MGS9 1.5T GDI PHEV Premium Automatik im Kurztest - Bildnachweis: MOTORMOBILES
Premium-Anspruch bei MG: Ein Riese greift nach den Sternen im Segment der Siebensitzer-SUV
Der Automobilmarkt befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel, bei dem die Frage nach der richtigen Antriebsform und der damit verbundenen Alltagstauglichkeit die Diskussionen beherrscht. Wer heute eine große Familie oder einen hohen Platzbedarf im geschäftlichen Alltag zu managen hat, steht oft vor der schwierigen Wahl zwischen voll-elektrischer Mobilität, die auf Langstrecken Kompromisse bei den Ladestopps erfordert, und klassischen Verbrennern, deren CO2-Bilanz zunehmend unter Druck gerät.

Hier positioniert sich der neue MG S9 1.5T GDI PHEV als Brückentechnologie, die den Anspruch erhebt, beide Welten in einem großzügig dimensionierten SUV-Format zu vereinen. Nach einer intensiven Testfahrt durch den Großraum München und die anspruchsvollen Passstraßen des Alpenvorlandes zeigt sich, ob dieses Konzept das Versprechen von Effizienz und Langstreckentauglichkeit in der Praxis einlösen kann. Die Marke MG, einst ein britisches Kulturgut und heute unter der Ägide des chinesischen SAIC-Konzerns ein globaler Akteur, hat sich in Deutschland eine bemerkenswerte Position erarbeitet. Mit dem aktuellen Strategiewechsel hin zum klassischen Händlervertrieb im Jahr 2026 unterstreicht der Hersteller seinen Anspruch, nicht mehr nur als Nischenanbieter für preisbewusste Käufer zu fungieren, sondern als ernstzunehmender Partner für private Haushalte und Flottenbetreiber aufzutreten.

Marktsegment und technische Einordnung des MGS9
Der MG S9 tritt in einem hart umkämpften Segment an, das traditionel von etablierten Größen wie dem Kia Sorento, dem Hyundai Santa Fe oder auch dem Skoda Kodiaq besetzt ist. Das Rezept des MGS9 ist dabei klar definiert: Ein Siebensitzer-Layout, das durch den Plug-in-Hybrid-Antrieb (PHEV) sowohl innerstädtische Pendlerstrecken lokal emissionsfrei abdecken soll als auch auf Langstrecken die Reichweitenangst eliminiert. Im direkten Vergleich zu rein batterieelektrischen Wettbewerbern bietet der S9 eine Flexibilität, die insbesondere für Nutzer attraktiv ist, die keine privaten Lademöglichkeiten in der Garage haben oder regelmäßig hohe Anhängelasten bewegen müssen. Die technische Basis bildet eine Plattform, die auf Modularität ausgelegt ist und im Falle des S9 konsequent auf ein komfortables Fahrverhalten hin optimiert wurde. Der MGS9 ist kein Sportwagen, das wird bei den ersten Metern im Münchner Stadtverkehr sofort deutlich. Er ist ein souveräner Gleiter, der den Fahrer entlasten will.
Plattform und Torsionssteifigkeit: Die Everest-Architektur im Detail
Unter der fast fünf Meter langen Karosserie des MG S9 PHEV arbeitet die hochentwickelte Everest-Plattform von SAIC, die er mit seinem chinesischen Technikbruder, dem Roewe RX9, teilt. Diese mechatronische Integrationsarchitektur wurde im Rahmen der sogenannten Seven Technical Bases von SAIC entwickelt. Die Everest-Plattform ist als Multi-Energy-Layout konzipiert und ermöglicht einen fließenden Übergang von klassischen Verbrennungsmotoren hin zu hochentwickelten Plug-in-Hybriden und rein elektrischen Antriebssträngen. Im S9 PHEV erzielt dieses System eine herausragende energetische Effizienz. Die mechanische Struktur des Fahrzeugs zeichnet sich durch den gezielten Einsatz von hochfesten und ultrahochfesten Stählen aus, die insbesondere in den sicherheitsrelevanten A- und B-Säulen sowie in den Längsträgern der Fahrgastzelle integriert sind. Durch diese konstruktiven Maßnahmen erreicht das SUV eine beachtliche Torsionssteifigkeit. Diese strukturelle Integrität bildete auch das Fundament für das exzellente Abschneiden beim Euro NCAP-Crashtest, bei dem der MG S9 PHEV die Höchstwertung von fünf Sternen erzielte. Beim Schutz von erwachsenen Insassen holte das SUV 84 Prozent der Punkte, während die Kindersicherheit mit hervorragenden 85 Prozent bewertet wurde. Die stabile Sicherheitszelle fängt Aufprallenergien effektiv ab und wird serienmäßig durch ein System von sieben Airbags, einschließlich eines zentralen Airbags zwischen den Vordersitzen, ergänzt.

