Schon gefahren: Ford Mondeo Vignale Turnier 2.0 TDCi Bi-Turbo

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Erstkontakt: Ford Mondeo Vignale 2.0 TDCi Bi-Turbo asl 5-türiger Turnier mit 210 PS im Kurztest

 

Mehr Ausstattung und Service für die neue Topversion Vignale

Erste Fahrt: Kann der neue Ford Mondeo Vignale 2.0 TDCi Bi-Turbo mit der deutschen Premium-Konkurrenz mithalten? Wir haben es ausprobiert

Ford führte mit reichlich Verspätung seine neue Mittelklasse-Limousine auch in Europa ein. seit wenigen wochen gibt es den Ford Mondeo in der neuen Topversion Vignale. Nach dem Mondeo und dem S-Max sollen noch weitere Modelle aus der Ford Familie dieser Linie folgen. Der Mondeo Vignale, den Ford als viertürige Limousine und als Kombi Turnier offeriert, gibt sich auf den ersten Blick deutlich wertiger als ein Basis-Mondeo zu erkennen. Die Ausstattungsversion Vignale richtet sich mit vielen Premium-Aspekten direkt gegen die deutschen Wettbewerber und positioniert sich nochmal deutlich oberhalb der Titanium-Ausstattung. Ergänzt wird all das durch ein neues Servicekonzept bei speziell ausgewählten Händlern. Die Premiumversion Vignale ist nur mit den gehobenen Motorisierungen des Mondeo erhältlich. Wir hatten nun Gelegenheit den Edel-Mondeo mit dem neu entwickelten Zwei-Liter-Bi-Turbo-Diesel mit vier Zylindern in der Nähe von Köln kennenzulernen.

 

Ford Mondeo Vignale 2.0 TDCi Bi-Turbo
Ford Mondeo Vignale
Ford Mondeo Vignale
Erstkontakt: Ford Mondeo Vignale 2.0 TDCi Bi-Turbo
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Fords Meisterstück – wir sind ihn gefahren!

Die Mittelklasse wird in Deutschland durch primär durch Firmenfahrzeuge geprägt. Privatkäufe sind hier unterrepräsentiert. Es gibt im Grunde drei wichtige Kriterien die den Markt der gehobenen Mittelklasse determinieren: Sie wird von heimischen Marken beherrscht, Kombis spielen eine bedeutendere Rolle als klassische Stufenheck-Limousinen und Selbstzünder sind im Vergleich zu Benzinern deutlich überrepräsentiert. Ob letzteres – Stichwort VW-Skandal – so bleiben wird, muss sich erst noch zeigen.

Was bedeutet „Vignale“ und was plant Ford mit dieser neuen Ausstattungslinie?

Die Namensherkunft „Vignale“ beruht auf den 1913 in Turin geborenen Italiener Alfredo Vignale. Selbiger war dereinst ein begabter Blechspengler, der zunächst für Pininfarina arbeitete und später sein eigenes Unternehmen gründete. Er verlegte sich auf Einzelanfertigungen. Aston-Martin-, Ferrari-, Maserati- und Rolls-Royce-Fahrer aus aller Welt ließen sich bei Vignale individuelle Fahrzeuge als Auftragsfertigung maßschneidern. Im Jahre 1969 veräußerte Alfredo Vignale sein Unternehmen an die Carrozzeria Ghia, ein anderes Turiner Designstudio. Im darauffolgenden Jahr 1970 übernahm dort Ford das Unternehmen inklusive der Namensrechte an Ghia und Vignale. Zwar wurde das Designstudio im Jahre 1974 wieder aufgelöst. Die Namensrechte nutzt Ford aber bis heute.

