Schon gefahren: Seat Leon ST X-Perience

23. Januar 2015 23:06 Autor:

Der Designer-Kombi unter den geländegängigen Kompaktkombis

  • Kompaktkombi im Kurztest
  • Elektronisch gesteuerter Vierradantrieb und ein All-Wege-Fahrwerk
  • Haldex-System der fünften Generation
  • Zu Preisen ab 28.750 Euro (1.6 TDi)
Seat Leon ST X-Perience im Kurztest
Mit dem Seat Leon ST X-Perience (vom englischen Experience = Erlebnis abgeleitet) erweiterten die Spanier kürzlich ihre Leon-Baureihe um einen offroadtauglichen Kombi. Wir haben die Allround-Kombieigenschaften des allradgetrieben Seat Leon ST in der seit November 2014 erhältlichen X-Perience-Ausgabe einem Kurztest unterzogen.


Erweiterte Kraxelattitüden

Offroad und Abenteuer liegen weiterhin im Trend. SUVs sind gefragt wie nie. Aber auch Fahrzeuge mit Offroad-Look, Allradantrieb und mehr Bodenfreiheit erfüllen vielfach den Wunsch nach gelebter Freiheit für den Einsatz abseits asphaltierter Straßen. Wie gut das geht hat Audi mit Allroad Quattro vorgemacht. Mit dem Seat Leon ST X-Perience (vom englischen Experience = Erlebnis abgeleitet) erweiterten die Spanier kürzlich ihre Leon-Baureihe um einen offroadtauglichen Kombi. Wir haben die Allround-Kombieigenschaften des allradgetrieben Seat Leon ST in der seit November 2014 erhältlichen X-Perience-Ausgabe einem Kurztest unterzogen. Bei besten Winterwetter in Österreich in der Nähe von Kühtai musste der Kombi auf verschiedenem Untergund zeigen was er kann. Insbesondere die On-  wie Offroad-Allradeigenschaften  des Leon ST X-Perience interessierte uns.

 

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Geländeoptik mit intelligentem Allrad-Antrieb

Audi, Skoda und VW haben es mit Allroad, Scout und Alltrack vorgemacht, nun zieht die spanische Tochter nach und offeriert mit dem Xperince ebenfalls ein Allrad-Derivat seiner Kompaktklasse. Das wohl dynamischste Lifestyle-Mobil im VW-Konzern dürfte aktuell zweifelsfrei der Seat Leon X-Perience sein. Plattformspende ist der zu recht äußerst erfolgreiche Leon ST, der mit einem elektronisch gesteuerten Vierradantrieb und ein All-Wege-Fahrwerk nicht nur optisch auf Offroad getrimmt ist. Markant sind seine dezent angebrachten Verkleidungen der Türschweller und Radhäuser sowie der vorder- und rückseitige Unterbodenschutz in edler Aluminium-Optik sowie die schwarz eloxierte Dachreling. Während viele SUVs in einer rein frontgetriebenen Version hinsichtlich ihrer Taktionseigenschaften reine Blender sind, ist die X-Perience-Ausgabe des Leon ST zumindest auf dem Papier für leichte Geländeherausforderungen wie Waldwege, Schotterpisten oder leicht verschlammte Pfade deutlich besser positioniert.

Innenraum

Im Interieur weist der „X-Perience“-Schriftzug an Türschweller und Lenkrad auf die erweiterten Geländefähgkeiten hin. Der Innenraum punktet mit vorbildlich aufgeräumten und intuitiv zu bedienenden Cockpit. Das in unserem Testwagen verbaute Media-System „Plus“ mit größerem Display und neuem Infotainment konnten wir auf Anhieb bedienen. X-Perience-spezifische Interieurdetails sind die braunen Alcantara-Sitzbezüge, orange Ziernähte und Lenkwinkelangaben.

Seat Leon X-Perience beherrscht auch leichtes Gelände

Auch außen hebt sich der Seat Leon X-Perience optisch ab. Kunststoffbeplankung rundum und größere Lufteinlässe vorne sorgen zusammen mit dem angedeuteten Unterfahrschutz für den modischen Offroad-Look.

