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Raum und Reichweite: Der Mercedes CLA Shooting Brake 2026

Mercedes CLA und Weltpremiere des CLA Shooting Brake in Kopenhagen, 2025 - Bildnachweis: Mercedes

Ein neuer Ansatz in der Mittelklasse – die elektrische Neuauflage des CLA Shooting Brake

Mit dem neuen CLA Shooting Brake zielt Mercedes auf eine anspruchsvolle Klientel, die Wert auf stilvolle Sportlichkeit legt, dabei aber Raum für Familie, Gepäck und Alltag wünscht. Die Kombination aus dynamisch gezeichntem Kombiheck, vollelektrischem Antrieb und großzügigem Innenraum soll laut Hersteller Maßstäbe setzen. Doch hält das neue Modell, was der Hersteller verspricht, oder ist das lediglich die nächste Evolutionsstufe gewöhnlicher Premium-Grundrezepte?

CLA 250+ Shooting Brake mit EQ Technologie  – Bildnachweis: Mercedes

Außendesign und Karosserie – Bewährte Formel, neue Akzente

Optisch bleibt sich Mercedes treu und setzt auf eine Mischung aus Eleganz und Sportlichkeit. Bis zur B-Säule bleibt der neue CLA Shooting Brake mit dem CLA identisch. Das sogenannte Shark-Nose-Design und zahlreiche animierte LED-Elemente an Front und Heck sorgen für einen modernen Auftritt. Markant ist das neue, weit nach hinten gezogene Glasdach. Es reicht nahezu fugenlos vom Windschutzscheibenrahmen bis in den Heckbereich und erzeugt – zumindest auf den Bildern – den Eindruck großer Leichtigkeit. Ob sich dieses Raumgefühl auch praktisch einstellt, werden unabhängige Praxistests zeigen müssen.

Mercedes CLA Shooting Brake 2026

Beim Thema Größe hat der Shooting Brake zugelegt. Mit einer Länge von 4.723 Millimetern, einer Breite von 1.855 Millimetern und einer Höhe von 1.469 Millimetern übertrifft das neue Modell seinen Vorgänger in allen Dimensionen, was sich vor allem auf Kopffreiheit und Ladekapazität auswirken dürfte. Der Radstand von 2.790 Millimetern lässt auf einen guten Kompromiss zwischen Fahrdynamik und Komfort hoffen. Für das Gepäck stehen zwischen 455 und maximal 1.290 Liter Stauraum zur Verfügung, dazu kommt ein Frunk von 101 Litern unter der Fronthaube.

Mercedes CLA 250+ Shooting Brake mit EQ Technologie – Bildnachweis: Mercedes

Innenraum und Digitalisierung – Hightech, aber auch benutzerfreundlich?

Im Innenraum setzt Mercedes auf die etablierte Superscreen-Architektur mit großen, hochauflösenden Displays. Das System basiert auf der neuesten Generation des eigenen Betriebssystems MB.OS und bezieht Künstliche Intelligenz von Microsoft und Google ein. Neben Navigation mit Electric Intelligence auf Google Maps-Basis gibt es eine für Fahrzeuge ungewöhnlich breite Auswahl an Entertainment-Anwendungen einschließlich Cloud-Gaming.

Weltpremiere des Mercedes-Benz CLA Shooting Brake mit EQ Technologie in Kopenhagen – Bildnachweis: Mercedes

Die Materialauswahl erscheint hochwertig. Für die Sitze stehen verschiedene Kunstleder- und Ledervarianten in mehreren Farben zur Verfügung, bei den Interieurleisten reicht die Spannbreite von Aluminium über Holz bis hin zu Papier. Die Integration eines leuchtenden Sternenhimmels im schaltbaren Glasdach wirkt innovativ, bleibt jedoch Geschmackssache. Für den Alltagsnutzen relevanter ist die gesteigerte Kopffreiheit auf allen Plätzen; vorn wächst sie um 14 Millimeter, hinten um 7 Millimeter. Auch der Einstieg in die zweite Reihe gelingt durch größere Türausschnitte nun komfortabler.

Antrieb, Reichweite und Laden – Leistungsdaten mit großem Anspruch

Mit der Einführung des CLA Shooting Brake bringt Mercedes eines der ersten Elektro-Kombimodelle im mittleren Preissegment auf den Markt. Zum Verkaufsstart stehen zwei Versionen bereit. Der CLA 250+ Shooting Brake leistet 200 kW, der allradgetriebene CLA 350 4Matic Shooting Brake bringt es auf 260 kW. Beide Modelle setzen auf eine eigens entwickelte Lithium-Ionen-Batterie mit einem nutzbaren Energiegehalt von 85 kWh. Die Reichweite nach WLTP liegt bei bis zu 761 Kilometer (CLA 250+) beziehungsweise 730 Kilometer (CLA 350 4Matic). Allerdings handelt es sich bei diesen Zahlen um vorläufige Werte, die noch keiner unabhängigen Prüfung unterzogen wurden. In der Praxis könnten die Werte, wie branchenüblich, abweichen.

Weltpremiere des Mercedes-Benz CLA Shooting Brake mit EQ Technologie in Kopenhagen, 2025 – Bildnachweis: Mercedes

Das hohe Alltags- und Reisetauglichkeit verspricht Mercedes durch die 800-Volt-Architektur und den damit verbundenen schnellen Ladevorgang. In nur zehn Minuten sollen sich bis zu 310 Kilometer (CLA 250+) beziehungsweise 300 Kilometer (CLA 350 4Matic) nachladen lassen, sofern eine entsprechende Schnellladesäule mit bis zu 320 kW zur Verfügung steht. Das ist im aktuellen Wettbewerbsumfeld ein gutes, aber nicht einzigartiges Ergebnis – Porsche bietet Ähnliches, Tesla liegt je nach Modellklasse in vergleichbaren Bereichen. Wechselstrom-Laden ist mit bis zu 22 kW möglich, was vor allem für die heimische Wallbox oder das Laden am Arbeitsplatz Vorteile bietet.