Die neue Premium-Line von Ford wird exklusiv von Vorzeige-Store mit den drei Säulen „SUVs“ (wie Kuga, EcoSport und künftig Edge), „Performance-Modelle“ (wie ST und dem neuen Mustang), und den Vignale-Produkten begleitet. Im Vignale-Bereich mit Vignale-Ledersofas und einer Vignale-Ledertaschen-Kollektion versucht sich Ford zukünftig auf Premium. Die Betreuung der Vignale-Lounges soll von speziell geschulten Verkäufern erfolgen, die eine individuelle Beratung mit besten Service gewährleisten sollen. Neben dem eigentlichen Fahrzeugkauf soll ein erweiterter Kundenservice die Kundenbindung intensivieren. Neben einem Hol- und Bringdienst zu Werkstatt- und Serviceterminen soll es einen Serviceleihwagen sowie auf Wunsch eine gründliche Fahrzeugreinigung zu jeder Inspektionen geben. Darüberhinaus inkludiert das Angebot sogar einmal pro Monat eine Autowäsche beim Händler. Dazu gibt es noch eine 24-Stunden-Service-Hotline.

Optik

Der Kölner präsentiert sich mit einer Top-Ausstattung, Lederpolstern, lackierten Oberflächen und vielen Extras wie klimatisierten Vordersitzen. Optisch unterscheiden sich die beiden Vignale-Modelle Limousine und Turnier von den anderen Varianten durch serienmäßige LED-Scheinwerfer, einen Kühlergrill mit auffälligen Sechseck-Muster sowie durch mehr Chrom-Applikationen. 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind Serie, auf Wunsch sind sogar 19-Zöller erhältlich. Ab Werk werden die Fahrzeuge in Metallic-Lack ausgeliefert, allerdings verlangt Ford hier auch für manche Farben Aufpreis.

Interiuer mit aktivem Noise-Cancelling

Im Innenraum wird der Luxusanspruch der Vignale-Reihe besonders deutlich. Neben der Top-Motorisierungen präsentiert sich der inneraum mit edlen Materialien und Oberflächen sowie effektiver Geräuschdämmung. Die Software für das Infotainment-System SYNC2 mit einer intuitiven bedieung über den großen Achtzoll-Touchscreen oder per Sprachsteuerung hat Ford gemeinsam mit Microsoft ausgearbeitet. Die Konnektivität des SYNC2 ist hervorragend. So können problemlos USB-Sticks mit Musik oder Smartphones via Bluetooth angeschlossen werden. Den Akustikkomfort beeinflußt Ford im Innenraum mit einem aktiven Geräuschunterdrückungs-System. Insgesamt drei Mikrofone im Dachhimmel analysieren (hauptsächlich) die Motorgeräusche, die mit entgegengesetzt schwingenden Klangwellen aus den Lautsprechern neutralisiert werden sollen. Das aktive Noise-Cancelling bewirkt tatsächlich eine aktive Reduktion der Geräuschkulisse. Vor allem den Fahrwerksgeräuschen tritt das System aktiv entgegen.

Eine absolute Empfehlung sind die (leider) aufpreispflichtigen Multikontursitze samt Massagefunktion. Diese bieten perfekten Komfort wie bisher nur in einer Mercedes S-Klasse. Elf aufblasbare Kissen sorgen gerade auf Langstrecken dafür, dass Hüften, Gesäß und Lendenwirbelsäule von Fahrer oder auch Beifahrer auf Wunsch einer äußerst angenehmen Behandlung unterzogen werden.

Antrieb

Bei den Antrieben stehen für die Vignale-Serie des Mondeo nur die Spitzen-Aggregate zur Wahl. Offeriert wird ein Zweiliter-Benziner in zwei Leistungsversionen.  In der Variante mit 203 PS und Sechsgang-Automatik starten die Preise ab mindestens 40.700 Euro. Ergänzt wird dieser noch von einem 240 PS starken Benziner zu Preisen ab 42.700 Euro dessen Kraft ebenfalls über eine Sechsgang-Automatik übertragen wird. Die Kombi-Variante kostet jeweils immer 1.000 Euro mehr.