Exterieur-Design und optische Anmutung
Bei der Gestaltung des MG S9 verzichtet der Hersteller auf exzentrische Experimente. Die Formensprache ist sachlich, aufgeräumt und folgt den gängigen Trends moderner SUV-Architektur. Eine markante Frontpartie mit einer klar gezeichneten Lichtsignatur verleiht dem Fahrzeug eine präsente, aber keineswegs aggressive Optik. In der Seitenansicht dominieren lange, gestreckte Linien, die die Dimensionen des Fahrzeugs betonen, ohne es plump wirken zu lassen. Die Karosserieabmessungen spiegeln den Anspruch an das Raumangebot wider, was dazu führt, dass der S9 auf Parkplätzen durchaus Präsenz zeigt. Die Verarbeitungsqualität am Exterieur lässt wenig Spielraum für Kritik. Die Spaltmaße sind gleichmäßig, die Oberflächen wirken wertig und die Integration der Anbauteile zeugt von einem Reifegrad, den man bei früheren Modellen der Marke in dieser Konsequenz noch nicht kannte. Ob die Lackierung oder die Montage der Zierleisten – der S9 macht den Eindruck, als wolle MG hier gezielt das Image des günstigen Einsteigers ablegen und in Richtung Premium-Anspruch drängen.

Qualität und Verarbeitung
Im Innenraum setzt sich dieser Eindruck fort. Die Materialwahl ist durchdacht. Zwar findet sich hier und dort noch klassischer Kunststoff, doch die Berührungspunkte – also das Lenkrad, die Armauflagen und die Schaltkonsole – sind mit Materialien bezogen, die eine angenehme Haptik bieten. Die Sitzbezüge in der Premium-Variante wirken strapazierfähig und sind sorgfältig verarbeitet. Ein kritischer Blick auf die Details, etwa die Schaltermechanik der Fensterheber oder die Haptik der Drehregler, offenbart keine Ausreißer.

Die Torsionssteifigkeit der Karosserie ist bei Fahrten über unebenes Terrain im Voralpenland spürbar hoch, was sich durch die Abwesenheit von Knarzgeräuschen im Interieur bemerkbar macht. Hier hat die Entwicklung bei MG ihre Hausaufgaben gemacht. Für Flottenmanager ist dies ein entscheidender Punkt, denn die Langlebigkeit des Interieurs ist bei Fahrzeugen, die über 36 oder 48 Monate im Leasing laufen, ein zentrales Kriterium für den Restwert.

Interieur und Variabilität
Der Innenraum ist die Paradedisziplin des MG S9. Die Paradedisziplin des MG S9 PHEV liegt zweifelsohne in seinen großzügigen Platzverhältnissen und seiner enormen Flexibilität im Innenraum. Mit einer Gesamtlänge von 4,98 Metern und einem Radstand von 2,92 Metern deklassiert das Fahrzeug viele etablierte Konkurrenten und bietet ein Raumgefühl, das sich auf dem Niveau der automobilen Oberklasse bewegt. Der Innenraum ist standardmäßig als vollwertiger Siebensitzer konzipiert, wobei die Bestuhlung in einer klassischen Drei-Reihen-Konfiguration angeordnet ist. Die erste und zweite Sitzreihe bieten erstklassigen Komfort, auch für großgewachsene Passagiere. Die dritte Sitzreihe ist, wie bei fast allen Wettbewerbern dieser Klasse, eher für Kinder oder für gelegentliche Kurzstreckenfahrten Erwachsener gedacht.

