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Rallye-Gene auf Asphalt: Der neue Opel Mokka GSE im ersten Kurztest

Opel Mokka GSE im Kurztest - Bildnachweis: MOTORMOBILES

 

Elektro-Sportler mit Straßen- und Rallye-Basis: Was taugt der Mokka GSE wirklich?

Der Opel Mokka GSE positioniert sich als besonders sportlich ausgelegtes, kompaktes Elektro-SUV. Er spricht eine Zielgruppe an, die neben Alltagstauglichkeit vor allem dynamische Leistung und Rallye-Feeling im Crossover-Format sucht. In diesem Segment herrscht eine wachsende Vielfalt an kleinen Elektro-SUV: Vom Hyundai Kona Electric über den Kia Niro EV bis zum VW ID.4 gibt es vollelektrische Kompaktmodelle. Doch nur wenige bieten den expliziten Fokus auf Fahrspaß. Mit 281 PS und Rallye-DNA hebt sich der Mokka GSE hier eindeutig ab und übernimmt nach Angaben von Opel die Rolle eines „Emotionalträgers“ der Marke Opel. Seine Premiere feierte das kleine Crossover-SUV auf der IAA 2025 in München. Nun folgt in Kürze die Markteinführung. Wir hatten nun Gelegenheit das Fahrzeug auf der Straße im Großraum Madrid und auf der ehemaligen F1-Rennstrecke „Circuito de Madrid Jarama-Race“ weitreichende Fahreindrücke zu gewinnen.  

Opel Mokka GSE im Kurztest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Bewegt der Mokka GSE nicht nur emotional, sondern liefert technische Substanz in allen Bereichen?

Während herkömmliche Konkurrenzmodelle oft auf Effizienz oder Lifestyle setzen, geht der Mokka GSE das Thema Sportlichkeit konsequent an. Technisch eng verwandt sind andere kommende Stellantis-Modelle auf der e-CMP-Plattform, etwa der Abarth 600e, der Alfa Romeo Junior Veloce oder ein künftiger Peugeot 208 GTI elektrisch. Doch gegenüber diesen noch zum Teil futuristischen Studien sitzt das Mokka GSE schon im Verkaufsraum. Opel zielt darauf ab, Kunden anzusprechen, „die Performance lieben“ – ein bisher im Klein-SUV-Bereich selten explizit bedientes Bedürfnis. Gerade junge, sportlich orientierte Käufer sollen angesprochen werden, die zugleich die Alltagstauglichkeit und das höhere Sitzgefühl eines kleinen SUV mit der Leistung eines Hot Hatches verbinden möchten.

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Technische Einordnung der GSE-Variante

„GSE“ steht bei Opel für „Grand Sport Electric“ und kennzeichnet hochleistungsfähige Elektrovarianten von Serienmodellen. Technisch basiert der Mokka GSE auf dem Basis-Opel Mokka Electric (ehemals Mokka-e) und nutzt die Stellantis-eCMP-Plattform. Der GSE-Ableger übernimmt den 54-kWh-Akku der normalen Elektro-Variante (wirklich nutzbar etwa 50,8 kWh) sowie den Frontantrieb mit permanentmagneterregtem Synchronmotor. Die Batterie-Zellchemie wurde bei beiden Versionen in Nickel-Cobalt-Mangan-Oxid (NCM811) ausgeführt, was für hohe Energiedichte sorgt.

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Gegenüber dem Serien-Mokka Electric sind bei der GSE-Variante wesentliche Komponenten sportlich modifiziert oder ersetzt. So kommen Antriebsmotor, Inverter, Batteriepaket und Kabelbaum direkt aus der Rallye-Studie Mokka GSE Rally – praktisch dieselbe Hardware, wie Opel betont. Der Elektromotor leistet nun 207 kW (281 PS) und liefert ein Drehmoment von 345 Nm, während im Standardmodell 115 kW (156 PS) und 260 Nm anstehen. Trotz der höheren Leistung bleibt das Fahrzeuggewicht dank ausgefeilter Leichtbaumaßnahmen vergleichsweise niedrig (<1,6 t). Als Fronttriebler beschleunigt der Mokka GSE in 5,9 Sekunden auf 100 km/h und erreicht bis zu 200 km/h Höchstgeschwindigkeit.

