Polestar 5 - 2026 - Bildnachweis: Polestar / STEFAN ISAKSSON
Polestar 5 startet durch: Münchens Messepremiere zeigt elektrischen Anspruch im Premiumsegment
Mit der Enthüllung des Polestar 5 hat die schwedische Elektromarke auf der IAA Mobility 2025 in München ihr neues Flaggschiff vorgestellt. Der viertürige Grand Tourer markiert den nächsten Schritt der Marke, die seit ihrer Ausgliederung aus dem Volvo-Konzern konsequent auf reinelektrische Performance setzt. Polestar präsentiert den 5er nicht nur als Serienfahrzeug, sondern auch als Signal: ein Modell, das aus dem vielbeachteten Konzeptwagen Precept hervorgegangen ist und den Anspruch auf gestalterische Eigenständigkeit unterstreicht. Anders als viele Designstudien bleibt Polestar bei der Umsetzung erstaunlich nah am Ursprungskonzept, und dies sorgt in der Szene für Aufmerksamkeit.

Leistungsstarker Elektro-GT mit Zielgruppe Porsche Taycan
Die Wahl der IAA Mobility in München als Premierenort ist kein Zufall. Polestar positioniert sich hier bewusst im Zentrum der Diskussion um die Zukunft der Elektromobilität. Kaum eine andere Leitmesse bündelt in Europa so viele Marken, politische Botschaften und technologische Impulse. Während chinesische Hersteller mit preisgünstigen Modellen Präsenz zeigen, richtet Polestar den Fokus auf hochpreisige Premium-Elektroautos. In Deutschland, einem der wichtigsten Absatzmärkte der Marke, soll der Polestar 5 zur festen Größe im Segment der elektrischen GT-Modelle werden und somit Konkurrenten wie den Porsche Taycan oder den Tesla Model S herausfordern.

Technische Eckdaten
Die Eckwerte des Polestar 5 unterstreichen diesen Anspruch. Das Fahrzeug nutzt erstmals die neue Performance Architecture der Marke, eine Aluminiumplattform, die in Kombination mit einer 112 kWh großen Lithium-Ionen-Batterie (106 kWh nutzbar) besonders hohe Festigkeit und gleichzeitig Gewichtsoptimierung bietet. Kunden können zwischen zwei Versionen wählen. Der Polestar 5 Dual Motor leistet 550 kW und 812 Nm Drehmoment,während der Polestar 5 Performance auf 650 kW und ein Drehmoment von 1.015 Nm kommt. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt je nach Modell in 3,9 oder 3,2 Sekunden. Beide Fahrzeuge sind elektronisch auf 250 km/h Höchstgeschwindigkeit begrenzt.
Die Reichweite liegt beim Dual Motor laut WLTP bei maximal 670 Kilometern, während die Performance-Version bis zu 565 Kilometer schafft. Beide Modelle profitieren von einer 800-Volt-Architektur, die Ladeleistungen von bis zu 350 kW ermöglicht. Damit lässt sich der Akkustand innerhalb von rund 22 Minuten von 10 auf 80 Prozent erhöhen, was den Polestar 5 für Langstreckenfahrten praxistauglich machen könnte.

Innenraum und Materialien
Im Innenraum setzt der Hersteller auf eine Mischung aus luxuriösem Ambiente und nachhaltigen Materialien. Der Polestar 5 ist standardmäßig als komfortabler Viersitzer ausgelegt, kann jedoch über eine klappbare Armlehne im Fond auch als Fünfsitzer genutzt werden. Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Materialien: Naturfasern wie Flachs, biobasierte Verbundstoffe oder recyceltes PET kommen ebenso zum Einsatz wie chromfreies Leder des Zulieferers Bridge of Weir. Die vorderen Recaro-Sitze verbinden sportliche Konturierung mit Komforteigenschaften wie Belüftung und Massage. Ein großflächiges Panoramaglasdach unterstreicht den Anspruch auf großzügiges Raumgefühl.

Infotainment und Assistenzsysteme
Zentrales Bedienelement im Cockpit ist ein 14,5 Zoll großes Touchdisplay mit Android Automotive OS inklusive Google-Maps-Integration. Ergänzt wird es durch ein 9-Zoll-Fahrerdisplay direkt am Lenkrad und ein HeadUp-Display. Für den Klang stehen zwei Systeme zur Wahl: Ein serienmäßiges High Performance Paket oder ein optionales Bowers & Wilkins-System mit 21 Lautsprechern und 1.680 Watt Leistung. Serienmäßig an Bord sind darüber hinaus fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme, darunter eine vorausschauende Pilot-Assist-Funktion, elf Kameras, diverse Ultraschallsensoren sowie radargestützte Monitoring-Technik im Innenraum.

Marktposition und Preise
Mit einer Länge von fünf Metern, markantem Design und sportlicher Ausrichtung tritt der Polestar 5 in die Riege hochpreisiger GTs ein. Die deutschen Preise wurden offiziell kommuniziert: Der Polestar 5 Dual Motor startet bei 119.900 Euro, während die Performance-Variante 142.900 Euro kostet. Damit bewegt sich das Fahrzeug knapp unter dem Porsche Taycan Turbo, aber deutlich oberhalb von Tesla Model S und Mercedes EQE. Polestar zielt damit klar auf Kunden, die neben Leistung auch Wert auf Design, Materialqualität und Nachhaltigkeit legen.
Nachhaltigkeitsstrategie
Der Polestar 5 ist nicht nur als Performance-Fahrzeug positioniert, sondern fügt sich in die langfristige Nachhaltigkeitsagenda der Marke ein. Polestar strebt an, die durchschnittlichen CO₂-Emissionen pro verkauften Wagen bis 2030 zu halbieren und bis 2040 komplett klimaneutral in der gesamten Wertschöpfungskette zu werden. Der neue GT setzt dabei Maßstäbe, indem er einen hohen Anteil recycelter Materialien nutzt und Aluminium aus CO₂-reduzierter Produktion einsetzt. Dies verdeutlicht den Anspruch der Marke, Nachhaltigkeit nicht nur als Randnotiz, sondern als integralen Bestandteil der Fahrzeugentwicklung zu gestalten.
Einordnung für den deutschen Markt
Für Kunden in Deutschland ist die Einführung des Polestar 5 mehr als nur die Erweiterung des Modellportfolios. Das Fahrzeug bekommt eine Schlüsselrolle, wenn es um die Wahrnehmung der Marke geht. Polestar will als eigenständiger Player im Premiumsegment ernst genommen werden. Mit neun Polestar Spaces und über 200 Servicestandorten in Deutschland ist die Infrastruktur für Interessenten vorhanden. Dennoch stellt sich die Frage, wie sich der Polestar 5 angesichts hoher Preise und einer insgesamt schwächelnden Nachfrage nach Luxus-Elektroautos in Europa entwickeln wird. Polestar hat mit dem Modell die Chance, die Aufmerksamkeit kaufkräftiger deutscher Kunden zurückzugewinnen, die zuletzt stärker asiatische Hersteller in Betracht gezogen haben. Doch ob die Balance aus Premiumanspruch, Nachhaltigkeit und Ladeinfrastruktur ausreicht, wird sich erst in den kommenden Verkaufsmonaten herausstellen.

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