Bei den Selbtszündern stehen folgende Varianten zur Wahl: Ein Zweiliter-TDCi mit 180 PS und Sechsgang-Schaltgetriebe ab 41.000 Euro. Der gleiche Motor gekoppelt an ein Doppelkupplungsgetriebe startet zu Preisen ab mindestens 43.000 Euro. In Kombination mit einem Allradantrieb ruft Ford hierfür mindestens 45.000 Euro auf. Beschleunigen funktioniert im Sport-Modus ohne Verzögerung, ansonsten reagiert der Motor auch in mittleren Drehzahlbereichen für einen Diesel angenehm spritzig. Adaptives Getriebe und eine intelligente Steuerung des Antriebs machen ihn zum Mitdenk-Auto.

In diesem Segment gehört mittlerweile auch ein Hybrid zum guten Ton. Auch diesen hat Ford inzwischen im Programm. Für diesen Antrieb mit einer Systemleistung von 187 PS starten die Preise ab 41.500 Euro. Beim Vignale Hybrid wird ein Zweiliter-Benziner mit einem Elektromotor und einem stufenlosen CVT-Getriebe kombiniert.

Darüber hinaus bietet Ford den Zweiliter-Diesel auch als Bi-Turbo mit 210 PS und Doppelkupplungsgetriebe an. Für einen Mondeo Vignale mit diesem Antrieb müssen mindestens 44.500 Euro angelegt werden. Das neue Aggregat überzeugt in jeder Situation. Der Motor präsentiert sich auf unserer Ausfahrt als leise, kultiviert und enorm durchzugsstark. Die stärkste Vignale-Motorisierung findet sich im 2,0-Liter-TDCi-Bi-Turbo mit 210 PS. Der Turbo-Diesel hat deutlich  mehr Zug als die allradgetriebene Version und liegt akustisch trotz – oder gerade wegen –  der „Active Noise Cancellation“ näher am Benziner als an einem Diesel. Das serienmäßige und hervorragend  auf die Motorcharakteristik abgestimmte sechsstufige Doppelkupplungsgetriebe agiert ebenso unauffällig wie geschmeidig. Bravo, so lieben das die Langstreckenfahrer im Segment der Firmenkunden. Der kombinierte Verbrauch hielt sich auf unserer Testfahrt mit knapp über 7 Litern Diesel auf 100 Kilometer bei einem hohen Stadtverkehranteil in erfreulichen Grenzen.

Fahreigenschaften – Der Vignale wird der erste Mondeo, der auch als Allrad verfügbar ist

Der Fahrkomfort der Integrallenker-Hinterachse ist vorbildlich. Doch an die Federung und Dämpfung etwa eines Audi A4 oder BMW 3er kommt der Mondeo nicht ganz heran. Zwar vermag das Fahrwerk die Passagiere über den Zustand der Straßen stest im Unklaren zu lassen. Aber trotzdem fehlt es noch ein Quentchen am nötigen Abrollkomfort. Sogar beim adaptiven Fahrwerk – allerdings nur der beiden vorderen Dämpfer – läßt sich dieser zu geringe Abrollkomfort sogar im Komfort-Modus beklagen.

Die Bremsen sind griffig direkt und griffig. Überzeugend auch die feste Mittenlage der Lenkung die für einen guten Geradeauslauf sorgt. Wird nötigenfalls einmal stärker über die Mittenlage hinaus eingelenkt, steuert die Lenkkraftunterstützung entsprechend mehr Kraft bei. Die Lenkung wird damit – anfänglich gewöhnungsbedürftig – plötzlich leichtgängiger.