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Im Kern bedeutet das: Unter der optisch überarbeiteten Hülle steckt ein elektrisches Rallye-Fahrzeug in Serienausführung. Zur Herkunft aus dem Motorsport tragen nicht nur Motor und Elektronik bei, sondern auch Fahrwerksteile, Bremsen und Lenkung, die spezifisch für den GSE ausgelegt wurden. Opel betont, dass die Mokka GSE-Technik „in Serie ebenso stark wie die des Motorsport-Pendants“ sei, und alle Hochvolt-Komponenten kämen direkt aus dem Rallye-Prototypen. Diese technische Basis verspricht, den Mokka GSE im Umfeld seiner Wettbewerber einzigartig zu machen – ähnlich leistungsstarke Elektro-SUV in dieser Klasse sind derzeit praktisch nicht verfügbar.

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Exterieur-Design und Optik

Äußerlich unterscheidet sich der Mokka GSE vom normalen Mokka Electric vor allem durch sportliche Akzente, die Rallye-Einflüsse zeigen. Die grundsätzliche Karosserieform mit der markanten Opel-Vizor-Front bleibt erhalten, wird aber durch viele Details geschärft. Auffälligstes Merkmal sind 20-Zoll-Leichtmetallräder (Diamond Cut), die es exklusiv nur für den GSE gibt, kombiniert mit Michelin Pilot Sport EV-Reifen. Die serienmäßige Karosserie erhält schwarze Kontraste: Eine in matt-schwarzer Carbon-Optik gehaltene Motorhaube steht im Kontrast zur übrigen Lackierung. An Front und Heck finden sich eigens geformte GSE-typische Einsätze (z.B. in der Schürze) und neue GSE-Logos. Die vier Kolbenbremssättel an der Vorderachse sind gelb lackiert und weisen auf die ausgeklügelte Bremsanlage (380-mm-Scheiben) hin.

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Im Vergleich zum serienmäßigen Mokka Electric wirkt das GSE-Exterieur dezenter als etwa aggressive Tuning-Versionen – wie Opel betont, sind die Änderungen „vom Rallye-Prototyp inspiriert“, aber ästhetisch integriert. Schwarze Elemente zieren Stoßfänger und Radkästen, große Schweller und der Dachkantenspoiler sorgen für Sportlichkeit. Die gesamte Gestaltung folgt Opels „Detox“-Philosophie: Es wurde komplett auf Chrom verzichtet, was dem GSE einen modernen, klaren Look verleiht. Insgesamt wirkt der Mokka GSE äußerlich deutlich kerniger und muskulöser als die Standardversion, ohne jedoch peinlich ins Extreme abzugleiten. Oder wie Opel es beschreibt: Er tritt „scharf und mutig“ auf. 

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Qualität und Verarbeitung

Auf den ersten Blick entspricht die Verarbeitungsqualität des Mokka GSE dem Niveau heutiger Kompakt-SUV im höheren Segment. Der Innenraum zeigt sorgfältige Verarbeitung und eine gute Materialauswahl: Hochwertige Alcantara-Elemente finden sich neben strukturierten Kunststoffen und Zierblenden. Opel betont, dass alle Oberflächen aus Materialien mit Recyclinganteil gefertigt sind und das Lenkrad vegan bezogen sei. Die Knöpfe und Schalter wirken solide, Klimabedienteile und Schalter für Fahrmodus etc. sind ergonomisch angeordnet. Das überarbeitete, oben und unten abgeflachte Lenkrad vermittelt direkten Kontakt – auf Rückmeldung in der Lenkung wird zudem auch beim Rallye-Prototypen großen Wert gelegt.