Die zweite Sitzreihe lässt sich im Verhältnis 60:40 teilen sowie unabhängig voneinander in der Länge verschieben. Dies ermöglicht es, je nach Bedarf entweder eine fürstliche Beinfreiheit im Fond zu kreieren oder das Gepäckraumvolumen zugunsten der dritten Sitzreihe zu maximieren. Selbst in der dritten Reihe finden heranwachsende Personen auf kürzeren Strecken ausreichend Platz vor, wenngleich die Knieposition aufgrund des bauartbedingt höheren Bodens spürbar angewinkelt ist. Für einen unkomplizierten Einstieg in die hinterste Reihe sorgt ein mechanischer Entriegelungshebel, der den äußeren Sitz der zweiten Reihe mit einem einzigen Handgriff nach vorne klappt und schiebt.
Die Variabilität überzeugt jedoch durch eine einfache Handhabung der Sitzmechanismen. Mit wenigen Handgriffen läßt sich eine ebene Ladefläche schaffen, die auch sperrige Transportaufgaben ermöglicht. Wird die dritte Sitzreihe nicht benötigt, lässt sie sich komplett flach im Kofferraumboden versenken, wodurch das Ladevolumen von 332 Litern auf stattliche 1.026 Liter anwächst. Werden auch die Sitze der zweiten Reihe umgelegt, entsteht eine fast ebene Ladefläche mit einem gigantischen Volumen von bis zu 2.093 Litern, was den S9 zu einem echten Lademeister für sperriges Transportgut macht. Ein kleiner Wermutstropfen bleibt jedoch der fehlende Platz unter dem Kofferraumboden für das Ladekabel, da dort die 12-Volt-Fahrzeugbatterie untergebracht ist. In puncto Variabilität glänzt der S9 PHEV zudem mit einer maximalen Anhängelast von bis zu 2.000 Kilogramm bei gebremsten Anhängern, was ihn im Konkurrenzumfeld der Plug-in-Hybride zu einer echten Empfehlung für den Transport von Bootstrailern oder Wohnwagen macht.
Die Platzverhältnisse im Fond sind luftig, was durch das serienmäßige Panorama-Glasdach noch unterstrichen wird. Die Sitzposition für den Fahrer und den Beifahrer ist hervorragend gelöst. Der Fahrer profitiert im Premium-Modell von einem achtfach elektrisch verstellbaren Sitz aus weichem Kunstleder, der über eine integrierte Memory-Funktion, eine verstellbare Vier-Wege-Lordosenstütze sowie eine dreistufige Heiz-, Belüftungs- und Massagefunktion verfügt. Man thront regelrecht über dem Verkehrsgeschehen und genießt durch die großzügigen Glasflächen und das serienmäßige Panorama-Schiebedach eine exzellente Rundumsicht, die lediglich durch die breiten C-Säulen nach hinten hin leicht eingeschränkt wird.

UX und Infotainment
Das Infotainment-System basiert auf einer modernen Android-Plattform, die flüssig reagiert und eine logische Menüstruktur aufweist. Die beiden 12,3-Zoll-Displays sind harmonisch in das Armaturenbrett integriert. Die Auflösung ist scharf, die Farben sind satt, und die Reaktionszeiten bei der Navigation durch die Menüs sind tadellos. Die Einbindung von Android Auto und Apple CarPlay funktioniert kabellos und stabil, was für die moderne Fahrzeugnutzung ein absolutes Muss darstellt. Die Sprachsteuerung ist funktional, erfordert jedoch eine klare Aussprache und hat bei komplexeren Befehlen gelegentlich ihre Grenzen.