Ebenfalls bemerkenswert ist die maximale Anhängelast des neuen CLA Shooting Brake. Mit Allrad sind bis zu 1.800 Kilogramm möglich, mit Heckantrieb immerhin 1.500 Kilogramm. Damit bleibt das Modell auch für Nutzer mit Wohnwagen oder Anhänger interessant, wobei die real erreichbare Reichweite bei Anhängerbetrieb im echten Alltag erst getestet werden muss.

Preisgestaltung und Ausstattung – Premium hat ihren Preis

Zur Markteinführung im März 2026 wird der CLA Shooting Brake zuerst in Europa verfügbar sein. Konkrete Einstiegspreise bindet Mercedes traditionell erst kurz vor Bestellstart offiziell aus. Seriöse Schätzungen und der Blick auf die Preispolitik vergleichbarer Mercedes-Modelle legen für den CLA 250+ einen Einstiegspreis von etwa 56.000 bis 58.000 Euro nahe, für den CLA 350 4Matic dürften knapp 65.000 bis 68.000 Euro fällig werden. Mit einigen Häkchen in der Optionsliste lässt sich dieser Betrag jedoch – wie gewohnt – deutlich steigern, gerade die High-Tech-Features und luxuriösen Individualisierungsmöglichkeiten treiben den Endpreis vermutlich deutlich über die 70.000 Euro.

In puncto Serienausstattung gibt sich Mercedes großzügig: Bereits ab Werk an Bord sind LED High Performance Scheinwerfer mit adaptivem Fernlicht, das Spiegel-Paket, ein Multifunktions-Sportlenkrad, Komfortsitze in Kunstleder-Stoff-Optik mit Sitzheizung und Lordosenstütze sowie das zentrale Thermatic-Klimasystem. Auch im Fond gibt es separate Luftauslässe. Hinzu kommt moderne Konnektivität mit USB-C-Anschlüssen, einer Selfie- und Videokamera und MBUX mit Navigation sowie Live-Traffic-Informationen. Zusätzlich gibt es den Zugang zum öffentlichen Schnellladenetz MB.Charge, das derzeit über 700.000 Ladepunkte in ganz Europa erschließt.

Fahrverhalten und Effizienz – Noch Spekulation, aber klare Eckdaten

Die versprochene Dynamik spiegelt sich – zumindest auf dem Papier – in der Beschleunigungszeit wider. Der CLA 250+ soll in 6,8 Sekunden von Null auf 100 km/h sprinten, der CLA 350 4Matic benötigt nur fünf Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist bei beiden Modellen auf 210 km/h begrenzt. Dank Zwei-Gang-Automatik an der Hinterachse soll die Effizienz auch bei höheren Geschwindigkeiten nicht leiden. Technisch bemerkenswert bleibt das hohe Maß an Rekuperation: Bis zu 200 kW können durch Bremsenergie-Rückgewinnung eingespeist werden, was die Reichweite spürbar erhöhen dürfte, vor allem im Stadtverkehr.

Komfort und Sicherheit – Die klassische Mercedes-DNA

Ein wichtiger Pluspunkt dürfte im Alltag die flexible Sitzanordnung sein. Die Rücksitze lassen sich im Verhältnis 40:20:40 umlegen, was längere Gegenstände wie Fahrräder oder Surfbretter ermöglicht. Die elektrische Heckklappe kommt serienmäßig, wer will, bestellt den Zugang per Keyless-Go hinzu. Sicherheitsfeatures und Fahrassistenten sind auf dem aktuellen Stand der Technik und dürften dem Niveau von Konkurrenten wie Audi A4 Avant und BMW i4 Touring entsprechen oder diese punktuell übertreffen. Details dazu werden wie gewohnt vor den ersten Kundenfahrzeugen veröffentlicht.

Fazit

Der CLA Shooting Brake fügt sich überzeugend in das Mercedes-Portfolio ein. Die Balance zwischen schickem Kombi, hochmoderner Technik und vollelektrischem Antrieb ist zeitgemäß, das Ladeangebot und die hohe Reichweite setzen einen Akzent im umkämpften Marktumfeld. Allerdings bleibt abzuwarten, ob die ambitionierten WLTP-Daten auch im Alltagsbetrieb wirklich Bestand haben. Die Preisgestaltung dürfte den Shooting Brake klar in der oberen Mittelklasse positionieren und spricht vor allem Kunden an, die bereit sind, für Technik und Marke einen entsprechenden Aufpreis zu zahlen. Im Vergleich zu direkten Wettbewerbern wie dem BMW i4, dem Polestar 2 oder dem Tesla Model 3 Kombi, wenn er denn kommt, sind die Unterschiede gerade im Hinblick auf die Reichweite und das Ladeangebot spürbar, jedoch nicht revolutionär. Besonders bleibt die Mischung aus Design, Funktion und digitaler Innovation, die sich in der Praxis allerdings erst bewähren muss.

Insbesondere bei der Alltagstauglichkeit, der Qualität der neuen MBUX-Generation, der Ladeinfrastruktur und dem Realverbrauch im Kundenbetrieb hält der neue CLA Shooting Brake hohe Versprechen, deren Erfüllung sich in ausführlichen Praxistests zeigen muss. Dennoch gelingt Mercedes insgesamt ein spannendes Statement für die elektrische Mittelklasse und ein mutiger Schritt in die Zukunft der Kombimodelle.