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Es fällt positiv auf, dass Opel konsequent auf eine puristische Innenraum-Philosophie setzt: Viele Funktionen sind in die beiden 10-Zoll-Displays integriert, es gibt weniger klassische Tasten (Opel „Detox-Philosophie“). Das sorgt für ein aufgeräumtes Cockpit, kann aber manche Nutzer eine kurze Eingewöhnung kosten. Die Anmutung ist insgesamt modern-elegant. Da wo es weniger stört sind jedoch manche Materialien aus hartem Kunststoff an Armaturenbrett-Unterteil und Seitenverkleidungen. In Summe erfüllt die Qualität aber alle Erwartungen an ein Fahrzeug dieser Klasse und Preisliga – ein sehr gutes Ansprechverhalten der Sitze und ein wertiger Gesamteindruck sprechen für sich.

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Interieur: Sportsitze, Raumökonomie, Bedienung und Infotainment

Im Innenraum zeigt sich der GSE-Charakter besonders an den Sportsitzen. Auf diese sind die Rüsselsheimer besonders stolz. Fahrer und Beifahrer nehmen auf speziell entwickelten Alcantara-Sportsitzen mit integrierter Kopfstütze Platz. Diese GSE-Performance-Sitze sind sechsfach manuell einstellbar (Höhe, Länge, Lehnenwinkel) und bieten kräftigen Seitenhalt. Sie wurden gegenüber der normalen Mokka-Version neu gestaltet, mit Rallye-Streifen und gelben Akzenten versehen. Gefallen hat der gute Mix aus strammer Polsterung und Komfort. Die Sitzposition ist durch das flache Dach nicht übertrieben hoch, aber der Mokka bietet in der vorderen Reihe ausreichend Kopffreiheit. Rückbank und Kofferraum bleiben mit rund 310 Liter Ladevolumen (bzw. 1.060 Liter bei umgeklappten Rücksitzen typisch kompakt für dieses Segment: Für zwei Erwachsene ist genug Platz, die Sitzbank für einen kurzen Drittpassagier geeignet.

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Alle Bedien- und Anzeigeelemente im Cockpit sind gezielt an den Rennsport angelehnt: Das Infotainment-Panel im Opel-Pure-Panel-Design integriert das Cockpit in zwei frei konfigurierbare 10-Zoll-Bildschirme (Fahrer-Display und zentrales Touchscreen). Diese Displays liefern die wichtigsten Infos digital: So integriert das Fahrerinstrument speziell auf GSE-Leistung zugeschnittene Anzeigen für G-Kräfte, Beschleunigungswerte und Batterieinformationen. Das Zentralscreen lässt sich per Fingergesten mit App-ähnlichen Widgets bedienen. Die Spracherkennung per „Hey Opel“ steuert Navigation und Infotainment. Praktisch sind zudem drahtlose Smartphone-Integration und Laden: Wireless Apple CarPlay und Android Auto gehören genauso zum System wie eine kabellose Ladeschale (Qi) für kompatible Telefone.

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Neben den digitalen Features gibt es den gewohnten Komfort: Klimaautomatik, 6-fach einstellbare Sport-Sitze (heizbar in Stufen) und ein beheiztes, griffiges Lenkrad sorgen im Alltag für Komfort. Ein Parkpilot mit Einparksensoren vorn und hinten samt Panorama-Rückfahrkamera ergänzt die Ausstattung. Diese Elemente sind beim GSE allesamt serienmäßig und heben ihn von den Basisversionen ab: So sind die adaptiven IntelliLux-Matrix-LED-Scheinwerfer, Lederlenkrad mit Heizung und höhenverstellbarer Gaspedal sicher dabei. In der Gesamtbetrachtung ist das Bedien- und Infotainmentkonzept also topaktuell und üppig ausgestattet – ein in allen Belangen modernes, „digital geprägtes“ und performant bedienbares Nutzererlebnis, das Opel speziell für den Mokka mit generativer KI-Integration via ChatGPT verspricht.

