sowie die betriebswirtschaftlichen Gesamtkosten der gezeigten Modellvarianten nüchtern gegeneinander abzuwägen. Das Aufgebot in Hannover umfasst die Modelle Opel Movano als Doppelkabine, die Opel Vivaro Pritsche mit erweitertem Diesel-Antriebsstrang, den gehoben ausgestatteten Opel Combo Tech sowie den Elektro-Zwerg Opel Rocks mit Kargo Kit. Die Eröffnung erfolgt am Pressetag, dem 14. September 2026, mit einer Pressekonferenz um 8:20 Uhr, bevor die Messehallen vom 15. bis 20. September jeweils zwischen 9 und 18 Uhr für Fachbesucher und das allgemeine Publikum geöffnet sind.
Opel Movano Doppelkabine: Raumriese für Team und Material
Den massivsten Auftritt im Nutzfahrzeugprogramm der Rüsselsheimer legt der Opel Movano an den Tag. Als verlässliche Basis für unterschiedlichste Karosserie- und Aufbaulösungen deckt die größte Baureihe des Herstellers ein enormes Größenspektrum ab. Auf der Messe steht die Ausführung als Doppelkabine im Mittelpunkt, die speziell für den kombinierten Transport von Personal und Fracht entwickelt wurde. Mit Platz für bis zu 7 Personen im Innenraum richtet sich dieses Fahrzueg primär an Bauunternehmen, GaLaBau-Betriebe und kommunale Dienstleister, bei denen Arbeitsgruppen mitsamt Werkzeug und Schwerlastmaterial simultan an den Einsatzort gelangen müssen.
Aber die baulichen Dimensionen des Movano verlangen vom Fahrer im Alltag durchaus Eingewöhnung und Umsicht. Das Modellangebot gliedert sich in die Karosserielängen L2 mit 5.413 Millimetern, L3 mit 5.998 Millimetern sowie L4 mit 6.363 Millimetern. Die Höheneinstufungen reichen von H1 mit 2.254 Millimetern bis H3 mit exzellenten 2.779 Millimetern. Dementsprechend üppig fällt das maximale Ladevolumen aus, das in den voluminösesten Kastenwagen-Varianten L4H3 bis zu 17 Kubikmeter erreicht. Die Be- und Entladung gestaltet sich über die serienmäßige seitliche Schiebetür mit einer Durchgangsbreite von 1.250 Millimetern und einer Höhe von bis zu 1.755 Millimetern äußerst funktional. Die hinteren Flügeltüren lassen sich serienmäßig um 180 Grad und optional um bis zu 270 Grad aufschwenken, während die Ladekantenhöhe je nach Beladung und Federungsabstimmung zwischen 535 und 610 Millimetern rangiert. Bei einem Wendekreis von 12,5 Metern im Falle des L2-Radstands bis hin zu 15,3 Metern bei der Ausführung L4 erfordert das Manövrieren in engen Baustellenbereichen oder städtischen Ladezonen jedoch eine geübte Hand.
Unter der Haube des Movano arbeitet ein 2,2-Liter-Turbodieselmotor mit Common-Rail-Direkteinspritzung und Euro 6e-Abgasnorm. Das Triebwerk steht in drei Leistungsstufen zur Wahl: als Einstiegsvariante mit 120 PS und 320 Newtonmetern Drehmoment, als ausgewogene Mittenvariante mit 140 PS und 350 bis 380 Newtonmetern sowie als Topmotorisierung mit 180 PS und kraftvollen 380 bis 450 Newtonmetern. Je nach Konfiguration erfolgt die Kraftübertragung über ein manuelles Sechsgang-Schaltgetriebe oder ein Wandlerautomatikgetriebe mit acht Schaltstufen. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch liegt gemäß den technischen Spezifikationen im Bereich von 7,5 bis 10,4 Litern Diesel pro 100 Kilometer, während der CO2-Ausstoß je nach Aufbaudetails und Gewichtsklasse bis zu 317 Gramm pro Kilometer betragen kann.
Deshalb spielt das zulässige Gesamtgewicht eine zentrale Rolle bei der Fuhrparkplanung. In der klassischen 3,5-Tonnen-Klasse bewegt sich die Netto-Nutzlast des Movano zwischen etwa 1.100 und 1.350 kg. Wer höhere Lasten befördern muss, greift zur verstärkten 4,25-Tonnen-Version, bei der die Nutzlast auf beeindruckende 2.020 kg ansteigt. Zudem darf der Movano je nach Homologation gebremste Anhängelasten von bis zu 3.000 kg an den Haken nehmen.