Die zugehörige Smartphone-App zur Fahrzeugsteuerung, etwa zum Vorheizen oder zum Abfragen des Ladestatus, ist übersichtlich gestaltet und erweitert den Funktionsumfang des PHEV-Konzepts sinnvoll. Kritisch anzumerken ist, dass MG manche Funktionen tief in den Untermenüs des Touchscreens vergraben hat, was während der Fahrt die Konzentration stärker fordert als physische Tasten. Hier ist der Trend zur vollständigen Digitalisierung spürbar, der nicht immer einen Sicherheitsgewinn bedeutet.
Ein echtes Highlight der Premium-Ausstattung unseres Testwagen ist das bordeigene Audiosystem der renommierten Marke Bose. Mit insgesamt zwölf strategisch im Fahrgastraum verteilten Lautsprechern liefert die Anlage ein bemerkenswert plastisches und ausgewogenes Klangbild. Die akustische Abstimmung füllt alle drei Sitzreihen mit einer klaren Bühnenabbildung und sorgt im Verbund mit der hervorragenden mechanischen Geräuschdämmung für das Ambiente einer rollenden Konzertlounge.
MG Pilot
Überzeugend – aber mit leichten Abstrichen in der Fahrpraxis – präsentierten sich im Test die überempfindlichen Assistenzsysteme des MG Pilot. Das bordeigene Driver Monitoring System (DMS), das über eine Kamera an der Lenksäule die Aufmerksamkeit des Fahrers scannt, reagiert extrem sensibel. Bereits ein kurzer Blick auf den zentralen Infotainment-Bildschirm zur Routenüberprüfung oder auf die Instrumente provoziert umgehend eine akustische und visuelle Warnmeldung. Auch der Spurhalteassistent greift auf den engen Landstraßen des Alpenvorlands bisweilen sehr abrupt in die Lenkung ein, was den ansonsten entspannten Fahrkomfort etwas schmälert. Praktisch ist jedoch die MG Pilot Custom Funktion, mit der der Fahrer seine bevorzugten Assistenz-Einstellungen individuell konfigurieren und dauerhaft abspeichern kann, um nervige Fehlwarnungen zu minimieren.

Antrieb und Leistung im Hybrid-Betrieb
Herzstück des MG S9 ist die Kombination aus einem 1,5-Liter-Turbobenziner und einem Elektromotor. Die Systemleistung von 220 Kilowatt, das entspricht 299 Pferdestärken, sorgt für ein zügiges Vorankommen. Der Antriebsstrang arbeitet im Hybrid-Modus meist harmonisch. Der Wechsel zwischen Verbrenner und Elektroantrieb erfolgt weich, wobei der Verbrenner bei starker Beschleunigung akustisch präsenter wird, als es in dieser Fahrzeugklasse ideal wäre. Dennoch: Die Kraftentfaltung ist linear und souverän.

Das maximale Drehmoment der Systemleistung von 390 Newtonmetern sorgt für den notwendigen Durchzug, um auch im Alpenvorland sicher zu überholen. Das Fahrwerk ist eher auf Komfort als auf sportliche Exzesse ausgelegt, was dem Charakter des Fahrzeugs als Familien-SUV entspricht. Die Lenkung ist leichtgängig, aber präzise genug, um den S9 auch auf kurvigen Straßen sicher zu führen. Das Fahrwerk des S9 ist primär auf Fahrkomfort ausgelegt, stößt jedoch bei schnellen Richtungswechseln an physikalische Grenzen. Die Wankneigung in schnellen Kurven bleibt dank des niedrigen Schwerpunkts durch die im Unterboden verbauten Batterien in einem akzeptablen Rahmen. Im reinen EV-Modus beschleunigt der Elektromotor das schwere SUV souverän und flüsterleise im fließenden Verkehr. Schaltet sich unter hoher Last oder bei leerem Akku der Verbrennungsmotor hinzu, geschieht dies dank einer exzellenten akustischen Isolierung der Spritzwand sehr dezent. Lediglich unter Volllast an steilen Passstraßen neigt das Aggregat zu einem leicht angestrengten, monotonen Brummen, das jedoch zügig abklingt, sobald die Zielgeschwindigkeit erreicht ist. Während wellige Landstraßen sanft glattgebügelt werden, dringen kurze, harte Stöße wie Querfugen oder Kanaldeckel im städtischen Bereich zuweilen überraschend spürbar in den Fahrgastraum durch, was durch die großen 20-Zoll-Leichtmetallräder mit entsprechend niedrigem Reifenquerschnitt zu erklären ist. Bei der ausgiebigen Testfahrt im dichten Stadtverkehr von München sowie auf den anspruchsvollen, topografisch wechselhaften Landstraßen des Alpenvorlands zeigte sich der MG S9 PHEV als ausgeprägter und gelassener Reisewagen. Sein Wendekreis von 11,5 Metern machen ihn trotz seiner Größe auch im städtischen Umfeld gut manövrierbar.