Viel wichtiger für den Einsatz abseits asphaltierter Pisten sind natürlich die technischen Unterschiede. Zum bekannten und beim X-Perience serienmäßig eingebauten Allradantrieb namens 4Drive spendiert Seat ein Schlechtwege-Fahrwerk, das den Kombi rund drei Zentimeter höherlegt. Die zusätzliche Bodenfreiheit macht sich in unwegsamem Gelände, auf Schotterpisten und steilen Rampen wie aber auch in tieferen Schnee positiv bemerkbar, wenn der Seat Leon X-Perience gelassen und komfortabel darüber hinweggebügelt. Eine variable Dämpfung folgt erst in wenigen Wochen. Die adaptive Fahrwerksregelung DCC wird für ausgewählte Motorvarianten verfügbar sein.

 

Allradantrieb der jüngsten Generation punktet on- und offroad

Der Allradantrieb 4drive erhöht die Traktion auf schlechten und unbefestigten Wegen enorm. Die Vorteile des Allradsystem kommen aber ebenso onroad auf kurvigen Strecken deutlich positiv zum Tragen. Die Haldex-Kupplung der mittlerweile fünften Generation verteilt das Antriebsmoment variabel auf Vorder- und Hinterachse und sorgt so jederzeit für optimale Traktion. Die Lamellenkupplung reagiert blitzschnell – für den Fahrer meist  unbemerkt – auf Änderungen der Fahrbahn-Beschaffenheit. Unsere erste Ausfahrt führt uns auf verschiedenen Untergründe bis hin zu Schnee. Traktionsprobleme gab es während der Testfahrten weder auf nasser, noch auf grob verschmutzter Fahrbahn. Auch mit losem Untergrund kommt die Haldex-Kupplung gut zurecht. Selbst auf verschneiter und partiell vereister Fahrbahn überzeugt der Leon X-Perience ST mit hervorragender Querstabilität und Längstraktion. Bei Bedarf verteilt die Haledex-Kupplung in Sekundenbruchteilen bis zu 50% der Antriebskraft auf die Hinterachse. Die Fahrwerksabstimmung kommt auch mit schlechten Wegen noch relativ komfortabel klar. Die straffe Abstimmungskompromiss des X-Perience ist gelungen, läßt aber auch seine Insassen selten über den Zustand des Geländes im Unklaren. Dank einer sehr direkten Lenkung fährt er sich zuweilen durchaus sportlich. Die drei Zentimeter höhere Sitzposition im Vergleich zu einem frontgetriebenen Leon haben der Agilität nichts genommen. Der X-Perience läßt sich präzise, flott und mit viel Fahrspaß durch Kehren dirigieren.

Die kompakte Bauweise der Hinterachse sorgt dafür, dass vom Laderaum nicht zuviel verloren geht. Dieser fasst in der Grundkonfiguration 587 Liter, mit umgeklappten Rücksitzen sind es bis zu 1.470 Liter. Allerdings sinkt die maximal mögliche Zuladung auf 536 Kilogramm, die Anhängelast auf zwei Tonnen. In Kombination mit dem 150 PS starken Zweiliter-Diesel der den 1,5 Tonner auf bis zu 208 Stundenkilometer beschleunigt, präsentiert sich der Seat Leon ST X-Perience durchaus agil mit gutem Ansprechverhalten. Das maximale Drehmoment von 340 Newtonmetern bereits ab 1.750 Umdrehungen pro Minute sorgen für Temperament und Fahrspaß. Trotzdem hält sich der Verbrauch dabei in Grenzen. Der Normverbrauch von 4,9 l/100 km sind nur ein geringer 0,1 Liter Aufschlag für den Offroad-Kombi im Vergleich zu seinem gleich motorisierten aber frontgetriebenen Bruder Leon ST. Der Zweiliter-TDI mit 110 kW (150 PS) überträgt serienmäßig seine Kraft über ein manuelles Sechsgang-Getriebe

In der Basisversion des X-Perience für 28.750 Euro steckt ein äußerst effizienter aber auch deutlich leistungsschwächerer 1.6 TDI mit 110 PS unter der Haube. Aber auch schon dieser Basis-Diesel konnte in der Disziplin Wintersport überzeugen. Alternativ sind ein potenter Zweiliter-Diesel mit 184 PS sowie ein 180 PS starker Benziner zu haben. Die beiden Topmodelle übertragen ihre Kraft serienmäßig über ein Doppelkupplungsgetriebe.