 

Technische Daten Ford Mondeo Vignale Turnier 2.0 TDCi Bi-Turbo
Hersteller:Ford
Karosserie:Kombi 5-türig der Mittelklasse
Motor:Vierzylinder BiTurbodiesel
GetriebePowerShift-Automatikgetriebe mit Doppelkupplung
Antrieb2,0-Liter-TDCI-Bi-Turbo
Hubraum:1.597 ccm
EmissionsklasseEuro 6
EnergieeffizienklasseA
Leistung:154 kW/210 PS
Drehmoment:450 Nm bei 1.750 – 3.000 U/min
Von 0 auf 100: Handschalter8,4 s
Höchstgeschwindigkeit:228 km/h
Verbrauch (ECE)5,0 Liter
CO2-Ausstoß 129 g/km
Kraftstoff:Diesel
Wendekreis11,5 Meter
Leergewicht 1.619 kg
Kofferraum525-1630 Liter
Tankinhalt58 Liter
Zuladung711 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand 4.867/1.852/1.501/2.850 mm
Preise ab:ab 45.850 Euro

 

Preise und Extras

Für die die Vignale-Version verlangt Ford 5.900 Euro mehr als ein Mondeo mit Titanium-Ausstattung. Bestandteil der Serienausstattung eines Mondeo Vignale sind unter anderem Lederbezug des Armaturenträgers, der Mittelkonsole und Armauflagen, Leder-Sportsitze mit Sitzheizung, Ambientebeleuchtung in LED-Technik, dynamische LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Ford Sync 2 mit 8-Zoll-Touchscreen und Sprachsteuerung sowie einen Fahrspur-Assistenten mit Lenkunterstützung und Pre-Collision-Assistenten mit Fußgänger-Erkennung, einen Active City Stop (der das Auto bei Geschwindigkeiten bis 40 km/h abbremst, sofern ein Auffahrunfall droht), einen Park-Assistenten (für Quer- und Längsparklücken) sowie eine Verkehrszeichenerkennung und Gurt-Airbags für die Rücksitze . Außerdem gibt es das aktive Geräuschunterdrückungs-System „Active Noise Cancellation“, das Motorengeräusche durch Gegenschall effektiv zu reduzieren vermag. Ein spezielles Akustikglas in den Seitenscheiben reduziert zusätzlich die Windgeräusche. Neben den serienmäßigen Highlights gibt auch aufpreispflichtige Extras, die in günstigen Pakten zusammengefasst sind, wie etwa Navi mit Soundanlage im Businesspaket (910 Euro) oder das Komfortpaket u.a. mit elektrisch einstellbaren Vordersitzen (2.000 Euro). Das Winterpaket mit beheizbaren Rücksitzen kostet 350 Euro. Der Notbremsassitent „Active CityStop“, um Auffahrunfälle bis 40km/h zu verringern oder bis 20 km/h zu verhindern kostet 300 Euro.

Der Marktstart der Vignale-Linie startete im Herbst vor wenigen Wochen. Der Verkauf erfolgt mittelfristig bei bis zu 90 ausgewählten Ford-Händlern in Deutschland. Zur Zeit sind von ca. 470 deutschen Ford-Händlern schon 29 bei dem neuen Konzept dabei und bieten neben speziell geschulten Personal auch besonders ausgestattete Vignale-Lounges an.

 

Fazit: Grundsolider Mittelklassewagen

 

Die Mittelklasse ist äußerst hart umkämft. Trotzdem schickt sich der Mondeo an, bei den Platzhirschen VW, Audi, BMW oder Mercedes die begehrten Businesskunden abspenstig zu machen. Direkte Wettbewerber sind somit VW Passat, Audi A4, BMW 3er und Mercedes C-Klasse. Die Kölner unterstreichen ihr Angebot mit erweiterten Serviceangeboten wie einer kostenlosen Fahrzeugwäsche pro Monat und einem Hol- und Bringservice. Technisch ist der Mondeo Vignale ein solider Mittelklassewagen, der durch dezenten Feinschliff und Premium-Akzente gezielt in die Königsklasse gehoben wurde. Ein Fahrzeug mit Stärken und viel Licht und nur ganz wenigen – aber verzeihlichen –  Schwächen. Die Wolfsburger dürfte das besonders ärgern. Die aktuelle VW-Schwäche bietet Ford die Gelegenheit genau in diese Lücke vorzustoßen.

 

Ford Mondeo Vignale 2.0 TDCi Bi-Turbo

 

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