Einen zukunftsweisenden Technologie-Baustein stellt der Movano Hydrogen dar. Diese Variante kombiniert ein 45-kW-Brennstoffzellensystem im Motorraum mit vier im Unterboden integrierten 700-bar-Wasserstofftanks, die insgesamt 7 kg Wasserstoff speichern können. Als Puffer dient eine unter den Sitzen platzierte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von 11 kWh, die auch extern über einen 11-kW-Onboard-Charger geladen werden kann. Der Elektromotor leistet 110 kW (150 PS) und entwickelt ein Drehmoment von 410 Newtonmetern. Mit einer Gesamtreichweite von über 500 Kilometern nach WLTP-Norm und einer Betankungszeit von nur rund 5 Minuten bietet der Wasserstoff-Movano vollwertige Langstreckentauglichkeit bei vollem Erhalt des Ladevolumens von bis zu 17 Kubikmetern. Ergänzt wird die emissionsfreie Palette durch den rein batterie-elektrischen Movano Electric, der dank eines 110-kWh-Akkus eine Reichweite von bis zu 420 Kilometern bietet.
Die Preisgestaltung im gewerblichen Direktvertrieb verlangt eine genaue Betrachtung. Der Grundpreis für den einfachen Movano Cargo Kastenwagen beginnt netto bei exakt 33.800 Euro beziehungsweise 36.650 Euro für die Basisausstattung Start. Inklusive Mehrwertsteuer entspricht dies Einstiegspreisen von etwa 40.222 Euro bis 43.613 Euro. Die besser ausgestattete Version Advance schlägt netto mit mindestens 38.150 Euro (45.398 Euro brutto) zu Buche, während die Top-Line Ultra ab 39.950 Euro netto (47.540 Euro brutto) notiert. Wer sich für das Fahrgestell mit Doppelkabine entscheidet, muss mit Nettopreisen ab 39.350 Euro beziehungsweise brutto ab 46.826 Euro rechnen.
Opel Vivaro Pritsche: Der vielseitige Mittelklasse-Transpoter für den Arbeitsalltag
In der extrem hart umkämpften Medium-Van-Klasse stellt der Opel Vivaro seit Jahren eine tragende Säule dar. Auf der Messe in Hannover demonstriert Opel die Wandlungsfähigkeit dieses Modells anhand der Pritschenversion. Die offene, von drei Seiten frei zugängliche Ladefläche ermöglicht ein unkompliziertes Verladen von Paletten, Baustoffen, Rohren oder Arbeitsgeräten mittels Gabelstapler oder per Hand. Damit richtet sich das Fahrzeug gezielt an Straßenbaubetriebe, Gartenbauer und handwerkliche Regiebetriebe. Eine wesentliche technische Erweiterung, die Opel zur Messe hervorhebt, betrifft den Antriebsstrang der Vivaro Pritsche. Diese ist nun erstmals in Kombination mit dem 110 kW (150 PS) starken 2,2-Liter-Turbodieselmotor und einem manuellen Sechsgang-Schaltgetriebe bestellbar. Dieses Aggregat stellt einen gelungenen Kompromiss aus Durchzugskraft und Effizienz dar. Der kombinierte Kraftstoffverbrauch wird nach offiziellen Messwerten mit 7,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer angegeben, was einem CO2-Ausstoß von 188 Gramm pro Kilometer entspricht. Für Kunden mit höheren Leistungsanforderungen steht zudem eine Version mit 180 PS und 8-Gang-Automatikgetriebe bereit, deren Verbrauch bei etwa 7,4 Litern auf 100 Kilometer liegt.
Deshalb lohnt sich ein direkter Vergleich mit den stärksten Mitbewerbern im Markt segmentübergreifend. Insbesondere die Kooperation von Volkswagen Nutzfahrzeuge und Ford wirft Schatten auf das Segment. Der neue VW Transporter T7, der technisch auf dem Ford Transit Custom basiert, startet bei Netto-Listenpreisen von rund 33.900 Euro für die Basisvariante bis hin zu über 43.960 Euro netto für spezialisierte Pritschenmodelle, was Bruttopreisen von über 45.200 Euro entspricht. Der Ford Transit Custom Kastenwagen liegt preislich ab etwa 30.795 Euro netto beziehungsweise 33.872 Euro brutto im Markt. Der Transit Custom bietet ein Ladevolumen von 5,8 bis 6,8 Kubikmetern und Nutzlasten zwischen 1.133 und 1.317 kg, während der neue VW T7 bis zu 9 Kubikmeter Ladevolumen und maximal 1,33 Tonnen Zuladung erreicht. Opel positioniert den Vivaro Cargo und die Pritschenausführungen mit Einstiegspreisen ab 35.550 Euro netto beziehungsweise rund 39.330 Euro bis 41.690 Euro brutto konkurrenzfähig im Mittelfeld.