 

Technische Daten Seat Leon ST X-Perience 2.0 TDi 4Drive Start&Stop 150 PS
Hersteller: Seat
Karosserie: Kombi
Motor/Getriebe Vierzylinder Turbo-Diesel / Manuell 6-Gang
Hubraum: 1.968 ccm
Leistung: 110 KW (150 PS) bei 4500-6000 Umdrehungen pro Minute
Drehmoment: 340 nm bei 1.750-3.000 Umdrehungen pro Minute
Von 0 auf 100: Handschalter 8,7 s
Höchstgeschwindigkeit: 208 km/h
Verbrauch (ECE) 4,9 Liter
CO2-Ausstoß
129 g/km
Kraftstoff: Diesel
Schadstoffklasse Euro 6
Leergewicht
1.484 kg
Kofferraum 587-1.470 Liter
Tankinhalt 50 Liter
Zuladung 538 kg
Länge/Breite/Höhe/Radstand
4.543/1.816/1.481/2.630 mm
Basispreis Testwagen ab 29.740,- Euro
Testwagenpreis: ab 35.375,- Euro

 

Preise und Extras

Den Seat Leon X-Perience bieten die Spanier ab 28.750 Euro an. Alle X-Perience sind mit Start-Stopp und Bremsenergierückgewinnung (Rekuperation) ausgerüstet. Ebenfalls serienmäßig sind Vierrad-EDS (elektronische Differenzialsperren an beiden Achsen), ein elektronisches Vorderachs-Differenzial XDS und Multikollisionsbremse, die nach einem Zusammenstoß automatisch eine Bremsung einleitet, um Folgekollisionen zu verhindern. Bereits die Basisausstattung verfügt über sieben Airbags, eine Geschwindigkeitsregelanlage, Berganfahrhilfe und Mediasystem mit 5,0 Zoll großem Farb-Touchscreen. Die Ausstattung läßt sich natürlich dann individuell gegen Aufpreis erweitern. Für 560 Euro gibt es eine automatische Distanzregelung mit City-Notbremsfunktion. Eine brauchbare Navigationslösung gibt es bereits für faire 690 Euro. Die Navi verfügt sogar über einen Offroadmodus samt integriertem Kompass, um die X-Perience-Piloten auch abseits digitalisierter Pfade genügend Orientierung zu gewähren. Das Seat Soundsystem für 330 Euro sorgt für guten Klang und Konnektvität via Bluetooth, USB und AUX sowie CD und MP3-Funktion.

Das Comfortpaket II beinhaltet einen Regensensor und automatisch abblendenden Innenspiegel, sowie elektrisch anklappende Außenspiegel. Als separates Extra kosten die el. Klappspiegel 130 Euro. Die für den  Kombi empfehlenswerte Einparksensoren verlangen die Spanier satte 500 Euro – wohlbemerkt noch ohne Rückfahrkamera. Wer lieber größere Räder schätzt kann 18-Zoll-Leichtmetallräder mit 225er Bereifung ab 450 Euro ordern. Voll-LED-Scheinwerfer schlagen mit 1.190 Euro zu Bauche.

 

FAZIT: Seat seine Leon-Baureihe komplettiert

Der Seat Leon ST X-Perience geht weit über die übliche Naturburschen-Optik hinaus. Seine Geländeigenschaften sind On-wie Offroad beeindruckend. Für einen robusten Auftritt sorgen vor allem spezielle Karosserie-Anbauteile, etwa Schutzplanken an den Schwellern und Radhäusern. Ansonst erweist sich der Wagen als herrlich unaufgeregtes aber praktisches und komfortables Auto für den Alltag mit deutlich erweiterter Traktion. Seine erweiterten Traktionsfähigkeiten dank permanentem Allradantrieb empfehlen den X-Perience als idealen Kompromiss für Familie und Freizeit aber auch für naturnahe Berufsgruppen wie Förster oder Landwirte. Übrigens wer sich beeilt spart: Noch bis zum 31. März gewährt Seat 2.000 Euro Rabatt auf alle offiziellen Listenpreise ab 28.750 Euro. Wer doch nur die die Naturburschen-Optik sucht, dem sei geholfen: Die Optik-Elemente wie Frontschürze mit zusätzlichen Schutzelementen, Flankenschutz, Heckstoßfänger in Aluminium-Optik und schwarze Dachreling wird von den Spaniern ab April 2015 mit zwei ganz gewöhnlichen (frontgetriebenen) Varianten mit dem gewünschten „X-Perience-Look“ bedient werden.

 

Seat Leon ST X-Perience

Mit dem Seat Leon X-Perience (vom englischen Experience = Erlebnis abgeleitet) erweiterten die Spanier kürzlich ihre Leon-Baureihe um einen offroadtauglichen Kombi. Wir haben die Allround-Kombieigenschaften des allradgetrieben Seat Leon ST in der seit November 2014 erhältlichen X-Perience-Ausgabe einem Kurztest unterzogen.

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