LFP-Batterie und Ladeperformance
Ein technisches Highlight ist die Verwendung der LFP-Batterietechnologie, also Lithium-Eisen-Phosphat-Zellen. Diese zeichnen sich durch eine höhere thermische Stabilität und eine längere Lebensdauer aus, was sie für ein Fahrzeug, das auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt ist, prädestiniert. Die Kapazität von 24,7 Kilowattstunden ermöglicht eine elektrische Reichweite, die im Praxisalltag – inklusive Stadtverkehr und Überland – bei etwa 85 bis 95 Kilometern liegen dürfte. Das ist ein praxisnaher Wert, der den Großteil des täglichen Pendelns rein elektrisch ermöglicht. Die dreiphasige Ladeleistung beträgt an einer Wallbox bis zu 11 Kilowatt, was eine vollständige Ladung in etwa drei Stunden ermöglicht. Schnelles DC-Laden mit Gleichstrom ist bei diesem PHEV-Modell nicht vorgesehen. Bidirektionales Laden, also die Möglichkeit, Energie aus dem Auto ins Stromnetz oder für externe Geräte (V2L) zu nutzen, erweitert das Einsatzspektrum des Fahrzeugs erheblich.

Effizienz und Verbrauch
Hier liegt der Knackpunkt bei jedem Plug-in-Hybrid. Im rein elektrischen Modus ist der S9 ein effizienter Begleiter. Sobald jedoch der Akku leer ist und der Verbrenner die Arbeit übernimmt, steigt der Verbrauch. Auf der Testfahrt zeigte sich ein Wert von etwa 7,2 Litern auf 100 Kilometern bei moderater Fahrweise auf Landstraßen. Dies ist ein halber Liter mehr als die WLTP-Angabe für den kombinierten Verbrauch bei leerer Batterie. Dank des großzügig dimensionierten 65-Liter-Kraftstofftanks verbleibt die Gesamtreichweite bei kombiniertem Antrieb jedoch bei beruhigenden, weit über 900 Kilometern, was Langstreckenfahrten gänzlich ohne Reichweitenangst ermöglicht.

Auf der Autobahn bei höheren Tempi klettert der Verbrauch schnell in Richtung 9 Liter. Das ist ein klassisches Szenario für große SUVs, die ein hohes Gewicht bewegen müssen. Wer den S9 konsequent lädt, kann den Treibstoffverbrauch im Alltag gegen Null drücken. Wer jedoch das Laden vernachlässigt, wird mit einem Verbrauch konfrontiert, der den Vorteil des elektrischen Antriebsstrangs zunichtemacht. Flottenmanager sollten daher bei der Implementierung dieses Modells auch die Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz und die Ladegewohnheiten der Nutzer genau im Blick haben, um die Gesamtkosten zu optimieren.
Technische Daten MGS9 1.5T GDI PHEV Premium Automatik
Hersteller: MG - SAIC
Baureihe: MGS9
Karosserie: SUV fünfsitzig
Antrieb: PHEV-Antrieb in Kombination mit 1,5-Liter-Turbomotor mit 4 Zylinder
Antriebräder: Frontantrieb
Getriebe: Automatik 1-Gang
Hubraum: 1.496 ccm
Max. Leistung Verbrenner: 105 kW / 142 PS bei 5.500 U/min
Max. Leistung Elektromotor: 170 kW / 231 PS bei 3.500 U/min
Systemleistung: 220 kW / 299 PS
Beschleunigung: 6,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h Sekunden
Drehmoment Verbrenner: 311 Nm bei 4.000 U/min
Drehmoment E-Motor: 390 Nm bei 3.500 U/min
Batteriekapazität: 23,2 kWh netto/ 24,7 kWh brutto
Zellchemie: Lithium-Eisenphosphat
Kombinierter Energieverbrauch Strom WLTP: 21,3 kWh/100 km
Ladegeschwindigkeit (AC) auf Typ-2: 3,7 bis 11 kW (dreiphasig)
Kombinierter Energieverbrauch Kraftstoff WLTP: 2,4 L/100 km
Kombinierter Energieverbrauch Kraftstoff WLTP (leere Batterie): 6,7 L/100 km
CO2-Emissionen gewichtet, kombiniert: 54 g/km
Höchstgeschwindigkeit: 200 km/h
Kraftstoffart: Super Benzin ROZ 95
Tankinhalt: 65 Liter
Räder: 20-Zoll-Leichtmetallfelgen mit 245/50 R20
Kofferraum: 1.026 bis 2.093 Liter
Anhängelast ungebremst: 750 kg
Anhängelast gebremst: 2.000 kg (bei 12% Steigung)
Wendekreis: 11,5 m
Leergewicht inkl. Fahrer: 2.160 kg
Zulässiges Gesamtgewicht: 2.717 kg
Garantie (Fahrzeug): 7 Jahr/150.000 km
Länge/Breite/Höhe/Radstand: 4.983/1.967/1.778/2.915 mm
Preise ab: 48.790 Euro
Preise und Ausstattungspositionierung
Der MG S9 startet als Comfort-Variante bei einem Listenpreis von 44.990 Euro. Die von uns gefahrene Premium-Ausstattung liegt rund 3.800 Euro darüber und bietet zusätzlich Komfortmerkmale wie Sitzlüftung, Massagefunktion, ein hochwertigeres Soundsystem von Bose und eine umfangreichere Sicherheitsausstattung. Angesichts der gebotenen Größe, der Leistung und der Technik ist dieses Preisgefüge als äußerst wettbewerbsfähig einzustufen. Viele europäische Hersteller rufen für vergleichbare Fahrzeuge deutlich höhere Preise auf.