Aber die offene Ladefläche der Pritsche verlangt im alltäglichen Betrieb logistische Zugeständnisse. Ladungsgüter sind Witterungseinflüssen wie Regen oder Schnee schutzlos ausgeliefert, sofern nicht nachträglich Abdeckplanen oder Aufbauboxen montiert werden. Zudem entfällt der Diebstahlschutz für hochwertiges Werkzeug, was zusätzliche Investitionen in verschließbare Werkzeugkisten erforderlich macht.
Für Fuhrparks mit klarem Fokus auf DeKarbonisierung bietet Opel den Vivaro auch in zwei elektrifizierten Ausführungen an. Neben dem rein batterie-elektrischen Vivaro Electric mit einem spezifischen Energieverbrauch von rund 27,3 kWh pro 100 Kilometer stellt der Vivaro Hydrogen eine hochmoderne Alternative dar. Drei im Unterboden untergebrachte 700-bar-Wasserstofftanks fassen bis zu 4,4 kg Wasserstoff. Dies ermöglicht eine emissionsfreie Reichweite von mehr als 400 Kilometern nach WLTP-Zyklus, wobei der Tankvorgang in nur etwa 3 Minuten abgeschlossen ist. Mit einem unveränderten Ladevolumen von 5,3 bis 6,1 Kubikmetern, einer Nutzlast von bis zu 1.000 kg und einer Anhängelast von ebenfalls 1.000 kg büßt die Wasserstoff-Variante keinerlei Alltagsnutzen gegenüber den konventionellen Verbrennern ein.
Opel Combo Tech: Pkw-Ausstattung im kompakten Nutzfahrzeuggewand
Für Lieferdienste in Ballungsräumen, Service-Techniker im Außendienst und kleine Handwerksbetriebe bildet der Opel Combo das Fundament des Transportalltags. Auf der IAA Transportation zeigt der Hersteller die Sonderserie Combo Tech, die das Nützliche mit dem Angenehmen verbinden soll. Das Fahrzeug zeichnet sich durch eine Serienausstattung aus, die in Bezug auf Komfort und Assistenzsysteme sonst vorwiegend in gehobenen Personenwagen zu finden ist. So verfügt der Combo Tech ab Werk über das blendfreie Intelli-Lux Matrix Licht, einen ergonomischen Komfortfahrersitz, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, Keyless Entry und Go sowie Stoßfänger im Pkw-Design und eine spezifische Karosseriebeklebung im Tech-Look.
Aber auch im Innenraum präsentiert sich der Arbeitsplatz modern aufgerüstet. Das digitale Infotainmentsystem setzt auf zwei große 10-Zoll-Bildschirme inklusive integrierter Navigation. Für mehr Sicherheit beim Rangieren sorgt das System Dynamic Surround View, welches das Geschehen hinter und seitlich des Fahrzeugs über Kamerasysteme digital auf den Innenspiegel überträgt und den toten Winkel effektiv verkleinert. Trotz der umfangreichen Pkw-Features bleibt der Combo Tech ein vollwertiges Lastenheft-Fahrzeug. Er bietet ein Ladevolumen von bis zu 3,8 Kubikmetern bei einer maximalen Laderaumlänge von bis zu 3,09 m. Je nach gewählter Motorisierung nimmt die Verbrennerversion Gegenstände bis zu einem Gewicht von knapp 650 kg auf. Bei der vollelektrischen Ausführung Combo Electric klettert die zulässige Nutzlast sogar auf bis zu 780 kg.
Deshalb zeigt sich die Sonderserie auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht attraktiv. Mit einem Netto-Grundpreis ab exakt 26.600 Euro (UPE exklusive Mehrwertsteuer) bietet der Combo Tech im Vergleich zu einem identisch mit Einzeloptionen konfigurierten Serienmodell einen Preisvorteil von rund 1.000 Euro netto. Zum Vergleich: Der klassische Combo Cargo startet in der Basisversion bei einem Netto-Listenpreis von rund 24.400 Euro beziehungsweise 29.036 Euro brutto. Auf der Antriebsseite haben Gewerbekunden beim Combo Tech die Wahl zwischen zwei effizienten Dieselmotoren und dem batterie-elektrischen Antriebsstrang. Kritisch anzumerken bleibt jedoch, ob extrem hochwertige Ausstattungsdetails wie Pkw-Stoßfänger oder empfindliche Displays im rauen Baustellen- und Handwerkeralltag frei von Beschädigungen bleiben.
