Tankanzeige - Bildquelle: ADAC

ICCT-Studie zum Spritverbrauch von Neuwagen
Die Kluft zwischen dem im Labor ermittelten Normverbrauch von Neuwagen und deren tatsächlichem Verbrauch auf der Straße ist so groß wie nie zuvor. Viele autofahrer kennen das Phänomen der Abweichungen zwischen laborwert der Herstellerngabe und Realverbrauch. Eine Studie der unabhängigen Forschungsorganisation International Council on Clean Transportation (ICCT) zeigt nun auf, dass die Diskrepanz in den vergangenen Jahren – trotz gesellschaftlichen Diskurs – weiter zugenommen haben. Für die Studie wurden Daten für 1,1 Millionen Fahrzeuge der Jahre 2001 bis 2016 aus 8 Ländern und basierend auf 14 Datenquellen untersucht.
Der reale Spritverbrauch von neuen PKW in Europa beträgt für 2016 mittlerweile durchschnittlich 42 Prozent mehr als die Herstellerangabe. Das Ausnutzen und Optmieren aller Möglichkeiten beim Messvorgang durch der Autobauer führen zu immer größerer Differenz zwischen Normangaben und realem Kraftstoffverbrauch. Damit reduziert sich die CO2-Minderung gegenüber 2001 auf etwa ein Drittel dessen, was die offizielle Datenbasis glauben machen möchte. Besonders negativ fallen dabei ausgerechnet die größeren Limousinen von Mercedes, Audi und BMW auf. Hier liegen die Abweichungen bei einigen Modellen im Schnitt bei bis zu 50 Prozent. Bei neuen Firmenflottenfahrzeugen liegt der Abstand sogar bei 45 Prozent.
Das in der EU seit September 2017 geltende neue Messverfahren für die Zulassung von neuen Fahrzeugtypen (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure, kurz: WLTP) dürfte zu einer wesentlichen Verbesserung beitragen. Ab September 2018 gilt das WLTP für alle in der EU zugelassenen Pkw. Dennoch wird auch der WLTP die Realität nicht vollständig abbilden und weist möglicherweise neue „Schlupflöcher“ auf. Ein internationaler Vergleich, zwischen China,der EU, Japan und den USA, zeigt, dass die Abweichung zwischen realen und offiziellen CO2-Emissionen in allen Märkten in den letzten Jahren deutlich angestiegen ist. Der stärkste Anstieg ist jedoch für die EU zu verzeichnen, der geringste Anstieg für die USA.

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