MG verzichtet dabei auf eine endlose Liste an Aufpreispflichtigen Extras, sondern bündelt die Funktionen in Paketen, was die Konfiguration einfach und transparent macht. Das ist ein weiterer Punkt, der für den Einsatz in Fuhrparks spricht, da die Komplexität bei der Bestellung gering gehalten wird. MG gewährt für den MGS9 Premium aktuell – unabhängig von der staatlichen Förderung – einen zeitlich vorerst bis ende Juni 2026 befristeten Barkauf-Bonus bis zu 4.500 Euro.

Marktstrategie und Ausblick auf 2026
Der Rückzug vom Agenturmodell in Deutschland ist ein mutiger, aber logischer Schritt. MG hat verstanden, dass der deutsche Kunde – und insbesondere der deutsche Flottenkunde – den direkten Ansprechpartner vor Ort, also das Autohaus, schätzt. Die Werkstattanbindung und die persönliche Beratung sind Vertrauensanker, die ein rein digitales Modell schwer ersetzen kann. Mit dem Ausbau des Händlernetzes auf 300 Standorte in den kommenden Jahren schafft MG die notwendige physische Präsenz, um auch konservativere Käufergruppen zu erreichen. Die Marke hat sich vom Billigheimer zu einem ernsthaften Herausforderer entwickelt, der nicht mehr über den Preis, sondern über ein vernünftiges Preis-Leistungs-Verhältnis und ausgereifte Technik überzeugt. Das Ziel von 33.000 Neuzulassungen in 2026 erscheint ambitioniert, aber vor dem Hintergrund der neuen Vertriebsstruktur und attraktiver Modelle wie dem S9 als durchaus erreichbar.

Fazit: Großer Siebensitzer mit Stecker
Der MGS9 1.5T GDI PHEV ist kein Fahrzeug für Enthusiasten, die jeden Millimeter Fahrspaß auf der Nordschleife suchen. Er ist ein vernunftbetontes Automobil für den Alltag, für die große Familie oder für den geschäftlichen Einsatz, bei dem es auf Raum, Komfort und eine intelligente Antriebsstrategie ankommt. Er zeigt eindrucksvoll, dass MG technologisch auf Augenhöhe mit den etablierten Marken ist. Die Kombination aus solider LFP-Batterietechnologie, einem durchdachten Raumkonzept und einer modernen, wenn auch digital fokussierten Bedienung macht ihn zu einer Empfehlung in diesem Segment. Kritisch bleiben die Verbrauchswerte bei leerem Akku auf der Autobahn und die teilweise etwas komplexe Menüführung des Infotainments. Wer jedoch sein Fahrprofil kennt und die Möglichkeiten des Ladens zu Hause oder im Büro nutzt, erhält mit dem MGS9 ein ehrliches und vielseitiges Werkzeug für die Mobilität von heute und morgen. Die Marke MG hat mit diesem Modell bewiesen, dass sie nicht nur Autos bauen kann, sondern den Markt und die Bedürfnisse der Kunden verstanden hat. Der S9 ist ein Beweis für die zunehmende Reife der Marke und eine Ansage an die Konkurrenz, dass man sich auf dem Erfolg der Vergangenheit nicht ausruhen darf. Ob er die hohen Absatzerwartungen erfüllen kann, wird die Marktakzeptanz zeigen, doch die Basis stimmt.

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