Opel Rocks Electric Kargo: Die Mikromobilitäts-Lösung für die engste Innenstadt
Ein völlig außergewöhnliches Konzept im Nutzfahrzeug-Portfolio stellt der Opel Rocks dar. Das ultrakompakte Fahrzeug fällt in die EG-Fahrzeugklasse L6e für vierrädrige Leichtkraftfahrzeuge. Mit einer Länge von nur 2.410 Millimetern, einer Breite von exakt 1.390 Millimetern (ohne Außenspiegel) und einer Höhe von 1.520 Millimetern ist der kleine Stromer konsequent für dicht besiedelte Quartiere und historische Altstadtkerne konstruiert. Der extrem kleine Wendekreis von nur 7,20 Metern verleiht dem Fahrzeug eine unübertroffene Wendigkeit in engsten Gassen. Auf der Messe in Hannover ist der Rocks mit dem optionalen Kargo Kit zu sehen, das den zweisitzigen Stromer in ein reines Ein-Personen-Lieferfahrzeug verwandelt.
Aber durch das Kargo Kit verändert sich das Nutzungskonzept grundlegend. Der Beifahrersitz entfällt komplett und wird durch ein modular aufgebautes, verstellbares Frachtabteil ersetzt. Dadurch entsteht auf der Beifahrerseite ein aufgeräumter, blickdichter und von oben wie von der Beifahrertür zugänglicher Stauraum mit mehr als 400 Litern Ladevolumen. Die maximale Nutzlast liegt bei immerhin 140 kg. Zum Vergleich: Die normale Personenvariante des Rocks bietet lediglich eine kleine 63-Liter-Ablagemöglichkeit im Beifahrerfußraum. Das Kargo-System eignet sich damit perfekt für Paketdienste, Apotheken-Botendienste, Pizzalieferanten oder interne Werksverkehre auf ausgedehnten Industriearealen.
Die technischen Leistungswerte verdeutlichen den Fokus auf den reinen Kurzstreckenbetrieb. Der Permanentsynchron-Elektromotor stellt eine Nenndauerleistung von 6 kW (8 PS) bereit, während die Spitzenleistung bei 9 kW (12 PS) und das maximale Drehmoment bei 44 Newtonmetern liegt. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 45 km/h begrenzt. Dies bringt einen entscheidenden rechtlichen Vorteil mit sich: Der Rocks Kargo darf in Deutschland bereits ab 15 Jahren mit der Führerscheinklasse AM gefahren werden, was Betrieben den Zugriff auf einen deutlich breiteren Kreis an Nachwuchskräften und Auszubildenden ermöglicht. Die Energieversorgung übernimmt eine im Fahrzeugboden installierte Lithium-Ionen-Batterie mit einer Netto-Kapazität von 5,5 kWh (brutto 7,0 kWh). Gemäß WMTC- und WLTP-Standard reicht eine Akkuladung für eine Distanz von bis zu 75 Kilometern. Das Wiederaufladen gestaltet sich unkompliziert: Ein 3 m langes Ladekabel mit haushaltsüblichem Schuko-Stecker ist fest in der Beifahrertür verstaut. An jeder normalen 230-Volt-Steckdose lässt sich der Akku bei einer Ladeleistung von etwa 1,8 bis 2,3 kW in gut 3,5 bis 4 Stunden vollständig füllen.
Deshalb bildet die Preisgestaltung eine der stärksten Karten des Elektro-Würfels. Der Einstiegspreis für die Basisversion des Rocks Electric beginnt bei exakt 7.990 Euro bis 8.340 Euro. Die Ausstattungslinien Tekno und Klub sowie die spezialisierte Nutzfahrzeug-Variante Kargo rangieren bei rund 8.790 Euro. Im gewerblichen Leasing ist das Leichtkraftfahrzeug bereits ab etwa 86 Euro monatlich verfügbar.