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Antrieb und Leistung

Der Mokka GSE wird von einem 207 kW (281 PS) starken Synchron-Elektromotor angetrieben, der allein die Vorderräder antreibt. Mit maximal 345 Newtonmetern steht das Drehmoment praktisch sofort an, was in einem spritzigen Antritt resultiert. Opel gibt die Sprintzeit mit 5,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h an – das entspricht in etwa einem heutigen sportlichen Kompakthatch oder einem VW Golf GTI. Die Kraftentfaltung folgt drei Fahrmodi: Im „Sport“-Modus steht die volle Leistung dauerhaft zur Verfügung, in „Normal“ und „Eco“ regelt die Elektronik den Output herunter, um Reichweite zu schonen.

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Im Vergleich zum Rallye-Prototyp ist der Serienmotor praktisch identisch – Opel betont, dass der serienmäßige Mokka GSE „genauso stark wie sein Motorsport-Pendant“ ist. Allerdings bleibt das Straßenfahrzeug 340 kg leichter als das Rallye-Raummodell mit Überrollkäfig. Die einzige Kraftübertragungseinheit ist ein vorgeschaltetes, mechanisches Torsen-Lamellen-Sperrdifferenzial an der Vorderachse. Dieser Torsen-Diff verteilt bei Kurvenausgang die Kraft intelligent auf das kurvenäußere Rad, um Traktion auf nassem oder rutschigem Untergrund zu verbessern und das Einlenkverhalten zu stabilisieren. In der Praxis bedeutet das, dass selbst mit all der Leistung ein Fahren auf nasser Straße sicherer wird, als es reiner Frontantrieb ohne Sperre wäre.

Opel Mokka GSE im Kurztest – Bildnachweis: MOTORMOBILES

Die Beschleunigung ist sehr direkt und kraftvoll: Das erste Anfahren fühlt sich sportlich an, ohne merklichen Schlupf. Den Null-Hundert-Paradesprint erledigt der Mokka GSE in 5,9 Sekunden. Dank der 345 Nm erreicht der Mokka GSE ähnlich starke Ampelstarts wie Klein-GTIs. Auf Schnellstraßen sorgt der hohe Schub (bis zur elektronischen Limitierung bei 200 km/h) für souveräne Überholmanöver. Opel-Konstrukteure haben dabei nichts dem Zufall überlassen: Die Lenkung wurde neu abgestimmt und das oben/unten abgeflachte Lenkrad liefert eine unmittelbare Rückmeldung. Die Aluminium-Sportpedalerie gibt optisch den Ton an, in der Praxis fühlt sich das Gaspedal sehr feinfühlig dosierbar an und ermöglicht exaktes Dosieren. Insgesamt verbindet der Antrieb den Kennfeldern typischer Elektroautos – sofortiges Drehmoment mit linearem Poweraufbau – mit einer konsequent sportlichen Abstimmung. 

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Fahrwerk, Fahrmodi und Fahreigenschaften

Das Fahrwerk des Mokka GSE wurde im Vergleich zum Standard-Mokka aufwändig verschärft. Opel verbaut ein sportlich tiefergelegtes Federbein- und Querlenker-Setup (10 mm Tieferlegung gegenüber Serienfahrwerk). Hinzu kommen neu entwickelte, doppeltwirkende Hydraulikstoßdämpfer an Vorder- und Hinterachse, die für schnelle Reaktionen ausgelegt sind. Die Achsen sind speziell abgestimmt auf die höhere Leistung und das Torsen-Differenzial. Zusammen mit den breiten 20-Zoll-Rädern mit Gummis der Michelin Pilot Sport EV (seriell für maximale Kurvengrip) ergibt sich eine hohe Seitenführung. Alternativ können sich Käufer kostenneutral in der Erstausrüstung auch für Reifen von Goodyear entscheiden. 

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Auf der Straße vermittelt das Fahrwerk ein extrem direktes, agiles Handling. Das Untersteuern, wie man es von reinen Fronttrieblern kennt, tritt durch das Sperrdifferenzial deutlich reduziert auf. Geradeausfahrten bei hohen Geschwindigkeiten liegen ruhig, auch dank des tiefen Schwerpunkts der Unterboden-Batterie. In Kurven folgt der GSE präzise der Lenkrichtung, er dreht mit sanftem „Schub-Effekt“ über die Vorderräder ein. Die Lenkung ist sportlich straff abgestimmt: Rückmeldung und Gradienten sind spürbar, so dass der Fahrer permanent über jede Lastwechselreaktion informiert ist. Insgesamt strafft sich das Fahrzeug bei aggressiver Fahrweise merklich, federt aber im Alltag nicht zu hart ab – das Sportfahrwerk hält eine gute Balance zwischen Komfort und Dynamik.