Nichtsdestotrotz muss eine nüchtern technisch spezialisierte Betrachtung auch die drastischen Einschränkungen hervorheben. Da der Rocks Electric der Fahrzeugklasse L6e angehört, unterliegt er nicht den strengen Pkw-Crashnormen. Das Fahrzeug besitzt keinerlei Airbags, kein Anti-Blockier-System (ABS) und kein elektronisches Stabilitätsprogramm (ESP). Die passive Sicherheit beschränkt sich auf den simpel konstruierten Stahlrohrrahmen und konventionelle Dreipunktgurte. Die Federung fällt extrem starr aus, der Innenraum besteht weitgehend aus ungefärbtem, kratzempfindlichem Hartplastik und die fehlende Lenkungsrückstellung erfordert aktive Korrekturen. Im direkten Vergleich zu zweirädrigen Motorrollern oder Lastenfahrrädern bietet der Rocks Kargo jedoch ein unvergleichlich höheres Maß an Wetterfestigkeit und passiver Grundsicherheit, weshalb er als spezialisiertes Nischenfahrzeug durchaus seine Daseinsberechtigung besitzt.
Das Gesamtdach Stellantis Pro One und das CustomFit Umrüstprogramm
Die Messepräsenz von Opel auf der IAA Transportation 2026 ist eingebettet in den übergreifenden Auftritt der Konzernsparte Stellantis Pro One. Dieser Geschäftsbereich bündelt die weltweiten Nutzfahrzeugaktivitäten der Marken Opel, Peugeot, Citroën, Fiat Professional, RAM und Vauxhall unter einem gemeinsamen strategischen Dach. Der rund 1.000 Quadratmeter große Messestand C41 in Halle 13 dient als zentrale Plattform, um gewerblichen Kunden nicht nur reine Serienfahrzeuge, sondern ein umfassendes Ökosystem aus Dienstleistungen und individuellen Umbaulösungen zu präsentieren.
Aber ein besonders wichtiges Standbein dieser Strategie bildet das sogenannte CustomFit-Programm. Da Standard-Kastenwagen die spezifischen Anforderungen vieler Branchen nicht abdecken können, erlaubt CustomFit die Realisierung maßgeschneiderter Auf- und Umbauten. Das Angebot reicht von werksseitig voll integrierten Spezialausstattungen wie Kippern, Kühlkoffern oder Ladeboardwänden bis hin zu hochspezialisierten Umrüstungen über ein globales Netzwerk von mehr als 450 zertifizierten Partnerunternehmen. Dadurch erhalten Gewerbekunden ihr individuell angepasstes Fahrzeug direkt aus einer Hand, inklusive voller Herstellergarantie und abgesicherter Ersatzteilversorgung.
Gesamtwirtschaftliche Einordnung und bilanzielles Fazit
Die Präsentation der Rüsselsheimer Modelle auf der IAA Transportation 2026 zeigt eine durchdachte und differenzierte Aufstellung im Bereich der leichten Nutzfahrzeuge. Opel deckt mit den gezeigten Exponaten ein extrem breites Nutzungsspektrum ab, das vom winzigen Rocks Kargo für den städtischen Kurierdienst über den komfortablen Combo Tech und die robuste Vivaro Pritsche bis hin zum Movano für schwere Transporteraufgaben reicht. Deshalb müssen Fuhrparkleiter im Vorfeld eines Kaufs eine sehr genaue Total-Cost-of-Ownership-Analyse (TCO) durchführen. Die mehrgleisige Antriebsstrategie von Opel, bestehend aus hocheffizienten Turbodieseln, batterie-elektrischen Systemen und innovativen Wasserstoff-Brennstoffzellen. bietet für jedes Einsatzprofil das passende Werkzeug. Konventionelle Dieselantriebe punkten nach wie vor durch niedrigere Anschaffungskosten, hohe Reichweiten und die gewohnte Betankungsinfrastruktur, was sie auf langen Strecken unersetzlich macht. Demgegenüber bieten die voll-elektrischen Varianten und die Brennstoffzellenmodelle eine absolute Emissionsfreiheit vor Ort, Befreiungen von Fahrverboten in Umweltzonen sowie spürbar geringere Wartungsaufwände, erfordern jedoch bei der Anschaffung höhere Investitionen.
Zusammenfassend gelingt Opel auf der Messe in Hannover eine überzeugende Leistungsschau, die ohne übertriebene Effekthascherei den pragmatischen Nutzen für den Arbeitsalltag in den Vordergrund stellt. Die Kombination aus solider Fahrzeugtechnik, flexiblen Laderaumkonzepten, variablen Antriebsoptionen und dem verlässlichen CustomFit-Netzwerk macht die Nutzfahrzeugflotte der Marke zu einem starken Anwärter bei anstehenden Fuhrparkentscheidungen im gewerblichen Sektor.

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