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Opel bietet drei Fahrmodi: Eco, Normal und Sport. Wie erwähnt, differiert vor allem die Leistungsabgabe.  in Eco wird die Leistung begrenzt und die Rekuperation verstärkt. Normal ist der Alltagsmodus mit voller Kraft und mittlerer Rekuperation. Sport maximiert Ansprechverhalten und lässt sogar ein leichtes Zwischengas beim Runterschalten zu (rein elektronisch simuliert). Die Fahrstabilitäts- und Traktionskontrolle arbeiten in allen Modi, im Sportmodus allerdings später eingreifend. Bremsen lässt sich im GSE leicht dosiert, unterstützt durch Rekuperation.Wer kraftvoll in die Eisen geht, hat in Kombination mit den gelben Vierkolbenbremsen eine überlegene Verzögerung verfügbar. Bei Autobahnfahrten sorgt der adaptive Geschwindigkeitsassistent (ACC) mit Abstandstempomat für entspanntes Fahren, sodass auch Langstrecke trotz der Sportgene komfortabel bleibt.

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Batterie und Ladeeigenschaften

Der Opel Mokka GSE speichert seine Energie in einer 54-kWh-Lithium-Ionen-Batterie unter dem Fahrzeugboden. Die nutzbare Netto-Kapazität beträgt etwa 50,8 kWh. Die Zellen basieren auf einer Nickel-Cobalt-Mangan-Oxid-Chemie (NCM, konkret 8-1-1-Verhältnis). Dieses „Ni-reiche“ Format (NMC811) bietet hohe Energiedichte, allerdings bestehen weiterhin übliche Anforderungen an Kühlung und Sicherheit. Ein aktives Thermomanagement (Wasser- oder flüssigkeitsgekühltes System) sorgt für optimale Betriebstemperatur, unterstützt durch eine serienmäßige Wärmepumpe – damit wird Wärme effizienter genutzt, z.B. zum Heizen im Winter.

Im Alltag lädt der Mokka GSE ähnlich wie der Mokka Electric: An einer Wallbox oder einem dreiphasigen öffentlichen AC-Ladepunkt liegt die Standard-Onboard-Ladeleistung bei 11 kW. An einer passenden Wallbox ist somit eine Volladung in knapp 5½ Stunden möglich. An Schnellladestationen mit Gleichstrom (CCS) sind bis zu 100 kW möglich. Damit dauert eine Ladung von 10 auf 80 Prozent (je nach Temperatur und Ladekurve) etwa 25-30 Minuten. In der Praxis bedeutet das: Innerhalb einer kurzen Pause gewinnt man rund 200-250 km Reichweite nach (je nach Ladezustand und Außentemperatur). Ein echtes Langstreckenfahrzeug ist der Mokka GSE damit nicht. Dafür sind die Batteriekapazität zu klein und Ladegeschwindigkeit zu moderat.

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Die Batterieunterbringung tief im Chassis verleiht dem Mokka GSE trotz SUV-Form einen tiefen Schwerpunkt. Opel hat bei der Konstruktion darauf geachtet, dass Krafteinleitungen vom Rahmen separiert werden, um die Batterie zu schonen. Eine schnelle Vorkonditionierung der Batterie beim Routenhandling (mit Navigationsplan) ist nicht angekündigt – dafür ist die integrierte Wärmepumpe umso wichtiger, um die Effizienz bei Kälte zu erhalten. Insgesamt sind die Ladezeiten marktüblich für die 54-kWh-Klasse: Morgens 2-3 h an der heimischen Wallbox für 80-100% Ladezustand. Und auf der Langstrecke mit 100 kW-Schnellladen ist der Mokka GSE nach etwa 30 Minuten wieder gut unterwegs.

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Effizienz und Verbrauch

Mit einer WLTP-Verbrauchsangabe von 18,5 kWh/100 km gehört der Mokka GSE mit etwa 300-340 km Normreichweite zu den weniger sparsamten Kompakt-Elektro-SUV – verständlich angesichts der Leistung und der Sportabstimmung. Zum Vergleich: Der normale Mokka Electric (156 PS) schafft mit derselben Batterie knapp 400 km WLTP und verbraucht rund 15,5 kWh/100 km. Opel weist selbst darauf hin, dass die Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h die WLTP-Reichweite stark reduziert, sollte man diese oft ausreizen.

Technische Daten Opel Mokka GSE
Hersteller:Opel / Stellantis
Fahrzeugplattform:PSA eCMP
Herstellerinterne Bezeichnung:1GQOSYZZRFB0A060
Typ:GSE (Grand Sport Electric)
Karosserie:SUV 5-sitzig
Plattform:STLA Medium-Plattform 400 V
Motor:Synchron-Elektromotor (M4)
Motorposition:Vorderachse
Reduktionsgetriebe:1-stufig (automatisch)
AntriebFrontantrieb
Batterie: Lithium-Ionen, 96 Zellen, 400 V Architektur
Leistung Elektromotor:207 kW (281 PS)
Drehmoment:345 Nm
Batterie-Kapazität:54 kWh
Zell-Chemie:NMC
AC Ladegeschwindigkeit (3-phasig): 11 kW 3-phasig
V2L:k. A.
Position Ladeport:Hinten links (Fahrerseite)
DC Ladegeschwindigkeit: Bis zu max. 100 kW
AC Ladezeit SoC 20 bis 80%03 h 10 Min
DC Ladezeit SoC 20 bis 80%ca 27 Min.
Elektrische Reichweite - kombiniert (WLTP):bis zu 336 km
Kombinierter Verbrauch WLTP:17,9 bis 18,5 kWh/100km
CO2-Klasse::A
Beschleunigung von 0 auf 100 km/h:5,9 s
Höchstgeschwindigkeit:200 km/h
Kofferraumvolumen:310 bis 1.060 Liter
Höhe der Ladekantre / GSE:746 mm
Leergewicht/Zuladung inkl Fahrer:1.597 kg / 388 kg
Zul. Gesamtgewicht: 2.066 kg
Min. Wendekreis: 10,41 m
Räder:20 Zoll
Bereifung:225/40 R20 94V Michelin Pilot Sport EV C
Anhängelast ungebremst:n.e.
Anhängelast gebremst:n.e.
Stützlast:n.e.
Zulässige Dachlast:74 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand:4,150/1.987/1.535/2.557 mm
Versicherungsklassen (KH/TK/VK):n.b.
Neuwagengarantie:2 Jahre
Lackgarantie:2 Jahre
Durchrostung:12 Jahre
Garantie Antriebsbatterie:Die Batterie hat eine Garantie von 8 Jahren (oder 160.000 km) bezogen auf 70 Prozent (SoH 70) ihrer Ladekapazität
Testwagenpreis:Ab 47.300 Euro; Bis auf wenige Optionen vollausgestattet.

Im realen Straßenbetrieb kann man bei moderater Fahrweise und gemäßigter Nutzung von Heizung/Klima etwa 20 kWh/100 km oder etwas darunter erreichen – entsprechend sind praxisnahe Reichweiten von 250-300 km üblich. Wird häufig im Sport-Modus gefahren oder oft nah an der Höchstgeschwindigkeit bewegt, sinkt die Effizienz spürbar. Andererseits profitiert man im Stop-and-Go-Verkehr und in Stadtgebiet vom vollen Drehmoment und regeneriert beim Bremsen kräftig zurück. Im Sommer hat der Mokka GSE zudem serienmäßig eine Wärmepumpe, die den Lade- und Fahrverbrauch bei niedrigen Temperaturen begrenzt.

Für einen alltagstauglichen Kompakt-SUV sind diese Werte in Ordnung, allerdings muss der sportlich ambitionierte Fahrer mit verkürzten Zwischenstopps leben. Dank des kompakten Akkus und guten Gewichtsverhältnissen bleibt der Mokka GSE auf 100 km im Schnitt aber dennoch günstiger im Verbrauch als viele größere Performance-SUV oder reinrassige Sportwagen mit Verbrenner.

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Preise und Extras

Der Opel Mokka GSE ist als voll ausgestattete Sportversion positioniert. Der Listenpreis für die Basisversion beginnt in Deutschland bei 47.300 Euro (brutto). Damit rangiert er rund 10-15 Tsd. Euro oberhalb des Basis-Mokka Electric. Parallel offeriert Opel Finanzierungs- und Leasingmodelle: Beispielsweise startet ein Gewerbeleasing (48 Monate, 10.000 km/Jahr, 1.000 Euro Anzahlung) bei 285 Euro/Monat netto. Für Privatkunden gibt es auch flexible Abos: Opel (über Partner FINN) nennt einen Einstiegspreis von 499 Euro/Monat inklusive MwSt. (zzgl. einmaliger Liefergebühr).

Zum Ausstattungsumfang gehört bereits vieles, was man sich wünscht: Matrix-LED-Scheinwerfer, ACC-Tempomat mit Abstand, Einparkhilfe mit 180 Grad-Rückfahrkamera, Klimaautomatik und beheizbare Sportsitze sind Serie. Beliebte Sonderausstattungen sind etwa Kontrastlackierungen und Sportpakete. Opel bietet etwa die Motorhaube auf Wunsch in mattem Schwarz („Carbon-Look“) an. Aus der Basis-Modellpflege bekannten auffälligen Metallic-Lackierungen (z.B. ein „Tropikal Grün“ oder „Blaze Rot“) kosten etwa 650 Euro Aufpreis. Auch andere GSE-exklusive Optionen wie eine von Rallyeautos inspirierte Lounge-Beleuchtung oder Carbon-Akzente sind gegen Aufpreis denkbar, konkrete Preise stehen aber erst mit der Markteinführung fest.

Fazit: Alltagstaugliches kleines SUV mit Rallye-Genen

Der Opel Mokka GSE ist ein ungewöhnlicher Alltags-Stromer, der zwei Welten in Einklang bringen möchten: die Praktikabilität eines kompakten SUV mit der Emotionalität eines Rallyefahrzeugs. Er liefert in jedem Fall Leistung und Dynamik, die man sonst nur von viel teureren oder sportlicheren Segmenten kennt. Die Rallye-Gene zeigen sich beim Antrieb (starker elektrischer Motor, 0-100 in 5,9 s), im Fahrwerk (Torsen-Differenzial, Sportfahrwerk, gelbe Bremsen) und im Design (dicke Sportschalensitze, Alcantara, Kontrastlackierung) deutlich. Für sportbegeisterte Fahrer bietet er damit echten Mehrwert: Er bleibt im Stadtverkehr alltagstauglich (kompaktes Format, solider Federungskomfort, übliche Assistenzsysteme), während er gleichzeitig auf kurvigen Landstraßen oder bei Ampelstarts seine Muskeln spielen lässt.

Gegen den GSE sprechen wie bei vielen Performance-Elektroautos die etwas geringere Reichweite und der höhere Preis. Wer das Rallye-Ambiente nicht braucht, erhält mit dem normalen Mokka Electric mehr Reichweite und eine günstigere Einstiegspreis-Option. Doch für die anvisierte Zielgruppe ist der Mokka GSE genau das, was man erwartet: Ein kleines SUV, das im Alltag handlich bleibt, aber mit jeder Berührung des „Gaspedals“ die Rallye-Wurzeln spürbar macht. Die Mischung aus einzigartiger Technik, Motorsport-DNA und Opel-typischer Praxistauglichkeit dürfte ihm in diesem Segment trotz seines hohen Preises eine besondere Stellung verschaffen.

Opel Mokka GSE - Madrid 2025